Graser von 116cm und 50pfund
Am 14.05.08 war ich wie so oft in letzter Zeit,
früh morgens nach der Arbeit mit der Angel unterwegs um mit Schwimmbrot die
Karpfen zu "ärgern"
.
Der See an den ich es mal
wieder versuchen wollte ist ein relativ schwieriges Gewässer in dem nur wenige,
aber dafür große Karpfen vorkommen.
An einer bestimmten Stelle am See
angekommen, packte ich als erstes den Kescher und danach die Angel aus.
Danach ging es langsam und leise mit der Wathose ins Wasser mit ein paar
Brotstücken zum füttern...
vielleicht kommt ja endlich mal ein Spiegler oder
Graser und zeigt Interesse an Oberflächenköder...
keine 2 Sekunden vergingen und die ersten unerwünschten Rotfedern und
Rotaugen machten sich am Brot zu schaffen.
Nach wenigen minuten war von
den paar Brotstücken die ich reingeworfen hatte, nur noch eins davon zu sehen
und die Rotfedern und Rotaugen waren inzwischen auch wieder verschwunden.
Eine Blässralle kam aus den Schilf und wollte die Chance gerade nutzen
um sich das letzte Stück zu holen... aber es hatte sich vor irgendwas im Wasser
erschrocken und kehrte wieder um.
Sekunden später sah ich in einigen metern
Entfernung eine Bugwelle die von einen größeren Fisch stammen musste... und als
ich gerade wieder zum letzten Brotstück schauen wollte...
war nur noch einen
mächtiger Strudel auf der sonst so stillen Wasseroberfläche zu sehen,
vom
Brotstück war nichts mehr da
.
Ein Karpfen musste sich das
Stück geschnappt haben,
und mein Herz pocherte in den moment wie
wild^^...
gleich darauf hab ich den Haken mit ein Stück Brot versehn und
vorsichtig ausgeworfen, die Bremse der Rolle etwas fester gedreht und
abgewartet.
Es dauerte in etwa nur eine Minute und der Fisch war wieder da.
Er umschwamm das Schwimmbrot mehrmals... die Kreise die er zog, wurden immer
enger und der Fisch zog urplötzlich wieder davon
.
Als ob der
Fisch einen Anlauf nehmen will, war wenige meter hinter den Schwimmbrot eine
erneute Bugwelle und die zog direkt auf das Brot zu...
die Welle verschwand
kurz davor wieder
und zwei, drei Sekunden später tauchte der halbe Kopf des
Fisches wie im Zeitlupentempo aus dem Wasser und schlürfte das Brot ein... und
ich stand kurz vor einen Herzinfarkt^^.
Der Fisch tauchte ab, die Schnur
fing an zu laufen...
und ich setzte einen kurzen kräftigen Anhieb und das
Wasser explodierte. Der Haken sitzt... jetzt schnell den Rollenbügel auf und die
Bremse etwas leichter einstellen, Kescher lag schon neben mir im Wasser... und
den zog ich mit der linken Hand hinterher bis ich hinter der kleinen mikrigen
Schilfkante stand. Der Fisch zog in der zwischenzeit erstmal zwanzig meter
Schnur von der Rolle und schwamm richtung Krautkante. Doch ich konnte den Fisch
noch schnell davon weglenken und ihn meter um meter einholen und er nahm hin und
wieder auch wieder etwas Schnur zurück.
Etwa zehn minuten war er nun schon
dran und er zeigte sich an der Wasseroberfläche, ich konnte anhand der
Rückenflosse und der Schuppen erkennen das es sich um einen Graser handelt
.
Ich wagte nun schon bald den ersten Kescherversuch... nur der große
Karpfenkescher lässt sich sehr schwer im Wasser lenken und heben,
als der
Fisch bemerkte das ich ihn versuchen will zu keschern, nahm er wieder reiss aus
und die mittlerweile relativ hart eingestellte Bremse surrte und kreischte wie
verrückt. Hab den Kescher dann los gelassen(gut das der schwimmt) immer und
immer wieder liess sich der Fisch ein Stück herankurbeln und flüchtete wieder
als er den Kescher sah, aber die Fluchtversuche wurden kürzer. Fünfzehn minuten
waren mittlerweile um
und mehrere Kescherversuche waren schon
unternommen,
der Fisch blieb trotzdem weiterhin hartnäckig und gab nicht auf.
