Urlaub 2007 - Auf Hecht in Nord Hollands Poldern, Teil 3
Urlaub 2007 - Auf Hecht in Nord Hollands Poldern, Teil 3
von Ulrich Hoffmann
Montag, 5. November 2007
Heute morgen hat es etwas geregnet. Also haben wir erstmal ganz in Ruhe
gefrühstückt und sind etwas später losgefahren. Warum soll man schon mit nassen
Klamotten losfahren, wenn solche Schauer hier nur von kurzer Dauer sind.
Dass es sich gelohnt hat zeigte wiederum Tanja, die mit diesem schönen Hecht vorlegte. Der hatte den Jointed so tief genommen, dass zum ersten Mal die Zange zum Einsatz kam. Vielleicht war das ja ein gutes Zeichen.
Kaum eine halbe Stunde später hat sie schon wieder zugeschlagen.
Der nächste Fisch lies nur 20 Minuten auf sich warten.
Der hatte den hinteren Drilling in den Kiemen und den vorderen Drilling hinter den Vorderzähnen sitzen. Aufgabe für die lange Lösezange.
Ehrlich gesagt, da sind mir sie spitz beißenden Hechte lieber gewesen, da floss kein Blut.
So sah es stellenweise in den Poldern aus. Klar, dass da keine Rute im Wasser war.
Und schon wieder ein Hecht bei Tanja. Hechte im 30 Minuten-Takt. Das war Polderangeln, wie wir es aus den letzten Jahren kannten. Aber warum müssen die immer bei Tanja beißen?
Endlich hatte ich auch mal wieder einen Fisch an der Angel. Es wurde auch langsam Zeit.
Keine 10 Minuten später meinte Bernd, er habe etwas hinter Martinas Köder herschwimmen sehen. Kein Problem, gedreht, alle Ruten außer Martinas aus dem Wasser und die Stelle nochmals abgefahren.
Der Erfolg gab mir Recht. Dieser schöne 64er konnte dem Jointed nicht
widerstehen und verhalf so Martina zu ihrem ersten Hecht.
Petri Heil!
Kurz darauf kam Bernd endlich auch mal wieder zum Zuge. Sein neuer Wobbler bewies seine Fängigkeit.
Die nächste Stunde verlief ohne Biss.
Ein peinliches Erlebnis am Rande. Wir trafen 3 Italiener, die einen Blinker in die Büsche des gegenüberliegenden Ufers geworfen hatten. Klar, wir haben ihn geborgen und als Bernd ihn den Italienern zuwarf ist er ihm aus den Fingern gerutscht und versank vor ihren Füßen im Polder. Peinlich. Wir haben uns natürlich entschuldigt aber ...
Dann ein Ruf von Bernd: "Hänger! Nein, Fisch!"
Schon beim Einholen konnte man sehen, das ist ein Großer.
Hier sieht man dann den stolzen Fänger mit seinem 98er Hecht. Knapp an der Metermarke vorbei.
Ein dickes Petri Heil!
Gut dass wir schon auf dem Heimweg waren. Es wurde schon langsam dunkel, es kam
Wind auf und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen.
Als wir im Park ankamen war es stockdunkel und der Regen hatte zum Glück wieder
aufgehört. Einzig die Wellen auf dem Großen Vliet waren etwas unangenehm.
Der Abend klang mit ein paar Bierchen und Erinnerungen an den bisher
erfolgreichsten Angeltag unseres Urlaubs aus. Für Martina und Bernd war es der
letzte Tag, Dienstag früh war ihr Kurzurlaub zu Ende.
Dienstag, 6. November 2007
Martina und Bernd sind abgefahren und wir machen uns, trotz des Windes, auf,
schauen, was die Hechte machen.
Nach 4 Stunden noch nicht einen einzigen Zupfer. Da es immer ungemütlicher
wurde hieß es zurück zum Ferienhaus.
Es war kalt und sehr windig, wie man leicht sehen kann.
Wir hatten nur noch ein Problem vor uns, das Große Vliet.
Klar, man kann rund ein Drittel des Großen Vliet durch parallel laufende
Polder, in denen das Wasser dann ruhiger ist, umgehen, was übrig bleibt sind
rund 800 m offenes Wasser.
Wir sind sicher zurück gekommen, aber ganz ehrlich, für Rauhwasser ist unser
Bötchen nicht so wirklich geeignet.
Mittwoch, 7. November 2007
Die Vorboten des ersten großen Herbststurmes Tilo machen ein Rausfahren
unmöglich. Selbst Spinnfischen vom Ufer aus ist fast unmöglich. Selbst schwere
80 g Jerks werden vom Wind verweht und in der Schnur sind riesige Schnurbögen.
Was soll's? Machen wir uns einen gemütlichen Tag mit lesen und entspannen.
Donnerstag, 8. November 2007
Es stürmt immer noch. An Hechte ist nicht zu denken. Also machen wir mal
unserem Hund eine Freude und fahren nach Callandsoog an die See. Gummistiefel
eingepackt und losgefahren.
