Ausgabe Mai 2012

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    TOBAGO November 2008, little big game fishing..........

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    TOBAGO November 2008, little big game fishing..........

    Teil 1, Tag 1

    Hallo zusammen,

    gemeinsam mit Psychobo traten wir unseren dritten Tobagourlaub an. Von Frankfurt aus ging es mit der Condor in knapp 9 Stunden in die Karibik.
    Im Vorfeld informierten wir uns auf der mytobago.info webseite über die bereits gemachten Erfahrungen andere Angler auf der Insel. Nachdem wir uns mit Ködern über den Versandhandel versorgt hatten waren wir äußerst zuversichtlich gestimmt. Im Fokus hatten wir 2- 3 Ausfahrten mit einheimischen Fischern auf die Zielfische Kingfish, Wahoo, Jacks, Goldmakrele (auch Mahi Mahi oder Dolphin genannt), Barrakuda, Bonito und Thuna. Es dauerte allerdings einige Tage bis wir einen Fischer fanden der uns einen fairen Preis anbot. Wir zahlten gemeinsam 700 TT$, das entspricht ~ 43.- € pro Person für einen Halbtagestrip. Uns wurden auch Preise von 250.- € offeriert was ca. 2000 TT$ entspricht, eine Frechheit bei Benzinpreisen um die 0,30 € Cent je Liter. Wir verabredeten uns also mit „Dog“ für den nächsten Morgen um 7.oo Uhr früh am Pier in Parlatuvier. Paralatuvier ist ein nettes kleines verschlafenes Fischerdorf an der Nordostküste von Tobago. Pünktlich erreichten wir das Dorf bei strahlender Morgensonne und beluden das Boot (Spice girl) mit unserem Angelzeug. Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht
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ID:	94752Sicherheitsausrüstung gab es auf dem Boot keine, bis auf das Handy von Dog !!!
    Dog ist ein unaufdringlicher sympathischer Fischer dem eine gewisse Skepsis uns gegenüber b.z.w. unserem Angelgerät anzumerken war. Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht
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ID:	94753Nachdem wir die Bucht verlassen hatten hingen wir an unsere 20lb Hochseeruten mittelgroße Wobbler und schleppten diese ca. 30 – 50 Meter hinter dem Boot her. Die See war verhältnismäßig ruhig, Wellen um 1 Meter bis 1,50 Meter bereiteten keine Schwierigkeiten. Unser Ziel waren „die sisters“, Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht
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ID:	94755eine kleine Felsengruppe ca. 600 Meter vor Tobago gelagerte. Es passierte auf der Fahrt dorthin nichts, unsere Wobbler blieben unbeachtet. Nachdem wir die sisters Richtung nord-ost passiert hatten bekam Psychobo den ersten Biss. Nach einem kurzem Drill fand ein kleiner Kingfish sein Ende im „spice girl“. Der Biss stimmt uns positiv und wir machten uns große Hoffnungen auf stärkere Fische. Tatsächlich tat sich nach dem ersten Biss aber nix !!! Ca. eine Stunde zogen wir unsere Wobbler durchs tintenblaue Wasser ohne jegliche Ausschüttung von Adrenalin.Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht
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ID:	94754 Das gefiel auch Dog nicht denn wir haben vor unserer Ausfahrt abgemacht, dass wir nur einen kleinen Teil der Fische für uns selbst haben möchten. Er schlug uns also vor Köderfische zu besorgen um „Tobagostyle“ Fische zu fangen. Wir willigten ein und holten unsere Wobbler ein und fuhren in die Lánse formi bay. Diese Bucht ist die schönste die ich je auf Tobago gesehen habe. Es führt nur ein kleiner Trampelpfad vom Ort hoch über der Bucht hinab. Sonst ist die Bucht nur per Boot zu erreichen. Keine Menschenseele war dort. Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht
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ID:	94757Dog kramte sein Wurfnetz raus und schleuderte es gekonnt auf den Schwarm kleiner Sprotten. Nach kurzer Zeit hatten wir den Ködertank voll mit kleinen Fischen. Raus ging es wieder aufs Meer. Dog knüpfte an unsere Hardmono ein 15 cm langes Stahlvorfach mit einem 1er Haken. Die Köderfische wurden lebend durch die harte Nase auf den Haken gezogen. Danach wurden sie ins Wasser entlassen und ca. 40-60 Meter hinter dem Boot geschleppt. Von Zeit zu Zeit haben wir einige Köderfische ins Meer geworfen. Nach kurze Zeit sahen wir voller Aufregung Raubfische, die aus dem Wasser und durch das Wasser schossen um die Köderfische zu fressen. Dann hatte ich meinen ersten Biss, mit unglaublicher Kraft zog es an meiner Rute die sich unter dem Druck bis ins Handteil bog. Der Haken saß. Nachdem der Fisch einiges an Schnur von der Roll zog begann ich meinen Gegner ans Boot zu kurbeln. Immer wieder weigerte sich der Fisch und versuchte zu flüchten. Nach knapp 3 Minuten war der Spuk jedoch vorbei und Dog wuchtet das Gaff in den Rücken des ca. 12-15 Pfund schweren Bonitos. Ich war happy.
    Frisch beködert ließ ich wieder Schnur von der Rolle um weiter zu schleppen. Es dauerte nicht lange und es ruckte kurz in meiner Rute; Fehlbiss !!! Ich kurbelte den Köderfisch wieder zum Boot wobei nur noch der Kopf am Haken saß, der Rest war weg. Dog lachte und sagte nur „Kingfish“. Weiter gings, neuer Köderfisch dran und ab ins Wasser, 50 meter Schnur abgelassen, ein paar Köderfische rein geworfen und gewartet bis es wieder knallt.

