Biedron-Wobbler: mein Testbericht
Vor gut zwei Wochen hab ich sie erstmals in Händen
gehalten, meine drei Testwobbler von Peter Biedron: den zweiteiligen Original in
der 11cm langen, schwimmenden Version, den ebenfalls zweigeteilten, auffallend
flachen und hochrückig gestalteten Belly Dancer in 8cm mit 12g Gewicht, sowie
den knallroten Dirty Harry in 9cm mit 20g. Skeptisch betrachtete ich eingangs
gleich mal das Fehlen der klassischen Tauchschaufel. Diese ist hier im Prinzip
Bestandteil des eigentlichen Wobblerkörpers. Die Lackierung und Verarbeitung
wusste aber gleich auf den ersten Blick zu überzeugen.
Nun war Warten
angesagt, da in unserem Verein die Raubfischschonzeit bis zum 15. Juni dauert.
Um mir die Zeit zu vertreiben, bestellte ich nach Anraten eines Freundes
zusätzlich zu meinem Hauptgewässer noch eine Jahreskarte für den Mertseestausee,
der für seinen ausgeprägten Weißfisch-und Karpfenbestand bekannt ist.
Letzten
Samstag saß ich gerade das erste Mal an besagtem See, als der Geschäftsführer
unseres Vereins vorbeischlenderte und auf einen kleinen Plausch bei uns
hängenblieb. Und da kam sie, die wunderbare Nachricht: der Verein hatte sich
entschieden, für den Stausee den Beginn der Raubfischsaison auf den 1. Mai
vorzuverlegen.
Nach dem vormittäglichen
Hegefischen und anschließendem Beisammensitzen beschlossen mein Kumpel und ich
gestern noch eine Runde mit der Spinnrute am See zu drehen - die Stunde des
ersten Tests hatte geschlagen.
Da das Wasser des ca. 4 Hektar großen Sees
ziemlich trüb war entschloss ich mich nach einiger Zeit des erfolglosen
Gufierens für den knallroten Dirty Harry von Biedron. Aufgrund der starken
Verlandung des Stausees, der ohnehin in den meisten Bereichen nur 1-3m tief ist,
entschloss ich mich anfangs die unterste der drei Einhängeösen des Wobblers zu
nehmen, um das Flachwasser damit ein wenig abzufischen. Nach kurzer Zeit war es
absolut einleuchtend, was der Aufdruck Slomo-Concept auf den Verpackungen des
Dirty Harry und Belly-Dancers zu bedeuten hat: einen sehr ruhigen Lauf ohne
große Ausbrüche aus der Zugrichtung, der aber auch bei relativ langsamer Führung
immer ein gewisses Maß an natürlich anmutenden Schwimmbewegungen
aufweist.
Nachdem ich so ein paar Würfe gemacht hatte, wollte ich den Wobbler
auf etwas mehr Tiefe bringen und hing ihn deshalb in der mittleren Öse ein. Um
den doch etwas monoton wirkenden Lauf für die Räuber ein wenig interessanter zu
machen, führte ich ihn mit gelegentlichen kurzen Schlägen. So wanderte ich ein
Stück das Ufer ab und bekam auch tatsächlich einen knallharten Biss keine 5
Meter draußen! Die Bremse der Rolle machte saubere Arbeit bei der ersten Flucht
und dann sah ich ihn - den ersten Zander meiner fast 17-jährigen Anglerkarriere.
Mir war der Gedanke nach einem Zander gar nicht in den Sinn gekommen, da bei uns
der Hecht ganz klar die Nummer eins ist und sehr selten Zander gefangen
werden...
Ja da war er der riesige Schädel und die Stachelflosse, die nur
wenige Meter vor mir die Oberfläche durchbrachen. Ein Zander, und was für einer!
Mein Kollege eilte herbei und nach nur knapp zwei Minuten war er im Kescher.
77cm und 9Pfund 260g haben den roten 9cm Dirty Harry voll genommen.
Was für ein Einstieg in die Raubfischsaison! Bin ja mal gespannt, wie sich die
anderen Biedrons schlagen und ob der Dirty Harry da anknüpfen kann, wo er
gestern aufgehört hat. Ich werde berichten...
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