Standpunkte - Stammtisch: Markenfetischismus - Teuer, billig, preiswertes Gerät?
Standpunkte - Stammtisch:
Es gibt immer wieder Themen im Forum, da wird man nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Bei anderen lohnt vielleicht der Blick auf ein anderes Argument auch mal. Und manche Dinge lassen sich auch nicht immer rein argumentativ diskutieren, sondern sind eine Sache des persönlichen Standpunktes. Da dies naturgemäß in Foren oft untergeht, bieten wir mit dieser neuen Rubrik die Möglichkeit, verschiedene Standpunkte zu einem Sachverhalt - ohne die Diskussion drumrum wie im Forum - darzustellen.
Wenn ihr Themenvorschläge habt, könnt ihr euch gerne bei uns melden:
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Markenfetischismus - Teuer, billig, preiswertes Gerät?
Wer angeln gehen will, braucht dazu Angelgerät. Das gibt es dank der Industrie in allen Variationen, Qualitäten und Preisklassen. Und gibt im Forum vom Anglerboard immer wieder Anlass zu heftigsten Diskussionen. Dabei fällt auf, dass fast keine wirklichen Fakten vorhanden sind, da die Anbieter sich da mehr als bedeckt halten - es gibt Phantasienamen für Materialien, aber keine Infos über Hersteller, Herstellungsweisen, Fertigungstoleranzen etc..
Die einen loben dann ein Produkt einer Marke über den grünen Klee, für die anderen ist das gleiche Produkt gerade mal Mittelklasse mit Mängeln.. So unterschieldich wie die Angler sind eben auch die Anforderunge nan ihr jeweiliges Angelgerät. Und mangels Fakten und Infos gibt es dann eben "Glaubenskriege". Viele User aus de mAnglerboardforum werden da z. B. an die Diskussionen rund um "Zinkgetriebe" denken, oder auch an die Diskussione numd die "Red Arcs", die es in zigfacher Glaubenskriegausführung gibt.
Was braucht der Angler wirklich, wie entscheidet er sich, was sind die individuellen Gründe bei der Entscheidung beim Angelgeräteeinkauf?
Dazu nachfolgend einige Meinungen.
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Hundert Euro
Das
ist die Summe, die ich bereit bin für Rute oder Rolle auszugeben.
Und ich will nicht auf Qualität, Lebensdauer, und das von mir gewünschte
Handling
verzichten. Noch nicht mal auf meine Lieblingsmarken.
Als überzeugter Anwender von Rollen mit Kampfbremse, komme ich bei meinen Ansprüchen nicht an der Twin-Power von Shimano vorbei.
Ich
habe mich im Schlussverkauf noch mit XT-RA Modellen eingedeckt. Hatte vorher
schon welche und wusste dass die was taugen.
Ich denke, die ich kann die
nächsten 10 Jahre angeln. Zwischen 80 und 90 Euros.
Die
TP ist technisch in den letzten Generationen wenig besser geworden. Also
wozu brauche ich das neueste Modell mit Heck-, Kopf- und Kampfbremse.
Bei Ruten oute ich mich mal als Sportex-Fan.
Aber als Fan der alten Serien, Einfach weil ich deren Qualität und Eigenschaften kenne. Da muss man halt die Augen offen halten und auch bischen Glück haben. Nie über 100 Euros.
Damit habe ich für 200 Euros Kombinationen die sich technisch nicht verstecken müssen.
Beim
Angeln auf Aal oder Friedfisch tuts mir auch die LIDL-Freilaufrolle und
die Ulli-Dulli-Rute. Kombos für 40-50 Euros von denen ich keine Wunder
erwarte, die aber ihren Dienst 3 oder 4 Jahre zuverlässsig leisten.
Auf Optik, die gerade angesagte Marke, oder den aktuellen Trend lege ich keinen Wert. Das wären die Faktoren, welche die 100er Grenze sprengen.
