Ausgabe Mai 2012

Linktipps

    BORNHOLM Oktober 2008 - Bilderbericht Teil 4

    Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. | Drucken |

    BORNHOLM Oktober 2008 - Bilderbericht Teil 4

    Freitag
    Der Freitag sollte nach dem Kauf des alles entscheidenden Meerforellenwobblers endlich mein Tag in der Wathose werden. Für meine Freundin hatten wir den Lenkdrachen eingepackt, damit sie sich die Zeit am Strand vertreiben konnte. An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass meine Freundin vollstes Verständnis für meine Leidenschaft am Angeln hat und hin und wieder essen wir auch gerne mal den von mir gefangenen frischen Fisch. Andrerseits fällt es mir schon schwer, unsere recht knappe gemeinsame Freizeit auch noch ohne sie am Wasser zu verbringen. Da macht es eben doppelt Spaß, wenn sie einfach mitkommt.
    hitraturist_115x50.jpg

    Nach einem intensiven Kartenstudium hatte ich mich für das nahe zu unserer Hütte liegende Stenodde entschieden. Der erste Blick auf das doch wieder recht bewegte Wasser und der auflandige Wind verhießen nichts Gutes. Allerdings sollte ein alte Däne, der mit seiner Spinnrute gemütlich auf seinem Angelhocker saß und wieder und wieder seinen Blinker in die Fluten schickte mein Vertrauen in die richtige Stelle und das richtige Wetter wieder stärken. So zwängte ich mich also in die Wursthülle aus Neopren, um den ersten Wurf zu wagen. Irgendwo hatte ich etwas davon gelesen, dass Steine im Wasser ein guter Standort für die Meerforellen wären.


    Dem Lenkdrachen tat der Wind gut



    Ein alter Däne beim gemütlichen Spinnfischen



    In der Wathose macht keiner eine gute Figur, oder?

    Leider war das aber kein Standort, um den Köder ungehindert durchs Wasser zu ziehen und nach kurzer Zeit blieb mein erster noch aus Deutschland mitgebrachter Blinker von Jenzi am Stein hängen und war weg. Die anderen Würfe mit einem neu montierten etwas schwereren Blinker brachten nichts als lange Krautfahnen ans Ufer, also wurde die am Vortag erworbene Wunderwaffe von gladsax ausgepackt und in die Fluten geschickt. Nach einigen Würfen war ich aber so was von nicht überzeugt, damit auch nur einen einzigen Fisch zu fangen, dass ich entnervt aufgab und mich dem für die Windverhältnisse besser geeigneten Lenkdrachen zuwand. Was solls, ein Anfang war somit zumindest gemacht. Und von dem so viel beschworenen „Fisch der Tausend Würfe“ war ich nur noch etwa 950 Würfe entfernt. Der Opi von der Insel zog übrigens auch ohne Fisch von dannen, nachdem die Flüssigkeit in seiner Thermoskanne versiegt war.
    Hätte ich übrigens tatsächlich einen Fisch gefangen, so hätte ich gar nicht gewusst, wie ich den in meinen Kescher bekommen sollte. Den hatte ich mir nämlich mit einer Schnur an meinen Gürtel befestigt und ihn im Wasser treiben lassen. Nach wenigen Minuten war der Kescher jeweils voll mit Treibgut, so dass kaum noch ein Fisch reingepasst hätte.


    Endlich im Wasser



    Wieder nur Kraut am Haken



    Der Lenkdrachen war bei dem Wind angebrachter als Krautfischen

    Der Nachmittag brachte uns ein sehr abwechslungsreiches Kulturprogramm in Svaneke, was für Liebhaber von Glas und Keramik, aber auch von handgemachtem Bier, Lakritze, Karamell, Bonbons und Schokolade ein ausgemachtes Muss ist. Überall gibt es in dieser kleinen Stadt etwas zu entdecken und man könnte sich arm kaufen an all den Kunst“hand“werken und Köstlichkeiten.


