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Cabo San Lucas 2009 – El Dorado
Nach dem Reinfall in Sachen Light Tackle in Cuba, bedurfte es –
urlaubssperrenbedingt – einer mindestens sechsmonatigen (weiteren)
Big-Game-Abstinenz. Mein Bedarf an Touren mit unbekannten Mitreisenden,
welche von euphorischen Reiseleitern geführt werden, ist für die
nächsten 5,78 Jahre gedeckt. Die Theorie „never change a winning team“
sollte bei den kommenden Reiseplanungen wieder mehr in den Vordergrund
gerückt werden. Das stellte sich aber schwieriger dar als erwartet. So
richtig ließ sich keine Übereinkunft über das neue Reiseziel finden. Am
liebsten wäre ich wieder auf die Malediven geflogen, da weiß man, was
man hat. Robert hat das aber kategorisch abgelehnt. Zusammen mit
Andreas plante er für Ende Februar 2010 einen Jiggingtrip nach
Tansania. Ob da für November/Dezember 2009 überhaupt noch was geht?
Auch André war in dieser Zeit nicht für die Malediven zu gewinnen, weil
er bereits für März 2010 die nächste Tour dorthin geplant hat.
Es sah fast danach auch, dass ich dieses Mal mit Andreas allein zu
einer Tour ansetzen würde, was sicherlich auch ok gewesen wäre. Costa
Rica peilen wir für Ende November ins Auge. Als Robert von der Sache
Wind bekommt, ist er sofort dabei. Damit ist die Truppe also wieder
beisammen.
Alles, was man an Informationen hörte, sprach dann aber doch gegen
Costa Rica. November/Dezember sei dort nicht die richtige Zeit höre ich
immer wieder.
Alternativen? Mexico!?! Die Schweinegrippe haben wir mittlerweile auch
vor Ort, also was soll's? Ich erinnere mich an den tollen Bericht von
STEPHAN KREUPL aus dem letzten Jahr (vgl. www.bluewaterfishing.eu).
Cabo San Lucas wird näher ins Auge gefasst. Weitere Erkundigungen
werden eingeholt. Auch STEPHAN schreibe ich eine E-Mail und bitte ihn,
mir den einen oder anderen Tipp zu geben. Die Mail ist kaum raus, da
klingelt mein Handy und STEPHAN ist am anderen Ende der Leitung. Ein
absolut netter und unkomplizierter Kollege, der mir gerne mit einigen
Tipps geholfen hat. Über eine Stunde plaudern wir miteinander. Kurze
Zeit später mailt er mir noch die Kontaktdaten zu dem Boot, welches er
genutzt hat. Auch wir entschließen uns zunächst, drei Tage auf der El
Budster zu buchen. Am 25.11. sollen wir abends in Mexico ankommen. Das
Boot ist leider erst ab 28.11. frei. Egal, gebucht werden vorab 28. 29.
und 30. November.
Wie immer steht mir auch JÜRGEN OEDER vorab mit Rat und Tat zur Seite,
den einen oder anderen wertvollen Tipp erhalte ich von ihm. Gleiches
gilt für REINHOLD SCHWARZWÄLDER, den ich im Juli an seinem See in
Biblis besuche. Fast die gesamte Nacht sprechen wir über die Angelei in
der großen weiten Welt.
Von ALBRECHT SCHOPPMEIER leihe ich mir sein Braid Harness und Ginbal aus, um zu testen, ob ich damit fischen kann.
Nachdem alles fest gebucht ist, vergeht die Zeit wie im Flug. Der neue
Job nimmt mich voll in Anspruch und auf einmal ist es November und die
Planung ist immer noch nicht näher präzisiert.
Den Rabatt für den Flughafenparkplatz (mindestens 3 Monate vorher)
haben wir natürlich (wie immer) verbaselt. Geschäftiges Treiben setzt
ein. Wir entschließen uns, weil der Flug am 25. bereits um 10 Uhr
abgeht, bereits am 24. nach Frankfurt zu reisen, um im Hotel zu
übernachten. Für 105 € kann man dann sein Auto 14 Tage in der
Hotelgarage stehen lassen. Bei dem Angebot schlagen wir natürlich zu.
Zwei Wochen vor Abflug entdecke ich im Big Game Board einen
„Livebericht“ aus Cabo San Lucas von Clubmitglied Christoph Hübner.
Marlin selber fangen, lautet der Titel. Christoph möchte einen Marlin
allein, sprich ohne die Hilfe der Crew fangen. Köderauswahl, auslegen,
anschlagen und drillen, alles möchte er selbst machen. Er schafft es
schließlich auch. Mit Victor und seinem Panga ergattert Christoph den
erwünschten Gestreiften Marlin.
Die Berichte sind sehr informativ und per Mail erhalte ich viele gute
und insbesondere aktuelle Tipps von Christoph. Leider fliegt er bereits
am 24.11. zurück, sodass wir uns vor Ort nicht treffen.
