Neues vom Ferkelfahnder
„Manche sind halt anders und zweitens als man denkt!"
So, oder so ähnlich müsste man als Mod im Anglerboard ab und zu laut aus dem Fenster brüllen, wenn man -mal wieder - auf oder über den einen oder anderen Zeitgenossen „gestolpert" ist.
Da finden sich Leute, die über hunderte von guten und informativen Postings einen bleibend positiven Eindruck gemacht haben, quasi schon den Status einer Anglerboard-Legende erworben haben und von denen man nie und nimmer erwarten würde, dass sie plötzlich und unerwartet in eine ganz andere Richtung ticken. Da nützt auch kein verwundertes Augenreiben oder ungläubiges Staunen mehr, da ist Handeln angesagt, unverzüglich und konsequent, ob man es glaubt oder nicht, denn manche... (s.o.)
Andere wiederum haben ihren Kultstatus im Board vor allem durch ein gewisses Maß überzeugender Selbstdarstellung erworben oder sich mittlerweile sowohl im Board als auch vor allem am Wasser als einfach gnadenlos gute Angler erwiesen. Die meisten weniger Erfolgreichen erkennen deren Fähigkeiten entweder neidlos an oder halten zumindest öffentlich ihren Neid und eventuelle Missgunst ordentlich zurück. Doch der Erfolg hat numal viele Neider und ob der Erfolgreiche sich mit an Überheblichkeit grenzender Gelassenheit in seinen Erfolgen sonnt und lächelnd auf diese herab blickt, oder ob er sofort in die verbale Gegenoffensive geht, sobald jemand wagt, an seinem mit soviel Mühe aufgebauten Denkmal seines virtuellen Egos zu kratzen, ist letztlich eine Charakterfrage. Manche... (s.o.)
Auch im direkten Umgang mit den Menschen, die sich im Board ja mehr oder weniger hinter ihrem Nickname verstecken können, ist man vor solchen Aha-Erlebnissen keineswegs geschützt. Da stellt sich der fröhliche Boardie, der durch seine vielen lustigen Sprüche bekannt ist, plötzlich als der notorische Nörgler heraus, der an allem und jeden plötzlich was auszusetzen hat und auch durch viele gute Worte nicht von seiner Destruktivität abzubringen ist. Hinter dem netten und aufgeschlossenen Boardie, der für alles und jede Information empfänglich ist, verbirgt sich unerahnter Weise der typische Alles-Besser-Wisser, dem man im eigenen Verein schon seit Jahren aus dem Weg geht. Aber so ist es halt, manche... (s.o.)
„Manche", mal rein linguistisch betrachtet, ist aber ein Wort, das deutlich differenziert, wenn man es auf eine Gruppe von Menschen bezieht und das vor allem eine drastische numerische Einschränkung ausdrückt. Denn „Manche" ist das Gegenteil von „die Meisten", und so könnte man den Eingangssatz auch ganz positiv ausdrücken: „Die Meisten sind halt so, wie man es von ihnen erwartet."
Positiv? Sagte ich gerade „positiv"? - Hmm, eigentlich ist genau das doch wiederum wenig positiv, wenn sich der größte Teil nicht von der Masse abhebt, es sei denn, die Masse als solches ist eine durch und durch positive Einheit.
Auf unser Anglerboard bezogen, stellt es sich für mich aber genau so dar: Ein rundum toller Zusammenschluss von ganz vielen ganz netten Menschen, die man nicht nur in ihrer virtuellen Existenz einfach lieb haben muss, sondern genauso mögen und schätzen lernt, wenn man sie persönlich kennen lernt, sei es bei den offiziellen Zusammenkünften wie z.B. auf dem Norgeevent, sei es auf den Boardiekuttertouren oder anderen von Boardies für Boardies organisierten Treffen, oder sei es auf gemeinsamen Reisen wie der Boardie-Norgetour.
Und doch findet sich hier und da jemand, zu dem einem nur der Eingangssatz einfällt und, was noch viel interessanter ist, nur in den seltensten Fällen steht dieser Manche für sich allein da, sondern schart noch eine kleine oder sogar größere Schar von Anhängern um sich, die wie blökende Schafe in treuer Ergebenheit ihrem selbst gewählten Leithammel hinterher trotten. Manche... (s.o.)
Da behaupte noch mal irgend so ein
angeblich gebildeter Forscher, dass virtuelle Communities weltfremd und
realitätsfern seien!...
Hier zeigt sich das wahre Leben von seiner intensivsten und direktesten Seite,
ohne Scheuklappen und doppelten Boden, mit allen, die so sind, wie sie sind.
Und weil unser Erinnerungsvermögen dazu neigt, das Gute zu speichern und das
Schlechte zu verdrängen, bleibt der positive Eindruck bestehen, der mehr wiegt,
als diese Momente, in denen man denkt: „Manche..." (s.o.)
Ja, manche geraten auch schneller in Vergessenheit, als die Meisten erwartet hätten, gerade weil sie zweitens anders sind, als man denkt...
Heinz-Peter Lattko| < Zurück | Weiter > |
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