Jahresrückblick 2011 von Siever
Jahresrückblick 2011 von Siever
Mein Angeljahr 2011- der Jahresrückblick
Mein Angeljahr war geprägt von Höhen und Tiefen am und auf dem Wasser. Zum einen habe ich schöne Fische gefangen und neue Freundschaften geschlossen und zum anderen habe ich kapitale Fische verbockt und das Jahr 2011 endete mit einer Umweltkatastrophe am Baldeneysee, meinem Hausgewässer... .
Aber der Reihe nach.
Während der Raubfischschonzeit machte ich mich dieses Jahr nach einem langen und kalten Winter erstmals auf ans Wasser. Der erste Anitz im März brachte gleich einen kapitalen Aland von 51cm.
Danach passierte wochenlang nichts mehr Nennenswertes. Im April begab ich mich jedoch zum ersten Mal in meinem Leben auf einen Fischkutter. Die Dorschtour rund um die Insel Texel war allerdings alles andere als erfolgreich. 36 Angler fingen 6 Fische, davon 2 Dorsche und 4 sog. Franzosendorsche. Gott sei Dank gehörte ich zu den Fängern... . Allerdings blieb die Erkenntnis, dass ich so eine Tour auf der Nordsee so schnell nicht wieder mache.
Danach passierte wieder wochenlang nichts Besonderes. Ein paar Weißfische, ein paar Barsche... . Bei meinem ersten Bayern- Angelurlaub 2011 erlebte ich dann allerdings eine persönliche Sternstunde. Ich entdeckte an einem Wehr ein schönes Rudel Spiegelkarpfen und schlich mich mit einer Dose Mais bewaffnet an diese Stelle. So saß ich mit dem Hintern in einem Ameisennest in einem Gebüsch gehockt am Wasser. Nicht komfortabel, aber effektiv. Am helllichten Tag und bei strahlendem Sonnenschein fing ich 3 schöne Spiegler. Dass ich zudem noch ein paar Bisse verhauen habe, juckte mich nicht die Bohne, da ich ohnehin stolz wie Oskar war.
Mit dem Ende der Raubfischschonzeit kam der Sommer und bei mir die Verzweiflung! Monatelang fing ich dicke Barsche und Döbel, aber keine guten Hechte. Bei großen Ködern passierte nichts, bei kleinen Ködern bissen nur die kleinen. Bis September konnte ich so 35 Hechte fangen, die ALLE untermaßig waren. Immer wenn ich einen fetten Biss bekam und schon inständig auf einen Hecht hoffte, hingen kapitale Döbel am Haken. An einem Tag schaffte ich es, an 5 komplett verschiedenen Spots 5 kapitale Döbel bis 60cm ins Boot zu ziehen aber gleichzeitig auch 7 untermaßige Hechte.

Mein Lieblingsköder und Fluch zugleich wurde der Cormoran- Nokada Killer, der an 25 Mini- Hechten, aber auch an dicken Barschen und Döbeln beteiligt war. Auch bei nächtlichen Ansitzen blieb mir das große Glück verwehrt. Die Aale gingen erst sehr spät im Jahr und in den Sommernächten gab es nur Brassen oder Schniepel-Welse. Mein ärgerlichstes Erlebnis war eine nächtlich Tour, bei der ich die Ruten am Ufer auslegte, aber noch mit einem Kumpel zusammen im Boot hockte. Ich kam bei einem Biss, den ich so nur aus Angelvideos kenne, nicht schnell genug aus dem Boot. Meine Rute war krumm wie eine Parabel, die Bremse kreischte und die Rute zog in Richtung Wasser. Als ich dann endlich die Rute in der Hand hatte, spürte ich eine Kraft, die ich bisher noch nicht gespürt habe, aber nach nur 5 Sekunden war die Schnur schlaff. Da ich am Tag zuvor an gleicher Stelle einen Karpfen von über 90cm beim gründeln gesehen habe und mein Kumpel eine Woche zuvor einen 1,94m Wels an gleicher Stelle fangen konnte, gehörte mein verlorener Fisch wohl zu einer ähnlichen Kategorie. Das wäre sicherlich der Fisch meines Lebens geworden, aber mein Vater sagt immer: „was gut ist, kommt wieder...“. An einem Forellensee in Bottrop erlebte ich ein ähnliches Erlebnis mit einem kapitalen Stör, aber auch da sagte mein Vater: „was gut ist, kommt wieder“.
In den Sommerferien fuhr ich erstmals ohne meine Freundin in das Ferienhaus ihrer Mutter. Sie hatte keinen Urlaub, ich jedoch Ferien. Ich nutzte diese Woche, um neue Gewässer kennenzulernen
Leider machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung und ich kam nur auf 3 Angeltage an der Eger und der Wörnitz. Der Ansitz an der Wörnitz war jedoch sehr abwechslungsreich. Um die Gewässerstruktur abzuklopfen zog ich meine Kunstköder durchs Wasser und konnte so einen Hecht und einen Barsch fangen. Ich jubelte schon, da der Hecht 59cm hatte. Endlich maßig. Doch beim Blick auf die Angelkarte stelle ich fest, dass das Schonmaß 50 durchgestrichen und mit einer 60 ersetzt worden war. Die spinnen, die Bayern...
Ich packte die Spinnrute weg und legte meine Grundruten aus, denn deswegen war ich ja dort. Und so gingen mir ein Karpfen, ein Rotauge, eine Rotfeder, ein Wels und mein erster Giebel an den Haken. Keine großen, aber eine schöne Vielfalt.