Angelzeug ist für mich Gebrauchsgerät und kein Statussymbol.
Siegfried Woyke
( Case )
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Kompromisse finden und Querdenken!
Angelgerät betrachte ich relativ emotionslos. Es muss funktionieren und ich muss damit umgehen können – dann bin ich damit jahrelang glücklich.
Als bekennender Allround-Angler gehe ich so ziemlich allen Angelarten nach.
Entsprechend breit ist auch das Sortiment in meinem Angelkeller. Da ich nicht einfach überall das beste und teuerste kaufen kann und will muss man sich halt Prioritäten setzen und Kompromisse finden.
Je nachdem wie intensiv ich eine Angelmethode betreibe, investiere ich darin mehr oder weniger Geld.
Zum Feedern- und Karpfenangeln habe ich Ruten und Rollen aus dem unteren bis mittleren Preissektor. Das ist ausreichend für die 5-6 Angeltage pro Jahr in denen diese Gerätschaften zum Einsatz kommen.
Auch ist es mir egal ob die Karpfenrute jetzt 2 oder 3 lbs hat, ja ich fische sogar mit 2 unterschiedlichen Ruten nebeneinander auf dem Pod und wer jetzt als Karpfenangler immer noch weiterliest dem sei gesagt, dass eine davon sogar eine Teleskoprute ist.
Warum man unbedingt eine Karpfenrute für 250€ braucht, wenn sie mindestens 95% der Angelzeit regungslos auf dem Rutenhalter liegt kann ich halt nicht nachvollziehen und bin daher auch nicht bereit viel Geld zu investieren.
Auch für das herkömmliche stationäre Grund- oder Posenangeln mit Wurm, Mais, Köderfisch o.ä. habe ich eher mittelmäßiges Equipment. Da ich auch hier den preislichen Unterschied zwischen Mittelklasse und höchster Qualität in keinster Weise nutzen kann.
Ganz anders sieht es bei mir hingegen beim aktiven Angeln aus.
Meine Spinn- und Meeresausrüstung haben größtenteils richtig Kohle gekostet.
Beim Spinn-/Meeresfischen bin ich bereit Geld zu investieren – weil ich die Qualität einfach ständig aktiv nutzen kann und permanent meine Freude daran habe. Und ich brauche auch unbedingt 5 verschiedene Spinnruten - damit jedes Ködergewicht optimal gefischt werden kann. ;)
Um nicht noch mehr Angelgerät kaufen zu müssen, gibt’s bei mir auch sehr häufig Zweckentfremdungen. So verwende ich zum Beispiel meine Ultra-Light Spinnrute auch sehr häufig zum Köderfische fangen. Das ist zwar nicht ideal – aber es erfüllt halt den Zweck.
Mit meiner Strategie, in die Angelarten die mir am meisten Spaß machen auch am meisten Geld zu investieren bin ich bislang recht gut zurechtgekommen und werde das wohl auch so beibehalten.
Franz Hollweck (Franz_16)
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Die Marke macht den Preis, nicht der Preis die Marke.
Sollte man jedenfalls meinen, denn Qualität hat nunmal ihren Preis. Und wenn ich Qualität mit einer bestimmten Marke gleichsetzen kann, dann bin ich auch bereit, den entsprechenden Preis für diese Marke zu zahlen.
Leider ist es, was Angelgeräte und Zubehör betrifft oftmals nicht so ganz einfach.
Zum einen kommt es immer wieder vor, dass renommierte Hersteller dem Kostendruck bei der Produktion nicht mehr standhalten können und -zumindest in der Zulieferindustrie - auf Billigproduzenten ausweichen, dabei Qualitätseinbußen gezielt in Kauf nehmen und gestützt auf die Hoffnung an den Glauben der Kunden in die eigene Marke ein riskantes Spiel treiben. Zum anderen macht die Globalisierung auch nicht vor der Angelgeräteindustrie halt, ganz im Gegenteil. Der Kunde erfährt vieles nur am Rande oder gar nicht, gespickt mit vielen Gerüchten und Latrinenparolen hört er hier und da von Firmenaufkäufen, Fusionen oder ähnlichen Aktivitäten.
