Ausgabe Februar 2012

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    Sommerspaß..

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    Sommerspaß

    Während im Hochsommer an stehenden Gewässern die Raubfische eher beißfaul sind, kann man am Fluß hervorragende Angeltage erleben. Die besten Bedingungen dafür bestehen bei typischem Freibadwetter. Wenn die Sonne richtig brennt und die Temperaturen einem ordentlich Schweiß auf die Stirn treiben, lohnt es sich, unterhalb von Wehren sein Glück mit der Spinnrute zu versuchen. Das Wasser ist dort sauerstoffreich und der Stoffwechsel der Räuber läuft bei den warmen Wassertemperaturen auf Hochtouren. Die Vielfalt der möglichen Fänge ist dabei enorm. Nicht nur bezahnte Räuber wie Hecht, Wels, Barsch und Zander gehen an den Haken, auch Rapfen, Döbel und Aland schnappen in der Strömung gerne nach dem Kunstköder.
       

    Ein wichtiges Augenmerk muss auf die Zusammenstellung des Gerätes gelegt werden. Da viele Brutfische im Wasser sind, welche die Hauptbeute der Raubfische darstellen, kommen hauptsächlich kleine Köder zum Einsatz. Natürlich macht es mehr Spaß, diese an feinem Tackle anzubieten, jedoch ist das nicht sinnvoll, da sich im Sommer auch wirklich große Fische selbst an Mini-Wobblern vergreifen. In den vergangenen Jahren gingen mir regelmäßig Welse deutlich über 1 Meter an den Haken.
     
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    Diese bissen allesamt auf Kunstköder, die maximal 10 cm lang waren. Mit einer Light-Rute ist es nahezu unmöglich einen solchen Fisch zu landen. Eine 2,70 m - Spinnrute, die über ein Wurfgewicht von 50 g oder sogar noch etwas mehr verfügt, reicht dagegen mit etwas Glück schon aus um einen Wels in die Knie zu zwingen.
     
    Hat man dazu noch eine stabile Rolle in ca. 3000er Größe, die mit geflochtener Schnur von 6 bis 8 kg Tragkraft bespult ist und eine ruckfreie Bremse besitzt, wird man bei den Welsdrills auch regelmäßig als Sieger hervorgehen.
     
    Ein Augenmerk ist auch auf das Vorfach zu richten. Prinzipiell ist 7x7-Stahl (Flexonit) hierfür eine gute Wahl, da dieser sehr weich ist und so die Laufeigenschaften von Wobblern nicht einschränkt. Leider ist dieses Material auch sehr empfindlich. Kontrollieren Sie ihr Vorfach nach jedem Drill und Hänger darauf, ob eventuell eine Litze gerissen ist oder sich Knicke gebildet haben. Dann ist sofortiges austauschen Pflicht. Ich bin inzwischen dazu übergegangen fast ausschließlich mit starkem Fluorocarbon als Vorfach zu fischen. Bestimmte Fabrikate halten nach meinen Erfahrungen auch Hechtzähnen stand und Knicke sind ausgeschlossen, so dass man ein solches Vorfach durchaus mehrere Angeltage lang einsetzen kann, sofern es nicht bei einem Hänger verloren geht.
     
    Da der Lichtbrechungsfaktor von Fluorocarbon, dem von Wasser fast identisch ist, ist das Material auch in hohen Stärken recht unauffällig. Beim Einsatz von Wobblern als Köder, ist es sehr wichtig Karabiner mit Rundbogen zu verwenden um eine gute Köderbewegung zu gewährleisten.
       

    Was die Köderwahl angeht, gilt es, wie bereits angesprochen, kleineren Modellen den Vorzug zu geben. Die ideale Ködergröße für das Sommerangeln am Wehr liegt zwischen 5 und 10 cm. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Wobblern in bauchiger Form gemacht, die gerne auch Rasselkugeln im Innern haben dürfen.
     
    Diese Köder lassen sich in der Regel recht gut werfen und provozieren beißfaule Fische oft auch noch zu Bissen, die nur aus Aggression erfolgen. Darum dürfen selbst bei klarem Wasser Schockfarben wie Firetiger oder Rot-Weiß zum Einsatz kommen. Darauf reagieren vor allem Hechte, Döbel und Welse sehr gut.
       