Auch Dietmar Smrekar und seine Frau Helga sind vor Ort. Dietmar ruft
mich sogar extra aus Mexico an, um mir die neuesten Infos zukommen zu
lassen. Da sieht man mal, dass sich die Mitgliedschaft im Club lohnt.
Der Vorabdruck von JÜRGEN OEDERS neuen Big Game Buch „Das große Buch
vom Biggame Angeln - Fische, Köder und Reviere“, welches ich mir im
Urlaub zu Gemüte führen will, um eine Rezension zu verfassen, erreicht
mich erst am Abreisetag um 8 Uhr früh – besser spät als gar nicht.
Am 24.11. gegen 16 Uhr trifft dann Andreas bei mir ein. Wir verpacken
gemeinsam das Rutenrohr und machen uns auf den Weg nach Frankfurt. Wir
sind kaum im Hotel angekommen, da trifft auch Robert ein. Ein
gemeinsames Abendessen, inklusive einer Diskussion, was uns wohl
erwarten wird, schließt den Tag ab. Am kommenden Morgen bringt uns der
Hotelshuttle problemlos zum Flughafen. Unser Rutenrohr wird von
AmericanAirlines ohne Aufpreis transportiert. Einzig beim Koffergewicht
gibt es (kleiner) Probleme. Zwei Gepäckstücke á 23 Kg sind gestattet.
Roberts und mein Koffer mit jeweils 24,5 Kg werden noch ohne
Beanstandung angenommen, Andreas 26 Kg Koffer geht aber nicht durch.
Kurzes Umpacken und alles ist im Lot. Das Gepäck wird gleich
durchgescheckt bis San Jose de Cabo, sodass wir es beim
Zwischenaufenthalt in Dallas nicht aufnehmen mussten.
Das Onlinevisum (https://esta.cbp.dhs.gov)
muss man auch bei einer Durchreise beantragen. Bei uns hat es keine
Probleme gegeben. Die Ein- wie auch die Aus- und Weiterreise in den USA
sind derweil stark formalisiert aber alles verläuft reibungslos. Bei
der Einreise werden die Fingerabdrücke genommen und ein Digitalfoto
gemacht. Bei der Aus- und Weiterreise hat man alle metallischen
Gegenstände und auch den Gürtel abzulegen, bevor man die Schleuse
durchschreitet. Weil es kompromisslos so gehandhabt wird, halten sich
alle daran und alles verläuft problemlos – ganz im Gegensatz zu dem,
was man aus Deutschland kennt.
Die Fragen auf dem amerikanischen Einreiseformular bringen mich jedes
Mal zum Schmunzeln. Den Gehirnakrobaten, der daran glaubt, dass ein
Terrorist auf dem Einreisbogen tatsächlich angeben wird, dass er einen
Anschlag plant, würde ich gerne mal kennenlernen.
Gegen 21 Uhr landen wir schließlich in San Jose del Cabo. Ein
spannungsvoller Blick in Richtung Gepäckband, aber alle Koffer und auch
das Rutenrohr kommen unbeschädigt an. Sodann geht es zur Mietwagenfirma
und wir erhalten einen VW Jetta für unseren Aufenthalt. Robert, als
Freund der amerikanischen Autos, ist enttäuscht; ich, als Freund
deutscher Wertarbeit (in Mexico produziert), bin erfreut.
Es geht zum Hotel Presidente Intercontinetal. Hier gibt es das erste
kleinere Problem. Von unserer Buchung hat man im Hotel keine Kenntnis
und unsere Voucher kennen sie ebenfalls nicht. Nach über 24 Stunden auf
den Beinen habe ich keine Lust für große Diskussionen, zudem bin ich
überzeugt, dass sich das alles schnell klären wird. Als der gute Mann
an der Rezeption dann aber eine Sicherheit in Höhe von 2.000 $ über die
Kreditkarte fordert, werde ich doch etwas säuerlich und mache ihm klar,
dass der Fehler wohl kaum bei uns liegt. Kurz noch ein Fax ans
Reisebüro und dann ab ins Bett. Als wir am kommenden Morgen wach
werden, hat unser Reisebüro bereits geantwortet und alles geregelt.
Los Cabos ist die südlichste Gemeinde (município) des mexikanischen
Bundesstaates Baja California Sur mit 105.469 Einwohnern (2000), die
sich auf einer Fläche in der Größe von Hessen verteilen. Wichtigster
Wirtschaftsfaktor des Bezirks ist der Tourismus. Sitz der
Gemeindeverwaltung ist San José Del Cabo, größte Stadt ist Cabo San
Lucas.
Das Ferienzentrum Los Cabos wird gebildet aus Cabo San Lucas und dem 32
km weiter östlich gelegenen Badeort San José del Cabo. Zwischen den
beiden Orten befinden sich hauptsächlich elegante Hotelanlagen. Die
Region von Los Cabos besticht durch die pittoreske Kombination von
hohen Bergketten, kargen Sandwüsten, hübschen Stränden und tiefblauem
Ozean. Los Cabos ist bekannt für seine Felsformationen, genannt El
Arco, wo der Pazifik die warmen Gewässer des Cortezmeeres trifft.