Wenn man im Anglerboard nach Mehrheitsmeinungen zu diesem Thema sucht, dann fällt eine Meinung immer wieder auf, der kaum bis gar nicht widersprochen wird: „Wer billig kauft, kauft öfter!"
Es muss also wohl doch was dran sein an dem Zusammenhang zwischen Qualität und Marke bzw. Qualität und Preis.
Aber kann man diese Behauptung pauschalisieren? Ich meine Nein!
Ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, dass irgendein Fisch irgendeinen Kunstköder ausgerechnet deshalb verschmäht, weil auf seiner Umverpackung nicht der Name eines mehr oder weniger bekannten mehr oder weniger erfolgreichen Profianglers gestanden hat.
Hinter all dem steckt in erster Linie ein sehr erfolgreiches Marketing, was aus drei Stufen besteht. Im ersten Schritt wird eine Person ausgesucht, die entweder durch irgendwelche Wettkampferfolge bereits in der Anglerschaft einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt, oder aber die in feinster weil versteckter Zusammenarbeit mit nach außen hin unabhängig wirkenden Angelzeitschriften durch scheinbar redaktionelle Berichte gezielt und von der Industrie gesteuert bekannt gemacht wird. Wenn es nicht gelingt, für diese Person eine echte tolle Schlagzeile zu finden, geht man notfalls einen Schritt weiter und erfindet diese. Einen entsprechend fotogenen Fisch findet man doch schnell, und wenn dieser dann nicht nur mit der betreffenden Person sondern rein zufällig auch noch mit der Rute aus dem eigenen Hause und effektvoll in die Kamera gedrehtem Firmenlogo abgelichtet wird, dann ist es ein Leichtes, den Eindruck zu erwecken, dass dieser Mensch nicht nur der Glückspilz schlechthin, sondern offenbar ein guter, weil erfolgreicher Angler sein muss.
Der zweite Schritt ist dann schon weniger aufwändig. Diese Person wird unter Vertrag genommen und angelt ab heute exklusiv mit den Produkten dieses einen Herstellers. Als Gegenleistung gibt es das Material, ein gewisses Mitspracherecht und natürlich Ruhm und Ehre, was oftmals mehr zählt als der schnöde Mammon.
Als Ergebnis dieser zwei Schritte haben wir einen guten Teil der Zielgruppe 0815-Angler davon überzeugt, dass es offenbar einen (bzw. mehrere) jetzt auch noch namentlich bekannte absolute Spezialisten gibt, die selbst dort noch erfolgreich Fische fangen, wo hunderte andere Angler bisher versagt haben. Da wir Angler aber selten zu dem Zugeständnis bereit sind, dass jemand nur deshalb besser und erfolgreicher angelt als wir selbst, weil er praktisch den ganzen Tag nichts anderes tut und dementsprechende Erfahrung mit Gewässern und Methoden erworben hat, kommt nun der dritte Schritt: Das eigene Produkt.
Mit fantasievollem Design, anderen Farben, etwas anderer Materialzusammensetzung oder einfach nur einer kleinen Einstellungsveränderung im Produktionsverfahren wird so ein angeblich völlig neues und natürlich viel fängigeres Produkt geschaffen, das -versehen mit dem bekannten Namen des so erfolgreichen Profis - sofort mit einem satten Preisaufschlag erst auf die Fachmessen und dann in die Läden kommt.
Und tatsächlich: Nicht nur vereinzelte Fische fallen darauf rein, sondern auch das große Herr der Angler. Nicht „Sex sells" wie in der Werbebranche zur ständigen Füllung des Phrasenschweines immer wieder betont wird, nein, der Name macht's, an den geglaubt wird.
