Ausgabe Mai 2012

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    Gewebeproben von Billfish, Hai und Thun gesucht US-Biologe kämpft gegen Überfischung

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    Gewebeproben von Billfish, Hai und Thun gesucht US-Biologe kämpft gegen Überfischung

    Der Big Game Fishing Club Deutschland e.V. und das Anglerboard helfen!


    Der Club hat sich entschlossen, den US-Genetiker Prof. Mahmood Shivji bei seiner Arbeit zum Schutz von Schwertträgern, Haien und Thunen vor der kommerziellen Überfischung zu helfen. Der Biologe erstellt Verwandtschaftsprofile und genetische Fingerabdrücke zur Bestimmung verschiedener Fischarten. Dazu benötigt er jeweils ein fingernagelgroßes Stück etwa von einer Flosse. Die Fische müssen dazu nicht einmal getötet werden.

    Der genetische Fingerabdruck ist nicht nur ein unumstößliches Beweismittel für die Überführung von Sexualstraftätern: Er erweist sich auch als höchst effizient zum Schutz von Haien oder Schwertträgern vor der kommerziellen Überfischung. Shivij hat inzwischen Schnelltests entwickelt, um an kleinen Gewebeproben bestimmen zu können, ob etwa eine getrocknete Haifischflosse von einer geschützten Art abstammt. Zudem haben seine Gentests wichtige Erkenntnisse zum Schutz der Schwertfischbestände im Mittelmeer und des Weißen Marlins im Atlantik erbracht.

    Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Nach Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN sind die Bestände der Tiger- und Bullhaie sowie der Düsteren Haie (dusky shark) und des Bogenstirn-Hammerhais zu 95 Prozent ausgerottet. Der Grund ist die unersättliche Gier in Asien nach Haifischflossen. Wegen der hohen Profitspannen die mit dem schmutzigen Geschäft möglich sind, ignorieren skrupellose Berufsfischer und Händler jeglichen Artenschutz. Zumal den Flossen nicht angesehen werden kann, von welchem Fisch sie geschnitten wurden. - Bis Shivji kam.

    Ein Fischhändler in New York war der erste, dem der Genetiker das schmutzige Handwerk legen konnte. Inspektoren hatten bei ihm 2003 eine halbe Tonne getrockneter Haifischflossen entdeckt. Darunter war ein Sack mit der Aufschrift „blanco", dem spansichen Wort für weiß und ein weiterer mit dem Wort „baxin". Die Fahnder vermuteten Flossen von Weißen Haien in dem einen und vom Basking Shark, dem Walhai, in dem anderen Sack. Shivij konnte dann in aufwendigen Gentest rund 230 Pfund der Flossen sieben verschiedenen Hai-Arten zuordnen. Darunter waren auch Flossen von Weißen- und von Riesenhaien, die beide international geschützt sind. Der Flossenhändler wurde im August 2006 zu einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Shivjis DNA-Test galt vor Gericht als felsenfester Beweis seiner Schuld.

    Ein Problem haben nun auch all die Nationen, die im Mittelmeer Schwertfische dezimieren: Shivji konnte nachweisen, dass es sich bei den Fischen dort um einen eigenen Bestand handelt, der sich nicht mit Schwertfischen im Atlantik austauscht. Die EU und die Mittelmeeranrainer sind damit gezwungen, ihre Höchstfangmengen zu überdenken.

    Und noch ein Erfolg: Shivji stellte mit Gentests fest, dass es sich bei dem angeblich vor Florida und Kuba heimischen Hatchet Marlin (dem Yeti unter den Fischen) um den Roundscale Spearfisch handelt. Dieser Fisch sieht dem bedrohten Weißen Marlin zum Verwechseln ähnlich und war bislang nur im Ostatlantik vor Gibraltar vermutet worden. Nun werden auch die Anstrengungen zum Schutz Weißer Marline verstärkt werden müssen.

    Professor Shivji benötigt zunächst Proben von Schwertträgern und Haien, die EINDEUTIG identifiziert wurden.

    Die Probeentnahme und Konservierung ist ganz einfach. Benötigt wird ein etwas über Daumennagel großes Stück einer Flosse, egal ob von den Bauchflossenstahlen bei schwertträgern, oder Brust-, Rücken- oder anderen Flossen. Es kann aber auch ein Stück Muskelfleisch sein, falls der Fisch schon tot ist und etwa präpariert werden soll.


    Für die Konservierung braucht ihr

    1. Ein kleines Plastik- oder Glasfläschchen (Apotheke) mit Schraubverschluss, das gut (!) verschließt. Es muss nur sauber sein, nicht steril. Das Gefäß wird gefüllt mit 95%-100% medizinischem Alkohol. Die Probe soll darin schwimmen, damit der Alkohol sie konserviert: Weniger Fleisch ist deshalb mehr.

    2. Die Probe entnehmt ihr mit Messer, Schere, Seitenschneider, egal. Das Werkzeug muss nur zuvor gut mit (Salz)-Wasser gereinigt und mit Papiertaschnertuch trocken gewischt werden. Damit wird vermieden, dass fremdes Gewebe euere Probe verunreinigt und der arme Professor Frankensteinfische, Langnasenhaie und andere Wolpertinger analysiert.

    3. Bei Haien bitte auch schauen, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt und auf dem Glas mit vermerken

    Gebraucht werden Proben von allen Schwertträgern, Haien und Thunen. Aber BITTE nur eindeutig identifizierte Fische. Zu allen Fischen bitte ungefähre Größe und Gewicht angeben. Foto wäre fein, sollte aber nur von SPEERFISCHEN sein. Dazu einmal ein formatfüllendes Bild vom Gesicht (wichtig ist der Übergang vom Kiemendeckel zur Kehlabdeckung) und eine Gesamtansicht von Waidloch und Afterflosse (Wichtig für die Bestimmung ist der Abstand vom Waidloch zur Afterflosse und die Länge der Afterflosse.) Die Probe ist aber wichtiger als die Fotos. - Die Behältnisse packt ihr zu den Medikamenten/Waschzeug im Koffer, da fallen sie nicht auf.

    Auf dem Etikett oder besser einem eindeutig zum Fläschchen zugeordneten Beiblatt bitte Fangdaten vermerken: Name des Anglers/Probenehmers (für eine Club-Urkunde), Fischart, Größe/Gewicht (gemessen oder geschätzt, bitte angeben), Fangort, Datum.

    Messen:
    Die Länge der Schwertträger wird von der Spitze des Unterkiefers bis zu einer gedachten Linie zwischen den Spitzen der Schanzflosse gemessen. Bei Haien wird an der Nasenspitze angelegt und bis zur spitze der längsten Schwanzflosse gemessen.

    Probe-Fläschchen (gut verschlossen und verpackt) dann an meine Adresse:

    Jürgen Oeder
    Redaktionsbüro
    Sophienstr. 99
    76135 Karlsruhe

    Wer helfen möchte, wende sich bitte an mich für weitere Informationen per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

    Diese Aktion unterstützen wir gerne

     

    Kai Jendrusch 

    Kommentare 

     
    0 #1 Thomas Meyer 2008-03-06 13:29
    Ich gehe seit etwa 20 Jahren zwei mal / Jahr zum tauchen in die Tropen. Es gibt keine Haie mehr! 4 Wochen Solomonen, 5 Tauchgänge / Tag macht ca. 150 TG, wirklich weit ab an den Außenriffen. Nicht ein Hai ! Erschreckend!
    Alle großen Rifffische fehlen. Napoleons, Wimpel, Barracudas - Fehlen. Erschreckend!

    Thomas
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