Ausgabe Mai 2012

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    Wirklich Schneider ?? Angeln und das Pokalendspiel...

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    Wirklich Schneider?

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    Heute ist Pokalabend. Stuttgart gegen die Cluberer aus Nürnberg. Um acht soll's losgehen. Ich sitze auf der Terrasse und lese die Vorberichte aus der Tageszeitung. Seit der WM letztes Jahr hat sich, zumindest habe ich persönlich den Eindruck, die Berichterstattung verändert. Es steckt mehr Enthusiasmus und Leidenschaft in den Artikeln, und vor allem scheinen die Medien begriffen zu haben, dass eine positive Einstellung dauernder Nörgelei und Schwarzmalerei vorzuziehen ist. Die große Masse der Leser bildet sich halt durch die Medien Ihre Meinung zu einzelnen The­men, und letztendlich wird die grundlegende geistige Haltung sicherlich nicht unwe­sentlich durch eine positive oder negative Sichtweise des Journalismus  beeinflusst. Es ist eben doch ein Unterschied, ob ein Glas halb leer oder halb voll ist. „Klinsmann sei Dank". Könnte es tatsächlich sein, das alleine die Veränderung der inneren Ein­stellung zu besseren konjunkturellen ...

    Während ich so meinen Gedanken nachgehe,  und die angenehme Wärme des hei­teren Maitages genieße, ruft meine bessere Hälfte aus der Küche: "Wieso gehst du eigentlich bei dem schönen Wetter nicht zum Angeln, statt hier...?" Den Rest des Satzes mag ich zwar akustisch empfangen haben, aber das Stichwort „angeln" hatte wohl meinen Gehirnzellen den Auftrag gegeben sich augenblicklich mit Schonzeitende Hecht, wo kriege ich jetzt Köderfische her, hoffentlich sitzt nicht schon jemand an dem Platz wo ich vor einem Monat den Hecht gesehen habe; und, last but not least,  „Wieso muss eigentlich meine Frau mich auf mein Hobby aufmerksam machen, werde ich etwa senil?" Aber, wie war das eben, „Positives Denken". Das angenehme Wetter und das bevorstehende Pokalendspiel werden mich wohl von meinem Nummer eins Hobby abgelenkt haben.

    „Gute Idee" rufe ich meiner Frau zu, während ich an der offenen Küchentüre vorbei­eile meiner Angelausrüstung im Keller entgegen. Die Hechtrute für toten Köderfisch hatte ich schon Anfang März einer Generalüberholung unterzogen und fangfertig vorbereitet. Somit brauchte ich diese nur in das Rutenfutteral zu legen. Köderfische! Wie komme ich an Köderfische? In meinem Vereinsgewässer haben sich Barsche bis 20 cm am besten bewährt. Normalerweise habe ich immer einige im Vorrat in der Tiefkühltruhe. Nur jetzt natürlich nicht. Werde ich doch senil? Quatsch!

    „Hmm... Köderfischsenke ist vom Verein her nicht erlaubt, bleibt also nur leichte Stippe, 10er Haken, Mistwurm! Mist, die Wurmdose im Getränkekühlschrank ist min­destens schon 3 Wochen alt. Hoffentlich... Hurra sie leben noch!"

    Auf geht's. Als ich an der Garderobe, mit einem schnellen „Tschüss Mausi" - nicht zur Garderobe, sondern zu meiner Frau in der Küche - , vorbei eile sehe ich aus dem Augenwinkel meine Regenjacke. Mitnehmen oder nicht? Es sind einige Wolken am Himmel und im Wetterbericht haben sie von lokalen Regenschauern geredet. „Ach was, positiv denken! Andererseits bei Regen soll's besser beißen. Da ist es wieder, dass halb leere bzw. halb volle Glas." OK, ich nehme die Jacke mit, zumal es ja kein schlechtes Wetter sondern nur falsche Kleidung gibt.

