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Eine unruhige Nacht... | Drucken |
Eine unruhige Nacht

Anzeige_Zebco_50x250mm_2004.jpgDer Wetterbericht meldete für den 28./29.5.2010 gutes Wetter nach dem langen Regen unter der Woche. Dies stimmte mich positiv und ich fing am Sonntag mit dem füttern an meinem Angelplatz an.

Meine Platzwahl fiel auf ein Seerosenfeld in ca 20m Entfernung. Als ich Sonntags zum anfüttern ging, schnappte ich mir meine Lotrute und habe den Platz erstmal ein wenig ausgelotet. Ich stellte nach kurzer Zeit fest, dass der Platz sehr gute Strukturen aufwies, an denen man große Fische vermuten konnte. Vom Angelplatz aus gerade raus bis zum Seerosenfeld verlief in etwa 80cm Tiefe eine Sand/Kiesbank, die genau mittig auf das Seerosenfeld traf. Links und Rechts davon ging es dann runter auf 2m.

Mein Futter platzierte ich demnach direkt vor dem Seerosenfeld an der Kante in etwa 1m Tiefe, und für meine andere Rute fütterte ich rechts neben dem Seerosenfeld in etwa 2m Tiefe.

Als ich Dienstag Abend wieder zum füttern draußen war traf ich einen Kollegen. Wir plauderten ein wenig und er erzählte mir, dass er gestern Abend schon draußen war und an meinem Futterplatz wären in der Dämmerung die Fische gesprungen. Das machte mir natürlich Hoffnung, die Fische waren schonmal an meinem Futterplatz. Aber würden sie auch fressen?

Denn als ich etwas um den See lief und mit meiner Polbrille die Ufer absuchte sah ich des öfteren kleinere Gruppen mit großen Karpfen umherziehen, die sich gar nicht von mir haben stören lassen. Waren die Fische etwa am laichen?

Am Donnerstag Abend fütterte ich wieder meinen Platz an den Seerosen. Ich hatte mein gesamtes Tackle schon im Auto und ich beschloss mal ein paar Stunden in die Nacht hinein zu angeln. Allerdings nicht an meinem Platz an den Seerosen, sondern an einem Busch, wo ich Dienstag die Karpfen umherziehen gesehen hatte.

Ich warf also ein paar Hände Boilies und Pellets vor diesen Busch und setzte mich ans andere Ufer gegenüber und befischte dann diesen Busch. Schon beim aufbauen sah ich dort Karpfen springen und rollen, was mich positiv überraschte. Würden sie meine Hakenköder fressen?

Gegen 10.30h Nachts die ersten Piepser an der Rechten Rute mit dem Pop-Up. Der Swinger fiel nach unten und schoss sofort wieder nach oben und der Freilauf drehte seine Kreise. Schnell die Rute in die Hand und Freilauf zu - doch nichts ist dran - MIST!

Was war da los? Wieso war der Fisch nicht gehakt? War mein Rig defekt? Aber alles sah doch gut aus, nichts verheddert ect.

Ok, Rute wieder rein und abwarten, ob nochwas passiert. Gegen 11 Uhr kam ein Kollege vorbei und wir laberten über Gott und Karpfen bis Nachts um halb eins. Doch nichts hat sich an den Ruten getan. Als mein Besucher dann wieder dem Heimweg antrat bekam ich den nächsten Biss - Fullrun! Nach kurzem Drill hatte ich einen ca 6Pfund schweren Spiegler im Kescher. Sofort wurde der Kleine abgehakt und wieder in die Freiheit entlassen. Danach packte ich auch meine Sachen ins Auto, denn schließlich musste ich in 6 Stunden schon wieder auf der Arbeit sein.

Den ganzen Tag auf der Arbeit ging es mir durch den Kopf - werden die Biester beißen, wird was gehen?

Gegen 15Uhr stand meine Freundin vor meiner Tür und das Auto wurde gepackt. Ab gings zum Karpfenangeln! Auf dem 20minütigen Weg zum See wechselte das Wetter von Sonnenschein in absolutes Gewitterwetter. Der Himmel wurde Schwarz. Am See angekommen schnell das Zelt und nötigste auf den Trolley gepackt und ab zur Angelstelle, bevor das Gewitter und der Regen ankamen. Gerade, als das Zelt stand und wir alles im Zelt hatten fing es an aus Eimern zu schütten. Auch lauter Donner und ein paar Blitze waren dabei.

Wirkte sich das positiv oder negativ auf die Fische aus?
Nach 20Minuten war alles vorbei und ich konnte meine Ruten aufbauen, sowie mein letztes Tackle aus dem Auto holen.

Nach dem leckeren Essen, welches mein Schatz zubereitete, konnte es ja nur aufwärts gehen. Und schon tat sich etwas. Der Swinger fiel und was war das Ergebnis? Eine Brasse war am Haken. Ohje, sind etwa nur Brassen an meinem Angelplatz? Ich hatte meine Zweifel, dass heute Nacht dort etwas großes am Futterplatz umherstreifte, wenn jetzt schon die Brassen die Boilies aufmischten.

