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Ausgabe November 2017

Aus Medien: Die Rute des Präsidenten

http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=323799

 


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Aus Medien: Die Rute des Präsidenten



...........................nein, darum gehts nicht, auch wenn das mancher bei der Überschrift denken mag.

Die habe ich nur übernommen aus dem Bericht von salto.bz:
https://www.salto.bz/de/article/1201...s-praesidenten

Scheinbar ist das Vereinswesen und seine Auswüchse nicht so typisch deutsch, wie es oft dargestellt wird, denn hier gehts um Italien (Südtirol, Bericht ist auf deutsch).

Nun, mag mancher einwenden, aber ums deutschsprachige Südtirol in Norditalien, da wird dann schon ein Stück bürokrateutonischer Vereinskultur mit drin stecken...

Seis drum:
Die Geschichte mit der Rute des Präsidenten ist bemerkens- und berichtenswert und hinterlässt auch die eine oder andere Frage.

Der Präsident des Fischereivereins Eppan tritt jedenfalls nicht mehr an zur Wahl und hat vor der Vollversammlung des Vereines nochmal richtig durchgegriffen.

Gegen 11 namentlich auch genannte Mitglieder des Vereines wurde wegen diverser Verstösse gegen die "Vereinsstatuten" ein 3-monatiges Angelverbot in den Vereinsgewässern verhängt.

Die schwerwiegenden Verstösse laut Bericht:
> Verlassen des Angelplatzes: Ein Fischer kann nicht die Angeln auslegen und dann einfach verschwinden. Mehrere der Bestraften taten das. Einer fuhr Nachts für zwei Stunden nachhause. Ein andere lies die Angeln am Ufer und fuhr mit dem Schiff auf den See;

> Schwindel beim Preisfischen: Alljährlich veranstaltet der Verein ein Preisfischen. Jetzt kam heraus, dass einer geschwindelt hat. Er hat einen Fisch, den ein anderer herausgefischt hat unter seine gemischt und und ausgerechnet damit das Preisfischen gewonnen;

> Nichteintragung von Fischgängen: Jeder Fischer kann maximal dreimal die Woche fischen. Deshalb müssen die Fischgänge eingetragen werden. Hier hat mancher geschlampt;

> Aufstellen von Rod Pod's (Angelhalter) nachts auf den Stegen. Was laut Statut verboten ist.


Immerhin muss man laut Bericht eines zugeben:
Der Präsi war weder zimperlich noch schonte er seine eigene Familie:
Auch sein Bruder war dabei...

Pikanter:
Der Aufseher des Vereines, der eigentlich solche Verstösse ermitteln und sanktionieren sollte, war selber unter denen, welche erwischt wurden.

Und - genauso pikant:
Der halbe Vereinsvorstand wäre auch noch bei den Delinquenten dabei.

Darunter auch Leute, die sich auf der jetzt kommenden Vollversammlung selber zur Wahl als Vorstand stellen würden, was im Bericht so kommentiert wird:
Das konsequente Durchgreifen des Präsidenten bringt einige jetzt aber in die Bredouille. Während Bruno Battisti und dessen Bruder nicht mehr kandidieren, wollen mehrere der Sanktionierten am Samstag bei den Neuwahlen aber wieder antreten. Entweder für den Vorstand oder auch als Präsident oder Vizepräsident.
Visitenkarte ist eine dreimonatige Sperre dafür aber wohl kaum

 

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Man hört ja auch immer wieder von selbstherrlichem Verhalten in deutschen Angelvereinen, die Geschichten vom Aufseher, der einen vom Platz jagt um den dann selber einzunehmen, kennen sicher viele.

Dass dann aber so konsequent mal durchgegriffen wird wie hier in Italien auch gegen die Vereinsoberen, das hätte zumindest ich noch nicht gehört.

Was mich zur Frage führt:
Kennt ihr auch solche Aufseher und Vorstände, die Wasser predigen und selber Wein saufen - die also strenge Regeln für Mitglieder erlassen und sich dann selber nicht dran halten?

Oder ist das eine "italienische Ausnahme"?

Thomas Finkbeiner  



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