Gewebeproben von Billfish, Hai und Thun gesucht US-Biologe kämpft gegen Überfischung
Der Big Game Fishing Club Deutschland e.V. und das Anglerboard helfen!
Der Club hat sich entschlossen, den
US-Genetiker Prof. Mahmood Shivji bei seiner Arbeit zum Schutz von
Schwertträgern, Haien und Thunen vor der kommerziellen Überfischung zu helfen.
Der Biologe erstellt Verwandtschaftsprofile und genetische Fingerabdrücke zur
Bestimmung verschiedener Fischarten. Dazu benötigt er jeweils ein
fingernagelgroßes Stück etwa von einer Flosse. Die Fische müssen dazu nicht
einmal getötet werden.
Der genetische Fingerabdruck ist nicht nur ein
unumstößliches Beweismittel für die Überführung von Sexualstraftätern: Er
erweist sich auch als höchst effizient zum Schutz von Haien oder Schwertträgern
vor der kommerziellen Überfischung. Shivij hat inzwischen Schnelltests
entwickelt, um an kleinen Gewebeproben bestimmen zu können, ob etwa eine
getrocknete Haifischflosse von einer geschützten Art abstammt. Zudem haben seine
Gentests wichtige Erkenntnisse zum Schutz der Schwertfischbestände im Mittelmeer
und des Weißen Marlins im Atlantik erbracht.
Es ist ein Wettlauf gegen
die Zeit: Nach Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN sind die Bestände
der Tiger- und Bullhaie sowie der Düsteren Haie (dusky shark) und des
Bogenstirn-Hammerhais zu 95 Prozent ausgerottet. Der Grund ist die unersättliche
Gier in Asien nach Haifischflossen. Wegen der hohen Profitspannen die mit dem
schmutzigen Geschäft möglich sind, ignorieren skrupellose Berufsfischer und
Händler jeglichen Artenschutz. Zumal den Flossen nicht angesehen werden kann,
von welchem Fisch sie geschnitten wurden. - Bis Shivji kam.
Ein
Fischhändler in New York war der erste, dem der Genetiker das schmutzige
Handwerk legen konnte. Inspektoren hatten bei ihm 2003 eine halbe Tonne
getrockneter Haifischflossen entdeckt. Darunter war ein Sack mit der Aufschrift
„blanco", dem spansichen Wort für weiß und ein weiterer mit dem Wort „baxin".
Die Fahnder vermuteten Flossen von Weißen Haien in dem einen und vom Basking
Shark, dem Walhai, in dem anderen Sack. Shivij konnte dann in aufwendigen
Gentest rund 230 Pfund der Flossen sieben verschiedenen Hai-Arten zuordnen.
Darunter waren auch Flossen von Weißen- und von Riesenhaien, die beide
international geschützt sind. Der Flossenhändler wurde im August 2006 zu einer
Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Shivjis DNA-Test galt vor Gericht
als felsenfester Beweis seiner Schuld.
Ein Problem haben nun auch all
die Nationen, die im Mittelmeer Schwertfische dezimieren: Shivji konnte
nachweisen, dass es sich bei den Fischen dort um einen eigenen Bestand handelt,
der sich nicht mit Schwertfischen im Atlantik austauscht. Die EU und die
Mittelmeeranrainer sind damit gezwungen, ihre Höchstfangmengen zu überdenken.
Und noch ein Erfolg: Shivji stellte mit Gentests fest, dass es sich bei
dem angeblich vor Florida und Kuba heimischen Hatchet Marlin (dem Yeti unter den
Fischen) um den Roundscale Spearfisch handelt. Dieser Fisch sieht dem bedrohten
Weißen Marlin zum Verwechseln ähnlich und war bislang nur im Ostatlantik vor
Gibraltar vermutet worden. Nun werden auch die Anstrengungen zum Schutz Weißer
Marline verstärkt werden müssen.
Professor Shivji benötigt zunächst
Proben von Schwertträgern und Haien, die EINDEUTIG identifiziert wurden.
Die Probeentnahme und Konservierung ist ganz einfach. Benötigt wird ein
etwas über Daumennagel großes Stück einer Flosse, egal ob von den
Bauchflossenstahlen bei schwertträgern, oder Brust-, Rücken- oder anderen
Flossen. Es kann aber auch ein Stück Muskelfleisch sein, falls der Fisch schon
tot ist und etwa präpariert werden soll.
Für die Konservierung
braucht ihr
1. Ein kleines Plastik- oder Glasfläschchen (Apotheke) mit
Schraubverschluss, das gut (!) verschließt. Es muss nur sauber sein, nicht
steril. Das Gefäß wird gefüllt mit 95%-100% medizinischem Alkohol. Die Probe
soll darin schwimmen, damit der Alkohol sie konserviert: Weniger Fleisch ist
deshalb mehr.
2. Die Probe entnehmt ihr mit Messer, Schere,
Seitenschneider, egal. Das Werkzeug muss nur zuvor gut mit (Salz)-Wasser
gereinigt und mit Papiertaschnertuch trocken gewischt werden. Damit wird
vermieden, dass fremdes Gewebe euere Probe verunreinigt und der arme Professor
Frankensteinfische, Langnasenhaie und andere Wolpertinger analysiert.
3.
Bei Haien bitte auch schauen, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt
und auf dem Glas mit vermerken
Gebraucht werden Proben von allen
Schwertträgern, Haien und Thunen. Aber BITTE nur eindeutig identifizierte
Fische. Zu allen Fischen bitte ungefähre Größe und Gewicht angeben. Foto wäre
fein, sollte aber nur von SPEERFISCHEN sein. Dazu einmal ein formatfüllendes
Bild vom Gesicht (wichtig ist der Übergang vom Kiemendeckel zur Kehlabdeckung)
und eine Gesamtansicht von Waidloch und Afterflosse (Wichtig für die Bestimmung
ist der Abstand vom Waidloch zur Afterflosse und die Länge der Afterflosse.) Die
Probe ist aber wichtiger als die Fotos. - Die Behältnisse packt ihr zu den
Medikamenten/Waschzeug im Koffer, da fallen sie nicht auf.
Auf dem
Etikett oder besser einem eindeutig zum Fläschchen zugeordneten Beiblatt bitte
Fangdaten vermerken: Name des Anglers/Probenehmers (für eine Club-Urkunde),
Fischart, Größe/Gewicht (gemessen oder geschätzt, bitte angeben), Fangort,
Datum.
Messen:
Die Länge der Schwertträger wird von der Spitze des
Unterkiefers bis zu einer gedachten Linie zwischen den Spitzen der Schanzflosse
gemessen. Bei Haien wird an der Nasenspitze angelegt und bis zur spitze der
längsten Schwanzflosse gemessen.
Probe-Fläschchen (gut verschlossen und
verpackt) dann an meine Adresse:
Jürgen Oeder
Redaktionsbüro
Sophienstr. 99
76135 Karlsruhe
Wer helfen möchte, wende sich
bitte an mich für weitere Informationen per E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Diese Aktion
unterstützen wir gerne
Kai Jendrusch
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Kommentare
Alle großen Rifffische fehlen. Napoleons, Wimpel, Barracudas - Fehlen. Erschreckend!
Thomas