Ausgabe Mai 2012

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    Der beste Grill der Welt

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    Der beste Grill der Welt


    Ich habe den ultimativen Grill erfunden und seit fast 20 Jahren immer wieder weiterentwickelt. Naja, es gab nicht wirklich viel dabei zu entwickeln, denn dieser Grill ist spartanisch einfach konstruiert und genauso leicht zu bedienen. Er ist sozusagen idiotensicher!

    Was leistet der Grill?
    - man kann damit grillen und räuchern
    - er kann als Ofen verwendet werden (Wärmequelle im Winter)
    - er kostet nicht einen Cent, nicht einmal das Brennmaterial
    - er braucht keine Kohlen, sondern nur Holz - die Grillhitze ist regulierbar
    - keine beschränkte Grillzeit wie bei Kohle - er ist in 5 Minuten grillbereit
    - es muß nicht durch Blasen angefacht werden; das macht der Ofen selber
    - man erzielt beste Grillergebnisse ohne Anbrennen und mit sehr gleichmäßiger Bräunung
    - man erzielt beste Räucherergebnisse - er qualmt nicht (beim Grillen)
    - er ist superschnell, und das Grillfleisch hat einen ausgezeichneten Geschmack (je nach Holzsorte)
    - er eignet sich sehr gut zum Verbrennen von Gartenabfällen...
    - die Reinigung erledigt sich von selber durch Verbrennen der Grillrückstände - so keimfrei ist kein anderer Grill!

    Wie kann es sowas überhaupt geben?
    Ein Grill, der alles kann und nichts kostet? Nein wirklich, dieser Räuchergrill besteht nur aus einem alten Lüftungsrohr (besser noch Edelstahlrohr), einem Grillrost (einfach einen Rost aus einem alten Kühlschrank, Fußabtretgitter o.ä. verwenden), 2 großen Steinen und - zum Räuchern - zusätzlich ein paar alten Kartoffelsäcken und einem Bodenblech (vorzugsweise aus Edelstahl).

    Woraus besteht der Grill?
    Zunächst braucht man eine Art Podest, auf dem das Rohr sicher steht. Das kann ein Sockel aus Metall sein, aber zwei einfache, große Beton- oder Porotonsteine erfüllen diesn Zweck ebenfalls. Außerdem benötigt man ein Rohr. Gut zu verwenden wäre die Außenwand eines alten Ölfasses. Oder auch ein Lüftungsrohr mit etwa 50cm Durchmesser und 120cm Höhe.Dann braucht man nur noch einen Metallrost. Das kann ein Grillrost sein oder ein Gitter aus einem alten Backofen oder Kühlschrank. Zum Räuchern ist auch eine Baustahlbewährung (grobes Metallgitter) gut zu verwenden.
    Zum Räuchern benötigt man zusätzlich eine Bodenplatte und ein paar alte und nasse Jute-Kartoffelsäcke und selbstgemachte Räucherhaken aus Edestahldraht (Dachdeckerbedarf)

    Ob altes Ölfass oder Edelstahlrohr beides eignet sich gleichgut


    Als Feuerbehälter haben wir hier einen alten Lüftungsschacht aus verzinktem Stahlblech verwendet2 große Porotonsteine eignen sich eben sogut

    Hier die Aufsicht. Statt Baustahl kann man hier ein Grillrost auflegen und Steaks oder Würstchen perfekt grillen

    Ob altes Ölfass oder Edelstahlrohr beides eignet sich gleichgut


    Als Feuerbehälter haben wir hier einen alten Lüftungsschacht aus verzinktem Stahlblech verwendet2 große Porotonsteine eignen sich eben sogut

    Hier die Aufsicht. Statt Baustahl kann man hier ein Grillrost auflegen und Steaks oder Würstchen perfekt grillen