Nach den Ferien begann mein neuer Job an einer Realschule. Dieser spannte mich etwas mehr ein und ich hatte nur noch Zeit für spontane Kurzausflüge. Meinen Geburstag nutzte ich allerdings, gegen den Willen meiner Freundin und Familie, für einen Karpfenansitz. Leider wurde der sorgfältig ausgewählte und wochenlang angefütterte Spot eine erfolglose Nummer. Mein Geburtstagsfisch wurde kein Karpfen sondern ein fetter Aland. So fing das Jahr aus Friedfisch- Sicht mit einem kapitalen Aland an und endete auch genauso. Bei einem nächtlichen Ansitz mit Boardie- Kumpel Kati am Offlumer See gingen mir auch endlich küchentaugliche Aale ans Band. Allerdings habe ich mir durch diesen Tripp die Erkältung des Jahres eingefangen. Chucks sind einfach keine Angelschuhe und ein Schirm ist nun mal kein Zelt... .
Im Oktober angelte ich bei einem spontanen Bootsausflug mit einem alten, fast vergessenen Salmo Pike. Ich glaubte ja eigentlich schon gar nicht mehr an große Hechte, aber als meine Rute plötzlich krumm war und der Fisch einen spektukälren Drill lieferte, bemerkte ich, dass dies wohl kein Döbel sein kann. Ich landete einen 90er Hecht, was sehr zu einer Steigerung meines anglerischen Selbstvertrauens beitrug. Glücklicherweise ging dies so weiter. Mein Kumpel Max und ich erarbeiteten uns durch viel Geduld und Glück einen tollen Raubfischspot, der beim Angeln in der Dunkelheit mit Gummiködern ein Garant für gute Fische war. Hechte bis 97cm, Barsche bis 36cm und Zander, die eigentlich megaselten bei uns sind, bis 73cm waren die Besten von zahlreichen Fischen des Spots.

Allerdings verloren wir auch etliche Fische im Drill, darunter zwei Fische, die die für uns magische Metermarke locker gebrochen hätten. Aber was gut ist kommt wieder... . Leider konnten wir dies nicht mehr ausprobieren, da eine durch menschliches (und geistiges) Versagen verursachte Naturkatastrophe am Baldeneysee über uns herein brach, die uns die Lust am Angeln raubte.
Im Jahr 2011 lagen Erfolg und Misserfolg ganz nah zusammen. Oft bin ich ich total entspannt und zufrieden, teilweise auch mit Fischen nach Hause gekommen. Häufig war ich aber auch genervt, wenn ich beispielsweise teure Köder auf dem Grund der Ruhr oder hoch in den Bäumen verloren habe; oder wenn ich einen dicken Fisch vergeigt habe; oder mal wieder meinen Proviant inklusive Hopfenlimonade zu Hause ließ. Bis auf die Sache am Baldeneysee war ich an allen Misserfolgen ja selber Schuld. Als ich in den Herbstferien in Bayern keine Tageskarte für meinen Stammgewässer- Abschnitt mehr bekam, nutzte ich die Chance, mal einen anderen Abschnitt mit der Spinnrute abzuklopfen. Nach langen Suchen fand ich einen Spot, der nach förmlich nach Hecht roch, aber ich hakte nur einen fetten Karpfen und später eine dicke Schleie. Leider landeten die beiden nicht im Kescher, aber so konnte ich zufällig endlich eine Stelle finden, an der auch Schleien zu Hause sind. Ein Ziel für`s nächste Jahr.
Heute sehe ich meine Fehler recht positiv, da ich durch sie viele neue Erkenntnisse über Gewässer, Köder und Techniken sammeln konnte. So liegt im Misserfolg doch auch ein kleiner Erfolg und es bleibt die Hoffung „was gut ist, kommt wieder“.
Ich wünsche euch und mir ein erfolgreiches Angeljahr 2012 mit tollen Erlebnissen, Bekanntschaften und Fängen am und auf dem Wasser!
| < Zurück | Weiter > |
|---|

