Ausgabe Mai 2012

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    Recht und Gesetz - oder: Die Grenzen der Meinungsfreiheit..

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    Recht und Gesetz -

    oder:

    Die Grenzen der Meinungsfreiheit..

     

    Von einst bis jetzt...

    Es ist schon erstaunlich, was in nun fast 9 Jahren Anglerboardforum alles so passiert ist. War es zu Anfang noch eine relativ kleine, überschaubare Gemeinde, wo sich viele auch persönlich kannten, nahm dann vor allem ab 2003 die Mitgliederzahl und auch die Aktivität mehr als sprunghaft zu.

    Um so ein Forum zu betreiben, muss man dann verschiedene Dinge beachten. Ohne entsprechende Einnahmen um Server, Arbeit und Anwälte zu finanzieren, geht das nicht mehr. Also musste relativ schnell aus dem einstigen "Hobbyprojekt"  eine Firma werden, um das hinzubekommen.

    Das passierte, als 2001 gleich nach dem ersten anbieten von T - Shirts, damals noch als rein private Seite, direkt eine Anzeige ans Finanzamt kam. Aus Gründen rechtlicher Sicherheit wurde dann also das Forum als Nebengewerbe angemeldet und geführt.

    Und wir bekamen auch recht schnell die ersten Sponsoren und Werbekunden, dank denen von Anfang an zumindest der Server problemlos finanziert werden konnte. Eigentlich hätte uns das ja gereicht - dann aber wurden uns  mehrere Dinge bewusst:

    Die Arbeit wurde dank des Erfolges und vieler Anmeldungen immer mehr.

    Leider auch die Anfeindungen und damit die Arbeit für die Anwälte...

    Und man kann etwas entweder richtig machen oder muss es bleiben lassen..

     

    Wir entschlossen uns dann, es lieber richtig zu machen, um den mit den Ameldungen steigenden Anforderungen auch Schritt halten zu können. Und wir mussten (leider) auch vieles lernen. Wie man mit Anwälten und Leuten umgeht zum Beispiel, denen das Forum vom Anglerboard aus verschiedensten Gründen ein Dorn im Auge ist.

    Bekam man in den Anfangsjahren noch fast einen Herzinfarkt, wenn jemand nur mit dem Anwalt drohte, wird man da mit der Zeit doch wesentlich ruhiger. Vor allem dann, wenn man wie wir das Glück hat, eine gute anwaltliche Vertretung zu haben:

    Rechtsanwalt Peter B. Ehrlinger
    Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz

    Kanzlei v. NIEDING EHRLINGER MARQUARDT

    Da lernt man dann sehr schnell, dass viele Firmen und auch Privatleute gerne mal mit Anwälten drohen. Aber dass da seeeeeehr selten juristische Gründe dafür sprechen, dass uns tatsächlich etwas passieren könnte. Auf deutsch heisst das:

    Genau einmal mussten wir einer Abmahnung in den ganzen Jahren nachkommen, alles andere ging zu Gunsten des Anglerboards aus und/oder wurde erst gar nicht nach den ersten Drohungen weiterverfolgt.

    Und bei der genannten Abmahnung war das auch nicht unser eigentlicher Fehler. Bei einer Pressemeldung war ein (geschützter) Kartenausschnitt mit einer Wegbeschreibung dabei.  Das war im Jahre 2004 veröffentlicht worden, die Abmahnanwälte entdeckten das im Jahre 2008. Der Absender der damaligen Pressemeldung übernahm aber auch die Kosten, so dass da keinerlei Schaden für das Anglerboard entstand.

     

    Die User....

    Leider ist es juristisch in Deutschland nicht ganz einfach, ein Forum zu betreiben. Nicht umsonst heisst es, vor Gericht und auf hoher See bist Du in Gottes Hand.. Vor allem auch dann, wenn in einem großen Forum mit weit über 1.000 täglichen neuen Beiträgen eben beileibe nicht jeder User selber über das entsprechende Rechtswissen verfügen kann. 

    Das führte dann auch dazu, dass die von jedem im Forum registrierten Mitglied die Boardregeln zu akzeptieren sind, was juristisch einem Vertrag gleichkommt. Das schützt das Forum zum einen vor unwissentlich eingebrachten, juristisch fragwürdigen Postings von Mitgliedern. Und gibt uns auf der anderen Seite die Möglichkeit, Leute die es bei uns im Forum nur auf Stress abgesehen haben, die trotz vieler Ermahnungen eher als beratungsresistent zu bezeichnen sind, zu sanktionieren (was im günstigsten Falle eine Besserung des Verhaltens im Forum nach sich zieht) oder sie eben auch zu sprerren.

