Ausgabe Mai 2012

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    Angler und Naturschutz - passt das zusammen?

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    Angler und Naturschutz - passt das zusammen?

     
    In einer gesellschaftlichen und medialen Welt, in welcher der "Schutz" von allem möglichen politisch korrekt und gesellschaftlich übergreifend gewollt ist, wird es naturgemäß immer schwieriger, sich als "Naturnutzer" (Angler, Jäger, regionale Fischerei, bäuerliche Landwirtschaft etc.) gegen den Druck von Öffentlichkeit und Medien zu behaupten.
     
    Kein Wunder also, dass es da auch unter Anglern immer wieder zu Diskussionen kommt. Dann auch und gerade natürlich im Forum vom Anglerboard:
    http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=156984
     
     
    Da ich zu dieser Thematik persönlich auch eine eigene Sichtweise habe, nehme ich dazu auch immer gerne Stellung.  Und um das nicht nur im Forum lesen zu können, nutze ich auch gerne die Möglichkeit, mein Posting zu dieser Diskussion auch hier im Magazin einzustellen:
     
     
     
    Naturschutz ist schon als Begriff ein Widerspruch in sich.
    Denn Menschen können die Natur nicht schützen - sie können höchstens dafür sorgen, das sich die Natur so entwickelt, dass weiterhin menschliches Leben als (kleiner) Teil der Natur möglich ist.

    Das Leben/die Natur hat schon zig Katastrophen (Klimaänderungen, Kontinentalverschiebungen, zigmal "Fastvernichtung" des Lebens (mit Verlust von über 95% aller Individuen und Arten), Vukanausbrüche, Meteoriteneinschläge, Änderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre, etc., etc.,) "überlebt" und jedesmal gings weiter.

    Das "Problem" ist also nicht die "Natur" als solche (weil die weiterhin keine Probleme haben wird, sondern gut mit sich zurecht kommt), sondern eine der Menschheit angemessene und lebenswerte Umwelt.

    Schon von daher sieht man, dass der hohe moralisch/ethische Anspruch der "Schützer" ad absurdum geführt ist, da es trotz des Anspruches letztlich nur um die Belange der Menschheit, nicht um die der Natur geht.

    Nur weil in der Öffentlichkeit/Medien/Gesellschaft das "schützen" von allem möglichen als positiv und politisch korrekt gesehen wird, heisst das noch lange nicht, dass das für die jeweils "Geschützten" in irgendeiner Weise eine Auswirkung hat, die positiv oder auch nur wünschenswert ist.

    Wer destruktiv denkt, könnte sogar sagen, dass der Schutz bestimmter Arten und/oder Biotope verhindert, dass sich die entsprechenden Arten (Fauna und Flora) auf die sich verändernde Umwelt schnell(er) einstellen können (dabei ist es egal, ob sich die Umwelt mit oder ohne Zutun der Menscheit verändert - sie wird sich wie in den vergangenen Jahrmillionen weiterhin ändern...).

    Da der Mensch als sich selbst erkennendes Wesen mit der Möglichkeit zur Intelligenz ausgestattet ist (wer ein Forum betreibt, zweifelt des öfteren mal dran, ob diese Möglichkeit auch von jedem genutzt wird...), ist es nur natürlich, dass man sich Gedanken über das weitere existieren von menschlichem Leben in angemessener Umwelt macht.

    Die Krux bei der Sache ist allerdings schlicht, dass es zu viele Menschen gibt. Wie immer bisher, wenn eine bestimmte Art die Erde dominierte, kam es irgendwan zu einem Kollaps, der die weitgehende Vernichtung bisheriger Lebensformen bedeutete und - daraufhin in Gang gesetzt - neue Arten in neuen Spektren geschaffen hat, die sich den verändernden Bedingungen besser anpassen konnten.

    Als die ersten photosyntethisierenden Pflanzeneinzeller auftauchten, wurde praktisch fast das gesamte andere Leben (ok., waren nur Einzeller, aber mehr an Leben gabs halt nicht...) vernichtet. Weil nämlich der für uns so wichtige Sauerstoff für die damals existierenden Arten schlicht ein Gift war, den die neuen Arten durch die Photosynthese nun produzierten...

