Langzeittest Quattron PT Braid
Langzeittest Quattron PT Braid
Die Diskussionen um geflochtene Schnüre sind schon so alt wie die geflochtene Schnur selber. Vor allem, als sich mit der Zeit herausstellte, dass die Angaben, was Durchmesser und Tragkraft angeht, von vielen Firmen, sagen wirs mal vorsichtig, seeeehr optimistisch ausgelegt wurden (siehe dazu auch Walkos Schnurtest).
Selbstverständlich hat geflochtene Schnur Vorteile. Nicht
aber die größere Wurfweite (siehe dazu den Stollenwerk/Zebco - Weitwurftest im
Magazinarchiv), nicht die (reale) größere Tragkraft bei (realem) dünneren
Durchmesser. Sondern schlicht die Tatsache dass geflochtene Schnur praktisch
keine Dehnung hat und deswegen gerade beim Angeln mit Kunstködern oder in
großen Tiefen oder bei starker Strömung ihre volle Berechtigung hat.
Bessere Bissanzeige, besseres führen des Köders durch die fehlende Dehnung in der Tiefe oder bei Strömung sind da die positiven „Knackpunkte". Auf der anderen Seite hat geflochtene Schnur auch unbestreitbar Nachteile. Der gravierendste dürfte die mangelnde Abriebfestigkeit sein. Der schlechten Kontenfestigkeit geflochtener Schnüre kann man ja mit einem Knotenlosverbinder entgegenwirken.
Um eine vernünftige Rolle mit einigermaßen sauberer Schnurverlegung wird man aber beim Angeln mit geflochtener Schnur nicht herumkommen.
Als Spinnfischer bin ich natürlich bei vielen Angelmethoden auch Fan der geflochtenen Schnur. Sei es beim „Gummifischen", sei es beim Pilken. Und habe von daher im Laufe der Jahre, seit die geflochtenen auf dem Markt sind, auch schon so ziemlich alles ausprobiert. Gerade weil viele Schnüre auch große Nachteile haben, ist man ja immer auf der Suche nach dem noch besseren Produkt.
Mit der Quattron PT Braid habe ich vor ca. anderthalb Jahren eine Schnur gefunden, die ich seitdem in der Praxis eingesetzt habe - und die ich weiterhin fischen werde, bis eine noch bessere Schnur kommt (meine „Lobeshymnen" auf diese Schnur sind ja auch an vielen Stellen im Form nachzulesen....).
Die PT Braid hat in meinen Augen zwei gravierende Vorteile gegenüber anderen von mir bisher gefischten hochwertigen geflochtenen:
Durchmesser und Tragkraft werden relativ genau angegeben.
Das schlägt sich darin nieder, dass die 20er „nur" mit 10 Kilo angegeben ist, während da viele andere schon mit Tragkräften über 15 Kilo werben. Da scheint dann entweder der Durchmesser oder Tragkraft „geschummelt" zu sein - oder auch beides.....
Als „sparsamer" Schwabe bin ich beim ersten Rollenfüllen schon erschrocken. Weil auf einmal so viel mehr 20er als von anderen Marken auf die Spule passte. Was lernt der Schwabe draus?? Das nächste Mal mehr unterfüttern........
Der zweite Vorteil ist die für eine geflochtene außerordentlich gute Abriebfestigkeit. Immer noch nicht mit einer monofilen zu vergleichen, aber bisher die abriebfesteste Geflochtene, die mir unterkam. Ich habe über die letzten anderthalb die Schnur teilweise ganz bewusst ohne mein sonst übliches Monovorfach gefischt - auch beim Pilken, bei dem die Schnur vermutlich den stärksten „Abriebbedingungen" ausgesetzt ist.
Während andere geflochtene Schnüre oft schon nach den ersten Würfen „ausfasern" zeigten, hielt sich da die PT Braid erstaunlich lange und erstaunlich gut.
Dennoch: Auch diese Schnur ist eine abriebempfindliche geflochtene! Auch wenn sie abriebfester als andere geflochtene sein mag, sollte man dennoch nicht auf ein entsprechendes Vorfach verzichten, um die Schnur zu schonen!!!
Laut Frerk Petersen von Zebco soll das an der Versiegelung der einzelnen Fasern vor dem verflechten liegen. Was das allerdings genau für eine Versiegelung sein soll, darauf wollte er trotz mehrfachem und hartnäckigen nachfragen keinerlei Antwort geben............
Mir solls recht sein, auch wenn ich da mehr als neugierig bin, solange die Schnur weiter so gut hält.
Ein weiterer Punkt der mir angenehm auffiel: Die Schnur lässt sich sehr gut werfen, fast mit „Monofilgefühl". Sie rattert nicht laut durch die Ringe, sie ist (und bleibt) weich und geschmeidig und daraus resultiert natürlich auch das subjektive Gefühl weiter zu werfen. Da ich mit dieser (wie aber auch anderen geflochtenen) stets die Wurfweiten erreichte, die ich zum angeln brauche, habe ich das aber nicht objektiv nachgemessen, ob man mit der PT Braid tatsächlich größere Wurfweiten erreicht. Das ist ja dann eher von akademischen als praktischen Interesse.....
Was mir noch angenehm auffiel: Die Schnur hat beim werfen gerade mit neu bespulter Rolle viel weniger die Neigung bei den ersten „härteren" Würfen zu tüddeln. Bei anderen Schnüren hatte ich es mir zur Gewohnheit gemacht, vor dem ersten Angeln die Schnur mit der Strömung ablaufen zu lassen und sie unter „Praxisbedingungen" vor dem ersten Angeln noch mal sauber aufzuspulen. Zum Testen habe ich das unterlassen und dabei nur bei einer Rolle „Tüddelö" gehabt. Da war ich aber selber schuld, da ich die Rolle definitiv zu voll gemacht hatte.
Alles in allem ist die Quattron PT Braid für mich die optimale Gebrauchsschnur. Sie bietet für das Geld (ist ja für Schwaben wichtig) einen reellen Gegenwert und in der anglerischen Praxis hat sie mich noch nie im Stich gelassen nach jetzt anderthalb Jahren.
Fazit:
Absolut empfehlenswert
Thomas Finkbeiner
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