Der Fall Donald Klein - Statement vom Auswärtigen Amt
Auf Grund der Bemühungen und Aktivitäten vieler Menschen wegen des Falles Donald Klein (siehe auch im Archiv, Ausgabe Dezember 2006 "Der Fall Donald Klein", sowie hier im aktuellen Magazin "Der Fall Donald Klein - es geht weiter...") haben wir auch mit dem Auswärtigen Amt Kontakt aufgenommen, um zu erfahren was die Regierung schon alles unternommen hat.
Nachfolgend das Statement vom Auswärtigen Amt:
Die konsularische Betreuung von deutschen Inhaftierten im
Ausland
Das Auswärtige Amt in Berlin und ca. 150 Auslandsvertretungen
(Botschaften und Generalkonsulate) betreuen im Jahr rund 3000 deutsche
Inhaftierte im Ausland. Sobald eine deutsche Auslandsvertretung von einem
Haftfall eines Deutschen erfährt, nimmt sie unverzüglich Kontakt mit dem
Inhaftierten auf. Die konsularische Betreuung deutsche Inhaftierter im Ausland
umfasst:
· Besuch in regelmäßigen Abständen im Gefängnis
· enge
Begleitung des Strafverfahrens
· die Überprüfung, ob die Behandlung im
Gefängnis korrekt ist und ob Verpflegung, Versorgung mit Kleidung und
hygienischen Artikeln, Unterbringung und gesundheitliche Betreuung angemessen
sind.
Auf Wunsch unterrichten die Auslandsvertretungen ferner die
Angehörigen des Gefangenen über die Inhaftierung und den Fortgang des Prozesses
und leiten Geldüberweisungen an ihn weiter. Im Bedarfsfall unterstützen die
Auslandsvertretungen die Inhaftierten bei der Beantragung eines Antrags auf
Sozialhilfe bei den zuständigen deutschen Behörden.
Da die
Konsularbeamten den Inhaftierten nicht vor dem ausländischen Gericht vertreten
können, unterstützen sie die deutschen Gefangenen bei der Suche nach adäquatem
rechtlichem Beistand vor Ort. Wenn nötig, wirken sie auch auf die Bestellung
eines Dolmetschers und Pflichtverteidigers hin. Eine Einflussnahme auf das
Strafverfahren des Inhaftierten ist den Auslandsvertretungen nicht
möglich.
Zu den Bemühungen im Fall des Deutschen Donald
Klein:
Bundesaußenminister Dr. Steinmeier, das Auswärtige Amt und die
Botschaft Teheran setzen sich gegenüber Iran auf allen Ebenen mit Nachdruck für
die Freilassung von Herrn Klein ein. Darüber hinaus wird der Fall bei jeder
Gelegenheit auf allen Ebenen gegenüber der iranischen Regierung angesprochen. Am
18.12.2006 konnte ein Abgeordneter des Deutschen Bundestages mit Unterstützung
der Deutschen Botschaft Teheran Herrn Klein im Gefängnis besuchen und bei der
Leitung der iranischen Justiz die Situation von Herrn Klein
ansprechen.
Herr Klein wurde zum frühest möglichen Zeitpunkt wenige Tage
nach seiner Festnahme im 1.200 km entfernten Bandar Abbas durch einen
Mitarbeiter der Botschaft Teheran besucht. Die Botschaft hat das
Gerichtsverfahren gegen Herrn Klein in Bandar Abbas beobachtet und zusammen mit
seinem Anwalt Fragen bei der der Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil
beraten.
Herr Klein wird seit seiner Verlegung in ein Gefängnis in
Teheran weiterhin durch die deutsche Botschaft Teheran intensiv betreut. Nach
mehrfachen Interventionen der Botschaft sind die Haftbedingungen erleichtert
worden. So kann er täglich mit seiner Familie und mehrmals wöchentlich mit der
Deutschen Botschaft Teheran telefonieren und erhielt im August eine Woche
Hafturlaub in Teheran.
Konsularische Haftbesuche finden nach Möglichkeit
mindestens einmal monatlich statt. Darüber hinaus wird Herr Klein wöchentlich
durch den deutschen Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Teheran sowie
regelmäßig durch seinen iranischen Rechtsanwalt in der Haft besucht. Die
konsularische Betreuung umfasst auch die regelmäßige Versorgung mit
Lebensmitteln, Büchern und Zigaretten. Zu seinem Geburtstag im November haben
Mitarbeiter der Botschaft Herrn Klein ein Paket zusammengestellt und ins
Gefängnis gebracht.
Das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft Teheran
stehen in ständigem Kontakt mit Karin Klein, der Ehefrau von Herrn Klein, dem
iranischen Anwalt und einem in Deutschland beauftragten Rechtsanwalt.
Das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft Teheran werden in ihren
Bemühungen nicht nachlassen, sich für eine vorzeitige Entlassung von Herrn Klein
aus iranischer Haft einzusetzen.
Michael Ebel
Pressereferat,
Auswärtiges Amt
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