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    Nach einiger Zeit hatte ich den nächsten heftigen Schlag in der Rute. Der Fisch zog ähnlich stark wie beim ersten Biss und ich entschloss mich diesmal den Fisch ans Boot zu Pumpen. Eine Fehlentscheidung den bei einer Abwärtsbewegung meiner Rute sank die Spannung der Schnur ab und der Haken konnte sich lösen, der Fisch ging flöten, schade. Das sollte mir nicht noch mal passieren. Immer wieder sahen wir Fische unsere Köderfische jagen, Dog schlug uns vor es wieder mit Wobbler zu versuchen. Wir beköderten also unsere Schüre mit Kunstköder, ich mit einem geteiltem Wobbler von Sänger, ca. 12 cm in grün-silber und Psychbo ein ca. 11 cm langer Oktopuswobbler von Yo-zuri in lila-pink.
    Wir schleppten mit unseren Wobblern durch die vorher von uns ausgesetzten Köderfische und beobachteten immer wieder wie sie von Raubfischen attackiert wurden. Plötzlich riss es wieder an meiner Rute. Der Fisch zog immer wieder heftig mit längern Pausen. Somit gewann ich in den Pausen gut Schnur und nach weniger als 2 Minuten gab es wieder Arbeit fürs Gaff. Ein mittelgroßer Kingfish hatte von meinem Wobbler einen Drilling im Kopf und einen im Rücken stecken. Manchmal passierte auch über längere Zeit nichts. Es war auch interessant mit anzusehen wie wenig Zeit die Fregattvögel und Möwen brauchen um unsere Köderfische zu sehen und zu jagen. Praktisch blieben wir vor der Küste in einem Bereich von ca. 2-3 qkm die wir befischten. An meiner Hochseerute biss gegen Ende unseres Trips noch ein red snapper der mäßigen Spaß brachte weil die Fluchten eher kurz sind und der Druck fehlt.
    Nachdem wir ganz in der Nähe des Bootes eine Gruppe Fische rauben sahen nahm sich Psychbo meine fertig montierte Spinnrute und schleuderte einem Rapala xRap 8 cm Flachläufer in silber in Richtung der Fische. Nach kürzester Zeit biss eine schöner red snapper den er sicher ins spice girl hieven konnte. Leider waren die Bisse der Fische ungleich verteilt. Wir mutmaßen das es an der grünen geflochtenen Schnur von Psychobo gelegen hat die im Wasser sichtiger war als meine schwarze. Wir behielten den Kingfish, brieten ihn am Abend in der Pfanne, mariniert mit Barbeceausauce, Knoblauch und Gewürzmischung, soooo lecker……. einige Caribs rundeten den Abend gemütlich ab.