    Der Kiesweiher des Vereins liegt nur einen knappen Kilometer von zu hause weg. Eigentlich könnte ich mit dem Fahrrad fahren. Jedoch mit der Angelausrüstung stellt sich das etwas kompliziert dar. Rutentasche auf dem Rücken, Angeltasche über die Schulter, Campingstuhl in der linken Hand, rechte Hand am Lenker, positives Den­ken hin oder her, dass muss nun wirklich nicht sein. Also in den Wagen mit dem Zeug und los.

    Irgendwann, dass habe ich mir seit langer Zeit vorgenommen, werde ich mir einen kleinen Wagen bauen, den man an's Fahrrad hängen kann. Fahrradfahren ist näm­lich mein Nummer zwei Hobby. Zugegeben, man kann zwar solche Hänger kaufen, aber selber bauen macht mehr Spaß.

    Der Kiesweiher liegt einsam und verlassen dar. Kein Wagen steht auf dem Parkplatz, und die Stelle mit dem erspähten Hecht ist auch frei. Es hat halt nicht jeder eine bes­sere Hälfte, die einen an sein Hobby erinnert.

    Die drei Meter Teleskop-Stippe ist schnell fertig gemacht, und ich hänge einen mei­ner nicht mehr gerade juvenilen aber immer noch quickfidelen Mistwürmer an den Haken. Ungefähr zwanzig Meter weiter links habe ich letztes Jahr jede Menge Jung­barsche gefangen. Eigentlich müsste dass jetzt auch wieder funktionieren. Der erste Wurf landet etwa zehn Meter halblinks auf einer Kiesbank. Hier ist es ungefähr ein­einhalb Meter tief und wenn ich den Wurm nun langsam einkurbele wird er den Hang hinunter gleiten bis auf dreieinhalb, vier Meter. Da müsste sich eigentlich was tun. Noch bevor der Wurm die Kannte der Kiesbank erreicht, gibt's den bekannten Ruck in der Rute, der einen Biss anzeigt. Sofort schlage ich an und der Eintauchpunkt der Schnur beginnt die typischen halbkreisförmigen Muster in die Wasseroberfläche zu schneiden, die entstehen, wenn der Fisch während des Einholens von rechts nach links schwimmt.

    Kurz darauf halte ich einen achtzehner Barsch in der Hand. Nun will ich doch mal sehen, ob ich nicht in der Lage bin diesen Burschen in einen Hecht zu verwandeln. Der Weg dahin führt allerdings über den Barschhimmel, und so schicke ich den Halbstarken erst mal in's Nirwana der Flossenträger, bevor ich den alchemistischen Vorgang der Verwandlung in einen Hecht beginne.

    Nun ja, Spaß beiseite, natürlich ködere ich lediglich den toten Barsch an meine Hechtrute und hoffe das Esox Appetit auf diesen Happen hat. Zügig führe ich das Stahlvorfach mit der Ködernadel durchs Weidloch hin zum Maul.

    Die Stelle an der ich den Hecht vor 4 Wochen gesehen habe ist etwa 15 Meter weiter rechts vor dem Weidenbusch welcher aus der Böschung schräg über die Wasser­oberfläche wächst. Der Wind weht leicht  bis schwach vom anderen Ufer herüber da, zusätzlich zum Verlauf der Wellen, der Weidenbusch mir die silbrige Unterseite sei­ner Blätter zeigt. Es wird also besser sein den Köderfisch etwas weiter raus zu wer­fen und ihn durch den Wind langsam zum Standort des Hechtes rüber treiben zu las­sen. Ich stelle die Tiefe auf ungefähr einen Meter ein, und werfe aus.

    So, jetzt erst mal den Campingstuhl aufstellen, und hinsetzen.

    Die Temperatur entspricht meiner Wohlfühltemperatur, und das Blau des Himmels ist durchbrochen von weißen Schönwetterwolken. Einfach traumhaft, meiner besseren Hälfte sei Dank, es steht mir ein wundervoller Angelnahmittag bevor, der hoffentlich auch von dem erhofften Fang gekrönt wird. Vor meinem geistigen Auge sehe ich den Hecht unter den Ästen des Weidenbusches stehen, und mein Köderfisch treibt lang­sam auf ihn zu. Esox wartet nur noch bis er in Reichweite ist um ihn sich mit einem schnellen Vorstoß einzuverleiben. Gespannt beobachte ich meine Pose wie sie sich auf den leichten Wellen hin und her bewegt.