    Wie arbeitet der Grill?
    Grillmodus:
    Zwischen den Steinen ein Feuer anzünden und das Rohr auf die Steine stellen. Dadurch wird das Feuer richtig angeheitzt (Karmineffekt). Durch die hohe Sauerstoffzufuhr gibt es praktisch keinen Rauch (bei trockenem Holz). Nun nur noch den Grillrost oben auf die Tonne legen - und schon kann man mit dem Grillen beginnen. Das Grillgut wird durch die heiße, wirbelnd aufsteigende Luft gegart und bekommt eine sehr gleichmäßige Bräunung. Dadurch daß alles tropfende Fett sofort verbrennt und nicht herumqualmt braucht das Grillgut nur einmal gewendet zu werden und bleibt daher super saftig innen, während es außen sehr schön knusprig wird ohne zu verkohlen. Außerdem bekommt es einen leichten Räuchergeschmack durch das Heizen mit Holz. Ich verwende gerne Eiche, Buche oder Kiefer. Bitte beim Wenden aufpassen, denn die aufsteigende Luft ist sehr sehr heiß! Ist das Grillgut fertig, kann es außerhalb des Rohrradius auf dem überstehenden Grillrost abgelegt werden. Ebenso kann man dort sehr gut seine Grillzange oder Gabel ablegen. Großer Vorteil: Die Arbeitshöhe ist in Brusthöhe und dadurch braucht man sich beim Grillen niemals zu bücken, es sei denn man, legt gerade Holz nach.
    Nach dem Grillen lege ich den Grillrost einfach auf die Feuerstelle und setze das Rohr wieder auf die Steine. Nun heize ich nochmal kurz mit Holz nach. Nach 10 Minuten ist das Grillrost durchgeglüht und alle Ruß und Fettrückstände sind weggebrannt. Einmal kurz mit der Drahtbürste drüber - und der Grill ist sauber. Zum Grillen muß das Feuer doppelt so heiß sein wie für das Räuchern. Beginnt das Fleisch zu brutzeln, ist die Hitze ausreichend. Wenn man das Holz sehr fein spaltet, brennt es deutlich heißer, es muß aber öfter nachgelegt werden. Dadurch kann ich das Feuer gut regulieren und erhalte eine gleichmäßigere Hitzeverteilung als mit grob gehacktem Karminholz. Kleiner Tip: Bei Wind kann man Baustahlmatten rechts und links an den Grill lehnen damit das Rohr nicht umfallen kann.


    die angelehnte Baustahlbewährung verhinder daß der Grill bei Wind umstürzt
    je dicker der nasse Sack ist desto weniger kostbarer Rauch geht verlohren. Baumwollaken oder Synthetik ist nicht geeignet weil sie nicht grobporig genug sind. Staunässe würde entstehen

    Räuchermodus:
    Wieder wird ein Feuer angezündet und das Rohr auf die Steine gestellt. Ist das Feuer stabil und hat die gewünschte Größe, nimmt man das Rohr wieder von der Feuerstelle und legt das Blech auf die Steine. Darauf gibt man das Sägemehl. Ich nehme etwa 1-2 Liter pro Räucherdurchgang. Das Räuchermehl wird in eine Tellerform verteilt und das Rohr auf das Blech gestellt. Jetzt werden die Fische mitsamt dem Grillrost oben auf das Rohr gestellt so daß die Fische innerhalb des Rohres hängen. Obenauf wird mit den nassen Säcken abgedeckt. Nun sollte etwas Holz nachgelegt werden, bis deutlich Rauch durch die Maschen der Säcke ausströmt. Dieser Ofen "atmet", das bedeutet, daß der Rauch permanent an den Fischen vorbeiströmt und überschüssige Feuchtigkeit durch den Sack entweicht. So werden die Fische sehr gleichmäßgig gebräunt. Niemals einen geschlossenen Deckel verwenden! Denn dann entstünde Feuchtigkeitsniederschlag im Inneren des Ofens, welcher nach und nach auf die Fische tropft. Dann würden Bitterstoffe (Ruß+Wasser) entstehen. Außerdem würde der Fisch durch die Feuchtigkeit "kochen" und das Ergebnis wäre matschig. Der Räuchergang ist beendet, wenn nur noch minimal Rauch aufsteigt. Dann sind die Späne ausgeglüht und verbraucht. Für den nächsten Räuchergang nehme ich das gesamte Rohr inklusive der Fische vom Blech und stelle alles neben die Feuerstelle. Nun kann ich die Spänereste und Asche vom Blech fegen und neue Buchenspäne nachlegen. Das Rohr kommt wieder auf das Blech. Beim zweiten Räuchervorgang kann ich das Feuer etwas heißer machen, weil schon ein Großteil des in den Fischen enthaltenen Wassers verdunstet ist. So kann ich sicher gehen, daß die Fische durchgegart sind. Die richtige Hitze ist erreicht, wenn ich das Rohr von außen gerade noch mit der bloßen Hand anfassen kann. In der Regel sind die Fische nach 2 Räuchergängen fertig geräuchert. An der Farbe erkenne ich, ob die Fische gut sind. Sie sollten goldgelb bis braun sein. Zum sofortigen Essen nehme ich die Fische warm aus dem Ofen und kann direkt servieren. Fische, die später gegessen werden sollen, lasse ich langsam im Rohr abkühlen. Beim Abkühlen verfestigt sich das flüssige Fett und der Saft im Inneren und kann anschließend nicht mehr auslaufen.
    So sollte der Rauch durch die Maschen ziehen damit er nicht im Inneren steht
    Hier wird ein Edelstahlrohr auf einem Edelstahlblech benutzt. Je dicker das Rohr ist desto mehr Sägespäne und Hitze benötigt man zum Räuchern