Und trotzdem, einige Erfahrungen, die jeder von uns gemacht hat, bezeugen offensichtlich, dass doch was dran sein muss an den Marken und ihren Qualitäten. Die billige No-Name-Rolle, das vermeintliche Schnäppchen beim Discounter, der günstige Importschlager mit dem unverkennbar asiatischen Schriftzeichen auf der Verpackung, geht pünktlich beim ersten Angeln nach Ablauf der Garantie kaputt. Der offensichtlich mit Markenware vom Feinsten ausstaffierte Kollege 30 Meter weiter hat schon wieder einen Biss, während man selbst nicht den Hauch eines Zupfers spürt. Und stand da nicht sogar ein Fangbericht im Anglerboard, wo einer die Vorzüge seiner teuren Markenrolle nochmal ausdrücklich angepriesen hat?
Wir finden halt immer wieder einen Vorwand, doch das entscheidend teurere weil hoffentlich bessere Produkt zu kaufen. Und der Erfolg gibt uns irgendwann recht. Trotzdem weiß ich noch genau, dass mein erster Gedanke nach dem erfolgreichen Gaffen eines knapp metrigem Seelachses nahe Hitra war: „Wusst' ich's doch!" - Dieser Fisch hatte doch tatsächlich auf einen Billigpilker gebissen, denn ich für wenig Geld mal beim Discounter erstanden hatte.
Heinz-Peter Lattko
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Ein großes Lagerfeuer schickt seine Flammen gen Himmel. Die Gruppe sitzt um das Feuer herum, erzählt sich die Erlebnisse vom Tag und plant die Unternehmungen für den nächsten Tag.
Gromil erzählt, dass er heute beim fischen Glück gehabt hat. Drei große Fische konnte er fangen, genug um seine Familie für die nächsten Tage satt zu bekommen. Die neuen Haken aus den Kieferknochen des Höhlenbären wären rasiermesserscharf und die Sehne aus den Därmen des Riesenhirsches sei besonders stark. Er habe ja schließlich auch zwei Feuersteine und einen Mammutschinken dafür gegeben. Das sei zwar sehr viel gewesen, aber es habe sich ja doch gelohnt. Und er sei überzeugt, damit auch zukünftig regelmäßig große Fische zu fangen.
Burrok verzieht das Gesicht. Das sei doch Blödsinn gewesen. Er habe auch schon so große Fische gefangen, sogar mehr als drei und auch schon viel größere. Und zwar mit Haken aus Rentierknochen und die Sehne stamme ebenfalls vom Rentier. Und dafür habe er nur einen Feuerstein gezahlt. Überhaupt verwende er nur noch Werkzeuge vom Rentier. Das sei ja schließlich leicht zu beschaffen und nicht so teuer. Und es habe bisher immer gehalten und es gäbe keine Klagen. Hätte Gromil auch Sachen vom Rentier verwendet, würde er auch die drei Fische gefangen haben, und besäße zudem noch einen Feuerstein und den Mammutschinken. Er könne sowieso nicht verstehen, wie jemand andere Werkzeuge als die vom Rentier verwendet.
Gromil ist erzürnt über diese Missachtung und Geringschätzung seiner Ausrüstung. Der Streit eskaliert und schließlich greift Gromil seine große Hartholzkeule und ........
Nun, verlassen wir diese Prähistorische Auseinandersetzung und wenden uns der Gegenwart zu. Statt Rentier und Höhlenbär geht's heutzutage um Shimano und Cormoran oder andere beliebige Marken. Die Keule ist nicht mehr aus Hartholz, sondern wird verbal geschwungen, aber im Grunde hat sich nichts geändert.
Die Zuwendung oder Ablehnung zu einer bestimmten Marke ist im Grunde Ausdruck unserer Hilflosigkeit gegenüber der riesigen Auswahl, die der Gerätemarkt heute bietet. Wer von uns ist schon in der Lage, durch bloßes Anfassen und Betrachten zu entscheiden, ob diese oder jene Rolle nun qualitativ hochwertig ist, oder nicht ? Wir haben fast ausschließlich optische und haptische Möglichkeiten zu bewerten. Werte wie Langlebigkeit, Funktionssicherheit und Verschleiß können wir erst nach einer gewissen Zeit des Gebrauchs festlegen und dann ist es im negativen Fall auch meist schon zu spät.
