Großer Hecht aus dem Bodden!
Zum Testen einiger neuer Angelköder wurde kurzer Hand über
EBAY für einige Tage eine Ferienwohnung auf Rügen gemietet. Schließlich sollten
die Boddengewässer ja auch mit zu den besten Europas gehören. Dieses
Angelerlebnis wollte ich dann auch mal erleben. Am ersten Tag war das Wetter
hervorragend und somit war das Angeln vom Boot aus möglich. Und so fing ich
inner der ersten Stunde einen schönen Hecht mit ca. 80 cm.
Am zweiten Tag gab es eine erhebliche Wetterverschlechterung mit starkem Sturm, so das das Angeln vom Boot aus unmöglich wurde. Also wurde kurzer Hand eine Neoprenwathose zum Angeln gekauft, die auch im kälteren Wasser schön warm halten sollte. Das funktionierte auch so weit einwandfrei.
Aber auch vom Ufer aus bissen die Hechte recht ordentlich, so fing ich auf dem großen Kubitzer und im Jasmunder Bodden mit den Weichplastikwobbler „DEEP Fighter", dem Jerkbait „RAPTOR" und Wobbler „Skorpion" innerhalb von 3 Tagen 12 Hechte zwischen 65 und 90 cm. Es war immer wieder schön zu sehen, welch verführerisches Spiel vor allem der Gummifisch im Wasser entwickelte. Durch die 8 Einkerbungen auf jeder Seite schwamm dieser wie ein lebendiger Fisch im Wasser. Dazu noch die Rasselkugeln im Körper reizten die Hechte noch ein ganzes Stück mehr!
Am letzten Tag fuhr ich zum Großen Jasmunder Bodden. Dort traf ich dann noch zwei weitere Angler, die ihr Können mit farbenfrohen Streamern unter Beweis stellten. Diese beiden Angler fingen an diesem Tag drei Hechte zwischen 80 und 103 cm. Durch diese Fänge angestachelt, wollte ich hier auch einige Würfe wagen.
Obwohl die beiden Angler mit ihren Streamern schon kurz vorher mein Zielgewässer abgefischt hatten, ging ich mit der Wathose in das ca. 1 Meter tiefe Wasser. Schon nach einigen Würfen bekam ich auf einem 20 cm langen DEEP - Fighter einen heftigen Biss. Der Fisch nahm ca. 25 Meter Schnur, von denen ich anschließend wieder einige reinholen konnte. Jedoch wurde dieser Schnurgewinn fast komplett wieder von der Rolle geholt. So ging dieses Spiel ca. 25 Minuten weiter, bis ich mit einem gehörigen Schrecken den Hecht zum ersten mal einige Meter vor mir an der Wasseroberfläche sehen konnte.
Ich schätzte die Länge des Hechtes in der Dämmerung beim ersten Blickkontakt auf gut über einen Meter. Meine Freude war groß, da dieser Hecht der größte war, den ich jemals am Haken hatte. Anschließend nahm der Fisch jedoch wieder reichlich Schnur und versuchte mehrmals in einen nahe gelegenen Schilfgürtel zu entkommen, was auch nur knapp scheiterte.
Nach weiteren 5 Minuten war der Kampf für mich entschieden, als der Fisch wie eine Bank vor mir im Wasser lag. Somit konnte der Hecht nach ca. 30 Minuten mit einem Kiemengriff (sowie weichen Knien und eine gehörige Portion Ehrfurcht) im letzten Tageslicht gelandet werden, da der Unterfangkescher erheblich zu klein war.
Der Gummifisch war komplett inhaliert worden! Er steckte, wie auf dem beigefügtem Foto zu sehen, ca. 30 cm tief im Rachen des Hechtes! Dieser Fang zeigte mir auch, dass beim Angeln mit solchen Ködern ein Stahlvorfach von mindestens 50 cm, besser sogar 80 cm angebracht ist!
Nach der Ladung blieb das Maßband bei 125 cm stehen. Bei der anschließenden Wiegung beim Angelgerätehändler Wolfgangs Fundgrube in Prora und Angelgeräte Holzerland auf Bergen wurde ein Gewicht von 34 Pfund und 400 Gramm festgestellt.
Leider konnte ich dem Wunsch, den Hecht weiter in Richtung Kamera zu halten nicht folgen. Es war auch schon so schwer genug, diesen kapitalen Ausnahmefisch zu halten.
Michael Bartels
www.mbfishing.de
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Kommentare
Zu soetwas kann ich nicht gratulieren.
Einige werden es halt nie begreifen-kann ebenfalls nicht gratulieren. Denk mal drüber nach.
Aber immer schön zu sehen, das viele erst einmal fragen und nicht sofort drauf hauen!!
PS: Hatte auch schon mal einen schönen Sterlet gefangen, der schwimmt auch wieder!