Mit einem mal zog der Fisch auf den dichtbewachsenen Schilfgürtel zu... der etwa
50m lang und 3m hoch ist. Ich wollte gegenhalten aber konnte ihn nicht
aufhalten. Wie ein Panzer zog der Fisch kraftvoll und immer schneller werdend
auf das Schilf zu, ein weglenken ging jetzt auch nicht mehr...
der Fisch
schwamm unaufhaltsam hinein. Als er etwa drei meter weit in den dichtbewachsenen
Schilfgürtel reingezogen war, blieb er im dichteren Schilf "stecken". Na toll...
und der Kescher liegt noch einige meter hinter mir im Wasser... das wars dann
wohl... dacht ich mir
Der Graser stand nun ruhig im
Schilf an der Wasseroberfläche und ich dachte über eine Handlandung nach
...
unmöglich war mir klar, als ich den Umfang des Fisches sah.
Ich versuchte
den Fisch irgendwie dazu zu bringen, das er wieder ins Freiwasser schwimmt...
doch der wollte da nicht so schnell raus und mit einmal explodierte er und
gab noch einmal alles...
immer und immer wieder... wie von einer Wespe
gestochen, unternahm er kräftige Fluchten und das Wasser kochte und spritzte in
alle Himmelsrichtungen.
Ich stellte dann die Bremse feiner ein und hielt die
Angel ständig nach oben... der Fisch zog immer mehrere meter wie wild durch das
Schilf mit kurzen zwischenstops...
nach ca 30 meter hat er den Weg aus den
Schilf endlich rausgefunden und war wieder im Freiwasser^^.
Als auch ich aus
den Schilf rauskam musste ich feststellen das direkt da hinter, bereits das
Kraut ordentlich hoch war und der Graser nun darin geflüchtet ist,
zum Glück
schwamm er nicht zu weit hinein und ich konnte ihn langsam wieder aus den Kraut
rausziehen...
er war wieder frei und ich musste den Fisch nun dazu bringen,
mit mir die 30 meter zurück bis zum Kescher zu folgen... der Weg dorthin wurde
für mich immer feuchter, denn das Wasser lief schon oben in meine Wathose
hinein, was mir aber in den Augenblick egal war.
Der Fisch liess sich ca 10
meter weiter draussen an der Wasseroberfläche im Freiwasser vorsichtig
mitführen...
und als der Weg entlang des "gefährlichen" Schilfgürtels fast
überwunden und der Kescher wieder greifbar nah war ... sah ich das
Raubfischangler Axel mit seiner Jerkrute angelaufen kam und mich schon vom
weitem gesehen hat, wie ich mit den Fisch an der Rute aus den Schilf kam.
Knapp 30 minuten, aber eine gefühlte ganze Stunde sind vergangen und die
Kraft des Grasers war schon fast am Ende, da wollt er noch einmal mit letzter
Kraft ins kurze, fast Schulterhoch und spärlich wachsene Schilf flüchten und lag
da dann nach der letzten Flucht halb erschöpft an der Wasseroberfläche auf der
Seite.
Axel hatte mein Kescher bereits in der Hand und sagte nur... "führ
den vorsichtig rüber"
und dann lag der Fisch auch "schon" in den Maschen und
war endlich besiegt
.
Der restliche Ablauf dann
ging recht zügig und der Fisch wurde
vermessen und brachte als Ergebnis 116cm
gesamtlänge
.
Dann war das Wiegen des Fisches dran... und da reichte Waage
nummer 1 mit ihren 22 Kilo nicht aus... Waage nummer 2 schaffte es dann auf
unglaubliche
50pfund
!
Was
für ein Fisch!

Andy Kleinschmidt
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Kommentare
Danke für das berichten und den Bildern!
Gruß
Peter