Ausgabe Februar 2012

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    Schluss mit Edel!

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    Schluss mit Edel!

     

    Hier sitze ich nun an einem Samstagmorgen und schau zum Fenster raus.Der Garten ist tiefanzeige_kingfisher_50x100.jpg verschneit, die Vögel kommen an die Futterstelle. Immerhin ist nach einigen Tagen eisiger Kälte etwas Tauwetter.

     

    Und es ist vier Monate her seit ich meinen letzten Fisch gefangen habe. Und ich denke übers Angeln nach. Über mein Angeln, und wie sich das in den letzten Jahren entwickelt hat. Maßgeblich an der Entwicklung sind mein weitgehender Verzicht mit Köderfisch zu angeln und das Internet.

     

    Während ich früher eher so der Ansitzangler war, egal ob mit Posenmontage oder auf Grund, an einer Rute zog fast immer noch ein Köderfischen seine Kreise. Es war eine Ausgeglichenheit zwischen Fried- und Raubfischfängen.

     

    Das Angeln mit dem Köderfischchen wurde aber immer riskanter, da verboten, und bei erwischt werden schwer bestraft. Also stand ich irgendwann vor der Entscheidung, Friedfisch oder Raubfisch.

     

    Diese Entscheidung wurde mir durch den einsetzenden Boilie-Boom erst mal abgenommen. Ich kaufte mir zwei Freilaufrollen, und begann Boilie Vorfächer zu knoten. Dann bestellte ich mir paar Kilo Billigst-Boilies von Moritz. Geangelt wurde mit meinen Hecht-Ruten. Und ich fing wie verrückt. Diese Boilies waren echt der Hammer. Während die Kollegen mit Ihrem Nash,  und sonstwas Zeugs oft nächtelang am Warten waren, tauchte ich morgens auf, warf meine Montage ins Wasser, paar Murmeln zum futtern hinterher, und hatte oft nach 3 - 4 Stunden auch meine 3 erlaubten Karpfen. Es waren nicht die Riesen, aber in idealer Kochtopfgröße.

     

    anzeige_geoff-anderson_50x5.jpgNun, da ich halt mal nicht der geborene Zurücksetzer bin zog ich mir durch die Entnahme meiner Fänge den Unmut mancher Karpfen-Spezialisten zu. Das wäre mir ja auch egal gewesen, aber irgendwann wollte niemand mehr in der Verwandschaft Karpfen haben, und mir schmeckten sie auch nicht mehr.

     

    Also beschloss ich nach zwei Jahren Karpfenspezialistentum meine Strategie zu wechseln und mit Kunstködern auf Raubfische zu angeln. Und das war wohl irgendwie ein entscheidender Fehler in meiner Angelkarriere.

    Zunächst mit einfachster Ausstattung, dann mit teuer erkauftem Hi-End-Gerät umrundete ich die Seen unzählige Male. Und ich war erfolglos. Ab und zu mal paar kleinere Barsche, eher selten mal ein kleinerer Hecht.

     

    Irgendwann bekam ich meinen ersten Gummifisch geschenkt. Ich montierte den auf eine wirklich abenteuerlich Art und Weise, ging ans Wasser, und 20 Minuten Später mit 2 Hechten nach Hause.

     

    Das war fatal. Ich hatte eigentlich keine Ahnung vom Gufi-Angeln, und es gab auch niemanden der mir das erklären konnte. Also kaufte ich mir beim örtlichen Händler die paar Gummifische, die er da hatte, einige Fertigmontagen, Blei, Drillinge und bastelte mir meine Montagen irgendwie selbst. Und da ich der vermutlich erste Gufi-Angler an  unseren Gewässer war fing ich auch. Zwar auch nicht übertrieben viel, aber immerhin mehr als mit Wobblern, Blinkern und co.

     

    Und dann kamen die ersten Angler-Foren ins Internet. Ich bekam eine Fülle von Informationen. Wusste plötzlich was ein Jighaken ist, ein Zusatzdrilling, und wie man so einen Gufi richtig führt.

    Meine Fänge wurden mehr, und sie wurden größer.

     

    Aber zum Segen des Internets kam auch der Fluch. Ich las von Catch and Release, freiwilligem Schonmaß,  Entnahmefensten, freiwillig verlängerter Schonzeit und was weiß ich noch alles für edle Maßnahmen.

     

    Und da manche dieser Maßnahmen ja durchaus Sinn zu machen schienen, ließ ich mich davon infizieren. Ich legte auch persönliche Mindestmaße für mich fest, verlängerte Schonzeiten von Forellen und Hechten, und fing nur noch so viel wie ich für den Eigenbedarf brauchte. War dieser gedeckt, verlegte ich mich auf wenig erfolgversprechend Angelarten und fing hauptsächlich nichts.

     

    Und nun sitze ich hier an einem Samstagmorgen und schau zum Fenster raus. Der Garten ist tief verschneit, die Vögel kommen an die Futterstelle. Immerhin ist nach einigen Tagen eisiger Kälte etwas Tauwetter.

     

    Und es ist vier Monate her seit ich meinen letzten Fisch gefangen habe....

     

    Und jetzt ist Schluss mit Edel.

     

    In diesem Jahr gelten die Schonmaße und Schonzeiten die in der Karte stehen.

    Der Forellenbach wird nicht mehr geschont, damit die Fische wachsen können.

    Ich werde nicht mehr nach einem guten Hecht nach Hause gehen, ich fang zwei.

    Ich werde mir einen Futterplatz für Friedfische anlegen, und Boilies kaufen.

    Und ich werde nach langen Jahren persönlicher Schonzeit auf Äschen angeln.

    Und falls mir sonst noch was einfällt, um Fische zu kriegen, werde ich das ebenfalls tun .

     

     

    Jetzt wird wieder gefangen.

     

    Siegfried Woyke

    Case

     www.alb-angler.de

    Kommentare 

     
    0 #1 und wenn Die \\\\\\ 2009-03-05 09:30
    Schön geschrieben und auch nachvollziehbar ! Aber genau an dem Punkt, wo Du vermeintlich dem Urtrieb zu Jagen/Fangen wieder voll erliegst, musst Du Dir die Frage stellen, ob Du \\\'Kochtopfangler\ \\' bleiben willst oder es doch höhere Motive geben kann. Sprich C&R heißt ja nicht unbedingt nie einen Fisch mitzunehmen! Du hast doch eine für einen mit Verstand und neuem gegenüber aufgeschlossene m Angler nicht ungewöhnliche Entwicklung genommen! Bleib dabei
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