Reisebericht Adrasan (Türkei)
Wirbels und mj23s Abendteuer in Adrasan (Türkei) 22.04.06 – 30.04.06
Wirbel und ich (mj23) melden uns aus Adrasan zurück.
Vorweg es war eine klasse Woche, obwohl es aus anglerischer Sicht bescheiden war. Mutter Natur hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir konnten nur eine Ausfahrt mit dem Boot machen, und diese auch nur eingeschränkt. Die Wellen waren einfach zu hoch.
Die Gegend um Adrasan (Lykische Küste, zu Antalya ca 90km) ist einfach Traumhaft. Berge weit über der 1000 meter Höhe, unheimlich schöne Buchten in die man runter fahren kann und in denen so gut wie keine Menschen sind.
Historisch gibts auch einiges zu sehen (Olympos, Chimaera, Phaselis u.v.m).
Adrasan liegt zwischen mehreren Bergen die nur danach schreien bestiegen zuwerden. Mit dem Auto macht es auch Spaß die kurvigen Strecken zu befahren . Naturfreunde kommen voll auf ihre Kosten. Die Orangen sind der hammer. Während der Fahrt nach Adrasan sieht man schon unzählige Felder mit Orangenbäume. Wirbel haben es die Flüsse und Buchten angetan. Es ist zwar traurig, daß es dort keine Wildforrellen mehr gibt. Einige Buchten sind fantastisch mit der Fliege zu befischen da sie von steilen Küstenfelsen und Wäldern gut gegen Wind geschütz sind. Für einige Buchten bräuchte man jedoch ein Geländewagen. Einige Straßen enden irgendwann in einem Feldweg und es schwierig wird dort wieder rauszukommen, bei 25-30 ° Steigung. In Adrasan gibt es auch sehr schöne Tauchreviere. Tauchschulen vor Ort bieten Schnupperkurse, wie auch richtige Tauchkurse an.
Da wir weit ausserhalb der Saison in Adrasan waren, waren nur eine handvoll Touris dort. Die meisten sind Trekking Touris die den Lykischen Pfad wandern.
Ein kleiner Fluss mündet in Adrasan ins Meer. Schon jetzt tummelten sich dort jede Menge Meeräschen rum. Leider aber nur kleine. In ein paar Monaten, wurde uns gesagt, sind dann auch die größeren da.
Die erste Bootstour war für den Dienstag geplant, weil wir am Montag nach Kumluca (20km) zu Adrasan fahren mussten um ein Angelerlaubnis zu holen. Da ich dort beim Amt war, hier die Lage wie es ist. Als Touri (nicht türkischer Staatsbürger) braucht man für das Angeln vom Ufer aus keinen Schein oder ähnliches. Wenn man allerdings vom Boot aus angeln will, so muss der Touren Anbieter über ein bestimmtes Zertifikat (Turizm Amatör Balikcilik Belgesi) verfügen. Weiter muss durch den Anbieter für den jeweiligen Angler eine Marke gekauft werden, der Preis beträgt 50YTL.
So zurück zur Tour. Der Anbieter der Tour heißt Menderes, sehr netter und hilfsbereiter Zeitgenosse. An dem geplanten Dienstag konnten wir nicht rausfahren, da wie schon erwähnt die Wellen zu heftig waren. Also haben wir die Tour auf den Mittwoch geschoben. Am Mittwoch konnten wir zwar starten, jedoch konnten wir nicht richtig weit rausfahren, da der Wellengang immer heftiger wurde, je weiter man hinausfuhr. Also fischten wir die Ufernahen Gebiete ab. Es ging morgens 6:30 los. Zielfisch war erstmal der Bonito. Welcher später als Köderfisch eingesetzt werden sollte. Wirschleppten wie die bekloppten, aber kein Biss. Nächste Möglichkeit wäre Hornhecht gewesen, auch dieses Unterfangen sollte nicht erfolgreich sein. Also versuchten wir es weiter mit größeren und kleineren Wobblern. Zwischenzeitlich gab es in einer schönen Grotte ein Mittagessen.
Weiter ging es mit dem Fischen. Um ca. 16:00 Uhr waren wir dann wieder zurück in Adrasan mit ganz genau null Fischen. Es war trotzdem ein schöner Tag auf dem Wasser, weil wir Küstennah gefahren sind und man Tolle Höhlen und Felsen sehen konnte.
Weiter Ausfahrten konnten wir nicht machen. Diese verflixten Wellen. Also wurde es nichts mit Amberjack. Zumidest dieses mal nicht
Als wir uns wieder Richtung Flughafen (Antalya) gemacht haben, sind wir an Olympos (antike Ruinenstadt) vorbei gefahren und haben noch die "die ewigen Feuer der Chimäre" besucht. Ist schon heftig, wenn man sieht das einfach Feuer aus Berggestein kommt.
Weiter Richtung Antalya sind wir dann am Fluss Ulupinar angekommen. Den sind wir dann runter gefahren. Dort gibt es einige Forellenzuchtanlagen mit dazu gehörigem Restaurant. Wir haben dort jemanden gefragt, ob denn auch Forellen in den Fluss entkommen. Er sagte, daß gerade vor zwei Tagen zwei Stück entkommen sind und seine Mitarbeiter versuchen diese mit Angeln zu überlisten. Vergeblich. Wirbel schaute mich daraufhin nur komisch an und ich wusste schon was er vor hatte, ich hatte nämlich den selben Gedanken. Er sprach ihn aus "Wollen wir unsere Fliegenruten rausholen, zum Packen haben wir doch noch genug Zeit?". Wir haben wirklich darüber nachgedacht, haben es aber nicht getan. Wir haben uns ins Restaurant gesetzt und uns einen sehr leckeren Grillteller bestellt.
Der Besitzer unseres Hotels (eigentlich eine Pansion) ist auch ein Angelverrückter. Er fährt normalerweise, sofern das Wetter es erlaubt, jeden Tag raus. Er nimmt auch interessierte Hotelgäste mit. Leider bereiten sie sich gerade auf die Saison vor, so konnten wir nicht mit ihm Angeln. Auf jeden Fall haben wir uns mit ihm Unterhalten und er hat sich tierisch darüber gefreut, daß er sich mit anderen Leuten übers Angeln unterhalten konnte. Nach seinen Erzählungen geht die Angelsaison so ab Mitte Mai richtig los. Er meinte, daß wir ein Tick zu früh gekommen sind. Die Fischvielfalt ist wirklich groß. Hornhechte, Bonitos, Mahi Mahi, Amberjack, Zackenbarsch, Wolfsbarsch, Meeräsche, Leerfish, little Thunny und Barrakuda. Also für jeden etwas dabei, wenn man zur richten Zeit dort ist!
Lustig war es am Flughafen. Wirbel und ich hatten unsere Ruten in dem Bazuka Transportrohr von Flambeau. Das Ding sieht auch so aus Naja wir wurden wiederholt gefragt was denn da drin sein. Bei der Antwort "Angeln", haben die Security Leute dann immer gegrinnst. Öffnen mussten wir die Rohre zu unserer Verwunderung nicht.
Tayfun Ünel
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