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Gerätetest: Xzoga Spinnrute Modell MA-S 66H2 |
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Xzoga Rutentest (MA-S 66H2): „Ist sie zu stark, bist du zu schwach ;-)“

1. Erster Eindruck
Es ist zwar schon eine ganze Zeit her, aber ich erinnere mich noch als
wäre es gestern gewesen. Nach meiner Bewerbung als Testfischer für eine
der Xzoga-Ruten wurde ich ausgewählt und bekam die MA-S 66H2 zugeteilt.
Wenige Tage später stand dann der Postbote vor unserer Haustüre und
wollte mir ein „Päckchen“ andrehen in welchem sich angeblich mein
Xzoga-Stecken befinden sollte. Ich war da aber nicht so sicher.
Der kleine Karton hatte gerade einmal einen knappen Meter Länge und
sollte eine 6,6ft Rute beherbergen. Irgendwie ungläubig blickte ich auf
das „Minipacket“ vor mir und begann letztendlich doch es auszupacken.
Ich staunte nicht schlecht als ich meinen Irrtum erkannte. Die Xzoga
ist nicht einteilig, wie es bei den meisten Ruten dieser Länge üblich
ist, sondern zweiteilig. Mit knappen 99cm Teillänge kann man sie auch
noch getrost mit in den Rucksack packen oder auf einem Fahrrad
transportieren.
Doch erst mal zurück zur Verpackung. Das kleine rote Kraftpacket wird
in einem Nylonsack geliefert, welcher stoßsicher in einer
Klarsichtröhre untergebracht ist.
Fazit: Allgemein gesehen kann
man sagen, dass die Verpackung nicht zur Rute passt, da sie eher einen
kitschigen und billigen Eindruck vermittelt, als die Message der Rute
für Qualität und Wertigkeit zu unterstreichen. Den Japanern gefällt’s,
mir nicht!
2. Ausstattung & Design
- Xzoga MA-S 66H2
- 6,6ft lang (1,98m, 99cm pro Teil)
- Blank aus 99% Graphit
- 7 Fuji Guides
- Fuji Reelseat
- Fuji Leder/imitat Endkappe
- Zapfensteckverbindungen
- Rot eloxierte Übergänge zwischen den einzelnen Griffteilen
- Griff aus dünnem Korkband
- Rote Ringwicklungen mit goldener Zierwicklung
Designtechnisch haben die Jungs von Xzoga eine Meisterleistung
vollbracht. Die Rute wirkt edel und durchdacht. Jedes kleine Detail
stimmt. Die Blankfarbe ist einfach wundervoll und würde perfekt mit
einer Spro Red Arc harmonieren. Wer Angelruten nicht nur nach ihrer
Funktionalität beurteilt und aussucht, sollte sich die Xzoga MA-S 66H2
mal genauer anschauen. Leider kommt auf den Fotos der Korktapegriff
immer billig und unpassend herüber, live sieht er aber stimmig und
praktisch aus. Durch ihn bekommt der Begriff „Ködergefühl“ eine ganz
neue Dimension. Es existiert praktisch kein Isolationsmaterial welches
die Vibrationen des Köders auf die Hand dämpfen könnte. Des Weiteren
fällt der lange Griff und die große Endkappe positiv auf. Sie
gewährleistet eine perfekt austarierte Rute und bietet beim Auswurf
einen guten Griffpunkt. Bei mir passt die Grifflänge genau:
3. Testfischen
An meinem
Hausgewässer angekommen, wollte ich die Xzoga erst mal mit meinen Gufis
konfrontieren. Den Anfang machte ein 8cm langer Kopyto. Weites
Auswerfen war mit der Rute kein Problem, nur die Präzision der Rute
lies zu wünschen übrig. Es war durchaus schwer mit ihr präzise vor
einen Baum zu werfen bzw. den Köder im Flug noch zu beeinflussen.
Mit steigender Ködergröße wuchs diese Unschärfe weiter bis zur
totalen Ziellosigkeit. Auswerfen mit einem 16er Kopyto grenzte an ein
Glücksspiel. Ich war jedes Mal von neuem froh, das Wasser überhaupt
getroffen zu haben. So drastisch es sich jetzt auch anhört, so wahr ist
es jedoch auch.
Ganz anders beläuft es sich beim Ködergefühl.
Jeder Stein und jede Bewegung des Köders wurde zuverlässig in meine
Hand übertragen. Solch eine Performance habe ich noch nie erlebt.
Wirklich unglaublich!
Auch unfassbar ist das optimale
Wurfgewicht. Schlicht und einfach: Es gibt kein wirklich optimales
Wurfgewicht. Von kleinen Ködern bis zum 16er Kopyto ließen sich alle
Köder exakt gleich weit auswerfen und das auch mit derselben
Abwurfkraft. Wirklich erstaunlich.
Eingrenzbar ist das optimale
Wurfgewicht eher durch den weiter oben genannten Faktor der
„Unschärfe“. Umso größer die Köder, umso ungenauer wurden auch die
Würfe. Es mag vielleicht komisch klingen, aber ich würde die Rute (zum
Werfen) nur als Twitchbaitrute verwenden. Zum Gufieren ist sie einfach
zu kurz und nur für kleine Köder (bis vllt. 12cm) verwendbar.
Ihren Einsatzbereich sehe ich ganz klar beim Boots oder Watfischen. Als
Bootsrute dürfte sie perfekt funktionieren. Von Vertikalrute bis
Twitchbaitrute und Gufirute ist alles abgedeckt. Selbst einen Einsatz
in der Ostsee beim Pilken dürfte die Rute mit Bravour bestehen. Und
falls man kein Boot zur Verfügung stehen hat, kann man die Rute zur
Bachpirsch auf Hecht verwenden. Das Ködergefühl ist wie gesagt „erste
Sahne“, aber Weitwerfen mit großen Ködern ist nicht so ihre Welt.
Doch zurück zu meinem Testfischen. Nach einigen Fehlbissen, saß endlich
der Anschlag und ich konnte einen kleinen Zander fangen.
Das Drillverhalten der Rute ist durchaus trefflich durch den
einfachen Satz: „Friss oder Stirb“ zu beschreiben. Eine große Chance
lässt sie ihrem Gegner nicht. Komme was wolle, die Xzoga hält dagegen.
Dies zeigt sich auch in ihrer Aktion:
Ich würde die Aktion mal als undefinierbar einstufen. Dies
wird vermutlich durch die hohe Blankstärke und der Verwendung von 99%
Graphit hervorgerufen. Es ist weder eine progressive-, noch eine
parabolische Aktion. Ich nenne sie einfach mal Xzoga-Aktion ;-)
4. Schlussfazit
Die MA-S 66H2 von Xzoga ist eine Rute ohne Kompromisse. Mit ihr ist man
jedem Fisch gewachsen. Sie punktet bei ihrer Handlichkeit, ihrer
sauberen Verarbeitung und ihrer überragenden Schnelligkeit. Abzüge
erhält sie jedoch für ihre Defizite bei der Wurfperformance mit
größeren Ködern und ihrem Preis.
Wer jedoch eine Rute zum Bootsfischen oder zum Watangeln sucht, wird viel Freude an dem Nipponstecken haben.
Max
alias Friedfischschreck
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