    Glaskunst



    Farben der Natur

    Am frühen Abend ging es dann nach Snogebaek. Dort gab es noch einmal die Gelegenheit, mich mit meinem letzten nicht der „Fritteuse zum Opfer“ gefallenen Tobiasfisch auf die Mole des kleinen Hafens zu stellen und es auf Plattfisch zu versuchen. Lustigerweise hatten wir zufällig am Vortag ein gut befreundetes Pärchen aus Berlin getroffen, so dass sowohl meine Freundin als auch ich für den Abend nicht alleine waren. Zusammen mit Mike war es für mich auch nicht so gruselig auf der Mole zu stehen und die einbrechende Dunkelheit über uns kommen zulassen. Allerdings war der Erfolgsdruck enorm gewachsen jetzt für vier Leute Fisch nach Hause zu bringen.
    Kaum war die Sonne am Horizont verschwunden, gab es bei mir auch gleich den ersten Biss, der sich als Miniplatte herausstellte. Nachdem auch der zweite Fisch nicht den erhofften Pfannenbutt bringen wollte und der Regen zunahm, packten wir unser Gerödel zusammen und fuhren etwas bedröppelt zu unseren Frauen, die bereits am gemütlichen Kamin saßen. Der Abend wurde aber durch die letzten Heringe und Sandaale gerettet, die wir noch in unserem Kühlschrank hatten. Dazu gab es noch sehr leckeren marinierten Hering aus der Räuchrei von Snogebaek und Bornholmer Fiskeboller aus der Dose. An dieser Stelle dazu noch eine kurze Warnung: Fiskeboller sind nicht unbedingt für unseren mitteleuropäischen Gaumen gemacht worden.


    In der Dämmerung sollten die Platten beißen



    Platte auf Tobiasfisch



    Zu klein für die Pfanne


    Sonnabend
    Am letzten Tag sind wir noch mal über diese wunderschöne Insel gefahren und haben an Stellen halt gemacht, die uns neugierig gemacht haben oder einfach nur schön anzusehen waren. Nein, eine Kirche war diesmal wirklich nicht dabei. Übrigens bin ich in keinster Weise konfessionell gebunden. Aber Bornholm Kirchen sind schon sehenswert und geschichtsträchtig.


    Farbenfrohe alte Fachwerkhäuser



    Im Hintergrund eine von vielen sehr schönen Windmühlen



    Bautasteine zeugen von einer vorchristliche Besiedlung



    Noch mal mit dem Drachen unterwegs


    Sonntag
    Die Rückfahrt mit der Fähre war recht entspannt. Wir wurden zwar schon von den Wellen etwas durchgeschüttelt, aber das Frühstück hat mir trotzdem gemundet.
    Unterwegs sind wir immer wieder mal kleineren Fischerbooten auf der Ostsee begegnet. Es würde mich nicht wundern, wenn am Adlergrund auch ein paar Angelkutter aus Deutschland dabei waren.


    Qualle



    Herbststimmung



    Letzter Sonnenuntergang auf der Insel


    Fazit und Ausblick
    Für mich steht fest, die Insel hat viel zu bieten, ist abwechslungsreich und man kann auch Fische fangen. An letzterem muss ich aber noch arbeiten. Eigentlich würde ich ja ganz gerne im April zur Mefosaison wieder hin. Wenn also noch jemand Tipps zu guten Meerforellenködern hat, immer her damit. Plattfische und Dorsche von Land aus wären aber ebenso interessant für mich.


    Zusammen hatten wir eine wirklich schöne Zeit auf der Insel



    Nochmal am Strand


    Thomas Ranft

    Kommentar schreiben

    Sicherheitscode
    Aktualisieren


    Humminbird


    Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten! - Ein Projekt von anglerboard.de.
    Alle Grafiken und Warenzeichen auf dieser Seite unterliegen dem Recht der jeweiligen Eigentümer.
    Das Kopieren von Bildern und Texten von Anglerpraxis.de ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet!

    © 2003-2011 Anglerpraxis.de
    Weitere Projekte: Angeln in Norwegen , Angeltreff.org
    Technical support by MLIT