    Diese Färbung sollten die Fische nach dem 2.-3. Räucherdurchgang haben

    Hier auch Dorsche und Dorschfilets, die man zum Aufhängen in einen Fischgrill einklemmen sollte damit sie nicht vom Haken fallen können

    Nach dem 2. Durchgang sind die Fische noch hell aber schon gegart. Das kann ich testen indem ich die Rückenflosse leicht herausziehen kann. Ist sie noch fest muß weiter geräuchert werden. Sind sie gar können sie schon gegessen werden oder nur zur Deko noch etwas brauner gefärbt werden.
    Aale werden schon aus der Tonne genommen. Sie garen schneller und trocknen schneller aus als Forellen
    Das ist ein perfektes Räucherergebnis: Gut durchgezogener Rauch, perfekte Farbe, kein feuchtes matschiges Fleisch



    ein wahrer Genuß und nicht vergleichbar mit herkömmlicher Räucherwahre

    Gerade bei Aalen muß man darauf achten daß es nicht zu heiß in der Tonne wird. Ansonsten können die Schwanzenden schnell aufplatzen und schmecken dann fast wie gegrillt. Es sieht nicht gut aus - schmeckt aber sehr gut "grillgeräuchert"!



    Vorbereiten der Fische zum Räuchern:
    Fische ausnehmen, waschen und entschleimen. 10 Lieter kaltes Wasser mit 300-500 Gramm Salz (je nach Geschmack und Fischsorte) vermischen und die Fische hineinlegen. 10-15 Stunden ziehen lassen. Wasser abgießen, Fische unter fließendem Wasser abspülen und nochmals entschleimen. Mit dem Salzstreuer erneut gut einsalzen und die Fische auf die Räucherhaken spießen. Dabei darauf achten, daß je einer der Haken dich auf jeweils einer Seite der Wirbelsäule und nicht zu dicht am Kopf eigestochen wird, damit die Haken nicht "ausschlitzen" können. Zum Abtropfen werden die Fische jetzt an einen kühlen, schattigen Platz aufgehängt (Wäscheleine o.ä.) Man kann auch eingefrohrene Fische sehr gut räuchern. Diese werden einzeln eingefrohren und ebenfalls in der kalten Salzlake aufgetaut. Keinesfalls heiße Lake verwenden um den Auftauprozess zu beschleunigen! Sonst gare die Fische dabei und könnten dadurch später vom Haken fallen. Eingefrorene Fische müssen besonders gut entschleimt und abgespült werden.
    Die Fische müssen vor dem Räuchern erstmal abtropfen und können dann direkt ohne vorher zu Garen in den heißen Rauch gehängt werden
    da die Fische allesamt auf einem Rost befestigt sind...
    kann ich sie zwischendurch herausnehmen um neue Späne nachzulegen

    Herstellung der Räucherhaken:
    Mann nimmt ein 40cm langes Stück Edelstahldraht und schleift mit einem Winkelschleifer die Enden spitz. Danach biegt man beide Enden aufeinander und preßt den Bogen mit einer Kombizange fest zusammen, bis nur noch ein kleineres Ör übrigbleibt. Nun noch beide unteren Enden gemeinsam zu einem Haken umbiegen. Die Spitzen solltetn etwa 2-3 cm lang sein.Um den Haken aufhängen zu können, benötigt man zusätzlich noch einen S-förmigen Haken aus einem etwa 10cm langen Stück Edelstahldraht. Für beide Haken benutze ich einen Draht von 2mm Stärke.

    Den S-Haken brauche ich um den eigendlichen Räucherhaken in das Rost einzuhängen
    jeweils ein Haken wird auf beiden Seiten der Wirbelsäule eingestochen. Das hält bombenfest im Fischfleisch.

    so wird der S-Haken in den Räucherhaken eingehängt

     

    Björn Kirste

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