    Aus dem Augenwinkel erfasse ich eine Bewegung am Ufer hinter dem Weidenbusch, wo der Kiesweiher einen Knick macht, und ein kleiner Schilfgürtel beginnt. Da ist doch was hinter den ersten Schilfhalmen. Ich greife in meine Angeltasche und hole mein Fernglas hervor, dass ich grundsätzlich immer mit dabei habe, und suche in dem Schilfbereich nach der Ursache für die Bewegung. Da, schon wieder bewegt sich etwas nicht im gleichen Rhythmus wie die Halme im Wind. Zwischen den Hal­men erkenne ich in hellem Grau aus kleinen Ästen und abgebrochenen Schilfhalmen ein Nest, und aus diesem Nest schaut oben ein pechschwarzer Rücken hervor. Plötzlich gesellt sich zu dem Rücken, ebenso schwarz, ein Hals und ein Kopf. Letzte­rer allerdings mit einem weißen Schnabel und einem weißen Schild darüber, welches den Vogel als Blässhuhn identifiziert. Während ich das Nest mit dem Fernglas beo­bachte schwimmt von rechts ein zweites Blässhuhn in meinen Sichtbereich. Es trägt einen abgebrochenen Schilfhalm im Schnabel und springt behende auf den Nest­rand. „Aha, Reparaturmaterial für die Kinderstube" denke ich, und der zukünftige Papa beginnt sofort mit der Renovierung. „Selbst ist der Mann. Im Tierreich gibt es nicht die Möglichkeit sich Handwerker zu holen. Da muss man halt selber Hand anlegen und dafür sorgen, dass die Bude in Ordnung bleibt. Dafür braucht man sich aber auch nicht über unzuverlässige Handwerker zu ärgern". Schade das ich meinen Fotoapparat nicht wieder eingepackt habe, nachdem ich die volle Karte letztens auf den PC überspielte. Daran muss ich nächstens unbedingt unbedingt denken.

    „Wo ist mein Schwimmer!? Gott sei Dank, ich habe nichts verpasst!". Er ist jetzt ge­nau an die Stelle hingetrieben an die ich ihn haben wollte. Jeden Moment muss der Biss kommen. Die Spannung wächst. Gleich beginnt die Pose deutlich zu tanzen und beschreibt kleine Kreise im Wasser, bevor Sie endgültig untertaucht, und dann... Anschlagen, Drillen, Keschern!

    Aber... der Schwimmer steht weiterhin äußerst ruhig und gelassen kurz vor dem Weiden­busch und wartet auf seinen Angreifer. Eigentlich müsste der Köderfisch nun genau vor Esox Nase hängen. Wieso will er ihn bloß nicht? Ist er doch nicht da? Vielleicht hätte ich vorher doch  nachsehen sollen. Aber ich wollte ihn, falls er da gewesen wäre, nicht vergrämen. Soll ich doch mal nachschauen? Hm...

    Links von mir plötzlich eine schnelle Bewegung. „Ah, eine Seeschwalbe auf Raub­zug." Ihre Flugbewegungen sind so schnell, dass man sie mit dem Fernglas kaum verfolgen kann. Ist aber auch nicht nötig, so groß ist der Kiesteich auch wieder nicht. Jetzt scheint sie was erspäht zu haben. Ähnlich einem Turmfalken rüttelt sie auf der Stelle und jetzt stürzt sie wie ein Pfeil mit angewinkelten Flügeln ins Wasser. Tat­sächlich, sie hat mit ihrem spitzen roten Schnabel wohl eine Laube erwischt und startet direkt wieder durch, wobei sie nur kurz mit ihren feuerroten Füßen Trippel­schritte auf der Wasseroberfläche vollführt. Es ist eine Flußseeschwalbe. Das sind die einzigen, die hier im Binnenland, immerhin bin ich in Bayern, regelmäßig auftre­ten. Sie ernähren sich von kleinen Fischen und anderen Weichtieren.