Cabo San Lucas hat sich in den letzten Jahren nach Acapulco und Cancún
zum viertmeistbesuchten Badeort Mexikos entwickelt, den auch immer mehr
Ausländer, vor allem US-Amerikaner aufsuchen.
Der Ferienort Los Cabos wurde geschaffen durch die FONATUR (der
mexikanischen Behörde für den Ausbau von neu zu erschließenden
Touristenzielen) und US-amerikanischen Firmen.
Am nächsten Tag fahren wir nach dem Frühstück nach Cabo San Lucas, an
der Südspitze der Bahia California was ca. 30 Km von San Jose del Cabo
entfernt liegt. Man benötigt etwa 30 Minuten. In Cabo San Lucas
angekommen, bestätigt sich das, was STEPHAN KREUPL in seinem Bericht
bereits beschrieben hat, man muss für alles Mögliche bezahlen, und noch
dazu durchaus saftige Preise. Die Parkgebühren belaufen sich etwa auf 1
$ pro Stunde und stehen den deutschen Innenstadtpreisen in nichts nach.
Vom Hafen von Cabo San Lucas sind wir gleichwohl schwer beeindruckt, -
wirklich sehenswert. Vom kleinen Panga bis hin zur tollen Superjacht
ist hier alles vertreten und damit für jeden Geldbeutel (der es denn
mal hierher geschafft hat) etwas dabei.
Schnell zum Telefon gegriffen und Kontakt mit Victor Sanchez
aufgenommen. Victor ist Panga-Skipper und wurde uns von Christoph
Hübner wärmstens empfohlen, weil er das einzige Panga mit Echolot führt
und auch gut Englisch spricht. Victor erklärt er komme gegen 11 Uhr in
den Hafen. Dort treffen wir ihn dann auch und sprechen die Details der
Ausfahrt am nächsten Tag ab. Sein Panga, die Santi I liegt nur unweit
von der El Budster-Flotte von JIM DILLON. Am „Büro“ treffen wir Mike,
der hier die Stellung hält und uns begrüßt. Er sichert zu, für den
kommenden Tag eine Angelerlaubnis für die kommende Woche zu
organisieren. Diese kostet 28 $ der Tagespreis beträgt 13 $ pro Person,
mithin schon eine ordentliche Ersparnis. Wir haben nur durch Christoph
davon Wind bekommen, die Anbieter hielten es nicht für nötig, uns
darüber zu informieren. Laut Christoph gibt es auch Monatserlaubnisse
für 34 $. Mike bestreitet das und ich will mich nicht gleich streiten,
weshalb wir die Wochenkarte akzeptieren.
In Cabo kommen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe vorbei. Der Hafen ist dann voll mit Touristen.
Die Einheimischen, darunter auch einige Indios, bieten
Diverses an. Von Zigarren über Holzfiguren bis hin zu Pfeifen im
Schildkrötenformat ist alles dabei und selbstverständlich wird man
ständig aufs Fischen angesprochen: „Amigo Fishing?, You guys want to
fish?“ Auch wenn es sicher gewöhnungsbedürftig ist, so wirkten die
Ansprachen auf mich immer freundlich. Wenn man zu verstehen gegeben
hat, dass man nichts möchte, akzeptieren die Mexikaner das auch.
Insbesondere die Charterkapitäne und Eigner haben offensichtlich
überhaupt keinen „Futterneid“. Sie sind gerne hilfsbereit, wenn man ein
bestimmtes Boot sucht. Erklärt man, dass man bereits gebucht hat, sind
sie nicht sauer oder Ähnliches, sondern wünschen einem noch einen guten
Fang. Insgesamt herrscht nach meinem Eindruck eine sehr gute
Gesamtstimmung. Offensichtlich sind genügend Touris für alle da.
Am kommenden Morgen sind wir dann gegen 6:30 Uhr im Hafen und erhalten
unsere versprochenen Wochenlizenzen. Nach dem Auftanken verlassen wir
den Hafen.
Es ist schon ein ordentlicher Trubel, der hier jeden Morgen abgeht.
Viele Boote fahren scheinbar planlos durcheinander gen offene See.
Tatsächlich folgt alles aber klaren Strukturen und Regeln. Zunächst
wird schnell noch ein Kaffee an Bord geholt, dann ggf. noch getankt,
bevor die Lizenzen von den zuständigen Stellen überprüft werden, sodann
werden die Köderfische an Bord geholt und es kann losgehen.
