Ausgabe Mai 2012

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    Pressemeldung: DGzRS - Jahresbilanz der Einsätze

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    Pressemeldung


    DGzRS - Jahresbilanz der Einsätze - Ein wenig mehr Arbeit auf See und ein wenig mehr Spenden an Land




    Bei 2102 Einsätzen wurden 1105 Menschen aus Seenot gerettet und drohender Gefahr befreit



    1105 Menschen haben die Besatzungen der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) im Einsatzjahr 2008 aus Seenot gerettet und aus Gefahrensituationen befreit (2008: 923). Von den 61 Seenotkreuzern und Seenotrettungsbooten in Nord- und Ostsee wurden 2102 Einsätze (2008: 2090) gefahren.


    Im Vergleich zum Vorjahr beobachteten die Besatzungen der DGzRS-Flotte eine Zunahme der Einsätze für die Freizeitschifffahrt zwischen Anfang Juni und Ende August. Weniger Niederschlagstage, dafür aber häufige und kurze, kräftige Starkwind- und Sturmperioden brachten Freizeitskipper und ihre Besatzungen in Bedrängnis. Gut die Hälfte aller Einsätze wurde für diesen Bereich gefahren. Letztlich zeigt sich hier erneut, dass sich der „Freizeitbereich Wassersport“ weiterhin guten Zuspruchs erfreut. Insgesamt war der Witterungsverlauf nahezu identisch mit dem des Jahres 2007.


    In Nord- und Ostsee wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2008



    * 127 Menschen aus Seenot gerettet und

    * 978 Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit,

    * 466 Erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen,

    Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,

    * 68 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,

    * 894 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie

    * 542 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.


    · Den ersten Einsatz im neuen Jahr fuhr das Seenotrettungsboot WOLTERA/Station Juist am 16. Januar 2008. Ein mit Splitt beladener, 30 Meter langer Küstenfrachter wurde von der knapp zehn Meter langen WOLTERA nach Navigationsproblemen im engen Fahrwasser frei- und eingeschleppt.


    · Dem schnellen und beherzten Eingreifen der Seenotretter von der Station Neuharlingersiel verdankten im Mai fünf Mädchen aus Lingen (Ems), dass sie ihre Wattwanderung bei auflaufendem Wasser in buchstäblich letzter Minute an Bord des Seenotrettungsboots NEUHARLINGERSIEL fast unverletzt beenden konnten.


    · Rund 30 Kilometer vor Bremerhaven rettete am 8. Juni die Besatzung des Seenotkreuzers HANNES GLOGNER ein Bremer Ehepaar von seiner sinkenden Segelyacht. Die Yacht hatte eine Fahrwassertonne gerammt und war in kurzer Zeit voll Wasser gelaufen.


    · 60 Skipper und ihre Besatzungen wurden am Wochenende um den 22. Juni in Nord- und Ostsee aus Seenot gerettet und aus drohenden Gefahrensituationen befreit.

    Bei widrigen Wetter- und Seegangsverhältnissen gelang es der Besatzung des Seenotkreuzers ARKONA / Station Warnemünde am 23. August 2008, vier im Wasser treibende Segler vor Ahrenshoop zu retten. Drei Männer und eine Frau waren bei starken Südwestwinden mit Stärken bis zu acht Beaufort (ca. 67 km/h Windgeschwindigkeit) mit ihrem 7,5 Meter langen Segelkutter gekentert. Sie trieben über eine Stunde im 18 Grad kalten Ostseewasser.


    · Mit vier Seenotkreuzern unterstützte die DGzRS die Suche nach einer am 4. September 2008 in der Nordsee von Bord des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ gestürzten Matrosin über 20 Stunden - leider ohne Erfolg.


    · Anfang Oktober rettete die Besatzung des Seenotkreuzers BERNHARD GRUBEN aus der 17 Grad kalten Nordsee vor Norderney einen 56-jähriger Segler, nachdem er auf einer Untiefe gestrandet war und sich in seine Rettungsinsel begeben hatte. Seine Yacht versank.


