Neues vom Ferkelfahnder: Philosophische Voraussicht?
Neues vom Ferkelfahnder
Philosophische Voraussicht?...........
Wenn an kühlen, nebligen Januartagen der feuchte Dunst über den Wiesen wabert, das knisternde Holzfeuer im heimischen Ofen so viel einladender wirkt, als der nebelverhangene Fluss mit seinen noch unbekannten Größen, die wohlige Wärme eines 16 Jahre gereiften Lagavulin die Gebeine dort
durchströmt, wo sonst die eisig-feuchte Kälte beim Ansitzangeln am unangenehmsten wirkt, dann kommt auch ein Ferkelfahnder mal dazu, in aller Ruhe längst vergessene Schriften aus verstaubten Regalen in die Hand zu nehmen.
durchströmt, wo sonst die eisig-feuchte Kälte beim Ansitzangeln am unangenehmsten wirkt, dann kommt auch ein Ferkelfahnder mal dazu, in aller Ruhe längst vergessene Schriften aus verstaubten Regalen in die Hand zu nehmen.Und wer an kalten Wintertagen vom nächsten Sommerurlaub in der Toscana träumt, wird auch mal dazu verleitet, sich mit Italien, Italienern und der Geschichte dieses Landes zu beschäftigen. Nun sind wir, was italienische Staatsmänner betrifft, ja in letzter Zeit nicht gerade verwöhnt worden. Über Fußball und italienische Schauspielkünste müssen wir erst recht nicht diskutieren. Dass sich da im Laufe eines Lebens eine Menge Urteile und Vorurteile aufstauen können, ist sicherlich nicht verwunderlich. Aber wenn es um ein Land, den Urlaub, also die schönste Zeit des Jahres geht, dann sollte man sich im Vorfeld bemühen, mit seinen Vorurteilen und Verallgemeinerungen aufzuräumen. Wenn es losgeht, ist die EM längst vorüber, und egal was uns da an neuer Nahrung für die vorgefassten Meinungen erwartet, sollte bis dahin wieder Nachsicht und Versöhnlichkeit eingekehrt sein.
Schließlich hat ja schon unser immer wieder als Vorbild für deutsche Dichter- und Denkermentalität dienende Johann Wolfgang verdammt viel Zeit in Italien verbracht und -zumindest bekommt man den Eindruck von dem was er uns hinterlassen hat- auch genossen. OK, damals gab es noch keinen Fußball, aber die italienische Adriaküste ist seit Jahrzehnten beliebtes Ferienziel der Deutschen, an den Stränden zwischen Grado und Ravenna hört man mehr deutsch als alle anderen Sprachen und die jüngste Generation unser Kinder ist bass erstaunt, dass Pizza und Spaghetti tatsächlich nicht in Kreuzberg oder Bochum-Riemke erfunden wurden.
Also irgendwas muss doch dran sein an der italienischen Kultur, das schon Goethe in seinen Bann gezogen hat.
Fündig wurde ich bei einem italienischen Staatsmann und Schriftsteller, der rund um 1500 gelebt hat und in ganz weiser Voraussicht schon damals Dinge erahnt haben muss, die auch heute in Internetforen wie dem Anglerboard noch mehr als aktuell sind.
Es geht um Niccolò di Bernardo dei Machiavelli, geboren am 3. Mai 1469 und gestorben am 21. oder 22. Juni 1527, beides in Florenz, wo er sowohl als Politiker tätig war, als auch vor allem durch 4 berühmt gewordene schriftstellerische Werke sich in der Nachwelt in Erinnerung gehalten hat. Als Zeitgenosse von Leonardo da Vinci, Martin Luther und Cesare Borgia hat er viel zur Aufklärung beigetragen und das angestaubte christliche Menschenbild der katholischen Kirche reformiert. So definiert er den Menschen über seine Verlangen und Bedürfnisse und stellt dessen Würde in den Vordergrund, ein Ansatz, der sich bis in unser Grundgesetz durchgesetzt hat. Toleranz, die Freiheit des Gewissens und der Verzicht auf Gewalt sind die von ihm propagierten Tugenden, aus denen er ableitet, dass Menschen weder schlecht noch gut sind, man ihnen aber in jedem Fall misstrauen muss.
Da fragt man sich doch sofort: Wie konnte er damals wissen, welches Verhalten gewisse Funktionäre von gewissen Verbänden 500 Jahre später an den Tag legen würden?
Woher hatte er diese Weitsicht?
Hat er vielleicht, viel früher und viel besser als wir heute, schon damals erkannt, was wirklich in den Menschen steckt? Und tickt der Mensch des 20. und 21. Jahrhunderts tatsächlich noch genau so wie der des 15. und 16.?
Wenn man so seine Zitate liest, dann gewinnt man jedenfalls den Eindruck, er würde mit unseren Verbandsfürsten zweimal monatlich Golf spielen oder in der Sauna sitzen. Beispiele gefällig? Bitteschön:

Zitat:
| Der größte Feind der neuen Ordnung ist, wer aus der alten seine Vorteile zog. |
Zitat:
| Es beschwere sich kein Regierender über die Sünden, die sein Volk begeht, denn diese sind nur die Folgen seiner eigenen Nachlässigkeit oder davon, daß er den gleichen Lastern ergeben ist. |
Zitat:
| In Wahrheit verdient den Haß des Volkes jene Art von Autorität, die Einzelne sich anmaßen, nicht aber jene, die sie sich durch Großmut, Geneigtheit und Hochsinn erwerben. |
Auch den Angesprochenen täte es mal gut, seine Ratschläge anzuhören und zu befolgen:
Zitat:
| Die beste Methode, um Informationen zu bekommen, ist die, selbst welche zu geben. |
Zitat:
| Titel geben den Menschen keinen Glanz, sondern die Menschen den Titeln. |
Zitat:
| Zwischen dem Leben, wie es ist, und dem Leben, wie es sein sollte, ist ein so gewaltiger Unterschied, daß derjenige, der nur darauf sieht, was geschehen sollte, und nicht darauf, was in Wirklichkeit geschieht, seine Existenz viel eher ruiniert als erhält. |
Zitat:
| Ich glaube, daß nur der erfolgreich ist, der seine Handlungsweise mit dem Zeitgeist in Einklang bringt, so wie der erfolglos sein wird, dessen Vorgehen nicht mit den Zeitverhältnissen übereinstimmt. |
Zitat:
| Nichts ist so hoffnungslos, daß wir nicht Grund zu neuer Hoffnung fänden. |
Zitat:
| Jemand, der es darauf anlegt, in allen Dingen moralisch gut zu handeln, muß unter einem Haufen, der sich daran nicht kehrt, zu Grunde gehen. |
Es grüßt Euch und alle aufrechten Kämpfer für Toleranz und Freiheit von Wort und Gedanken
Euer Ferkelfahnder
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