Ausgabe Mai 2012

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    Am Haken: Angelurlaub - Aus 2 Perspektiven

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    Am Haken

    VORSICHT: satirisch, sarkastisch, politisch unkorrekt, überzogen!!

    Wer dies nicht für richtig hält oder meint dies nicht ohne Schaden überstehen zu können, sollte nicht weiterlesen!

     

     

    Angelurlaub - Aus 2 Perspektiven betrachtet

    Das Glück liegt im Auge des Betrachters, wer kennt diesen Spruch nicht. Auch und gerade beim Angelurlaub. Man freut sich wochen- oder monatelang darauf, träumt von Drills mit Riesenfischen, salziger Meeresluft oder „Dschungelfeeling" - je nachdem wohin die Reise geht. Wie unterschiedlich am Ende die Bewertung einer Reise aussehen kann, soll das folgende Beispiel verdeutlichen.

     

    2 Anglergruppen, jeweils 3 Mann, verbringen ihren Angelurlaub zur gleichen Zeit in der gleichen Anlage in Norwegen. Sie haben genau die gleichen Leistungen gebucht, haben genau die gleichen Leistungen bekommen. Interessant nun die Berichte nach der Rückkehr der Urlauber. Welche nämlich sehr unterschiedlich ausfallen, trotz des quasi identischen Urlaubes. Ach ja, das hatte ich noch vergessen zu erwähnen, einen Unterschied gab es doch:

    Gruppe 1 fing sehr gut, Gruppe 2 sehr schlecht.

     

    Nachfolgend Auszüge aus den Reiseberichten, die Kommentare beider Gruppen zum jeweils gleichen Punkt zusammengefasst:

     

    Tag 1, Ankunft:

    Gruppe1:

    Wir wurden freundlich begrüßt, das Haus wurde uns gezeigt und erklärt. Ebenso der Filetierraum in Haupthaus wie der Trockenraum für die Klamotten. Das bestellte Echolot wurde ausgehändigt und erklärt. Es war von den Betreibern schon so eingestellt, dass man nichts mehr verändern musste. Auf die Frage was zur Zeit geht, wurden uns auf der Seekarte fängige Plätze gezeigt. Was wir richtig toll fanden:

    Die haben unser Gerät angeschaut und uns erklärt, was wir brauchen können und was wir besser nicht verwenden, ebenso wurden uns verschiedene fängige Montagen gezeigt, war eine klasse Einweisung......

     

    Gruppe 2:

    Als wir ankamen wollten wir gleich raus zum angeln. Statt dessen mussten wir eine „Führung" über uns ergehen lassen. Den Filetierraum hätten wir auch so gefunden und hätte anstatt dessen lieber die ersten Fische gefangen. Wir sind ja alle erfahrene Angler, da hätte es nicht not getan, uns fängige Montagen erklären zu wollen. Und von wegen dass wir das falsche Gerät dabei gehabt hätten, die wollten doch nur ihren Angelkram verkaufen und damit ein Zusatzgeschäft machen. Und dann wollte der uns auch noch erklären, dass das Echolot schon optimal eingestellt sei. Ich habe zu Hause selber ein Boot und kenn mich da auch bestens mit Echoloten aus...........

     

    Tag 2, das erste Angeln

    Gruppe1:

    Am Vorabend rüsteten wir unsere Montagen um, so wie uns bei der Ankunft gezeigt wurde. So konnten wir direkt nach dem Frühstück die Boote besteigen. Dank der erstklassigen Einweisung am Vortag brauchten wir uns nur noch abzumelden (machen wir immer, man weiß ja nie) und konnten dann die ersten vom Vermieter als fängig beschriebenen Plätze anfahren. Hier zeigte sich auch, dass die Tipps bezüglich der Montagen und der Köderwahl top waren. Jeder von uns konnte schon bei den ersten Driften seinen Fisch fangen. Auch das Echolot war klasse eingestellt, wir brauchten wirklich nix ändern. Nicht nur, dass man alle Kanten, Rinnen und Berge gut sehen konnte, auch die Futterfischschwärme waren gut zu erkennen und darunter, wie vom Vermieter angesagt, saßen dann die Großen. So konnte auch jeder von uns seinen ersten Kapitalen fangen........

