Ausgabe Februar 2012

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    Merkblatt für Angler in Rheinland-Pfalz, herausgegeben im April 2010

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    Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland - Pfalz hat ein Merkblatt herusgegeben mit Verzehrempfehlungen selbst gefangener Fische. Wir danken Rainer Müler für die Zusendung. Nacholgend der Inhalt:

    Merkblatt für Angler in Rheinland-Pfalz

    Herausgegeben im April 2010

    In Rheinland-Pfalz werden Flussfische regelmäßig auf Kontaminanten untersucht. Im

    Vordergrund stehen dabei Untersuchungen auf Dioxine, Furane und Polychlorierte Biphenyle

    (PCB), die als verbreitete persistente Altlasten zu einer überhöhten Belastung

    der Fische führen können. Seit November 2006 gilt EU-weit ein gemeinsamer Summengrenzwert

    (ausgedrückt in Toxizitätsäquivalenten, WHO-TEQ) für Dioxine, Furane

    und dioxinähnliche PCB (dl-PCB). Aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge beträgt

    die tolerierbare wöchentliche Aufnahme an Dioxinen, Furanen und dl-PCB 14 pg

    WHO-TEQ/Kilogramm Körpergewicht. Für einen 60 kg schweren Menschen beträgt

    die tolerierbare wöchentliche Aufnahme demnach 840 pg WHO-TEQ. Das Bundesinstitut

    für Risikobewertung (BfR) hat aktuell Kriterien für Verzehrsempfehlungen für

    Flussfische erarbeitet, die erstmalig in diesem Merkblatt zu Grunde gelegt werden

    konnten. Im Vergleich zu früheren Verzehrsempfehlungen werden jetzt auch alle anderen

    Lebensmittel - wie Milch, Fleisch, Eier - zusätzlich summarisch mit einer mittleren

    täglichen Aufnahme von 1 pg WHO-TEQ/kg Körpergewicht, also 420 pg WHOTEQ

    / Mensch (60 kg Körpergewicht) und Woche berücksichtigt. Daraus folgt, dass

    ein 60 kg schwerer Mensch über belasteten Fisch wöchentlich nicht mehr als 420 pg

    WHO-TEQ aufnehmen sollte.

    Flussfische können sehr unterschiedlich belastet sein; in aller Regel sind aber ältere

    (und damit größere) und fettreichere Fische höher mit WHO-TEQ belastet - d.h. Parameter

    wie Fischart (Fettgehalt, Ernährungsweise), Alter, Größe, Ernährungszustand,

    Fangzeit und Fanggebiet/Lebensraum spielen dabei eine Rolle. Die nachfolgend angegebenen

    Verzehrsempfehlungen orientieren sich daher - soweit möglich - an

    Fischgrößen, die in der Regel geangelt werden.

    Seite 2

    Auf der Basis der vorliegenden Daten resultiert unter Berücksichtigung der tolerierbaren

    wöchentlichen Aufnahme für Dioxine/Furane und dl-PCB folgende Verzehrsempfehlung:

    1. Ahr, Lahn: maximal 2 Portionen Weißfische à 200 g pro Monat
    2. Rhein:
    maximal 1 Portion Weißfische à 200 g pro Monat
    3. Nahe:
    maximal 2 Portionen Weißfische à 200 g pro Monat
    4. Mosel: maximal 4 Portionen Rotaugen (Größe < 20 cm) à 200 g pro Monat,

    maximal 1 Portion à 200 g in 2 Monaten,

    andere Weißfische (Barben, Brachsen, Döbel; Größen über 40 cm)

    maximal 2 Portionen Wels (Größe über 40 cm) à 200 g pro Monat

    5.

    maximal 8 Portionen Barsch (Größe ø 20 cm) à 200 g pro MonatSaar: maximal 6 Portionen Rotaugen (Größe ø 20 cm) à 200 g pro Monat

    maximal 1 Portion Wels (bei Größe 50 – 60 cm) à 200 g pro Monat

    maximal 8 Portionen Barsch (Größe < 20 cm) à 200 g pro Monat

    Aale

    Aufgrund der sehr hohen PCB-Gehalte muss vom Verzehr von Aalen

    generell dringend abgeraten werden.

     

     

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