Ausgabe Februar 2012

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    Carp Talk "Extraausgabe" Shorttrips

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    Carp Talk "Extraausgabe" 

    Der Carp Talk ist in unserem Karpfenforum inzwischen zu einer festen Größe gereift. Hier geben kompetente Karpfenangler monatlich Ihre Meinungen und Tip´s zu bestimmten Themen oder Fragen zum besten.
    Die Jungs liefern ein tolle Arbeit ab und wir möchten das Augenmerk möglichst vieler Angler darauf ausrichten.

    Als " Schmankerl " und " Appetitanreger " bringen wir diesen Monat exclusiv einen Teil der nächsten Carp Talk Ausgabe Juni.

    Lust auf mehr ? Bitte sehr Linksammlung Carp-Talk

    Der ganze Juni Carp Talk wird in der nächsten Woche ins Forum gestellt. Bis dahin viel Freude am " schmökern " in den bisherigen Ausgaben. 
     
     
    Shorttrips

    Anzeige_Zebco_50x250mm_2004.jpgDieses mal geht es darum, wie man Erfolgreich auf Karpfen Angeln kann, ohne großartig Zeit zu investieren. Auch ich bin ein Angler, der nicht die Zeit hat, jedes (zweite) Wochenende für 3-4 Tage am Wasser zu sitzen. Geht einfach nicht.

    Somit bleibt mir meistens nicht anderes übrig, als dann ans Wasser zu gehen, wenn es mal rein passt. Somit fallen solche Sachen, wie vorheriges längeres Anfüttern, schon mal weg. Wenn ich vorher nicht genau abschätzen kann, wann ich Angeln gehe,…brauch ich auch nicht auf Verdacht zum Füttern fahren. Das macht in meinen Augen keinen Sinn. Vor allem aber kostet es mich erst mal Spritgeld und auch Geld fürs Futter selbst.
    Würde ich da 5 oder 6 Mal ans Wasser fahren, schön Füttern und müsste dann fest stellen, daß es mit dem eigentlichen Angeln nun doch nix wird, weil was anderes dazwischen kommt. Dann hab ich Sprit und Futter umsonst verpulvert.

    Eines ist natürlich klar. Hat man seinen festen Futterplatz, von dem man weiß, daß die Fische auch dort sind und fressen, dann hat man über kurz oder lang, auch regelmäßig Erfolg an dieser Stelle.
    Wenn man diese Art des "Angelns" aber nicht betreibt, so muss man sich am Wasser anders verhalten, um Erfolgreich zu sein.
    Der große Unterschied liegt nämlich darin:
    Habe ich einen festen Futterplatz, dann locke ich quasi die Fische über meine Fütterei an die besagte Stelle. Dann brauch ich nur noch ans Wasser fahren, Montagen am Platz ablegen und warten was passiert. Die Zeit ist dann der "Plus Faktor".
    Geht man den anderen Weg, ohne festen Platz, dann sollte man nicht versuchen mit seinem Futter in der kurzen Zeit, seine Fische an den Platz zu locken. Hier geht man genau andersrum vor. Man "geht" mit dem Futter zum Fisch. Die Location ist hier nun der "Plus Faktor".

    Bei diesen Kurz Trips ist für mich das Wichtigste,.... eigentlich nur eines. Wenn ich früh morgens in der Dämmerung ans Wasser komme, wird als aller erstes das Wasser beobachtet. Meiner Meinung nach, gibt es da nichts wichtigeres. Augen auf und schauen wo die Fische aktiv sind. Diese 5 bis 10 Minuten sollte man schon investieren. Zu 95% lohnt es sich. Auch halte ich die frühen Morgenstunden, für die beste Zeit von Kurztrips auf Karpfen.
    Allerdings wird der aufmerksame Leser nun auch denken. "Ja super, wie soll ich das denn an einem See machen der evtl. größer als 40, 50, 60 oder gar 200 ha ist. Da hat er natürlich nicht ganz Unrecht. Ein See oder Weiher mit max. 10 bis 15 ha., ist in diesem Punkt, besser zu beobachten, als ein "Binnenmeer".
    Jedoch gibt es auch an größeren Gewässern, Stellen, an denen sich die Fische evtl. durch "springen" , "platschen" oder "buckeln" zeigen. Und die gilt es dann zu beangeln.
    Wichtig ist dann natürlich auch, daß das ausgewählte Gewässer, nicht zu weit weg ist. Ich denk 30 - 40 Kilometer, sind da fast schon die Grenze. Sonst sitzt man mehr im Auto als am Wasser.

    Und hier sind wir indirekt schon beim nächsten Punkt. Es ist eindeutig ein Vorteil, wenn man das Gewässer für solche Kurz Trips, schon etwas genauer kennt. Das Hausgewässer, wie man es auch gerne nennt. So weiß man auch aus Erfahrung heraus, an welchen Stellen, die Fische gerne stehen und wo eher nicht. Denn nicht jeden Tag zeigen sich die Fische an der Wasseroberfläche. Und dann ist man eben auf seine Erfahrungen angewiesen.
    Aber auch an Gewässern, die man gar nicht oder noch nicht gut kennt, ist das Thema "Location" sicher nicht verkehrt.