     

    Gruppe 2:

    Nach der langwierigen Einweisung konnten wir am Vorabend ja nur kurz rausfahren. Sollte aber reichen, um erst mal das Echolot vernünftig einzustellen. Wir sind dann erst mal kurz an die vom Vermieter genannten „fängigen Plätze" gefahren, aber trotz intensiven Suchens mit dem Echolot konnten wir keinerlei Fisch sehen. So saßen wir abends erst mal zusammen und haben uns die Seekarte angeschaut. Ist schon gut, wenn man Erfahrung hat, wir haben gleich Plätze gesehen, die eigentlich mehr Fisch bringen müsste, als die vom Vermieter genannten. Der wollte die Superplätze wohl seinen Stammkunden „warm halten". Da wir unsere Ankunft etwas feierten, kamen wir erst gegen 10 Uhr aufs Boot, dafür liesen wir das Frühstück ausfallen. Warum uns der Vermieter beim ablegen noch so aufgeregt hinterher fuchtelte wissen wir bis heute nicht. Unsere schon zu Hause geknüpften Erfolgsmontagen sollten Fisch bringen. An den von uns ausgesuchten Plätzen angekommen, fing das Echolot zu spinnen an. Wir konnten gerade noch den Berg erkennen, von einer vernünftigen Fischanzeige konnte aber nicht die Rede sein. Vielleicht sollte der Vermieter mal in hochwertigeres Gerät investieren statt zu erzählen, dass alles optimal eingestellt wäre. Naja, nach langem Angeln mit unseren Erfolgsmontagen konnten wir wenigstens noch in paar kleine Fische landen...........

     

    Tag 3, Schxxß - Wetter

    Gruppe1:

    Gutes Wetter kann man ja nicht pachten. Dass der Wind am zweiten Tag so zugenommen hat, dass uns eine Ausfahrt zu gefährlich war, war dennoch nicht schön. Beim Frühstück riet uns dann der Vermieter, dass wir nicht mit dem Boot rausfahren sollen. Er zeigte uns auf der Landkarte ein paar Plätze, wo wir mit der Spinnrute Dorsche und Köhler vom Ufer aus fangen konnten. Wir wollten zwar Bootsangeln, aber der Tipp vom Vermieter war klasse. Statt uns auf dem Boot durchpusten zu lassen, konnte jeder von uns ca. 15 Fische fangen, nicht die Riesen, aber wir hatten unsren Spaß dabei. Und wir hatten gut daran getan, das bewies uns das abends einlaufende Boot. Die waren trotz des Windes rausgefahren. Hatten aber nicht mal ein Drittel der Fische, die wir vom Ufer aus gefangen hatten, und auch noch kleinere......................

     

    Gruppe 2:

    Als wir am zweiten Morgen aufstanden, sahen wir gleich dass das ein harter Tag werden würde. War ziemlich viel Wind, aber wir haben ja genügend Erfahrung. Und da wollte uns der Vermieter doch dazu überreden, dass wir vom Ufer aus angeln. Aber schließlich haben wir das Boot die ganze Woche bezahlt! Da haben wir uns dann auf der Seekarte einen einigermaßen windgeschützten Platz rausgesucht und sind losgefahren. War ziemlich rau, und bei dem Wellengang war dann das Echolot ein Komplettausfall. Kein Wunder, dass wir dann nur ein paar kleine Mickerfische gefangen haben...............

     

    Tag 4, die Grillparty, das Essen

    Gruppe1:

    Wir hatten ja mit Vollverpflegung gebucht. Der Vermieter kam nach dem gestrigen Schlechtwettertag dann zu uns, um uns statt des normalen Abendessens mit Suppe und Nachtisch einen Grillabend zu organisieren. Fanden wir klasse, wenn wir uns auch erst an das nordische Fleisch gewöhnen mussten. Ist doch ein bisschen was anderes als wir es von zu Hause gewohnt sind. Wenns aber lang genug auf dem Grill lag, konnte man es auch gut essen. Was wir klasse fanden war, dass es ansonsten wirklich immer reichlich frischen Fisch zu essen gab. So konnten wir den selbstgefangenen komplett mit nach Hause nehmen. Und auch an das norwegische Brot zum Frühstück kann an sich gewöhnen. Und wer die norwegische Wurst oder Leberpastete nicht mag, für den gabs ja die erstklassige Marmelade (ich sage nur: Multebeeren!!)....................