Victor ist ein netter Kerl, der gerne auch seine Späße macht. Leider
stellt sich gleich zu Beginn aber ein Missverständnis ein, welches den
ersten Tag nicht ganz so erfolgreich macht, wie wir es uns vielleicht
gewünscht hätten. Victor geht – geprägt von den Erfahrungen mit
Christoph – davon aus, dass wir (ausschließlich) mit unseren Ruten
fischen wollen. Wir haben denn auch alle unser Jiggerät dabei, indessen
um eben damit zu jiggen. Victor geht aber offensichtlich davon aus,
dass wir ausschließlich damit fischen wollen, und montiert sogleich
eine Livebaitmontage. Um nicht gleich einen falschen Eindruck zu
erwecken, lassen wir ihn gewähren, was im Nachhinein vielleicht als
fehlerhaft angesehen werden kann.
Wir fahren also zunächst zu einer Stelle, wo es auf Snapper und Grouper
gehen soll, freilich nicht – wie von uns erwünscht – in 30 + Metern
Tiefe, sondern direkt an der Brandung. Victor montiert einen lebenden
Köderfisch und wirft ihn direkt in die Brandung. Teilweise prallt der
Fisch gegen die Felsen und rutscht dann ins Wasser. Die Felsen sind
unter Wasser sehr unstrukturiert und das Wasser gurgelt nur so
hindurch. Mir wird schnell klar, dass hier Abrisse (mit und ohne Fisch)
vorprogrammiert sind. Der erste Hänger lässt dann auch nicht lange auf
sich warten. Der Fisch kommt aber wieder frei. Andreas kann einen
kleinen Colorado Snapper fangen.
Robert wirft einen schweren Meerforellenblinker gen offene See und
erhält auch zeitnah den ersten Biss. Eine Sierra Mackerel hat den Köder
genommen, kann sich aber kurz vor der Landung selbst befreien. Kurz
darauf fängt er eine weitere. Die Fische sind aber mit kaum 2 Kg doch
etwas arg klein und nicht unser Ziel.
Nach dem dritten Hänger entschließen wir uns, die Methode zu wechseln.
Kurz, nachdem wir die Küste verlassen haben, kommen wir an eine Stelle,
wo die Dorados wie gestapelt stehen.
Binnen kürzester Zeit sind drei Ruten krumm und Victor wirft seine
Vierte noch dazwischen. Ein wahres El Dorado! Insgesamt fangen wir an
diesem Tag fünf Dorados. Weitere gehen uns im Drill verloren respektive
nehmen den Köderfisch erst gar nicht richtig. Wie von Christoph und
Dietmar bereits angekündigt, gibt es in Cabo San Lucas in diesem Jahr
Dorado satt.
Im Ergebnis war es ein schöner erster Tag mit ordentlichen Fängen.
Am zweiten Tag geht es dann mit der El Budster mit Kapitän JOSE und
Mate FRANCESCO heraus. Die beiden bilden ein tolles Team und versprühen
ständig gute Laune, was für eine Ausfahrt von nicht geringer Bedeutung
ist. Nach Aufnahme der Köderfische geht es hinaus. Der erste Biss lässt
nicht lange auf sich warten und Robert kann den ersten Dorado verhaften.
Wir trollen dann weiter mit zwei „Flattermakrelen“ denen jeweils ein Blei vorgeschaltet ist sowie drei „normalen“ Lures.
Ohne vorankündigen erhalten wir auf die mittig und am Ende geschleppte
Rute, die der Skipper von der Brücke aus bedient, einen starken Biss.
Was alle gehofft hatten, bestätigen nach kurzer Zeit durch die ersten
Sprünge. Der erste Marlin unserer Tour, wie erwartet, ein Gestreifter.
Andreas ist an der Reihe und nimmt den Kampf auf.
Von der Größe ist der Marlin mit den von uns auf den Malediven
gefangenen Sails zu vergleichen. In der Kampfkraft dürfte er aber etwas
stärker sein. Gleichwohl hat Andreas den Fisch unter 15 Minuten ans
Boot gebracht.
Weitere Dorados attackieren unsere Köder und gehen dabei sowohl auf
„normale“ Lures als auch geschleppte tote sowie schließlich lebendige
Köderfische beim Driftfischen.
An diesem Tag können wir insgesamt sieben Dorados, fünf (kleine) Sierra
Mackarele und schließlich den ersten Marlin unserer Tour fangen.
Die Aufnahme der Sierras in die Beflaggung hat uns zwar gewundert, wie
sich aber zeigen sollte, werden auch (allgemein) Bonitos als Thune
beflaggt.
In den kommenden Tagen entpuppt sich Cabo San Lucas weiterhin als El
Dorado. Bis zu 13 Dorados an einem Tag haben wir gefangen. Wenn man es
forciert hätte und gezielt nur darauf gefischt hätte, dann wären noch
mehr drin gewesen.
Am nächsten Tag fahren wir wieder mit der El Budster raus und können
insgesamt 11 Dorados fangen. Da kann man nicht über Unterbeschäftigung
klagen. Allerdings bleiben die erwünschten Marline aus. Die Crew dreht
nur ein Mal das Boot und fährt einen Marlin – den ich persönlich nicht
gesehen habe – direkt an. Ein Marlinbiss erhalten wir an diesem Tag
aber nicht.