    Ein beiläufiger Vorteil dieser Kurz Trips ist, man hat meistens nicht viel Gepäck dabei. Liege, Schlafsack und Co. bleiben schön zu Hause. Auch ein Schirm ist nur dann notwendig, wenn es Regnen sollte. Das Rod Pod bleibt, je nach Uferbeschaffenheit, auch zu Hause.
    Und damit ist man auch wesentlich flexibler.
    Sollte eine ausgesuchte Stelle, wieder Erwartens, doch nicht laufen,…hat man stehts die Möglichkeit, schnell und einfach die Stelle nochmals zu wechseln. Hier u.U. "das Ganze aus zu sitzen", wie es oftmals genannt wird, bringt auf Kurztrips meist nicht das gewünschte Ergebnis.
    Man hat hier einfach nicht die Zeit, so lange zu warten, bis es doch mal klappt.

    Wie Füttert man richtig?
    Nun ja, ich füttere eigentlich oft nach Bauchgefühl. Ist es Warm, ist es Kalt? Sind die Fische stark aktiv oder eher weniger oder gar nicht? (Lediglich beurteilt, durch das was amn auf dem Wasser sehen kann). Weht (starker) Wind oder ist es doch eher Windstill? Waren andere Angler vor mir schon an der Stelle zum fischen? (das sieht man meist schon am Uferbereich).

    Pauschal füttere ich z.B. im Frühjahr weniger an. Da reicht es oftmals schon, nur den Hakenköder (z.B. Frolicring) samt kleinen PVA Sack aus zu werfen. Auch zwei Hartmaiskörner am Haar und dazu ein PVA Stickmix aus einer Partikel / Grundfutter Mischung reicht oftmals aus.

    Wird es dann wärmer (Mitte Mai / Anfang Juni), dann stehen die Karpfen oftmals kurz vor der Laichzeit. Hier fressen sie deutlich mehr.
    In dem Fall fische ich dann lieber Boilies. Zu Beginn, werfe ich dann mit dem Wurfrohr erst mal 5-10 Hände Boilies an die Stelle. Gut verteilt, nicht kompakt auf einem Fleck.
    Dann warte ich ab. Bekomme ich Bisse, dann wird auf jeden Fall nachgefüttert. Meist 3-4 Hände Boilies, nach einem Biss.

    Tut sich aber nichts, gehe ich parallel schon mal her und füttere eine neue Stelle mit einigen Boilies an. Da man ja min. zwei Ruten benutzen darf, kann man hier auch gut testen, welche Stelle gerade besser geht.

    Das ist dann auch schon wieder ein weiterer Punkt. Ich beangle eigentlich nie, mit zwei Ruten, nur eine Stelle. Lieber jede Rute an einer eigenen Stelle. So bleibt man flexibler und erhöht seine Chancen auf einen Fang.
    Auch wenn ich mit Boilies angle, kommt bei mir, zu fast 70 % ein PVA Stick oder PVA Sack oder ein Boilie Stringer an den Haken. Ein kleiner Happen, direkt am Hakenköder, schadet meiner Meinung nach nicht, im Gegenteil.
    Zwar schafft man mit PVA nicht die ganz großen Weiten, aber 60 oder 70 Meter, gehen damit auch noch.

    Manchmal, fische ich auch in der wärmeren Jahreszeit mit Partikeln. Die Mischung ist dann aber etwas anders. Sind im Frühjahr, Mais, Weizen und Hanf dominierend, so kommen nun andere Sachen dazu. Wie z.B. Tigernüsse und Erdnüsse. Weizen lasse ich dann meistens weg. Dann kommt auch die Spodrute mit zum Einsatz. Mit Ihr lassen sich dann relativ gut, größere Mengen Futter auf Distanz bringen. Auch Pellets kommen mit der Spodrute weiter raus, als mit dem Wurfrohr.

    Was sich auch anbietet, ist das Angeln mit unterschiedlichen Ködern. Eine Stelle mit Boilies, die andere mit Mais oder Tigernüssen. Auch damit ist man flexibler.


    Wie man sieht, ist diese Angelei wahrscheinlich gar nicht sooo viel anders.

    Was man, meiner Meinung nach, zusammengefasst einfach beachten sollte:

    1. geeignetes Gewässer (nicht zu groß, nicht zu weit weg, nicht gänzlich unbekannt)
    2. Beobachten! Beobachten und dann nochmals Beobachten
    3. flexibel bleiben.
    4. Füttern mit Verstand.

    Mit dieser Art der Angelei, hab ich es bislang, nur selten geschafft, als "Schneider" wieder Heim zu fahren. Denn wenn auch mal "nur" ein Brassen oder ne Schleie, beißt, dann ist das für mich immer noch O.K. Da ich mit dieser Art des Angelns, nicht ganz den Aufwand betreibe, wie bei längeren Sessions, ist auch mein persönlicher "Druck" (Erwartungshaltung) dementsprechend angemessen.


    Sodele,

    ich hoffe es war für Euch wieder etwas Interessantes dabei und Ihr konntet ggf. die eine oder andere Anregung für Eure zukünftigen "Kurz Trips" aufschnappen.

    Dann wünsch ich Euch fürs erste,…viele schöne Fänge.


    Grüßle

    Carras
     
     

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