Pressemeldung
Alljährliches Ritual der
Überfischung
Fischereirat beschließt alljährlich um 50 % überhöhte
Fangmengen
Zum Beschluss der EU-Fischereiminister über die
Fischfangmengen in Nordsee und Nordatlantik im Jahre 2010 erklärt Cornelia Behm,
Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik der Bundestagsfraktion
von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Die Fischereiminister haben auch für nächstes
Jahr wieder Fischfangmengen beschlossen, die deutlich über den von
Wissenschaftlern empfohlenen Mengen liegen. Damit wird die Überfischung der
europäischen Meere auch im nächsten Jahre weiter gehen.
Laut
EU-Kommission lagen die festgesetzten Fangmengen in den letzten Jahren
regelmäßig um etwa 50 % über den wissenschaftlichen Empfehlungen. Dies ist neben
den zu großen Fangflotten und dem fehlenden Rückwurfverbot für Beifänge eine der
Hauptursachen für das Scheitern der europäischen Fischereipolitik. Dieses
Scheitern wird mit den Fangmengen für das Jahr 2010 weiter zementiert.
An
dem Missstand der überhöhten Fischfangmengen wird auch die für das Jahr 2013 ins
Auge gefasste EU-Fischereireform voraussichtlich wenig ändern. Denn die
EU-Kommission hat darauf verzichtet, die Anpassung der Fangmengen an die
wissenschaftlichen Empfehlungen als ein Ziel dieser Reform vorzuschlagen -
vermutlich im Wissen, dass diese vernünftige Maßnahme gegen die Mehrheit der
Fischereiminister nicht durchzusetzen ist. Schließlich sehen sie es bei den
alljährlichen Verhandlungen vor allem als ihre Aufgabe an, für ihre nationalen
Fischfangflotten möglichst hohe Fangmengen durchzusetzen. Zu diesem traurigen
Schauspiel bekennt sich alljährlich auch der deutsche Agrar-Staatssekretär Gerd
Lindemann.
Das zeigt, dass man den EU-Fischereiministern dringend die
Kompetenz zur Beschlussfassung über die Fischfangmengen entziehen
muss."
Büro Cornelia Behm MdB,