Ausgabe Mai 2012

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    Graser von 116cm und 50pfund

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    Graser von 116cm und 50pfund

     


     

    Am 14.05.08 war ich wie so oft in letzter Zeit, früh morgens nach der Arbeit mit der Angel unterwegs um mit Schwimmbrot die Karpfen zu "ärgern".
    Der See an den ich es mal wieder versuchen wollte ist ein relativ schwieriges Gewässer in dem nur wenige, aber dafür große Karpfen vorkommen.

    An einer bestimmten Stelle am See angekommen, packte ich als erstes den Kescher und danach die Angel aus.
    Danach ging es langsam und leise mit der Wathose ins Wasser mit ein paar Brotstücken zum füttern...
    vielleicht kommt ja endlich mal ein Spiegler oder Graser und zeigt Interesse an Oberflächenköder...

    keine 2 Sekunden vergingen und die ersten unerwünschten Rotfedern und Rotaugen machten sich am Brot zu schaffen.

    Nach wenigen minuten war von den paar Brotstücken die ich reingeworfen hatte, nur noch eins davon zu sehen und die Rotfedern und Rotaugen waren inzwischen auch wieder verschwunden.

    Eine Blässralle kam aus den Schilf und wollte die Chance gerade nutzen um sich das letzte Stück zu holen... aber es hatte sich vor irgendwas im Wasser erschrocken und kehrte wieder um.
    Sekunden später sah ich in einigen metern Entfernung eine Bugwelle die von einen größeren Fisch stammen musste... und als ich gerade wieder zum letzten Brotstück schauen wollte...
    war nur noch einen mächtiger Strudel auf der sonst so stillen Wasseroberfläche zu sehen,
    vom Brotstück war nichts mehr da.
    Ein Karpfen musste sich das Stück geschnappt haben,

    und mein Herz pocherte in den moment wie wild^^...
    gleich darauf hab ich den Haken mit ein Stück Brot versehn und vorsichtig ausgeworfen, die Bremse der Rolle etwas fester gedreht und abgewartet.
    Es dauerte in etwa nur eine Minute und der Fisch war wieder da. Er umschwamm das Schwimmbrot mehrmals... die Kreise die er zog, wurden immer enger und der Fisch zog urplötzlich wieder davon.
    Als ob der Fisch einen Anlauf nehmen will, war wenige meter hinter den Schwimmbrot eine erneute Bugwelle und die zog direkt auf das Brot zu...
    die Welle verschwand kurz davor wieder
    und zwei, drei Sekunden später tauchte der halbe Kopf des Fisches wie im Zeitlupentempo aus dem Wasser und schlürfte das Brot ein... und ich stand kurz vor einen Herzinfarkt^^.