    Nach dem unser erster Tag auf See gut verlaufen war machten wir gleich eine weitere Ausfahrt mit unserem Fischer klar. Drei Tage später standen wir wieder um 7.oo Uhr morgens am Pier von Parlatuvier. Dog kam pünktlich und machte sich gleich an die Beschaffung von Köderfischen. Die Pier in Parlatuvier ist ca. 100 meter lang und unter der Pier schwimmen immer tausende kleiner Sprotten die er mit dem Wurfnetz versuchte zu fangen.
    Plötzlich war große Aufregung auf der Pier als Dog einen fußballgroßen Kugelfisch im Netz hatte. Der Kugelfisch hatte sich verfangen und mit Wasser aufgebläht, kleine Sprotten, die sich zwischen Netz und den Stacheln befanden spießte der Kugelfisch auf. Mit vereinten Kräften wurde das Netz mit Inhalt auf die Pier gebracht um danach den Kugelfisch zu befreien. Als der Kugelfisch das Netz los wurde zischte und blubberte der aufgeblähte Freund und Wasser kam ihm aus dem Maul und aus den Kiemendeckeln. Leider habe ich nur ein paar Bilder geschossen, ein Video wäre interessanter gewesen. Mit dem Gaff wurde der „Stachelritter“ wieder seinem Element übergeben.
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    Die restliche Köderfischbeschaffung lief dann zwischenfallfrei ab und wenig später fuhren wir wieder unter blauem Himmel Richtung sister rock. Das Meer war wesentlich unruhiger weil die Tage zuvor starker Wind von nord blies. Wir begannen wieder mit dem bewährten „Tobagostylesystem“ der Beköderung (siehe Bericht über Tag 1). Die ersten jagenden Fische zeigten sich nur Minuten nach dem Aussetzen der Köderfische. Voller Hoffnung drehten wir die ersten Schleifen im Zielgebiet. Psychobo spürte als erster Druck auf seiner Rute, wenig später spürte ich auch bei mir einen Biss der nicht verwerte werden konnte, der Köderfisch wurde mir vom Haken gestohlen. Psychobo konnte nach kurzem Drill ein „Greenbackjack“ ins Boot verfrachten. Es verging einige Zeit bis wir plötzlich hinter dem Boot Fische unseren Köderfischen folgen sahen. Unter den Fischen war ein besonders großer zu erkennen der sich immer wieder durch die Wellen schob und wir somit seinen Kopf sehen konnten. Wir waren uns einig das es ein Hai sein musste. Kurz nachdem er wieder in einer Welle verschwunden war spürte ich einen zaghaften Zug auf meiner Rute, der immer stärker wurde. Ich schlug an und der Haken saß. Psychobo und Dog holten ihre Köder ein und ich begann den Kampf mit dem Fisch der sofort versuchte zu tauchen. Das gelang ihm auch und wenig später deutete meine Rutenspitze immer wieder senkrecht ins Wasser.
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    Der Fisch bewegte sich kraftvoll und gleichmäßig. Froh war ich um den Harnes von Psychobo der Gold wert war. Ich musste immer wieder die Bremse regulieren um mein Material nicht zu überfordern. Die nächsten 20 Minuten war ich bemüht das Tier müde zu kämpfen. Immer wieder tauchte der Fisch ab nachdem ich ihm in Richtung Boot zog. Als wir dann einen besseren Blick auf den Fisch werfen konnten erkannten wir, dass es sich nicht um einen Hai handelt, sondern um einen Cobia. Sorge hatte ich um meine Schnur, die immer sehr dicht an den Rumpf des Bootes kam, sobald ich den Fisch näher hatte und er versuchte, unter dem Boot zu flüchten. Mehrfach umkreiste der Fisch das Boot und taucht dann wieder ab. Nach ca. 30 Minuten war es dann soweit. Ich konnte den Fisch nahe genug an das Boot drillen und Dog setzte das Gaff gekonnt in den Rücken des Cobias und wuchtete ihn ins Boot. Video ist hier zu sehen
    http://www.youtube.com/watch?v=QDfszD4gCHs
    Im Boot schlug der Fisch heftig um sich. Besonders gefährlich sind die 8-12 scharfen Rückenstachel der Cobias die schlimme Verletzungen hervorrufen können.