     

    Gruppe 2:

    Wir hatten ja mit Vollpension gebucht. Dass Norwegen da nicht Deutschland ist, war uns auch klar. Aber was uns da geboten wurde, war schon eine Frechheit. Alleine schon das labbrige Brot zum Frühstück, da noch diese seltsame Leberpastete dazu, da überlegt man sich das Frühstück nur aus Kaffee bestehen zu lassen. Der Hammer war dann der Abend nach dem Schlechtwettertag. Nicht nur dass wir schlecht gefangen hatten, statt des Menüs gabs einen so genannten "Grillabend":

    Zähe norwegische Rippenstücke, mit mehr Knochen las Fleisch. Und der Vermieter spart sich so noch die Arbeit mit dem Abendessen. Man kanns sich's ja auch einfach machen, und das dann noch als was Besonderes verkaufen wollen............

     

    Tag 5, die Unterkunft

    Gruppe1:

    Nachdem wir heute wieder gut gefangen hatten, wollen wir auch mal die Unterkunft beschreiben. Alles war sauber, wenn auch eher rustikal und einfach. In Deutschland würde sich sicher kaum jemand die Leitungen über Putz legen, aber das haben wir Skandinavien ja auch schon oft gesehen. Die Terrasse sah mit dem verwitterten Holz in der Abendsonne auch richtig romantisch aus. Und richtig klasse war der Trockenraum für die Angelklamotten. So brauchte man das nasse Zeug nicht mit in die Wohnung schleppen. Aber bei den Fängen reicht ja auch eine einfache Unterkunft.........

     

    Gruppe 2:

    Nicht nur das wir kaum Fische fingen, auch über die Unterkunft sollte man mal ein paar Worte verlieren. Sicherlich erwartet man in einem Angelcamp kein 5 - Sterne - Hotel. Aber dass Badezimmer und Klo mit billigstem Zubehör ausgestattet waren, die Leitungen über Putz liegen und die sogenannte „Terrasse" aus halb vergammelten Holz bestand, na ja, das tun wir uns kein zweites Mal an. Dazu kommt noch, dass man seine Angelklamotten in einem Extraraum ins Haupthaus bringen sollte. Die haben wir aber lieber bei uns den Flur gehängt....

     

    Rückreise, das Fazit

    Gruppe1:

    Auf der Fähre haben wir noch mal ein Fazit der Reise gezogen. Und wenn alle drei Mann das gleiche sagen, muss ja was dran sein:

    Wir kommen wieder!!!!

     

    Die Unterkünfte waren einfach, aber vollkommen ausreichend, das Essen landestypisch mit viel Fisch, die Einweisung, der Service durch den Betreiber erstklassig. Nur so konnten wir so viel Fisch fangen.

     

    Herzlichen Dank noch mal dafür, wir sind nächstes Jahr wieder da (wahrscheinlich mit ein paar Leuten mehr).................

     

    Gruppe 2:

    Auf der Fähre haben wir drei uns noch mal unterhalten. Und wir waren uns alle einig:

    Dahin nie wieder!!!!!

     

    Nicht nur die Primitivunterkünfte, auch das Essen war nicht so doll. Fast nur Fisch, die wollten wohl das Geld für ein vernünftiges Essen sparen.

     

    Und von wegen Service und so, die schlauen Sprüche über unsere Montagen hätte sich der Vermieter genauso sparen können wie seine „Fangplatztipps". Hätten wir nicht unsere eigenen Plätze gesucht, hätten wir wahrscheinlich noch weniger gefangen.

     

    Wir werden auf jeden Fall nie mehr dahin fahren und auch dafür sorgen, dass das andere Angler mitkriegen (zu was gibt's das Internet??)

     

     

    Anmerkung des Vermieters in seinem Servicebuch:

    Nach Abreise der Gruppe 2 Echolot vom Demonstrationsmodus wieder auf unsere Standardeinstellung umgestellt

     

    Kai Hay

     

    PS:

    Erkennt sich jemand wieder?????

     

     

    Die Rubrik „Am Haken" soll die Möglichkeit eröffnen, dass man auch kontroverse Meinungen zu strittigen Themen (satirisch) aufbereiten kann. Der Autor „Kai Hay" als Anonymus deswegen, dass sich niemand auf Grund seiner Meinung im Anglerboardforum nachher als Mitglied auf Grund eines Artikels „verfolgt" fühlen muss.

     

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