    Wer in seinen Meinungsäußerungen gerade bei emotionalen Themen (c+r, Fischereiprüfung abschaffen, Laichdorsch etc.) den normalen gesittet - mitteleuropäischen Tonfall nicht wahren kann oder will, den kann man oft auf diese Weise "zurückholen".  Wobei es mir bis heute unbegreiflich ist - gerade wenn es emotional wird - dass so viele User den Konjunktiv oder die persönliche Einschränkung nicht zu kennen scheinen.

    Es ist eben auch ein juristischer Unterschied, ob ich z. B. schreibe:
    X ist ein Betrüger

    oder:

    In meinen Augen könnte daher X auch von böswilligen Menschen ein Betrüger genannt werden..

    Siehe auch hier (ist aus dem Jahre 2005, gilt aber immer noch)

    http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=58588

     

    Die Firmen der Branche...

    Aber wir haben ja nicht nur "Probleme" mit Usern. Auch viele Firmen, die sich in der Angelbranche tummeln, sind nicht immer glücklich über das Forum. Zum Teil zu Recht, zum Teil zu Unrecht. Wir sind uns da aber auch unserer Verantwortung bewusst. JEDE Firma, JEDER Betroffene hat die Möglichkeit sich an uns zu wenden, wenn er meint im Forum ungerecht behandelt worden zu sein - unabhängig davon, ob das Werbekunden sind oder nicht. Sehen wir das genauso wie der jeweils Betroffene, regeln wir das mit entsprechenden Handlungs- und Vorgehensweisen im Forum wie im Magazin.

    Es gibt aber eben auch leider Firmen und Menschen, die dann in unseren Augen mit ungerechtfertigten Vorwürfen oder Forderungen an uns herantreten. Und bei denen dann auch meist gleich mit dem Anwalt gedroht wird. Sind die Postings oder Thread unserer User, um die es da geht,  rechtlich in unseren Augen und/oder in den Augen unserer Anwälte bedenkenlos, schalten wir da auch auf stur. Man kann immer mit uns reden, drohen lassen wir uns nicht. Und hatten dank unserer inzwischen fast 9  jährigen Erfahrung sowie den genannten guten Anwälten damit auch noch nie Probleme.....

    2 Besipiele dafür (mit unterschiedlicher Vorgehensweise unsererseits):

    http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=153454

    http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=155215

    Es ist eben immer ein schmaler Grat zwischen Meinungsfreiheit und Zensur, wenn man ein Forum betreibt, für das juristisch die BRD zuständig ist. Dennoch versuchen wir sowohl von Betreiberseite, der Redaktion wie auch von den Moderatoren im Forum, den Mitgliedern die größtmögliche Freiheit zu geben. Sofern es eben nicht geltendes Recht oder die Boardregeln (als "Vertrag" ja auch eigentlich geltendes Recht) verstösst.

    Weder lassen wir es auf der einen Seite zu, dass Mitglieder andere - ob Privatleute oder Firmen - in irgendeiner Weise verunglimpfen, beschimpfen oder ungerechtfertig versuchen diese schlecht zu machen.

    Aber erst recht nicht lassen wir es zu, dass immer wieder Firmen, Vereine oder auch Privatleute versuchen Diskussionen löschen zu lassen, in denen (sachlich, soweit es geht) über Vorgänge oder auch Fehler bei diesen diskutiert wird (siehe oben, die Links).

    Als User im Forum könnt ihr uns das einfacher machen, indem ihr einfach einen entsprechenden Ton im Forum wahrt...

     

    Die Redaktion...

    Auch wenn das Anglerboard inzwischen für viele Firmen ein attraktiver Werbeplatz geworden ist, lassen wir da nicht alles mit uns machen. Das ist sowohl eine juristische Frage (Presserecht..), wie auch eine Frage der Einstellung überhaupt: Wie man redaktionell arbeiten will.

    Es scheint bei einigen Publikationen im Angelbereich so zu sein, dass die Firmen meinen, mit einer Anzeigenkampagne auch gleichzeitig die Redaktion einkaufen zu können. Nach dem Motto: Für dieses Budget will ich aber so und so viele Artikel, (gute) Tests etc. im Heft sehen..    

    Abgesehen davon, dass bei uns aus eigenem Willen die Trennung zwischen Redaktion und Werbung strikt durchgehalten wird,  könnten wir das gar nicht machen,auch wenn wir das wollten. Würden wir solche Schoten drehen, würden uns zig/tausende) Member im Forum das um die Ohren hauen. Das hat uns auch schon genügend Umsatz gekostet, dennoch halten wir daran selbstverständlich auch weiter fest.