    „Wo ist mein Schwimmer? Da ist er! Immer noch an der gleichen Stelle wartet er dar­auf dass ein Hecht ihm Leben einhaucht. Wahrscheinlich liegt der Köderfisch jetzt doch auf Grund, sonst wäre er wohl weiter getrieben. Sollte ich noch mal auswerfen und die Tiefe verstellen? Ich habe zuviel Schnur draußen. Dadurch dass der Köder­fisch zum Weidenbusch hin getrieben ist, muss ein ziemlicher Schnurbogen unter Wasser entstanden sein. Ich sollte zumindest die Schnur straffen." Also nehme ich die Rute auf und kurbele vorsichtig die dreißiger Monofile auf, bis sich der Schwim­mer leicht bewegt. Was nun neu auswerfen oder nicht? OK, ich hole ein, schaue nach ob eventuell jemand an dem Barsch geknabbert hat während ich anderweitig beschäftigt war, was natürlich nicht der Fall ist, und werfe neu aus. Diesmal etwas weiter, damit der Wind die Pose etwas hinter den Weidenbusch treibt. Vielleicht steht er ja heute dort im Hinterhof, und nicht wie letztens im Vorgarten. Auf das verstellen der Tiefe verzichte ich, da ich vor kurzem gelesen habe, dass die Hechte am häu­figsten Ihre Beute von unten nach oben greifen. Erscheint auch glaubwürdig, wenn man sich anschaut wo die Augen des Hechts sitzen. Diesmal muss ich aber besser auf meine Schnur achten, damit sich nicht schon wieder so ein Schnurbogen bildet. Während ich die Rute auf den beiden Rutenständern ablege - diese Rodpods, wie sie heute von der Industrie angeboten werden, finde ich einfach übertrieben - und die Schnur langsam straffe, setzt sich auf dem Weidenbusch ein großer schwarzer Vogel. „Saatkrähe oder Rabenkrähe?" Auf die Entfernung kann ich das nur mit dem Fernglas erkennen. Die Saatkrähen haben eine hellere Schnabelwurzel als die Ra­benkrähen. Während ich mein Fernglas hebe höre ich ein aufgeregtes  „kiju-witt, kiju-witt, kiju-witt", und ein Kiebitz stürzt sich im Flug auf den Krähenvogel, der seinerseits sein Heil in der Flucht sucht. Allerdings ist er bei weitem nicht so wendig wie der Kie­bitz der immer wieder unter lautem Geschrei Angriffe auf den gut doppelt so großen Gegner fliegt. Es erinnert mich an einen alten Kriegsfilm bei dem die schwerfälligen Bomber von den kleinen, wendigen und viel schnelleren Jagdfliegern angegriffen wurden. Wahrscheinlich hat der Kiebitz in der nähe sein Nest, und führt einen Prä­ventivschlag aus um seine Eier oder seine junge Brut zu schützen. Ob Tiere wirklich so strategisch denken können? Wohl eher nicht. Es dürfte sich um eine angeborene Verhaltensweise handeln die der Arterhaltung dient. Trotzdem bereitet es uns Men­schen immer wieder Vergnügen intelligente Strukturen in Verhaltensweisen von Tie­ren zu interpretieren. Vielleicht mag dass ja auch hier und da zutreffen, wer weiß das wirklich?

    Die Krähe versucht immer noch mit schwerfälligen Manövern, die allerdings doch eine gewisse Behändigkeit voraussetzen, die ich ihr gar nicht zugetraut hätte, den wütenden Angriffen des Kiebitz zu entkommen. Dabei verlassen beide langsam aber sicher das Gebiet des Kiesweihers, und die Schrei des Kiebitzes werden immer lei­ser.