Andreas hat unter www.windfinder.com
das Wetter und insbesondere den Wind gescheckt. Danach soll am – von
uns bereits gebuchten – 30.11. deutlich stärkerer Wind herrschen als an
den Tagen danach. Weil wir ohnehin weitere Tage buchen wollten, fragen
wir an, ob wir die für den 30.11. geplante Charter nicht auf den 1.12.
verlegen können. Weitere drei Charter wollten wir dann gleich mit
buchen. Es bestehen keine Bedenken gegen die Vertagung. – Gesagt,
getan.
Am 30.11. haben wir also unseren ersten freien Tag und schauen uns die
Gegend an respektive lassen den Lieben Gott einen guten Mann sein. Aus
meiner Sicht war der 30.11. der Tag mit dem am Abstand wenigsten Wind
bis dato. Aber das Internet wusste es offenbar besser.
Am 1.12. kommen wir pünktlich gegen 6:30 Uhr im Hafen an. Mike ist im
„Büro“. Als er uns sieht, schaut er ungläubig. Er meint, wir hätten die
Ausfahrt erst für den kommenden Tag gebucht. Wir sind uns jedoch ganz
sicher, gerade weil er uns mitgeteilt hatte, dass die El Budster am
2.12. bereits anderweitig verbucht sei. Nunmehr hat die El Budster aber
bereits den Hafen verlassen und steht nicht zur Verfügung. Die
vormalige El Budster I, heute Fish on, steht aber mit YOYO und LUIS,
einer sehr jungen Crew, zur Verfügung, sodass wir gleichwohl rausfahren
können.
Mike ist zwar des Englischen mächtig, er scheint uns aber gleichwohl
nur bedingt zu verstehen. Als wir besprechen, wie es mit den weiteren
Ausfahrten steht, hört er uns stets zu, betet dann aber immer und immer
wieder seine falsche Ansicht vor. Als er merkt, dass das bei uns
langsam aber sicher auf Unbehagen stößt, erklärt er uns, dass am
Nachmittag, wenn wir wieder drin sind, Salvador, welcher JIM DILLONS
Boote in Cabo San Lucas koordiniert, alles Weitere mit uns besprechen
wird. Das erscheint uns auch der beste Weg.
Wir fahren also mit YOYO und LUIS und deren Fish on raus.
Die Jungs sind schwer in Ordnung und bemühen sich fast mehr als die
Crew der El Budster. Beide sind noch voll motiviert und man merkt, dass
sie sich alle Mühe geben. LUIS wirft mit der Live-Bait-Kombo deutlich
weiter, als es FRANCESCO schafft. Ob das an der Wurftechnik oder aber
am anderen Gerät – auf der El Budster wurde eine 20iger Tiagra, auf der
Fish on eine kleine Avet JX 6/3 verwandt – vermag ich nicht
abschließend zu entscheiden.
Der Tag sollte aber trotzdem zum insgesamt schlechtesten unseres
Aufenthaltes werden. Entgegen dem angekündigten Wetterbericht hatte der
Wind stark zugenommen. Zudem war es stark bewölkt, sodass die Sonne
nicht durchkam. Obschon ich einen Pullover mithatte, habe ich
gefröstelt. – So stelle ich mir eigentlich kein Big Game vor.
Strahlender Sonnenschein ist m.E. dafür schlechthin von
konstituierender Bedeutung!
Als der Seegang gen Mittag dann immer rauer wird, stellt sich dann auch
noch ein flaues Gefühl im Magen ein, was indessen auch mit einem Bier
zu viel am Vorabend erklärt werden könnte. – Sei es drum. Insgesamt
fangen wir sage und schreibe einen Dorado.
Marline leider wieder Fehlanzeige. Erste Zweifel beschleichen mich, ob
es denn mit dem erwünschten Gestreiften Marlin für jeden hinhauen wird.
Als ich mich mittags mit dem flauen Gefühl im Magen und der Sicht auf
das schlechte Wetter in der Kajüte ablege, ist die Stimmung nicht mehr
so euphorisch wie zu Anfang der Reise.
Es hat sich gezeigt, dass die Wettervorhersagen hier noch schlechter
waren, als man es von zu Hause gewohnt ist. Das mag aber auch daran
liegen, dass die Winde an der Spitze der Baja California sehr häufig
die Intensität und Richtung wechseln. Die Windverhältnisse zwischen San
Jose del Cabo und Los Cabos waren fast nie gleich, obschon nur 30 Km
dazwischen lagen.