So steht man also im Laden vor einer Auswahl von mehreren, im ersten Augenschein gleichwertigen, Geräten unterschiedlicher Hersteller. Und dann kommen eben Faktoren wie frühere Erfahrungen mit Geräten dieses und jenes Herstellers, sowie natürlich auch das Markenimage und die Werbung ins Spiel, die nicht selten die Kaufentscheidung beeinflussen.
Völlig absurd wird die Geschichte dann, wenn bestimmtes Gerät zweier verschiedener Marken von ein und demselben Hersteller stammen und der Angler hin- und her gerissen ist oder sich die Käufer des Geräts eines Herstellers, aber unterschiedlicher Marken, bis auf´s Blut darüber streiten, welches nun das bessere ist.
Wie mach ich das nun ?
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht wirklich. Meist kaufe ich „ nach Gefühl „ und auch unter Berücksichtigung des Preises. Die Marke ist mir dabei vollkommen wurscht. So habe ich in über 30 Jahren zahllose Artikel gekauft. Manche davon haben ihr Leben schon lange ausgehaucht. Andere tun nach wie vor brav ihren Dienst. Könnte man daraus, aus dieser „natürlichen Auslese „ vielleicht einen Trend hin zu einer Marke ableiten ?
Mal sehen, was wir da älter als 20 Jahre geworden ist:
Hmm, Also da sind Rollen von Shakespeare, Daiwa und Cormoran.
Ruten von DAM, Shakespeare, Cormoran, Shimano, und zwei no-name Karpfenruten. Alles noch in guter Funktion und auch in Gebrauch.
Und natürlich noch ganz alte Hündchen von ABU oder die Fliegenrute vor Ertl. Aber die bekommen nur noch das Gnadenbrot.
Wenn sich daraus ein Trend ableiten lässt, dass dahin, dass es nicht auf die Marke ankommt, sondern jeweils auf das einzelne Gerät. Und daraus wiederum lässt sich ableiten, was von Markenfetischismus zu halten ist.
Gar nix.
Ralf Dahlheuser
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Ich bin Schwabe. Also bekanntermaßen ein Menschenschlag, der nicht dafür bekannt ist, freiwillig mehr Geld rauszurücken als es unbedingt nötig ist. Der aber auch bekannt dafür ist, eine gewisse Qualität einzufordern. Siehe so bekannte schwäbische Marken wie Mercedes, Porsche, etc..
Bei mir ist das auch beim Angelgerät so. Natürlich will ich mir keinen "Schrott" zulegen, nur weil ich nicht viel Geld ausgeben will. Auf der anderen Seite will ich aber auch nicht unbedingt "nur für den Namen" bezahlen.
Man hat als Angler da immer ein Problem:
Man bekommt sicher nur in den wenigsten Fällen mehr Qualität als man bereit ist zu bezahlen.
Auf der anderen Seite bezahlt man aber oft mehr, als die Qualität eines Produktes eigentlich hergibt.
Die Krux dabei:
Je nachdem, wie intensiv ein Angler eine bestimmte Methode betreibt, so unterschiedlich sind dann die Anforderunge nan sein Gerät.
Ich als Spinnfischer habe an meine Spinnrollen sicherlich andere Anforderungen als an meine selten genutzte Matchausrüstung. Während ich also bei der Spinnrolle viel suche, in Foren lese, mit Kollegen spreche, beim Händler die Rollen "begrabble" und sonstigen Erfahrungaustausch suche, kaufe ich meine "Matche" nach dem einfachen Standpunkt "irgendwas ausd der Mittelklase wirds schon tun..