    Was und wie sich das Leben/die Natur in Zukunft entwickeln wird, darauf hat die Menschheit zwar schon alleine auf Grund des massenhaften Auftretens eine nicht zu leugnende Wirkung. Wer aber glaubt, auf Grund von menschlicher Vernunft, Intelligenz oder kultureller und wissenschaftlicher Errungenschaft das auch im Sinne der Menschheit steuern zu können, der liegt wohl komplett daneben.

    Denn das würde voraussetzen, dass es Menschen gibt, welche die Natur und die Zusammenhänge so komplett verstanden haben, und ihre einzelnen Maßnahmen so treffen können, dass die positiven Wirkungen auf der einen Seite nicht um ein mehrfaches durch negative Wirkungen an andere Stelle aufgehoben werden...

    Beispiel:
    Natürlich will niemand, dass Seehunde in der deutschen Bucht "abgeschlachtet werden".

    Da es aber die Menschheit geschafft hat, die Nordsee zu überfischen (ein Rückgang der Fische könnte natürlich genausogut z. B. durch Klima/Strömungs- oder sonstige Veränderungen herbeigeführt werden, s.o.), gibt es für die geschützen Seehunde schlicht zu wenig Futter, es gibt für die wenigen Ruheplätze viel zu viele Tiere.

    Wenig Futter bedeutet schlechtere Kondition/Immunsystem der Tiere, dadurch höhere Anfälligkeit gegenüber Seuchen/Infektionen, was durch das zu enge Zusammenleben noch gefördert wird.

    Resultat des Schutzes (statt beispielsweise der jagdlichen Reduzierung):
    Seehundstaupe mit massenhaftem verrecken der Tiere bei gleichzeitigen Heulerstationen zum "besseren Schutz" (wobei der beste Schutz für einen gesunden Bestand eine Reduzierung wäre - vielleicht nicht political correct und sicher gesellschaftlich nicht durchzusezen...).

    Der Treppenwitz dabei:
    Genau die Schützer, die am liebsten Angeln, Jagen uns sonstige Eingriffe in die Natur verbieten wollen, machen genau diese Eingriffe in die Natur durch die Heuleraufzucht (nochmal nachgefragt: wegen des "Schutzes" oder zum Spendensammeln?).

    Gleichzeitig gibt es in Deutschland durch die Überfischung in der Nordsee keine normale Küstenfischerei mehr, sondern eigentlich nur noch Krabbenkutter.

    Diese freuen sich natürlich über jeden Seehund, da diese auch die paar noch existenten Jungfische im Wattenmeer fressen, die sonst ja die Krabben fressen würden...

    Der Schutz der "putzigen Heuler", mit dem sich ja prima Spenden sammeln lässt, in Zusammenhang damit, dass es den Krabbenfischern dadurch besser geht, ergibt also einen "schützerischen Zusammenhang", der wirkungsvoll mit verhindert, dass sich der Fischbestand der Nordsee erholen kann...

    Überschrieben wird dies aber alles mit SCHUTZ!!!
    Auch wenn dabei teilweise komplette Biotope eigentlich eher "zu Tode geschützt" werden...

    Das liegt natürlich auch daran, dass sich die "Schützerorganisationen" von einem Zusammenschluss ehemals engagierter Menschen zu heute spendensammelnden Wirtschaftsorganisationen verändert haben.

    Sie sind sowenig "ernst zu nehmen" wie jede andere Lobby auch (inkl. der der Angler (PS: leider nicht existent....))...

    Moralisch/ethisch sieht das wieder anders aus.
    Das kann aber nicht der Mensch als Menschheit insgesamt erreichen (wie z. B. durch Aufnahme des Tierschutzes als Verfassungsziel in der BRD).

    Das kann nur JEDER EINZELNE selber für sich machen und entscheiden, je nach persönlicher Lage und den eigenen moralisch/ethischen Ansprüchen.

    Niemand, der keinen Wohnraum hat, keine (oder jeweils zu wenig) Heizung, Nahrung etc., wird sich jemals Gedanken über die "zu schützende Natur machen"...

    Das schaffen nur die Gesellschaften, die es durch Ausbeutung der Natur und anderer Menschen erreicht haben, so komfortabel leben zu können, dass sie Zeit und Muße haben, sich darüber den Kopf zu zerbrechen...