Als wir in den Hafen kommen, erwartet uns bereits Salvador. Er hat für
die kommenden Tage alles geklärt und uns einen Ausdruck mit den
weiteren Tagen mitgebracht. – Mit dem Mann kann man arbeiten …
Am 2.12. ist dann wieder ein Tag frei. Pflichtschuldigst lese ich die
Dissertation meines Gerichtsdirektors, DR. CARSTEN SCHÜTZ, „Der
ökonomisierte Richter“. Die Arbeit befasst sich mit der richterlichen
Unabhängigkeit, welche im Studium und der übrigen Ausbildung kaum eine
Rolle spielt. Es kann aber nichts schaden, wenn man die theoretischen
Hintergründe der eigenen Position vertieft. Die Arbeit von CARSTEN
SCHÜTZ bietet dazu eine gute Gelegenheit. Viele seiner Ausführungen
können mich Überzeugen, einzig mit seiner Darstellung der
Gewaltenteilung bin ich nur bedingt einverstanden. – Es gilt der alte
Grundsatz: „Zwei Juristen, drei Meinungen!“ Die Diskussionen nach der
Rückkehr versprechen spannend zu werden …
Schließlich geht es am 3.12. wieder mit der El Budster raus. Der Wind
hat sich gelegt, keine Wolke am Himmel, einem tollen Angeltag sollte
nichts entgegenstehen. Die Stimmung ist gut. Die Bisse bleiben an
diesem Tag aber zunächst aus. Bis 9 Uhr hat sich nichts getan. Als
alter Skeptiker mit dem Motto „Optimismus ist nur ein Mangel an
Information!“ kommen mir wieder ernsthafte Bedenken gegen das
angestrebte Klassenziel – Gestreiften Marlin für jeden.
Gegen 9:30 Uhr stellt sich dann aber eines der Highlights unserer Reise
ein. Nicht weit von unserem Boot entfernt tauchen Buckelwale auf. Der
Skipper weist uns darauf hin und wir schauen in die entsprechende
Richtung. Ich überlege kurz, ob ich zur Kamera greifen soll, denke aber
dann, dass der Spuk eh gleich vorbei sein wird. Wie sich im Nachhinein
herausstellt, hatte Robert bzgl. der Videokamera dieselben Gedanken.
Wir beobachten also die Wale. Kurze Zeit später schraubt sich einer der
Kolosse voll aus dem Wasser. Ein atemberaubender Anblick. Sowohl Robert
als auch ich verfluchen unsere Entscheidung, die Kameras nicht in der
Hand genommen zu haben. Die Wale zeigen sich noch einige Male an der
Oberfläche und schlagen mit der Schwanzflosse durchs Wasser. In voller
Länge springt aber keiner mehr aus dem Wasser.
Ein tolles Erlebnis, welches wir gleichsam als Beifang dort erleben durften.
Der Verlauf des Tages sollte sich positiv fortsetzen. Nach den ersten
beiden Dorados, welche sich auf unsere Lures gestürzt hatten, erblickte
die Crew einen Marlin an der Oberfläche. Zunächst habe ich das als
„Motivationsmaßnahme“ abgetan, weil ich nichts erkennen konnte. Doch
dann sehe auch ich den Marlin. Später stellt sich heraus – oh Wunder –
auf der Brücke kann man die Marline, aufgrund der höheren Stellung,
viel besser erkennen.
Geschäftiges treiben setzt ein. Jetzt sollte sich das herausstellen,
was mir REINHOLD SCHWARZWÄLDER vor der Reise mit auf den Weg gegeben
hatte. Er sagte: „Verlass Dich mal ruhig auf die Crew, die Mexikaner
sind sehr gute Fischer!“ – Recht hat er. Kapitän und Mate harmonierten
in dieser Situation grandios. Der Skipper brachte das Boot blitzschnell
in eine Position, von der der Mate den Marlin anwerfen konnte.
FRANCESCO brachte die vorbereitete Live-Bait-Rute umgehend aus und zog
dem Marlin den Köderfisch quasi direkt vors Maul.
Wir erwarteten nun natürlich, dass dieser sofort zuschlagen würde –
aber Fehlanzeige. Den Marlin interessiert der Köder gar nicht. Drei Mal
ignoriert er ihn. Robert und ich hatten die Hoffnung schon aufgegeben.
Doch – warum auch immer – beim vierten Mal attackiert der Marlin den
Köderfisch, wendet und dreht schließlich ab. Anhieb gesetzt und der
Spaß kann beginnen. Robert übernimmt den Drill, nachdem ich zuvor
bereits einen Dorado gefangen hatte. Es versteht sich von selbst, dass
Andreas, welcher „seinen“ Marlin bereits gefangen hatte, zugunsten von
mir und Robert in Sachen Marlin verzichtet.
Nach kaum mehr als 15 Minuten hat Robert den Fisch ans Boot gebracht.
Der Fisch wird getagt und darf nach einem Erinnerungsfoto wieder zurück
in sein Element.
Die Leistung der Crew kann an dieser Stelle nicht hoch genug bewertet
werden. Ohne sie hätten wir den Marlin nie und nimmer gefangen.
Insoweit unterscheidet sich die Fischerei in Cabo San Lucas doch
deutlich von der auf den Malediven, wo der Anteil, den der Angler am
Erfolg hat, deutlich höher ist als hier.