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    Nach dem Drill war ich mächtig ausgepowert und ich spürte den Seegang im Kopf.
    Leider gab es keine Gelegenheit zur Pause. Wir beköderten neu, nahmen wieder Fahrt auf um erneut nach bereits beschriebenem System zu fischen. Es dauerte wieder nicht lange und es krachte wieder in meiner Rute. Der Fisch hatte meinen Köder perfekt genommen und riss mir die hälfte der Schnur unter heftigem kreischen der Rolle runter. Ich dachte ich hätte einen verfluchten Güterzug am Haken. Ich drehte meine Bremse zu um den Fisch zu stoppen. Das gelang mir auch und plötzlich war keinerlei Widerstand zu spüren. Ich nahm an, dass ich den Fisch verloren hatte. Dog rief mir zu „ reel in, reel in, very fast!“ Ich kurbelte wie verrückt um Schnur auf die Rolle zu bekommen denn der Fisch hatte nur seine Richtung geändert, war jedoch noch am Haken. Irgendwann spürte ich dann wieder Druck auf der Schnur. Der Fisch schoss in verschiedene Richtungen um zu flüchten. Mir gelang es das Tier ans Boot zu bekommen. Unter dem Boot ging bei einer nicht übermäßig starken Flucht des Fisches das Stahlvorfach auf. Der Fisch entkam. Ich bin mir sicher, dass es ein Bonito der Premiumklasse war, schade. Wenig später bekam Psychobo einen satten Biss auf seinen Köderfisch. Der Kampf endete leider verfrüht weil ein weiterer Fisch den knotenlosen Verbinder zwischen Hauptschnur und Vorfach anbiss und damit das Reißen der Schnur auslöste. Wir beköderten neu und praktisch nach dem Auslassen meiner Schnur auf Schleppweite hatte ich den nächsten Biss. Nach 2-3 Minuten gaffte Dog den Bonito am Boot. Ich war gut durchgepeitscht von der Anstrengung und dem Seegang in meinem Kopf. Nach einer Schleife beköderten wir neu und mir gelang das Fangen eines weiteren ähnlich großen Bonito ca. 13-17 Pfund schwer. Ich spürte den Seegang immer deutlicher. Uns gingen die Köderfische aus und wir fuhren in die L´anse formi bay um frische Sprotten zu fangen. Ich bat Dog uns am Strand abzusetzen damit wir ein wenig relaxen konnten. Ich fühlte mich wie Robinson Crusoe in dieser zauberhaften Bucht. Dog holte uns nach 45 Minuten ab. Köderfische hatte er keine fangen können. Er fing aber einen Pelikan mit dem Wurfnetz, dem er noch auf dem Boot die Federn über die Ohren gezogen hatte.
    That´s Tobago!!!
    Wir beschlossen Richtung sister rocks zu fahren um diese zu umkreisen. Da wir keine Köderfische mehr hatten hingen wir Wobbler an unsere Leinen. Wir kreisten ca. eine Stunde um die Felsen ohne einen einzigen Biss. Auf der Nordseite spürte ich dann einen kurzen Schlag in der Rute. Ein Fisch hat wohl meinen Rapala x Rap 16 cm deepdiver attackiert ohne sich zu haken, hm….!
    Wir ließen es dabei gut sein und fuhren Richtung Parlatuvier.
    Die Einheimischen fischen in der Regel nur mit Handleine. Auf der Pier wurden wir von einem älteren Fischer, den wir schon kannten auf unser Equipment angesprochen. Er bezeichnete unsere Köder und Ruten alles als „Micky Mouse Zeug“. Ein andere alter Fischer wollte, dass ich ihm meine Spinnrute vorführe. Staunende Augen sah ich in seinem Gesicht als er die Technik meiner Shimano Stationärrolle begriff.
    Ich kann Tobago, speziell Parlatuvier nur wärmstens weiterempfehlen. Es hat noch einen ursprünglichen, freundlichen Charakter. Der Nordosten ist sehr fischreich, viel Fischer kommen die Küste hoch gefahren um dort zu fischen.
    Wenn ihr mit Dog raus fahren möchtet dann fragt einfach auf dem Pier nach ihm, jeder kennt ihn.


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    Jörg Grunert

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