    So gibt es bei uns z. B. prinzipiell (außer in ganz seltenen Ausnahmen mal) keinerlei Gerätetests, die von der Redaktion durchgeführt werden.  Abgesehen davon, dass eigentlich jeder Hersteller begreifen müsste, dass der Test eines Redakteurs oder sonstigen "Experten" relativ wenig über den Gebrauchswert von Dienstleistungen oder Gerät für den Normalangler aussagt, wollen wir auch hier vermeiden in den Verdacht zu kommen, Tests für ein Anzeigenbudget "schön zu schreiben..."...

    Entsprechende Tests gibt es auch bei uns - Diese werden aber von Mitgliedern aus dem Forum durchgeführt (den normalen Anglern, die das Gerät auch mal kaufen sollen), nicht von Redakteuren, und sind als das gekennzeichnet, was sie sind: Werbung.  

    Im folgenden die Leitsätze, an die wir uns redaktionell halten wollen:

    Redaktionelle Leitsätze:  

    Ø      Basisbezogenheit: Themen, welche in erster Linie die Angler interessieren

    Ø      Klare Trennung von werblichen und redaktionellen Inhalten.

    Ø      Klare Kennzeichnung aller werblichen Inhalte.

    Ø      Möglichst breite Miteinbeziehung der Basis (User und Mitglieder) in die redaktionelle Arbeit.

    Ø      Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Verbänden, Firmen und Politik.

    Ø      Verantwortung und unkomplizierte Kooperation mit allen Firmen und Personen, die sich durch Beträge von Usern beschwert fühlen könnten

    Ø      Da im Gegensatz zu Zeitschriften unsere Artikel nicht im Altpapier landen sondern im Archiv, arbeiten wir schon von daher sehr verantwortungsbewusst.

    Gibt es Fehler?

    Ja, Fehler gibt es immer und immer wieder.  Die passiren sowohl im Forum wie auch im Magazin. Da wir aber schon immer darauf gesetzt haben, die Member vom Anglerboard überall soweit als möglich einzubinden, haben wir da immer ein gutes Regulativ. Alles, aber auch wirklich die kleinste Kleinigkeit, fast jede Entscheidung wird ja im Forum disktuiert. Das führt dan auch zwangsweise dazu, dass sich das Modteam damit beschäftigen muss (und auch will!!).

    Und gerade dank des Modteams, viele gute Leute mit genauso vielen Unterschieden in Persönlichkeit und Umgang im Forum, diskutieren wir da auch viele Dinge zwar mal kontrovers. Aber kommen dann meist auch zu einer Lösung, zu der die meisten dann stehen können.Auch wenn die Betreiberseite letztlich das sagen hat, nicht umsonst machen die Mods ihre Aufgabe ehrenamtlich. Denn sie müssen genauso Werbekunden, die sich im Forum falsch verhalten, sanktionieren können, wie das auch mit Mitgliedern geschieht. Und da ist es immer gut, wenn das keine "bezahlten" machen, um "Mauscheleien" vorzubeugen.

    Und wenn (tatsächlich mal gravierende) Fehler passieren,  haben wir auch immer wieder Entscheidungen überdacht und zurückgenommen. Das kam nun wirklich schon oft genug vor.. Wir lassen uns aber auch nicht "treiben"..  Wer meint durch das anzetteln entsprechender öffentlicher Diskussionen (meist geht es um die Sperrung von Mitgliedern) uns da beeinflussen zu können, wird sich meist getäuscht sehen.

    Im Normalfall gehen einer Sperrung  nicht nur mehrere Verwarnungen, sondern auch Mails, PN`s und auch mal Telefonate voraus. Und wers dann noch nicht begreift, auf den können wir dann wirklich auch verzichten..

     

    Alles nicht so einfach???

    Doch, eigentlich schon. Denn auch wenn jetzt vielleicht mal viele verstehen können, auf wie viele verschiedene Dinge man beim betreiben eines Forums (leider) aufzupassen hat, sind das letztlich in der Zahl doch immer die Ausnahmefälle. Leider aber eben auch die, welche dann einen Großteil der Arbeitszeit verschlingen. Das kann dann sowohl bei Betreibern, Redaktion wie auch dem Modteam mal dazu führen, dass man teilweise einen etwas "eingeengten" Blickwinkel bekommt und dann auch mal etwas zu hart reagiert in Einzelfällen.

    Aber alles in allem macht die ganze Arbeit für das Forum immer noch einen Riesenspaß. Und das macht auch jeder gerne für die zigtausenden User, welche das Forum schlicht zur Unterhaltung und Information nutzen wuie es auch gedacht ist - Die paar "Stresser", ob Member oder Firmen, die uns nichts Gutes wollen, ist da nur die leidige Randerscheinung, die wir halt in Kauf nehmen müssen.

    Thomas Finkbeiner

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