Andreas fängt an diesem Tag auch noch einen Dorado und ich bin guter
Hoffnung, dass ich in den ausstehenden Tagen auch noch zu „meinem“
Marlin kommen werde, um auch den Haken hinter die Spezies Gestreifter
Marlin setzen zu können.
Am nächsten Tag (4.12.) sind wir wieder mit der El Budster draußen. Wir
bekommen wieder einiges geboten. Delfine tauchen auf, sind aber nicht
so „springfreudig“ wie ihre Artgenossen auf den Malediven. Gleichwohl
auch hier ein erhabener Anblick.
Die Beißfreude sowohl der Marline als auch der Dorados scheint an
diesem Tag zunächst etwas eingeschränkt. Der Seegang ist auch etwas
rauer. Wir schleppen ausschließlich (Plastik-) Lures. Mein Vertrauen in
Köder mit Fischstücken respektive getrollte tote Köderfische ist höher,
gleichwohl vertraue ich auf die Erfahrung der Crew, welche weiß, was
sie tut.
Bis 10 Uhr hat sich noch nichts getan, doch dann haut es den linken
Auslegerclip raus und die dazugehörige Rute ist sofort krumm. Ich nehme
die Rute aus dem Rutenhalter und hoffe, dass es er erwünschte Marlin
ist. Der straffe Zug auf der Rute lässt mich hoffen, gesehen habe ich
aber meinen Gegner noch nicht. Doch dann kommen die erlösenden Worte
vom Skipper „Marlin“ sagt er und meine Aufregung steigt. – Jetzt nur
den Fisch nicht wieder verlieren. Von der Kampfkraft ist er mit den
Maledivensails durchaus vergleichbar, wenngleich tendenziell etwas
stärker. Nach ca. 15 Minuten ist auch mein erster Marlin am Boot, wird
getagt und nach einem Erinnerungsfoto wieder releast. – Mission
accomplished!
Der Tag sollte aber noch nicht zu Ende sein. Drei Dorados sollten dem
Marlin noch folgen. Zudem bescherte uns noch eine kleine Schule von
„Babymarlinen“ etwas Aufregung, als wir weiter die Lures geschleppt
haben. Bei genauer Betrachtung des Schleppbildes erkannten wir, dass
Flossen und teilweise auch Schwerter zu sehen waren. – Alles nicht
wirklich groß, aber deutlich erkennbar. Auch die Auslegerclips hat es
rausgerissen, hängen bleiben wollte aber zunächst nichts. Jeder hatte
eine Rute in der Hand, die Banditos ließen sich aber nicht überlisten.
Doch dann ist bei Andreas einer hängen geblieben. Beim ersten Sprung
dachten wir es sei ein Wahoo. Widerstand leistet der doch
übersichtliche Fisch nicht. Erst am Boot erkennen wir, dass es ein
kleiner Gestreifter Marlin ist. Wir hätten ihn ja gerne umgedeutet in
einen Spearfish, aber die Fotos sind doch eindeutig.
Das Gelächter war dann auch groß, als wir den Zwerg nach dem Fototermin
releast haben. Der Skipper meinte, es wären mindestens drei Halbstarke
gewesen, welche zwischen den Lures waren. Eine gelungene Abwechslung.
Ob wir uns über einen solchen „Babymarlin“ auch als ersten Gestreiften
ebenso gefreut hätten. - Ich wage es zu bezweifeln. Aber jetzt, nachdem
die Mission erfüllt war, hatten wir unseren Spaß mit dem Lüdden.
Betrachtet man sich die Größe des Lures, kann man sich des Eindrucks
einer gewissen suizidalen Veranlagung des Zwergs nicht erwehren, es sei
denn, er wollte sich paaren.
In den kommenden beiden Tagen sind wir dann nicht aus dem Hafen nach
rechts in den Pazifik abgebogen, sondern haben Kurs auf die Cortezsee
genommen. Wir wollten versuchen noch andere Fischarten, namentlich
Rooster – welche aber in guten Größen nach Aussage der Crew erst ab
April zu fangen sind – und Wahoo und Co zu fangen. Trotz aller
Bemühungen haben wir aber keinen Erfolg. Nur ein Mal tauchen zwei
Wahoos auf, aber ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als es mit Livebait auf
Dorados ging. Sie habe die Köder auch genommen, allerdings die
Monovorfächer mit ihren messerscharfen Zähnen mit nur einem Biss
gekappt. Es waren keine Riesen, aber sie hätten den Urlaub abgerundet.
Auf die Dorados fischen wir mit dem leichten Gerät und Stationärrollen.
Das macht richtig Laune und ist eine schöne Abwechslung zum Trolling.