Der Strand war menschenleer. Außer uns und unserem Hund hatte anscheinend
niemand Gefallen an der steifen Briese. Unser Hund hat es genossen.
Nach der Rückkehr wurde es dann auch Zeit, das Boot aus dem Wasser zu holen und
so langsam anzufangen, die Angelsachen zusammen zu packen. Morgen für 10:00 Uhr
ist unsere Abreise geplant.
Freitag, 9. November 2007
Der letzte Tag ist angebrochen. Nach dem Frühstück wurde noch schnell der Wagen
beladen, komisch, bei der Hinfahrt war der doch nicht so voll, nochmal kurz
durchgesaugt, mehr ist nicht erforderlich, da die Endreinigung schon bezahlt
ist und auf die Abnahme gewartet. Die kam auch wie verabredet kurz vor 10 Uhr,
schaute, ob etwas zu Schaden gekommen ist und gab uns dann die Unterschrift,
das alles in Ordnung war.
Schnell noch zur Rezeption, die Schlüssel und die Bettwäsche zurückgegeben und
ab in Richtung Autobahn.
Die Heimreise verlief ruhig und unspektakulär, einzig ein kleiner Stau auf dem
Kölner Ring und schon waren wir wieder daheim.
Erstaunlich, wie schnell 2 Wochen Urlaub vergehen.
Eines allerdings ist uns klar, nächstes Jahr fahren wir wieder hin, geplant ist
Frühjahr und wieder im Herbst, allerdings werden wir doch wohl wieder im
September/ Oktober fahren.
Schussbemerkungen
Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass tieflaufende Wobbler ab 14 cm Länge an
kurzer Leine, die unter Wasser richtig "Radau" machen, die besten
Fangergebnisse lieferten. Gefangen haben eigentlich alle Farben, wobei, rein
gefühlsmäßig, die RedHeads besser gefangen haben, trotz des sehr klaren
Wassers.
Auch bei den Niederländern, die vom Ufer aus mit Wobblern unterwegs waren,
hatten mindestens die Hälfte derer, die wir gesehen haben, Wobbler in der Farbe
RedHead im Einsatz und die werden es ja wohl wissen.
Wichtig ist auch, wenn man mit geflochtener Schnur fischt, ein paar Meter
0,40er oder 0,45er Mono vorzuschalten. Zum einen wegen der zusätzlichen
Pufferwirkung und auch wegen der höheren Abriebsfestigkeit.
Beim Schleppen machen die dicken Wobbler einen ziemlichen Druck. Wer es
preiswert haben will, der kann mit einer leichten Bootsrute in 1,80 m Länge
hervorragend arbeiten. Meine Frau hat mit einer kurzen Jerkrute mit 30 - 60 g
WG hervorragend gefangen und ich hatte mir speziell für's Schleppen eine Spro
Sensitiv Boat mit einem WG bis 400g in 2,20m zugelegt. Anfangs war ich
skeptisch aber die Rute hat sich als genial beim Schleppen gezeigt. Die
zierliche sensible Glasfaserspitze zeigt jede Wobblerbewegung an, bzw. man
sieht sofort, wenn sich ein Blatt im Wobbler verfangen hat und er dadurch nicht
mehr richtig läuft. Das recht lange Griffstück ist angenehm, wenn man, so wie
ich, die Rute auf dem linken Oberschenkel liegen hat und mit der rechten
Kniekehle "festhält". Da hat man mehr Freiheit beim Steuern.
Noch eine positive Erfahrung. Normalerweise brauche ich pro Angeltag mindestens
3 - 4 Stahlvorfächer. Die bastel ich mir immer selber und ein 70 cm Vorfach aus
7 x 7 kostet mich dann auch rund 1 Euro.
Ich hab mir mal, einfach so zum Testen, Bungees von Cormoran geholt. 70 cm
Vorfach in 10 Kilo kosteten rund 5,70 Euro, ziemlich happig. Trotzdem muss ich
nach fast 2 Wochen Einsatz sagen, trotz vieler Hänger und einiger Fische ist
das Vorfach wie neu. Einziger Kritikpunkt ist der Karabiner. Beim ersten Hänger
war der aufgebogen. Kein Problem, gegen einen vernünftigen Cross-Lock
ausgetauscht und das Vorfach ist seit dem ohne Beanstandungen im Einsatz
gewesen. Klar, das ist nichts fürs Gufieren im Rhein, das würde dann doch zu
teuer.
Zur Rollenfrage, eindeutig Multirolle. Wer es preiswert will, der nimmt z. B.
eine Power Pirate von D.A.M. oder eine andere preiswerte Multi, die erfüllen
ihren Zweck.
Ich hatte an meiner Sensitive Boat die Abu Ambassadeur Revo STX-L. Die passte
farblich und optisch sehr gut, besser als die Abu C4. Tanja hat mit ihrer Daiwa
Viento an einer Rozemeijer Gentle Jointed Jerk in 1,90 m, WG 30 - 60 g,
geangelt und war mehr als erfolgreich.
Petri Heil!
Ulli3D, © Ulrich Hoffmann 2007
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