Ein Plädoyer für Angelanlagen

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Ein Plädoyer für Angelanlagen



Es gibt viele verschiedene Arten von Angelanlagen und Paylakes. In Deutschland genauso wie in Nachbarländern (oft dicht an der deutschen Grenze) und weltweit. Unter Anglern sind solche Anlagen so umstritten wie bei Politik und Tierschützern/rechtlern. Warum Angelanlagen sowohl für Angler und das Angeln wie für den Natur-, Biotop- und Artenschutz wertvoll sind, zeigt das "Plädoyer für Angelanlagen"

Nachfrage ist da

Anzeige Zebco 50x250mm 2004Put and Take, also der klassische "Forellenpuff", genauso wie "verkapptes" C+R in Gewässern mit großen Wallern oder Stören, oder sogenannte "Abhakmattengewässer" der Karpfenangler, all das sind mehr oder weniger "Angelanlagen", wie sie auch (je nach Bundesland) in Deutschland vorkommen.

Dazu gibt es Carpodroms entlang der deutschen Grenze in Frankreich, Luxemburg, Belgien und Niederlande in Massen, die so in Deutschland rechtlich keine Chance hätten, dazu viele weitere Anlagen (auch Put and Take auf Streifenbarsche oder Aale beispielsweise).

Und auch weltweit gibt es solche Anlagen, gerade aus thailändischen Anlagen berichten immer wieder auch "Boardies", die da unterwegs waren, wo man riesige exotische Fische angeln kann - zurücksetzen selbstverständlich.

Probleme und Tierschutz/rechte gegen Naturschutz

In Deutschland gibt es mit solchen Anlagen, die weltweit üblich, gewollt und oft gefördert sind, oft rechtliche Schwierigkeiten wegen des Tierschutzgesetzes. Weil sich das "Bambisyndrom" eben auch in Behörden und Ministerien etabliert hat und Tierschutz ein sensibles Thema in der Öffentlichkeit ist, werden dann Vernunft und Naturschutz schlicht hinten an gestellt.

Mit vielen Mitteln versucht man solche Anlagen immer unattraktiver zu machen, "Put and Take" ist gerade noch ok, wenn man aber zurücksetzen will (Waller, Karpfen, Störe etc.), dreht die Bambisyndromgesellschaft mit ihren Behörden ab.

Fische als niederste Wirbeltiere ohne die körperlichen (Hirnaufbau) sich selbst bewusst zu sein und damit "leiden" zu können, werden in einen Topf mit hoch entwickelten Warmblütern und Säugetieren geworfen. Der Tierschutz und Behörden hätten wahrlich genug zu tun, würden sie sich um Zustände in der industriellen Tierhaltung kümmern.

Die Mehrzahl der Angler wird ihre Fische - ob sie mitgenommen oder zurückgesetzt werden - immer anständig behandeln. Insbesondere bei den (in Nachbarländern) C+R-Gewässern und Carpodroms sind ja die Fische das"Kapital", wo schon die Betreiber der Anlagen darauf achten, dass es denen gut geht.

 

Naturschutz sollte Anglern aus Eigeninteresse beistehen

Jedenfalls wenn es den Schützern wirklich um die Natur, und nicht nur gegen Angler und um Verbote und aussperren geht wie Tierschützern/rechtlern.

Denn dass solche Anlagen in den Nachbarländern wie Pilze aus dem Boden schiessen, hat seinen Grund:
Es scheint das Bedürfnis zu geben, und genügend Angler, die das wollen.

Das ist aber nur der wirtschaftliche Punkt.

Wichtiger:
Für freie Gewässer, für den (ernsthaften) Natur-, Biotop- und Artenschutz sind solche Anlagen doch eigentlich gerade Gold wert.

Denn, egal ob Put and Take oder C+R-Anlagen:
Damit werden natürliche Gewässer entlastet..