    Der Fisch tauchte ab, die Schnur fing an zu laufen...
    und ich setzte einen kurzen kräftigen Anhieb und das Wasser explodierte. Der Haken sitzt... jetzt schnell den Rollenbügel auf und die Bremse etwas leichter einstellen, Kescher lag schon neben mir im Wasser... und den zog ich mit der linken Hand hinterher bis ich hinter der kleinen mikrigen Schilfkante stand. Der Fisch zog in der zwischenzeit erstmal zwanzig meter Schnur von der Rolle und schwamm richtung Krautkante. Doch ich konnte den Fisch noch schnell davon weglenken und ihn meter um meter einholen und er nahm hin und wieder auch wieder etwas Schnur zurück.
    Etwa zehn minuten war er nun schon dran und er zeigte sich an der Wasseroberfläche, ich konnte anhand der Rückenflosse und der Schuppen erkennen das es sich um einen Graser handelt.
    Ich wagte nun schon bald den ersten Kescherversuch... nur der große Karpfenkescher lässt sich sehr schwer im Wasser lenken und heben,
    als der Fisch bemerkte das ich ihn versuchen will zu keschern, nahm er wieder reiss aus und die mittlerweile relativ hart eingestellte Bremse surrte und kreischte wie verrückt. Hab den Kescher dann los gelassen(gut das der schwimmt) immer und immer wieder liess sich der Fisch ein Stück herankurbeln und flüchtete wieder als er den Kescher sah, aber die Fluchtversuche wurden kürzer. Fünfzehn minuten waren mittlerweile um
    und mehrere Kescherversuche waren schon unternommen,
    der Fisch blieb trotzdem weiterhin hartnäckig und gab nicht auf. Mit einem mal zog der Fisch auf den dichtbewachsenen Schilfgürtel zu... der etwa 50m lang und 3m hoch ist. Ich wollte gegenhalten aber konnte ihn nicht aufhalten. Wie ein Panzer zog der Fisch kraftvoll und immer schneller werdend auf das Schilf zu, ein weglenken ging jetzt auch nicht mehr...
    der Fisch schwamm unaufhaltsam hinein. Als er etwa drei meter weit in den dichtbewachsenen Schilfgürtel reingezogen war, blieb er im dichteren Schilf "stecken". Na toll... und der Kescher liegt noch einige meter hinter mir im Wasser... das wars dann wohl... dacht ich mir
    Der Graser stand nun ruhig im Schilf an der Wasseroberfläche und ich dachte über eine Handlandung nach... unmöglich war mir klar, als ich den Umfang des Fisches sah.
    Ich versuchte den Fisch irgendwie dazu zu bringen, das er wieder ins Freiwasser schwimmt...
    doch der wollte da nicht so schnell raus und mit einmal explodierte er und gab noch einmal alles...
    immer und immer wieder... wie von einer Wespe gestochen, unternahm er kräftige Fluchten und das Wasser kochte und spritzte in alle Himmelsrichtungen.
    Ich stellte dann die Bremse feiner ein und hielt die Angel ständig nach oben... der Fisch zog immer mehrere meter wie wild durch das Schilf mit kurzen zwischenstops...
    nach ca 30 meter hat er den Weg aus den Schilf endlich rausgefunden und war wieder im Freiwasser^^.
    Als auch ich aus den Schilf rauskam musste ich feststellen das direkt da hinter, bereits das Kraut ordentlich hoch war und der Graser nun darin geflüchtet ist,
    zum Glück schwamm er nicht zu weit hinein und ich konnte ihn langsam wieder aus den Kraut rausziehen...
    er war wieder frei und ich musste den Fisch nun dazu bringen, mit mir die 30 meter zurück bis zum Kescher zu folgen... der Weg dorthin wurde für mich immer feuchter, denn das Wasser lief schon oben in meine Wathose hinein, was mir aber in den Augenblick egal war.
    Der Fisch liess sich ca 10 meter weiter draussen an der Wasseroberfläche im Freiwasser vorsichtig mitführen...
    und als der Weg entlang des "gefährlichen" Schilfgürtels fast überwunden und der Kescher wieder greifbar nah war ... sah ich das Raubfischangler Axel mit seiner Jerkrute angelaufen kam und mich schon vom weitem gesehen hat, wie ich mit den Fisch an der Rute aus den Schilf kam.
    Knapp 30 minuten, aber eine gefühlte ganze Stunde sind vergangen und die Kraft des Grasers war schon fast am Ende, da wollt er noch einmal mit letzter Kraft ins kurze, fast Schulterhoch und spärlich wachsene Schilf flüchten und lag da dann nach der letzten Flucht halb erschöpft an der Wasseroberfläche auf der Seite.
    Axel hatte mein Kescher bereits in der Hand und sagte nur... "führ den vorsichtig rüber"
    und dann lag der Fisch auch "schon" in den Maschen und war endlich besiegt.


    Der restliche Ablauf dann ging recht zügig und der Fisch wurde
    vermessen und brachte als Ergebnis 116cm gesamtlänge.
    Dann war das Wiegen des Fisches dran... und da reichte Waage nummer 1 mit ihren 22 Kilo nicht aus... Waage nummer 2 schaffte es dann auf unglaubliche 50pfund!
    Was für ein Fisch!





     

     Andy Kleinschmidt

    Kommentare 

     
    0 #1 Raubfisch86 2008-06-03 16:39
    Petri zu deinem (monster) alter Schwede ist das ein vieh!!!!!!!!!!! Nach der beschreibung deines angeltages war das ein sehr sehr sehr geiler drill
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    0 #2 tarpoon 2008-06-03 17:57
    das nenn ich mal einen traum-graser... petri heil natürlich auch nochmal von mir
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    0 #3 Peter 2008-06-04 12:22
    Zu diesem wunderschönen Graser.
    Danke für das berichten und den Bildern!

    Gruß
    Peter
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