    Die Frage ob also Angler und Naturschutz zusammen passen, stellt sich für mich also in dieser Weise eigentlich nicht, da der Mensch faktisch die Natur nicht schützen kann (sondern sich eigentlich vor de Natur schützen muss..).

    Angeln und "Schutz" passt nicht nur nicht zusammen - es soll und darf auch nicht zusammen passen!! Sowenig wie der "Naturschutz" überhaupt zum Menschen passen sollte. Denn das postuliert und schreibt nur das fest, was man eigentlich (als Schützer) ja verhindern will:
    Die "Überlegenheit der Menschheit", und den Glauben (das hat schon religiöse Züge), durch die Vernunft und Intelligenz des Menschen die Umwelt zielgerichtet für den Menschen steuern zu können.

    Alleine das massenhafte auftreten der Menschen verhindert dies. Auch wenn man einzelnen Menschen immer Intelligenz und Vernunft bescheinigen kann, wird es die "menschliche Intelligenz" in der Masse eben nicht geben - früher oder später gehts da immer ums schlichte überleben.

    Das hat weiland auch schon Bertholt Brecht (in einem zugegeben anderen Zusammenhang) erkannt:
    Erst kommt das Fressen, dann die Moral..

    PS:
    Auch ich bekenne mich aber dazu - soweit mir möglich - mit meiner Umwelt so umzugehen, dass auch zukünftig weiteres menschliches Leben möglich ist.

    ABER:
    Ich wehre mich vehement dagegen, deswegen mit den spendensammelnden Schützern in einen Topf geworfen zu werden!!!!
     
    Thomas Finkbeiner

    Kommentare 

     
    0 #1 A.R. 2009-07-10 09:33
    Das ist sicherlich das Dümmste was ich je zum Thema gelsene habe, da gibt es ja leider kaum eine sinnvolle Zeile, traurig das Angler sich so verbohrt und wissenschaftlic h ungebildet erweisen. Auch der Glaube alles kontrollieren zu können zeugt von einer hohen Naivität.
    Schade das man so was hier lesen muss!!!!
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    0 #2 Big Man 2009-07-10 11:17
    Viele der Aussagen sind schon nicht verkehrt. Naturschutz heißt für mich eine gewisse \\\"Harmonie\\ \" im Umgang mit der Natur anzustreben.
    Am besten ist es wohl den \\\"Naturvölke rn\\\" vor der Zivilisation möglich gewesen.
    Da aber wie Thomas schon schrieb der Mensch in Massen auftritt und gegen alle möglichen Krankheiten etwas gefunden hat müssen die Massen leben.
    Das führt zwangläufig zu Massentierhaltu ng, Straßenbau, Umweltverschmut zung, Überfischung und vieles mehr.
    Das die Menschliche Gier hier viel Schaden anrichtet ist vollkommen klar.
    Für mich persönlich heißt das dann einen guten Kompromiss zu finden zwischen meiner Bequemlichkeit, meinem Wunsch nach Luxus und meine Möglichkeit meiner Umwelt so wenig wie möglich Schaden zuzufügen.
    Egal wie wir uns verhalten die Natur findet immer eine Lösung, aber wir sollten unserer Umwelt doch mit mehr Respekt begegnen.
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    0 #3 Spinnfischer 2009-07-11 02:24
    Das das Verhältnis zwischen Anglern und Naturschützern teilweise kein gutes ist wird duch diesen Atrikel, den ich in keiner Weise zustimmen kann, sicherlich nicht verbessert. Angler und Naturschützer verfolgen in vielerleich Hinsicht die gleichen Ziele. Synergien werden nicht erwähnt, der Schreibstiel gleicht einem Tunnelbick. Angumente die der Autor hier anbringt sind teilweise sehr unsachlich so das ich dem ersten Kommentar in vielerleich Hinsicht zustimmen muss. Es fällt wirklich schwer der hier vorgetragenen Argumentation zu folgen, gar peinlich wird es bei dem Brecht Zitat wo ja selbst angermerkt wird das es hier nicht passt. Man würde doch von einem Mod ein eher höheres geistiges Nieveau erwarten und vor allem einen besseren naturwissenscha ftlichen Sachverstand. Herr Finkenbeiner besuchen sie bitte mal einen Ökologiekurs in der 5. Klasse und dann wäre einen Überarbeitung des Artikels wünschenswert!! !
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