Kurz vor der Dämmerung fütterte ich noch ein halbes Kilo Boilies sowie ein halbes Kilo 24mm Pellets, welche ich von meinem Kollegen zum Testen erhalten hatte.

Um 22Uhr zog Nebel auf und es wurde kalt und feucht. Innerhalb von 15Minuten war der komplette See im Nebel verschwunden. Man sah gar nichts mehr, nichtmal das Seerosenfeld in ca 20m Entfernung war noch zu erkennen. Es hatte keinen Sinn und so gingen wir ins Zelt und machten es und dort bequem und schürten die Zeltheizung leicht an. Wie es natürlich dann so ist, schön gemütlich, man wird müde. Bis mich dann um 23Uhr ein Dauerton aus meinem Dusel riss.

Nun aber schnell runter zu den Ruten. Die rechte Rute, welche in 2m Tiefe lag, lief ab. Sofort merkte ich einen schweren Kontakt, welcher geradezu ins Seerosenfeld marschierte. Ich dachte nur ohje, bitte nicht. Doch da war es auch schon soweit - der Fisch war inmitten des Seerosenfeld. Aber ich bekam in nach schwerem Pumpen durchs gesamte Seerosenfeld frei und der Drill konnte weitergehen! Der Fisch hatte extreme Power, immer wieder riss er mir einige Meter Schnur von der Rolle.
 
Dann endlich war es soweit: er war vor meinem Kescher zu sehen - ein schöner Schuppi. Doch so schnell wie ich ihn sah, setzte er die nächste 10 Meter weite Flucht an. Gerade noch vorm Kescher hatte er nun wieder Distanz gewonnen. Nach dieser Flucht hat er sich aber geschlagen gegeben und ich konnte ihn endlich landen. Schöne 21 Pfund lagen auf meiner Matte. Nach kurzem Fotoshooting wurde er wieder schonend zurückgesetzt und ich warf meine Montage wieder aus und legte mich ins Zelt.

Wieder das selbe Spiel. Ich schlief gerade so ein, erneuter Dauerton um 12Uhr Nachts. Wieder die rechte Rute in 2m Tiefe. Der Widerstand diesmal war schwerer, als der zuvor. der Fisch zog auch ruhiger. Aber wieder mitten ins Seerosenfeld. Nach einigem Pumpen hing er jedoch fest. Ich ließ die Schnur mal für eine Minute locker und probierte es wieder. Dann bekam ich den Fisch endlich frei und der Drill ging weiter. Nach wenigen Minuten war auch dieser Fisch im Kescher - er brachte satte 27Pfund! Einen riesen Bauch dran hängen, scheinbar noch voller Laich.

Da in unserem Verein leider ein Durchangeln verboten ist, musste ich um 1Uhr die Ruten raustun und konnte sie um 4Uhr wieder auswerfen. Um 1Uhr fütterte ich dann nochmals ein paar Hände Boilies und ein paar Hände der 24mm Pellets. Die Fische sollten ja am Platz bleiben. In der Zeit von 1Uhr bis 4Uhr konnten die Fische in aller Ruhe fressen.

Um 4Uhr wurden die Ruten wieder ausgelegt, und um 4:15Uhr hing auch schon der nächste. Ein kleiner Satzkarpfen hatte den Boilie gefressen.
Gegen 4:45Uhr dann der erste Run auf der Rute vor dem Seerosenfeld in ca 1m Tiefe. Was wird wohl dieser Fisch bringen? Nach kurzem Drill lag dann ein schöner Spiegler mit 12Pfund auf der Matte.
Dann war erstmal Ruhe, bis 6:30Uhr.

Dauerton !!! Mich riss es aus dem Tiefschlaf. Als ich aus dem Zelt stürmte sah ich die Linke Rute im Halbkreis nach links gebogen, mein Rod Pod an den Vorderbeinen schon 20cm nach links verschoben. Schnell die Rute nehmen und ab ging die Post. Inzwischen war es schon Hell, aber immernoch neblig. Der Fisch zog zum Glück voll nach links anstatt in die Seerosen, ich konnte also frei drillen. Der Fisch lieferte einen unglaublichen Kampf ab. Nach knappen 15Minuten war aber auch er geschlagen. Ein bildschöner Spiegler mit 26Pfund lag auf der Matte. Gleich noch paar schöne Fotos machen und er durfte auch wieder in die Freiheit.
Dies war dann der letzte Fisch dieser fischreichen Nacht an meinem Hausgewässer, einem ca 13Ha großen Baggersee.
Ein großes Dankeschön an meine Freundin für die tollen Fotos.


Schuppi, 21Pfund
   

   


Spiegler, 27Pfund
   

   


Spiegler, 26Pfund
   

   

   



Steffen Kessel
» 2 Kommentare
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Kommentar von matze am Donnerstag, 1. Juli 2010 18:13
super beitrag
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Kommentar von andreas am Donnerstag, 1. Juli 2010 20:20
der beitrag ist echt klasse Schöe karpfen sind das
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