Testbericht Peter Biedron Wobbler von Siegfried Woyke
Testbericht Peter Biedron Wobbler
Als glücklicher Gewinner bekam ich drei Peter
Biedron Wobbler zugeschickt.
Es waren:
The Original in 11 cm
Dirty Harry in 9 cm
Belly Dancer in 6 cm
Größen, die für meine Gewässer geradezu ideal sind.
Als ich die Wobbler zum ersten Mal in Augenschein nahm
fielen mir sofort die doppelten Gelenke an Belly Dancer und The
Original auf. Sehr gut gemacht, nur so viel Spiel wie nötig.
Auch sonst machten die Peter Biedrons einen recht massiven Eindruck. Stabile Ösen, Sprengringe und Haken. Irgendwie Arbeitstiere.
Man möge mir nachsehen, dass ich auf Fehler in der Lackierung und andere Kleinigkeiten nicht sonderlich geachtet habe. Es ging mir eher um das Wurf- und Laufverhalten.
Das Testgebiet war eine Stelle am Baggersee an der das Wasser konstant bis zu 4 Metern tief wird, und an der man, mittels Grundkontakt, recht gut einschätzen kann, wie tief der Wobbler nun wirklich läuft. Das Wasser war sehr klar. Ich fischte eine recht steifen Rute mit 30 Gramm WG, einer 15er Fireline und 6 Kg Stahlvorfach.
Als erstes probierte ich The Original.
Als ärgerlich empfand ich es erstmal, dass ich meine Sicherheitskarabiner nur mit etlich Mühen in die Ösen eingehängt bekam. Als das dann geschafft war warf ich zum ersten Mal aus. Und ich war verblüfft, wie weit das Original log. Wirklich erstaunlich, dass ein Wobbler in der Größe auf solche Distanzen
zu bringen ist.
Beim Einholen spürte ich erst mal gar nichts. Nicht, wie gewohnt, irgend ein Köderspiel. Es war, als würde ich ein Stück Holz durch's Wasser ziehen.
Als der Köder dann näher kam, konnte ich jedoch sehen, dass er sich im Wasser durchaus bewegte. Wie in der Werbung...schleicht unauffällig durch's Gewässer. Minimale Schläge der Rutenspitze verleihen dem Original aber einiges an Beweglichkeit, und ich denke, dass das ein durchaus fängiger Wobbler sein könnte.
Ich habe den Orginal in beiden Einhängeösen getestet. In der flacheren Einstellung erreichte ich eine Tauchtiefe von ca. 50 cm, in der tieferen etwa 70 cm. Von der angepriesenen, erheblichen, Tiefenänderung bei Ösenwechsel war wenig zu sehen.
Der Belly Dancer.
Eigentlich mochte ich diese hochrückigen Wobbler nicht. Aber da ich nun mal einen Testbericht zu schreiben habe, kam auch der an's Vorfach.
Und ich bin verblüfft. Zum Einen lässt sich der Belly Dancer recht weit werfen, und zum Anderen entfaltet er selbst bei monotonem Einkurbeln einen guten Bewegungsablauf. Er erinnert mich irgendwie an den Effzett Blinker.
Selbst mit geringster Veränderung der Einholgeschwindigkeit verändert sich das Laufverhalten. Ich habe noch nie einen Wobbler besessen, den ich so lebensecht führen konnte.
Auch beim Belly Dancer veränderte sich die Tauchtiefe durch Verändern der Einhängeösen nur minimal. 50, 70, und 90 cm. In der tiefsten Einstellung läuft der Wobbler nicht mehr so gut, da er dann mit „ Schwänzchen in die Höh'" daherkommt und auch nicht mehr so gut im Lauf zu beeinzuflussen ist.
Dirty Harry.
Schon beim ersten Einwurf wusste ich dass wir keine Freunde würden.
Harry taumelte wild durch die Lüfte, überschlug sich heftig, und ich konnte Ihn, das Stahlvorfach im Schwanzdrilling hängend, reinkurbeln.
Durch das Abbremsen der Würfe bekam ich das Problem in den Griff. Aber der Harry kam trotztdem immer etwas kopflastig und langweilig daher. Auch mit twitchen, Geschwindigkeitsveränderungen etc. ließ sich das nicht beheben.
Zwar konnte ich Harry auf ca. 2 Meter Tiefe bringen, aber überzeugen konnte er mich nicht. Also wanderte Harry erstmal in's Regal.
The Original und der Belly-Dancer durften in meiner Köderbox bleiben und wurden in den letzten Wochen den echten Praxistests unterzogen.
Flache Gewässerstrecken an Donau und Neckar wurden damit beackert, ebenso wie verkrautete Abschnitte an verschiedenen Baggerseen.
Je länger ich mich mit den Wobblern beschäftigte, desto vielseitiger konnte ich sie führen. The Original bekommt man glatt zum rückwärts laufen. Ich halte das zwar nicht für unbedingt wichtig, ist aber schön
anzusehen.
Am meisten aber begeistert mich der Belly- Dancer. Er kommt daher wie ein unbebleiter Softjerk, lässt sich aber ungleich weiter werfen.
Mit geringsten Bewegungen der Rutenspitze oder minimalem ändern der Einholgeschwindigkeit lassen sich die Laufeigenschaften gezielt verändern. Ein Wobbler, der mir nächstes Jahr beim Barsch- und
vermutlich auch beim Forellenangeln sicher viel Freude machen wird.
The Original werde ich wohl eher zum Hechtangeln in unseren verkrauteten Seen einsetzen. Er dürfte dort durch seinen flachen und verführerischen Lauf für Überaschungen sorgen.
Harry bekommt natürlich auch noch eine Chance. Sobald das Bootsangeln wieder erlaubt ist, werd' ich ihn als Schleppköder einsetzen.
Fazit.
The Original und der Belly Dancer sind einfach mal was Anderes. Wenn man sich an sie gewöhnt hat, macht es einen riesigen Spass sie zu fischen. Gerade bei klarem Wasser kann man sehr gut beobachten wie sie sich bewegen, diesen
Ablauf mit etwas Übung gut kontrollieren. Nichts zum monotonen durch's Wasser ziehen, obwohl das vermutlich auch funktionieren würde.
Case
Siegfried Woyke
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