Interesant dabei:
Währen ich dann mit meiner zwar seltenener genutzten Mittelklasse - Matche jahrelang zufrieden am angeln bin, bin ich bei meinen häufig genutzten Spinntoprollen trotzdem immer irgendwie unzufrieden und suche immer wieder nach der "noch besseren"..
Selbstverständlich lässt man sich dabei auch von Markennamen leiten. Es gibt nun mal ein paar Hersteller, da geht man davon aus, dass man ab einer gewissen Preisklasse auch eine gewisse Qualität bekommt.
Als Schwabe hört bei mir dann der Spaß aber auch irgendwann auf. Wenn "normale" Stationärrollen mehr als 4- oder 500 Euro kosten, überlege ich mir schon, ob ich damit tatsächlich auch die doppelte Qualität oder Haltbarkeit einer (ja auch nicht gerade als "billig" zu bezeichnenden 200 Euro - Rolle) erhalte oder ob da dann doch ein Stück "Markenfetischismus" dahinter stecken könnte..
Sei es wie es sei. Ich glaube bei mir ist es da wie bei vielen anderen begeisterten Anglern: Der Keller füllt sich einfach, ob mit "Marke" oder ohne, ob preiswert oder teurer...............
Thomas Finkbeiner
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Kommentare
Von den Discounter-Freilauf Rollen, die ich habe, bin ich allerdings nach wie vor begeistert - sie halten bisher zumindest schon über 2 Jahre und machen mir echt Spaß.
Kurioserweise habe ich zu manchen alten Ruten und Rollen eine Art sentientale Bindung, weil da so Einiges an anglerischen Erinnerungen dranhängt.
Ich angle seitdem ich 3 Jahre alt bin und mein Dad mich die ersten Male mitgenommen hat.
Einige meiner Ruten sind dadurch quasi älter als ich es bin - klar gibt es bessere - auch viel bessere, deren Eigenschaften genau auf eine Methode abgestimmt sind, jedoch fische ich gerne noch die alten "Schätzchen ", die teilweise schon dabei geholfen haben, so manchen Traumfisch irgendwo auf dieser Welt zu landen.
Hin und wieder juckt es mich auch und ich gönne mir mal etwas "Teureres", was mir beim Händler extrem gut in der Hand lag, oder was ich bei Kollegen mal habe testen dürfen.
Aber da ich mein Tackle auch eher unter dem Gesichtspunkt der praktischen Brauchbarkeit kaufe und weniger auf die Marke oder die Optik schaue, muß es nicht immer gleich das Teuerste sein.
Viele meiner recht günstigen Sachen leisten seit langer Zeit gute Dienste - manche Dinge liegen auch nur noch im Keller, weil sie nicht für die ewigkeit gebaut waren - aber als Allroundangler brauche ich auch keine hochspezielle Ausrüstung, um Spaß am Fischen zu haben.
Wer mehr Spaß mit höherwertigem Tackle hat, dem sei das gegönnt - ich gehe mit meinem "Angelkram" auch oft einfach nicht pfleglich genug um, so das High-End-Gerät zu schade für meine Art des Freizeitangelns wäre.
Schonmal kaut auch ein Hund auf ´ner rute rum, was fatal wäre, wenn ich 500 € Ruten hätte - so gibt es einen kurzen Anschiss und ich hoffe, es passiert nicht wieder...!
Also - jedem das Seine - je nach Geschmack & Geldbeutel - aber ich kaufe lieber öfter mal etwas Neues, als mich auf einmal extrem zu verausgaben.
Kurioserweise hatte ich öfters gerade bei den teureren Dingen Reklamtionen, wobei ich auch sagen muß, dass diese bisher auch stets zu meiner Zufriedenheit durch die jeweiligen Händler abgewickelt wurden.
Ob das bei "Billigkram " auch so einfach gewesen wäre, weiß ich nicht.
In diesem Sinne - habt´ Spaß am Wasser - womit auch immer!
Ernie