    „Wo ist mein Schwimmer? Aha, er ist fast beim Hinterhof angelangt. Ich sollte ihm jetzt mehr Aufmerksamkeit schenken, immerhin nähert er sich jetzt dem von mir aus­erkorenen Hotspot. Wie es ja mittlerweile Neudeutsch für fangträchtige Stelle heißt. Wahrscheinlich geht der Posen-Tango bald los."

    Während ich angespannt auf meinen Schwimmer starre, merke ich dass der Wind nachgelassen hat, und die Wasseroberfläche ziemlich ruhig da liegt. Nur noch hier und da leicht gekräuselt. Knapp über der Wasseroberfläche erkenne ich schwär­mende Insekten. Teilweise kleine, doppelt so groß wie ein Stecknadelkopf, bis hin zu den bekannten Eintagsfliegen mit ihren libellenähnlichen Flügeln und den beiden Haaren als Schwanz. Da ist richtig was los über der Wasseroberfläche. Die paar Fo­rellen die vom letzten Besatz noch übrig sein sollten, werden ihre Freude haben. Aber nicht nur die, stelle ich fest. Mittlerweile haben sich ein dutzend Schwalben ein­gefunden, die wohl den Forellen alleine das Nachtmahl nicht gönnen. Zentimeter­hoch überfliegen sie die Wasseroberfläche in einem wieselflinken Zickzackkurs. Links, rechts, rauf und wieder runter. Oft noch mit Ausweichmanöver wegen Gegen­verkehr. Und alles ohne Fluglotsen. Die Natur ist uns wirklich voraus. Hier könnte die Technik auch mal eine Anleihe machen um den Flugverkehr sicherer zu machen. Viele Sachen wurden ja schon der Natur abgeschaut. Z.B. der Lotuseffekt welcher Was­ser von einer Oberfläche einfach abperlen lässt und noch vieles andere.

    Seltsam, eigentlich sind Schwalben doch von unten weiß. Egal ob Rauch-, Mehl- oder die recht seltene Uferschwalbe die hier in der Gegend vorkommen, alle haben einen weißen Bauch. Bei diesen Vögeln hier, sind die meisten allerdings durchgehend dunkel. Nur wenige Mehlschwalben sind eindeutig zu erkennen. Bei Schwalben erkennt man im Flug fast immer den gegabelten Schwanz. Bei den schwarzen Vögeln zwar auch, aber je nach Flugbewegung läuft der Schwanz sehr oft einfach spitz zu. Es scheint sich um Mauersegler zu handeln. Die habe ich bisher hier noch nicht gesehen. Wenn ich nach hause komme muss ich direkt mal im Bestimmungsbuch nachschauen. So­viel ich weiß, können diese Vögel im Flug schlafen. Kommt daher etwa der Autopilot?

    „Wo ist mein Schwimmer? Hm... dadurch das der Wind nachgelassen hat, ist der Hinterhof von Freund Esox nicht ganz erreicht worden, und der Schwimmer steht in absoluter Ruhestellung auf der unbewegten Wasseroberfläche.

    Mittlerweile rückt das Pokalspiel immer näher, und ich sollte langsam daran denken einzupacken und mich auf den Heimweg zu machen. Ich bin zwar nicht der große Fußballfan, aber so ein Pokalendspiel und dazu noch mit dem Traditionsverein aus Nürnberg, sollte man sich nicht entgehen lassen. Also auf geht's. Für heute darf Esox weiter schwimmen. Ich werde ihn schon noch an den Haken bekommen. Wenn nicht heute dann vielleicht beim nächsten mal, oder noch später. Jedenfalls weiß ich dass er da ist, und ein Versuch ihn zu fangen lohnt sich jederzeit, auch wenn man oft ohne Fang nach Hause muss. Einen Hecht fängt man halt nicht alle Tage, zumindest nicht in unserem Kiesweiher.

    Als ich nach Hause komme fragt meine bessere Hälfte: "Und, hast du was mitge­bracht oder bist du wieder Schneider?" „Fische habe ich nicht mitgebracht, aber jede Menge schöne Beobachtungen, du weiß ja, dass kommt öfter vor."

     

    Jean Leisten

     

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