Das dreifache S: Salmoniden-Spaß im Sauerland
Das dreifache S Salmoniden-Spaß im Sauerland
Im Sauerland tummeln sich eine Menge schöner Gewässer mit sehr guten Salmonidenbeständen. Insbesondere die Talsperren haben einen immer besser werdenden Bestand an edlen Fettflossenträgern. Clemens Strehl hat ihn dort für sich entdeckt, den Salmoniden-Spaß im Sauerland.
Ich stehe am Ufer der Talsperre und kurbele den Wobbler zu mir heran. Mehrere Stunden habe ich jetzt schon vergeblich den Forellen und Saiblingen nachgestellt. Ein leichter Regen hat eingesetzt und meine Kleidung durchnässt. Plötzlich wird der Lauf meines Wobblers abrupt gestoppt. Reflexartig reiße ich die Rute hoch und setze den Anhieb. Schlagartig sind die langen Stunden ohne Fisch und das miese Wetter vergessen. Jetzt zählt nur noch eins: Der Fisch am anderen Ende der Leine. Wild schlägt die Rute aus. Langsam drille ich den Fisch zu mir heran. Immer wieder setzt er zu neuen Fluchten an. Ich gewähre meinem Kontrahenten ein wenig Schnur, um mir derweil den Kescher griffbereit zu machen. Keine Gute Idee. Der Fisch ergreift seine Chance und zieht schnurstracks zum Grund. Dort verfängt sich die Schnur in altem Gehölz. „Oh nein," entgeht es mir. Ich spüre, wie die Schnur durchs Geäst ruckt. Der Kontakt ist noch da, doch die Schnur scheint durch einen alten Busch oder ähnliches zu laufen. Vorsichtig erhöhe ich den Druck. Plötzlich ist der Fisch wieder frei. Jetzt kann ich ihn zum ersten Mal sehen. Eine schöne Bachforelle zerrt dort an meiner Schnur. Ich mache meinen Arm lang und strecke den Watkescher hinaus. Doch die Forelle ist noch nicht reif für die Landung. Der zweite Versuch glückt, die Maschen schließen sich um eine herrliche Bachforelle!
Schöne Bachforelle aus der Versetalsperre
Grade im Frühjahr, wenn die Salmoniden aufgrund des kräftezehrenden Laichgeschäfts ihre Energiereserven wieder auftanken müssen, ist das Spinnfischen an den Talsperren erfolgreich. Die Fische sind jetzt nicht besonders wählerisch und stehen noch sehr flach. Ideale Bedingungen für Spinnfischer, auch vom Ufer aus fette Beute zu machen.
Besonders interessant für den Spinnfischer sind die Bachforelle, Seeforelle und der Alpine Seesaibling. Alle drei Arten kann man z.B. in den Talsperren des Ruhrverbands fangen. Insbesondere die Biggetalsperre, der Ahauser Stausee und die Versetalsperre sind für diese Salmoniden hervorragende Reviere.
Die Biggetalsperre hat mit über 170 Mio. m³ ein sehr hohes Stauvolumen. Der Stausee liegt im Kreis Olpe und ist sehr gut über die Sauerlandlinie (A45) zu erreichen. Der See sieht sehr idyllisch aus, weswegen er auch seit Jahren in der Fernsehwerbung einer großen Biermarke aus der Region zu sehen ist. Im Mittel ist die Biggetalsperre rund 19 Meter tief, die tiefste Stelle kratzt an der 50 Metermarke. Die Ufer sind überwiegend steil und baumbewachsen. In den letzten Jahren hat der Biggesee immer wieder mit tollen Seeforellenfängen Schlagzeilen gemacht. Mit entsprechender Ausdauer können Uferangler im Frühjahr mit wunderbaren, wild abgewachsenen Seeforellen rechnen. Allerdings muss man dazu viel Strecke machen und darf sich nicht von der gewaltigen Wasserfläche entmutigen lassen.