Gerade in Deutschland gibt es ja die perverse Situation, dass Angler auch an natürlichen Gewässern aus Tierschutzgründen nicht selber über Mitnahme oder zurück setzen von Fischen entscheiden dürfen.
Obwohl ja ein zurückgesetzter Fisch aus naturschutzfachlicher Sicht zuerst mal kein Problem ist, da im Gewässer ja kein stofflicher Austrag beim zurücksetzen stattfand.

Da wären Anlagen, bei denen zurücksetzen offiziell erlaubt wäre, ein Ausweg.

Genauso aber für die Angler, die eben Angeln gehen, um sich ihre Fischmahlzeit zu fangen.
Statt wie heute üblich, dann oft von Vereinsseite aus auch in natürlichen Gewässern tonnenweise Regenbogenforellen und Satzer zu verklappen, weil man ja die Mitglieder zufrieden stellen will (s.o., das Bedürfnis gibt es eben!), könnte man so entlasten mit Angelanlagen.

Und warum sollen Vereine nicht auch abgeschlossene, größer Gewässer (Baggerseen etc.) zu solchen Anlagen machen und bewirtschaften?

Um ihre anderen Gewässer (natürliche Seen, Fliessgewässer) zu entlasten?

Auch mal kämpfen!


Hie wirds dann leider wieder schwierig. Dazu müsste man die Naturschützer ins Boot holen und denen die Vorteile erklären, wenn man durch Angelanlagen (gewerblich oder übe Vereine organisiert) den Druck auf die natürlichen Gewässer verteilt udn die so entlasten kann!

Und dass es durchaus sinnvoll sein kann, nicht jede Pfütze unter Schutz zu stellen und nachhaltig bewirtschaften zu wollen. Denn das geht NUR mit Verboten und gegen Menschen/Angler.

Auch Gesetzgeber und Behörden müsste man sensibilieren, wie hier falsch verstandener Tierschutz/Bambisyndrom dem wichtigeren Natur-, Biotop- und Artenschutz, der auch die berechtigten Interessen der Menschen akzeptiert, im Wege steht.

Auch die Nachhaltigskeitsfanatiker aus Verwaltung und Verbänden, die Folgendes in ihren Schriften behaupten:

 

Zitat:
Nicht im Sinne einer nachhaltigen, fachgerechten Fischerei sind:
Besatzmaßnahmen, um die Attraktivität der Angelfischerei zu erhöhen.
Besatzmaßnahmen mit „Futterfischen“

aus
Gute fachliche Praxis fischereilicher Besatzmaßnahmen
http://docplayer.org/17670281-Gute-f...assnahmen.html
denen sage ich, dass eine Bewirtschaftung von Gewässern allgemein viel mehr auf Angler ausgerichtet werden muss.

Für obigen Satz wird u. a. auch Professor Arlinghaus als aktuellste Quelle angeführt (Arlinghaus et al. 2002; Berg 1993; Klein 1996).

Aber wer soll Gewässer für wen bewirtschaften, wenn sie NICHT mehr für Angler attraktiv sein sollen/dürfen oder Besatz für attraktives Angeln als "schädlich" angesehen wird?

Oder ist das der feuchte Traum aller Natur-, Tier- und sonstiger Schützer/Rechtler, Angler einfach komplett weg zu bekommen, und Fischereiverwaltung und Verbände machen mit?

Dass gerade Anlagen NICHT nachhaltig bewirtschaftet werden MÜSSTEN und man so Druck von anderen Gewässern nehmen kann, genau DAS müssten Verbände propagieren auch für ihre Vereine.

Mein Fazit:

Nicht jedes Gewässer oder jede Gewässerart MUSS nachhaltig im Sinne des abschöpfens des möglichen Ertrages bewirtschaftet werden.

Hier finden Anlagen ihre Berechtigung.

Die ohne tierschützerisch/behördliche Gängelung deutlich besser "freie" Gewässer entlasten könnten.

Dass meine Ansicht hier mit Sicherheit diskutabel ist, ist mir klar.

Thomas Finkbeiner  



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