Ehrenamtskarte NRW für drei Angler aus Schermbeck

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Ehrenamtskarte NRW für drei Angler aus Schermbeck



Zwar spricht der Staat immer gerne davon, wie wichtig das Ehrenamt ist und dass man das fördern müsse. Auf der anderen Seite werden Ehrnamtlern gerade aus Angelvereinen, die mit Bewirtschaftung von Gewässern und Natur und mit Kinder- und Jugendbildung zu tun haben, immer wieder juristische Steine in den Weg gelegt. 3 Angler aus Schermbeck bekamen jetzt aber die Ehrenamtskarte des Landes NRW

Quelle:
Ehrenamtskarte NRW für drei Angler aus Schermbeck

Jeder der sich heute noch ehrenamtlich engagiert, gehört eigentlich heraus gestellt und gelobt. Dass der Staat dadurch in vielen Bereichen Geld und Personal spart, wenn Vereine und Initiativen Aufgaben übernehmen, ist mit ein Grund, warum das Ehrenamt von Politik(ern) auch immer so heraus gehoben und gelobt wird.

Und ich finde es toll, wenn wie hier in der NRZ darüber berichtet wird, dass auch Angler für Engagement die Ehrenamtskarte (mehr Infos dazu: http://www.ehrensache.nrw.de/) des Landes Nordrhein Westfalen bekommen.

 

Zitat:
n Vertretung von Bürgermeister Mike Rexforth überreichte Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch die Karten an den ASV-Vorsitzenden Günter Jankowski sowie seinen Vize Volker Hansen.

Beide sind Woche für Woche mindestens 15 bis 20 Stunden für ihren Angelsportverein auf den Beinen. Sie organisieren Feste wie das Osterfeuer, den monatlichen Anglertreff, ein Sommerfest, die Teilnahme an den Schermbecker Umwelttagen und den ASV-Stand auf dem Weihnachtsmarkt, an dem die Angler Jahr für Jahr geräucherte Forellen anbieten. Und sie unternehmen mit ihren 68 aktiven Anglern Einiges, begleiten unter anderem Jugendliche zu den Xantener Anglertagen.
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Mit der Jugend in die Natur gehen
„Wir sind mit der Jugend in der Natur unterwegs und bringen ihnen den Naturschutz und das Angeln bei“, berichtet Jankowski.
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Kommentar

So toll ich es finde, dass hier auch Angler im Ehrenamt entsprechend gewürdigt werden, muss ich 2 Kritikpunkte loswerden.

1.:
Der erste ist, dass Angeln hier in der Aufzählung praktisch vorrangig nur von Festen, die man mitmacht und Umwelt- und Naturschutz die Rede ist.
Und nur nebenbei das praktische Angeln (ist das nicht die eigentliche Existenzberechtigung eines Angelvereines?), das nur mehr oder weniger nebenbei und am Rande erwähnt wird.

Typisch auch, dass beim Satz am Ende es nicht heisst, "mit Jugendlichen angeln gehen", sondern mit "Mit der Jugend in die Natur gehen"!
Und dass dann auch zuerst ausgeführt wird, dass man denen "Naturschutz" und dann erst (nebenher, nebenbei?) "Angeln beibringe"..

Ist es wirklich schon so weit, dass man fürs Ehrenamt nur stehen kann, wenn man Angeln hinten an stellt und Naturschutz, Feste und Räucherforellen nach vorne?

2.:
Der zweite Punkt ist die Verlogenheit von Staat und Behörden, gerade was das Ehrenamt bei Anglern angeht.

Da werden unnötig Hürden aufgebaut, bei denen ein Verein unheimlich schnell seine Gemeinnützigkeit verlieren kann, nur weil er gemeinschaftliche Angeln veranstaltet, die vielleicht nicht ganz den Wünschen von Schützern und Behörden entsprechen (siehe u.a.: http://www.anglerneuigkeiten.de/2011...einnutzigkeit/).

Und kann damit auch schnell Pachten verlieren (gerade staatliche Gewässer werden oft nur an gemeinnützige Vereine verpachtet).

Bei der Bewirtschaftung der Gewässer mit den immer komplizierter werden Regeln und Schutzbestimmungen aus Europa wie Berlin, stehen doch die Ehrenamtler heut fast immer mit einem Bein im Knast.

Und gerade der Bereich mit Jugendlichen, denen das Angeln nahe zu bringen, genau das wird in vielen Landesgesetzen unnötig erschwert.
Es gibt wohl nicht viele Länder weltweit, in denen das Angeln für Kinder so reguliert, reglementiert und verbürokratisiert ist, wie in Deutschland, und der Zugang zum Angeln so schwierig.

Und jeder Jugendwart weiss heute, wie schwer es letztlich ist, will man wirklich rechtssicher mit Jugendlichen Angelausflüge unternehmen, womöglich noch mit Übernachtung oder gar ins Ausland (Niederlande, z. B., wo wenigstens das Angeln für Kids absolut unproblematisch und unbürokratisch ist).

Fazit:
Hier würde ich mir, statt eine "Ehrenamtskarte" für die drei Angler (denen ich das absolut gönne und sie für ihren Einsatz lobe!!) vom Staat (von der Bundesregierung bis zur Gemeinde durchgehend) lieber wünschen, dass sie Hindernisse und Hemmnisse für Angelvereine grundsätzlich abbauen.

Bei der Bewirtschaftung der Gewässer wie bei der Arbeit mit Jugendlichen oder beim gemeinsamen Angeln (heisst Verein nicht auch immer etwas gemeinsam machen wollen?)..

Denn das ist die einfachste Möglichkeit, um das Ehrenamt in Angelvereinen zu stäken!

Thomas Finkbeiner  



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