Doppelschlag
Doppelschlag
Nach dem strengen Winter war ich
Anfang Mai erstmalig auf Hecht mit einer leichten Jerk-Kombo und Spinnerbaits
unterwegs. Es war mein erster Versuch mit Spinnerbaits und der vierte Wurf
brachte mir gleich einen Hecht zwischen 65 und 70 cm. Angestachelt durch diesen
kleinen Erfolg fuhren mein jüngster Sohn und ich am darauf folgenden Sonntag an
unser Gewässer. Wieder schlug der Spinnerbait bei einem kleinen Hecht zu.
Weitere Versuche, auch mit Jerks blieben erfolglos.
Daraufhin wechselte mein
Sohn auf seinen alten Liebling, den Effzett. Bereits beim zweiten Wurf bog sich
die Jerkrute. Der Fisch riss die Geflochtene von der Multi. Selbst die
angezogene Bremse konnte ihn nicht stoppen. Uns blieb keine andere Wahl, wir
mussten dem Fisch folgen. Zum Glück war die Uferbepflanzung nicht hinderlich, so
dass der Kampf beginnen konnte. 50 Meter nach rechts, dann 50 nach links usw.
Uns wurde schnell klar, dass hier kein Hecht an der Schnur zerrte, sondern
vermutlich ein dicker Karpfen. Es folgten ca. 15 Minuten, die alles vom Angler
und Equipment forderten. Endlich kam der Fisch an die Wasseroberfläche. Hier
zeigte sich, warum der Fisch so vehement kämpfen konnte. Der Drilling hing
unterhalb der Rückenflosse und ließ ihm alle Bewegungsfreiheiten.
Nun kam das
nächste Problem, wir waren auf Handlandungen beim Hecht eingestellt und hatten
keinen Kescher. Ein Angler in der Nachbarschaft, bzw. sein kleiner Sohn, wollte
uns mit dem Kescher helfen. Es zeigte sich allerdings schnell, dass der Kescher
für die Ausmaße des Karpfens nicht reichen sollte.
Es gab nur einen Weg, ab ins
Wasser. Mein Sohn stieg ins Wasser und umfasste den Karpfen und landete ihn
sicher. 95 cm und ca. 40-45 Pfd. ließen nasse Füße schnell vergessen. Dank der
Handykamera konnte ich einige Bilder schießen und unser dicker Freund konnte
wieder von dannen schwimmen. Mit diesem Fisch nahm er nun Platz eins in unserer
internen Familienwertung ein. Wir glaubten alle, dass ihn so schnell niemand von
diesem Platz verdrängen könne. Aber es kann anders, nach einer Woche war er
„nur“ noch auf Platz zwei.
Sechs Tage später saßen wir beide wieder an dem
Gewässer und badeten unsere Köderfische beziehungsweise Boilies. Mein Sohn
wollte Hechte fangen, nur zu verständlich nach diesem Karpfen und ich einen
Karpfen. Meine Montage lag ca. 15m vom Ufer entfernt, in 2m Wassertiefe. Da ich
nicht tagelang angefüttert hatte, schoss ich einige zusätzliche Fruchtboilies
nach.
Nach ca. 2 Stunden, gegen 14:30, wurden wir durch das Kreischen meiner
Rollen aufgeschreckt und ein Fisch riss mir die Schnur von der Rolle. Ich
stoppte den Freilauf und nahm vorsichtig Kontakt auf. Es zeigte sich sofort,
dass auch hier ein größerer Karpfen am anderen Ende der Schnur zerrte. Der Kampf
begann. Im Gegensatz zu der Jerkrute, war ich hier mit meiner Karpfenausrüstung
klar im Vorteil. Die Kraft der Rute, die Baitrunner 5000 erleichterten mir den
Drill.
Es zeigte sich aber schnell, dass mein Gegner nicht gewillt war, meinem
Ansinnen zu entsprechen. Es ging hier und her. Nach gefühlten 30 Minuten, es
waren aber nur 10 – 15, wurden die Fluchten kürzer. Diesmal lag ein großer
Kescher parat und nach weiteren, kurzen, aber heftigen Fluchten, konnte mein
Sohn den Fisch endlich keschern. Was für ein Karpfen, das Maßband zeigte exakt
100cm. Eine Waage hatten wir natürlich nicht dabei und so kann ich nur schätzen,
45-50 Pfd. Ich führte somit wieder die Rangliste an. Nach einigen Fotos zog er
wieder majestätisch in die Tiefe.
Detlev Korte


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Kommentare
dass ist eindeutig ein und der selbe Fisch!!!