Die Biggetalsperre
Der Ahauser Stausee ist mit 33 ha bedeutend überschaubarer als der Biggesee. Der Stausee liegt im Kreis Olpe, nördlich von der Biggetalsperre. Der See wird nicht wie die anderen Seen von einer Talsperrenmauer aufgestaut, sondern von einem Erdwall. Der Ahauser Stausee ist im Mittel nur 3 m und an der tiefsten Stelle 10,5 m tief. Hauptfischarten sind die Bachforelle gefolgt vom Gründling. Allerdings ist es auch nicht auszuschließen, dass eine starke Regenbogenforelle ans Band geht. Dabei handelt es sich um Zuwanderer aus der oberen Bigge. Insbesondere zum Saisonbeginn im März wird es schon mal voll am Ufer. Denn dann sind die Chancen am besten, eine schöne Forelle mit der Spinnrute zu erwischen. Später im Jahr werden die Forellen allerdings zunehmend vorsichtiger und gehen nicht mehr so leicht an den Haken.
Ahauser Stausee im Frühjahr
Die Versetalsperre hat eine Speicheroberfläche von 183 ha und liegt im Märkischen Kreis zwischen Lüdenscheid und Herscheid. Sie zählt zu den Trinkwassertalperren, weswegen nur ein begrenztes Kontingent an Jahreskarten für interessierte Angler zu Verfügung steht. Neben der Bachforelle kommt hier auch der Alpine Seesaibling sehr zahlreich vor. Davon konnte ich mich im März bei meinem ersten Angeltrip an diesen See selbst überzeugen. Auf einen schnell geführten Blinker ist mir bereits nach kurzer Angelzeit ein wunderschön gezeichneter Saibling eingestiegen.
Alpiner Seesaibling aus der Versetalsperre
Die Fakten
Zielfische: Bachforelle, Seeforelle und Alpiner Seesaibling
Revier: Sauerländer Talsperren, z.B. Biggesee, Ahauser Stausee oder Versetalsperre
Methode: Einfaches Spinnfischen vom Ufer
Gerät: Weiche Spinnrute, ideal in 2,7-3m Länge und mit rund 10-40g Wurfgewicht
Köder: Kleine Spinner, schlanke Blinker und (Küsten-)Wobbler für weite Würfe
Beste Zeit für Uferangler: Frühjahr, ab Beginn der Saison am 16. März
Angelscheine und aktuelle Infos: Gibt’s z.B. bei Fisch-Reuber, Kessenhammer 4, 57426 Olpe, Tel.: 02761 827 323, www.fisch-reuber.de
Um den Salmoniden erfolgreich im Frühjahr vom Ufer nachzustellen benötigt man nicht viel. Lediglich eine Spinnrute zwischen 2,7-3 Metern Länge und ein paar Spinnköder. Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit sog. Küstenwobblern gemacht. Diese lassen sich besonders weit werfen. Ein ausreichend großer Kescher sollte natürlich auch immer dabei sein, schließlich will man sich später nicht über eine verlorene 80iger Seeforelle ärgern, die man mangels passender Landehilfe nicht erwischt hat. Mit möglichst wenig „Marschgepäck" geht es dann ans Wasser, um ordentlich Strecke zu machen. Im Ahauser Stausee empfiehlt sich außerdem eine Wathose, denn nur so kommen Sie an die guten Stellen ran, wie z.B. die Steilwand vor der Brücke, am nördlichen Ufer.
Das tolle an den Talsperren im Sauerland ist, dass die Salmoniden durch die stetig besser werdende Wasserqualität immer bessere Lebensbedingungen vorfinden. Das ist auch mit ein Grund, warum die Bestände fortwährend vom Ruhrverband z.B. in der Bigge- und Versetalsperre sowie im Ahauser Stausee mit Besatz gefördert werden. Zudem können die Salmoniden in den Talsperren hervorragend abwachsen, so dass sie immer mit guten Fischen über 50 cm rechnen können. Und die Seeforellen in der Bigge werden noch bedeutend größer. Ich für meinen Teil habe ihn für mich entdeckt, den Salmoniden-Spaß im Sauerland. Wenn Sie das noch nicht haben, kann ich Ihnen das „dreifache S" nur ans Herz legen.
Seeforelle im Drill
Clemens Strehl
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Kommentare
Gruß aus Köln
Daniel