    · Zwei schiffbrüchige Segler wurden am 09.November 2008 in der Flensburger Förde aus Seenot gerettet. Die Besatzung des Seenotrettungsboots WERNER KUNTZE/Station Langballigau konnte einen Mann (70) aus der acht Grad kalten Ostsee bergen. Sein Boot war von einer Sturmböe umgeworfen worden.


    „Bootschafterin“ 2009 ist die TV-Moderatorin Bettina Tietjen

    „Bootschafterin“ 2009 wird die NDR-Fernsehmoderatorin Bettina Tietjen, die ihr Ehrenamt am 20. Januar antritt. „Ich habe Hochachtung vor den Männern, die auf den Schiffen der DGzRS fahren. Davor muss man doch Respekt haben, wenn einer sein Leben wagt, um einem Menschen zu helfen, der in einer ausweglosen Situation in Not geraten ist. Es ist für mich eine Ehre, mich jetzt als ‚Bootschafterin‘ für diese gute Sache engagieren zu dürfen.“



    EISWETTE heißt der neue Seenotkreuzer für die Station Nordstrand

    Einen neuen, 20 Meter langen Seenotkreuzer für die Station Nordstrand, stellte die DGzRS zum Jahresanfang in Dienst. Er wurde auf den Namen EISWETTE getauft – benannt nach einer Traditionsveranstaltung in Bremen, bei der alljährlich zugunsten der Seenotretter gespendet wird. Allein in diesem Jahr wurden bei dem Stiftungsessen am 17.Januar in Bremen 302.000 Euro gesammelt.

    Die Anforderungen an dieses neue Schiff liegen gezielt im Einsatz im küstennahen Bereich auch bei geringen Wassertiefen. Mit einem Tiefgang von lediglich 1,30 Meter kann die EISWETTE vor allem in Revieren eingesetzt werden, in denen größere Seenotkreuzer auf ihr Tochterboot angewiesen sind. Erstmals wurde bei einem Seenotkreuzer auf ein Wohndeck verzichtet. Die Besatzung lebt in einem Stationsgebäude und kann den Kreuzer innerhalb kürzester Zeit besetzen. Ein Schwesterschiff durchläuft in diesen Wochen seine See-Erprobung und wird Ende April auf der Greifswalder Oie (Mecklenburg-Vorpommern) die dann 28 Jahre alte FRITZ BEHRENS ablösen.

    Der 1980 in Dienst gestellte Seenotkreuzer EISWETTE (1) wurde ausgemustert. Die Reederei AG Ems hatte Anfang Dezember das Spezialschiff von der DGzRS erworben. Es wird als Offshore-Windpark-Tender genutzt.



    Leichter Zuwachs im Spendenverlauf

    Der Spendenverlauf des abgelaufenen Jahres zeigt nach wie vor Zurückhaltung bei den Spendern, was sicherlich auf die allgemeine wirtschaftliche Lage zurückzuführen ist. Dennoch kann im Jahr 2008 ein leichter Zuwachs im Sammlungsergebnis verzeichnet werden. Ein endgültiges Ergebnis wird erst nach Vorlage des Jahresabschlusses vorliegen.

    Erneut ist der DGzRS das Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) in Berlin verliehen worden. Die Arbeit auf See und an Land findet damit zum wiederholten Male Anerkennung: Der sinnvolle Einsatz der Spenden für einen modernen Rettungsdienst und für die professionelle Schulung des Personals ist gewährleistet.


    61 Seenotrettungsboote und Seenotkreuzer werden in Nord- und Ostsee, zwischen Borkum und Ueckermünde eingesetzt. 185 fest angestellte und rund 800 ehrenamtlich tätige Seenotretter sind auf 54 Stationen auf den Inseln und entlang der Küsten ständig einsatzbereit

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