Am Haken: Neue Angelzeitschrift
Am Haken
VORSICHT: satirisch, sarkastisch, politisch unkorrekt, überzogen!!
Wer dies nicht für richtig hält oder meint dies nicht ohne Schaden überstehen zu können, sollte nicht weiterlesen!
Neue Angelzeitschrift!!
Von einem Bekannten bekam ich eine neue Angelzeitschrift in die Hände gedrückt:
"Traditioneller Angler" aus dem Hause TopSpecialRückspiegel.
Fand ich klasse, dass bei den vielen negativen Gesetzesänderungen und Regeln, die man als älterer Angler zu erdulden hat, es nun endlich eine Zeitschrift gibt, die versucht das traditionelle Angeln mit Respekt vor Natur und Kreatur wieder neu zu beleben.
Immer mehr zeichnet es sich ja ab, dass das Angeln, wie wir es seit Jahrzehnten kannten, so nicht mehr lange weiter so gehandhabt werden kann.
Tierschützer, Anglerverbände und Politiker wollen alle das traditionelle Angeln unmöglich machen, außer man geht rein zum Nahrungserwerb ans Wasser.

Ein Bild aus alter Zeit. Fische, die nicht verwertet werden sollten, konnten straffrei zurückgesetzt werden.
Da nun beim Angeln es eben nicht möglich ist wie z. B. bei der Jagd, von vorneherein auf den genauen Zielfisch in der genau richtigen Größe zu angeln, hat man als "traditioneller Angler", der den Fisch auf dem Tisch als tolle Zugabe zu einem gelungenen Angeltag sieht aber nicht als alleiniges Ziel, ein Problem, wenn man jeden gefangenen Fisch abschlachten soll.
Gesetz ist nun mal aber Gesetz. Und wenn dann auch Anglerverbände und Tierschützer ins gleiche Horn wie die Politiker blasen, muss man sich als Angler eben darauf einstellen.
Wer heute also angeln gehen will, ohne gleich den Angeltag beenden zu müssen, wenn das Fanglimit bei vorgeschriebenem abschlagen jedes gefangenen Fisches - unabhängig von der persönlichen Verwertbarkeit - erreicht ist, der muss also angeln, ohne (viel) zu fangen...
Und genau das ist der Ansatz der neuen Zeitschrift "Traditioneller Angler".
Was wiederum nicht so einfach ist, wenn Gesetzgeber, Verbände und Tierschützer das Angeln ja nur zum Nahrungserwerb erlauben - wer also keine Fische fangen wollte, dürfte eigentlich ja eh nicht angeln gehen.
Es geht also nicht, dass man einfach keinen Haken oder Köder benutzt, um die Angelrute noch schwingen zu dürfen - angeln ist nur, wenn man Fische fangen und essen will..
Auch die Industrie springt schon auf diesen Zug auf, erste Hakenformen, welche beim lockerlassen der Schnur im Drill den Fisch möglichst sicher entkommen lassen, sind schon auf dem Markt.
Entwickelt wurden diese aus den bei Wettfischen und Fliegenfischern schon seit Jahrezehnten bewährten Schonhaken.
Die Redaktion von "Traditioneller Angler" entwickelte daraus mit Computerexperten und der Industrie die ersten "Fischverlusthaken".
Von der Idee, Vorfächer mit Sollbruchstellen zu verkaufen, um mit einem kurzen Ruck den Fisch wieder entlassen zu können, kam man schnell wieder ab.
Es widerspricht schließlich sowohl der Vorstellung der Redaktion von "Traditioneller Angler" wie auch der der Zielgruppe, Fische mit Haken im Maul herumschwimmen sehen zu müssen.
Ein anderes Kapitel sind jedoch die Kunstköder, die durch Anbringung entsprechender Haken kaum einmal einen Fisch sicher haken. Das macht zwar bei tief laufenden Ködern keinen Sinn (da kriegt man ja nix mit vom Biß ausser einem kurzen Ruck), aber bei Oberflächenködern ist das spannendes Angeln ohne richtige Fangmöglichkeit.
Bei unter Wasser laufenden Ködern wird wiederum auf den umgekehrten CircleHook gesetzt, eine Weiterentwicklung speziell für Kunstköder des oben angeführten "Fischverlusthakens", bei dem mittels lockerlassen der Schnur der Fisch sicher wieder loskommt.
Und auch was Landehilfen, Abhakmatten etc. angeht, liest man in "Traditioneller Angler" neues, und die Industrie geht mit.
Vielfältigste Konstruktionen, um mit geeigneten Kameras den Fisch vor dem gewollten abkommen ablichten zu können, erorbern bereits den deutschen Markt.
Seien es "Kopfkameras", um den Fisch direkt an der Oberfläche fotografieren zu können oder die ganzen unzähligen Konstruktionen, mittels derer man im Nahbereich Unterwasseraufnahmen des im Drill befindlichen Fisches machen kann.
Auch ein weiterer Trend setzt sich dabei durch. Nachdem es nicht mehr darauf ankommt, Fische sicher zu landen, werden immer leichtere Ruten mit immer weicherer Aktion eingesetzt.
Mit den richtigen Haken und Systemen kann man ja im Ernstfall den Fisch durch kurzes lockerlassen der Schnur schnell releasen, wenn man merkt, dass er für eigentlich zu groß für das Gerät ist.
Ebenfalls neu auf dem Markt, sind Rollen mit integrierter Waage, welche den Fisch an Hand der Zugkraft "wiegen" können.
Da diese Produkte nicht weltweit, sondern nur in Deutschland benötigt werden, sind sie allerdings leider unverhältmäßig teuer - aber besser, als gar nicht mehr angeln können in Deutschland..

Früher konnte man Fische noch schonend verwiegen und messen. Heute ersetzt die moderne Technik diesen Vorgang.
Es tut sich also viel auf dem Markt, angestossen von der Redaktion und den Experten der Zeitschrift "Traditioneller Angler".
Ich finde es toll, dass es noch Leute gibt, die in Anglern und dem Angeln mehr sehen, als das reine abschlachten von Fischen und die für diese traditionellen Angler auch Zeitschriften machen...
Nachtrag:
Nachdem Angler- und Sportfischerverbände, Tierschützer und Politiker mitbekommen haben, dass es immer noch Möglichkeiten gibt, zu Angeln ohne dabei jeden Fisch zu schlachten, wird nun darüber nachgedacht, statt dem Angeln mit Rute und Rolle nur noch Dynamitfischen zuzulassen......
Euer Kay Hai
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