    Ich verwende aber auch sehr gerne klassische Weißfischdekore, welche bevorzugt von Barben, Zandern und Rapfen attackiert werden. Den Wobbler wähle ich in seiner Lauftiefe so, dass er entweder knapp unter der Oberfläche läuft oder regelmäßig mit der Tauchschaufel auf den Gewässergrund aufschlägt. Letzteres setzt aber voraus, dass man die Angelstelle gut kennt um Köderverluste an Hindernissen zu vermeiden.
     
    Fängige Sommerwobbler sind beispielweise der „Belly Dog“ von Cormoran, der „Fat A“ von Bomber, der „Tango“ von Suxxes, der „Perch“ von Salmo, der „Cherry“ von Illex und der Ugly Duckling „6-MR“. Auch Spinner in Größe 2 – 4 mit silbernen oder gelben Blättern sind immer einen Versuch wert. Wer es auf Rapfen abgesehen hat, kann zu deren gezieltem Fang Popper benutzen.

    Gummifische bringen hauptsächlich Hechte und Zander an den Haken, Döbel gehen darauf hingegen nur in seltenen Fällen. Gute Fänge konnte ich unterhalb der Wehre mit dem „Kopyto“ von Relax in 8 und 10 cm und dem „Attractor“ von Profi Blinker in Größe E verzeichnen. Vergessen Sie nicht ausreichend schwere Bleiköpfe im Gepäck zu haben, damit ein regelmäßiger Grundkontakt des Gummiköders erreicht wird. Wer es auf Rapfen abgesehen hat, sollte auch Popper und Stickbaits wie den Illex „Water Monitor“ in der Köderbox haben.
       

    Statt ziellos im Wehr rumzuangeln, sollte man taktisch vorgehen um maximalen Erfolg erzielen zu können. Zunächst befische ich die Schaumkrone direkt hinter dem Wehrbalken mit tieflaufenden Wobblern. In der Regeln beißen dabei sofort Döbel, Hechte oder ein Wels.
     
    Gerade Döbel werden schnell argwöhnisch, wenn man einige ihrer Artgenossen gedrillt hat. Darum konzentriere ich mich nach einiger Zeit auf flache Sand- und Kiesbänke im Wehrbecken, wo ich mit Wobblern in natürlichen Farben oder Oberflächenködern, auf Barben und Rapfen angle.
     
    Zum Abschluss kommen Gummiköder zum Einsatz, mit denen tiefere Ausspülungen am Gewässergrund und Drehströmungen auf Zander und Hechte befischt werden. In der Abenddämmerung kann es oft auch sinnvoll sein, den Uferbereich mit flachlaufenden Wobblern abzuwerfen, worauf insbesondere Zander sehr gut reagieren.

    Bedenken Sie bitte, dass ein Angeltag bei großer Hitze dem menschlichen Körper auch einiges abverlangt. Ausreichend Getränke und Sonnencreme sollten darum unbedingt mitgenommen werden. Gerade ein harter Welsdrill in sengener Sonne setzt eine gute Verfassung voraus.

    Veit Wilde
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    Kommentare 

     
    0 #1 matthias r. 2010-07-01 19:15
    super beitrag veit
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    0 #2 daniel h. 2010-07-02 09:58
    Sehr schöner Artikel, vielen Dank dafür. Ich habe übrigens auch die Erfahrung gemacht, dass grade im Hochsommer kleine 5cm Kopytos in weiß/schwarz oder in grün/schwarz unheimlich agressiv genommen werden. Vermutlich sind die Räuber dann oft so auf Brut eingeschossen, dass die einfach rot sehen. Ich fische die Kopytos am leichten 3-5gr. Bleikopf im Mittelwasser. Am besten man wirft am Wehr das Weißwasser an und holt den Gummi recht zügig und mit leichten twitches garniert ein.
    So imitiert man einen kleinen Brutfisch, der panisch ist, weil er durch die Strömung von seinem Schwarm getrennt wurde. Ein heiden Spaß...
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    0 #3 Christoph F. 2010-07-06 09:36
    Spitzenbeitrag, danke!
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    0 #4 Christian R. 2010-07-30 12:32
    Hi Veit,

    netter und gut geschriebener Artikel. Mich wundert nur dass bei dir die Döbel das Gummi schmähen, sieht bei uns nämlich ganz anders aus. Ist bestimmt Gewässerabhänig .

    Grüße
    Chris
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