Filosofie...
Filosofie---
Nun hab ich so langsam ja ein paar Jahre auf dem Buckel. In vielen Diskussionen hier im Board bekommt man auch mit, wie verschieden Motivation und Engagement der verschiedenen Angler sind. Da gibt es zig unterschiedliche Gründe und Verhaltensweisen. Das gipfelt dann oft in teilweise auch sehr strittigen (kein Problem) Diskussionen, teilweise aber leider auch immer wieder in persönlichen Anfeindungen, wenn die andern Diskutanten die eigene Meinung oder Sichtweise partout nicht annehmen wollen..
Und immer wieder erwische ich mich beim lesen solcher
Diskussionen und Beiträge
dabei, dass ich oft genug beide Seiten verstehen kann
- auch nachvollziehen warum der eine so oder der andere so handelt.
Auch deswegen, weil man als Angler ja auch selber eine individuelle Entwicklung durchmacht. Die selbstverständlich nicht linear, sondern orientiert sich an vielen verschiedenen subjektiven Gegebenheiten. Das fängt bei den Angelmöglichkeiten vor Ort an, der Zeit und dem Geld das man zur Verfügung hat und hört bei familiären Einschränkungen noch lange nicht auf.
Dazu kommt dann auch noch, das die öffentliche Diskussion - seien es Tierschützer, Wasserkraftwerke, Fischereipolitik etc. bei vielen Anglern ja auch noch eine Rolle spielen und sie versuchen daraus für ihr anglerisches Tun Schlüsse zu ziehen und sich entsprechend zu verhalten.
Es gibt dann immer wieder einzelne Punkte, wo die Meinungn fast zwangsläufig aufeinanderprallen. Lebende Köderfische, Setzkescher, c+r/c+c, Laichdorsch, Schonzeiten, Schmerzempfinden bei Fischen ja oder nein, und, und, und..... Und fast immer kann ich - zurückblickend in meiner anglerischen Laufbahn - meist beide Seiten verstehen und die Argumente nachvollziehen, da ich oft genug sowohl in der einen wie der anderen Art in über 35 Jahren angeln gehandelt habe je nach meinem persönlichen anglerischen "Entwicklungsstand".
Apropos "Entwicklungsstand":
Bevors wieder falsch verstanden wird. Für mich gibts nicht die besseren oder schlechteren Angler, ein Fliegenfischer mag z. B. einen anderen (persönlichen) Entwicklungsstand als ein Stipper haben. Ich werde mir aber nie anmaßen, den einen oder anderen Stand höher zu bewerten oder gar abzuqualifizieren.....
Zuerst steht bei den meisten ja das "mitangeln". Also mit Bekannten oder Freunden oder deren Eltern angeln zu gehen. Da kriegt man dann ja schon mal viel mit. Wobei wohl jeder ehrlicherweise zugeben sollte, dass in diesem Stadium Gedanken an "Waidgerechtigkeit" in welcher Form auch immer kaum eine Rolle spielen. Man will Fische sehen, möglichst viele (Größe ist da meist noch untergeordnet, Hauptsache es ist was los..). Optimal dabei ist es dann, wenn man auch noch den einen oder anderen Fisch selber fangen kann/darf. Und wenns nur der Köfi zum Hechtangeln ist....
Zu Beginn meiner anglerischen Laufbahn war das alles auch rechtlich wesentlich unproblematischer als heute, zu Zeiten der allgegenwärtigen Schützer und Gutmenschen...
Thomas Finkbeiner
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