Pressemeldung: Junge Mädchen klammern sich verzweifelt an Fahrwassertonne fest
PressemeldungJunge Mädchen klammern sich verzweifelt an Fahrwassertonne fest
Seenotretter bringen Hilfe in letzter Minute für fünf Wattwanderer
Dem schnellen Eingreifen der Besatzung des Seenotrettungsbootes NEUHARLINGERSIEL von der Station Neuharlingersiel/Ostfriesland der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist es zu verdanken, dass fünf junge Mädchen im Alter von zehn bis vierzehn Jahren am Samstag, 10. Mai 2008, eine Wattwanderung schadlos überstanden haben. Bis zum Hals im Wasser stehend konnten die Seenotretter die jungen Urlauberinnen in letzter Minute aus ihrer lebensbedrohlichen Situation befreien.
In den Mittagsstunden machten sich die fünf Mädchen bei auflaufendem Wasser auf zu einer Wattwanderung vor dem Strand von Neuharlingersiel. Das für 15 Uhr vorhergesagte Hochwasser setzte zu diesem Zeitpunkt ungewohnt früh und mit starker Strömung ein. Als ein Angehöriger vom Strand aus feststellte, dass die Mädchen die rettende Küste nicht mehr erreichen konnten, alarmierte er die Polizei, die den Notruf sofort an die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS weiterleitete.
Von "Bremen Rescue Radio", der Seenotfunkstelle der DGzRS, wurde um 12.43 Uhr ein Mayday-Relay zur Information der Berufs- und Freizeitschifffahrt in dem betroffenen Seegebiet abgesetzt. Keine fünf Minuten später lief das Seenotrettungsboot NEUHARLINGERSIEL aus dem Hafen zur Unfallposition. Auch der in Wilhelmshaven stationierte Rettungshubschrauber "Christoph 26" war nach kurzer Zeit in der Luft.
Kurz nach 13 Uhr war die NEUHARLINGERSIEL mit Vormann Wolfgang Gruben und Rettungsmann Peter Henning vor Ort. Drei der Urlauberinnen konnten durch die Bergungspforte des Seenotrettungsbootes an Bord genommen werden. Zwei weitere wurden von Peter Henning zu Fuß von einer Sandbank geborgen.
"Die Mädchen standen teilweise bis zum Hals im Wasser, konnten sich in der heftigen, mit drei Meilen laufenden Strömung kaum festhalten. Verzweifelt klammerten sie sich an einer Fahrwassertonne fest und erlitten durch den starken Muschelbewuchs schlimme Schnittwunden. Alle waren außerdem stark unterkühlt," so Wolfgang Gruben nach dem Einsatz. "Ein Notarzt nahm bei uns an Bord die medizinische Erstversorgung vor. Anschließend wurden alle fünf in das Krankenhaus gebracht."
Die Wassertemperatur betrug zum Unfallzeitpunkt elf Grad, der Wind wehte schwach mit der Stärke eins aus Südost.
Die an diesem Seenotfall beteiligten Rettungsmänner gehören der Freiwilligen-Station Neuharlingersiel der DGzRS an. Sie üben ihre Arbeit ehrenamtlich aus, wann immer sie in den Einsatz gerufen werden. Darüber hinaus investieren sie viele Stunden ihrer Freizeit für die Pflege ihres Seenotrettungsbootes, des Stationsgebäudes, der umfangreichen rettungstechnischen Ausrüstung sowie für Übungen und Fortbildungsmaßnahmen
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