Wenn man beim Schleppen einen Doradobiss erhält, stoppt man und bringt
die Köder aus. Man lässt den Köderfisch sich vom Boot entfernen und
behält die Schnur in der Hand. Bei einem Biss nehmen die Dorados sehr
schnell Schnur, dann einfach schnell den Bügel umlegen und den Anhieb
setzen und schon kann der Drill beginnen. Doppel- und auch
Trippledrills sind keine Seltenheit.
Sodann hatten wir uns nochmals einen Tag Auszeit gegönnt. Für den
letzten Tag waren wir wieder für die Fish on von YOYO und LUIS gebucht.
Die El Budster war verbucht und wir waren der Auffassung die Jungs
hätten eine weitere Chance verdient. – Zu Recht, wie sich zeigen
sollte.
Bei herrlichem Wetter ging es am 8.12. aus dem Hafen. Wir hatten die
„Erkennungsfelsen“ von Cabo San Lucas noch kaum verlassen, da stellten
sich die ersten Doradobisse ein.
Wir hatten zwar eigentlich genug Dorados gefangen, den Jungs ging es
aber darum, nachdem wir beim letzten Mal insgesamt nur einen Dorado an
Bord gebracht hatten, überhaupt erstmal einige Fische ins Boot zu
bekommen. Das konnte man ihnen natürlich nicht verdenken.
Nach ca. 1 ½ Stunden drehten wir dann ab in Richtung Norden, wo wir in
den vergangen Tagen die Marline gefangen hatten. Wir schleppten dabei
zwei tote Köderfische und drei Lures. Einen der Köderfische führten wir
direkt am Boot. Mit einem Gummi wurde die Schnur am Boot befestigt und
dahinter wurde dann eine ca. 6 m lange Schlaufe gelegt. Wenn ein Fisch
den Köder attackiert, schlägt das Gummi raus und der Fisch hat die
Möglichkeit den Köder zu schlucken. Mit dieser Variante fangen wird
dann auch den vierten Marlin unserer Tour, welchen ich wieder drillen
durfte.
Kurze Zeit später kommt auch Robert zu seinem zweiten Marlindrill.
Diesen Marlin hatte er selbst im Wasser ausgemacht, bevor ihn die Crew
dann angefahren und angeworfen hat. Soweit ich es bewerten kann, war es
der größte Marlin unserer Tour. Beim „Wiren“ klingt er sich aber leider
aus, sodass wir nur ein Bild im Sprung haben.
Andreas kommt schließlich noch zu seinem dritten Billfish dieser Reise.
Der zunächst als Marlin vermutete letzte Schwertträger unserer Reise
entpuppt sich allerdings bei genauerem Hinsehen als Sailfish. Auch
insoweit lasse ich es lieber offen, ob wir uns über den am Anfang
unserer Reise ebenso gefreut hätten, wie an dieser Stelle. Sails kommen
hier deutlich weniger vor als etwa auf den Malediven. Der „Leitfisch“
in Cabo San Lucas ist der Gestreifte Marlin und zu anderen Zeiten der
Rooster, auch Blaue Marline werden gefangen aber bei Weitem nicht in
den Mengen wie die Gestreiften.
Lustig wurde es auch, als sich eine Möwe an unseren geschleppten
Bonitostreifen zu schaffen machte. Das Gejohle der Crew hat sie völlig
unbeeindruckt gelassen und sie attackierte mehrfach den Köder, welchen
wir dann aus dem Wasser genommen haben, um den Vogel nicht zu haken.
Beim Einlaufen in den Hafen gab es immer gleich mehrere Spektakel.
Zunächst kamen die Pelikane und Fregattvögel in rauen Mengen und
kämpften um die übrig gebliebenen Köderfische.
Dabei holen sie einem den Fisch teilweise auch aus der Hand.
Eine Attraktion der besonderen Art ist dann noch Jose, der Hafen
Seelöwe. Er tummelt sich die meiste Zeit im Hafenbecken zwischen den
Booten und wird von den Crews verwöhnt. Er ist sogar dressiert und holt
einen auf das Heck gelegten Köderfisch mit einem Sprung vom Boot. Als
uns Jose das erste Mal besucht hat, hat Robert einen gehörigen Schreck
bekommen. Sehr zur Erheiterung der Crew.
Wenn man dann angelegt hat, komme die ganz dreisten Pelikane und
überzeugen sich, dass tatsächlich kein Fisch mehr in der Köderbox ist,
bevor sie sich verabschieden.
Scheu vor dem Menschen haben sie dabei offensichtlich nicht mehr.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass jeder seinen erhofften Gestreiften
Marlin fangen konnte. Es waren mit Abstand nicht so viele, wie sie
STEPHAN KREUPL im Jahr davor fangen konnte, gleichwohl aber waren wir
sehr zufrieden. Nach Auskunft von JÜRGEN OEDER war El Ninio schuld,
dass die Marline noch nicht in größerer Anzahl vorhanden waren. Dafür
haben uns die Dorados nicht im Stich gelassen. Für uns entpuppte sich
Los Cabos als El Dorado.
Tight lines
KAI JENDRUSCH,
im Dezember 2009
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