Angeln im Taurusgebirge
Angeln im Taurusgebirge
Dieses Jahr hat mich meine Freundin überzeugt, statt meine Knochen beim Skifahren endgültig zu ruinieren doch lieber im Februar mit ihr in die Türkei zum Badeurlaub zu fahren. Die Idee fand ich anfangs gar nicht so prickelnd und als sie mir von Stadtbummel in Antalya und Bauernmarkt in Manavgat vorschwärmte, verdüsterte sich schon mein Gemüt. Aber was soll's, dachte ich, Sonne am Pool tut auch gut. Als das Hotel in der Region um Side gebucht war, hab ich mich im Netz kundig gemacht, ob ich vielleicht auch ein bisschen was anglerisch erleben kann - und ich sag es euch gleich vorn weg:
Gefangen hab ich nichts, aber es war ein Naturerlebnis vom Feinsten.
Nach einigem Suchen bei google - earth wurde ich richtig frohgemut über unser Urlaubsziel, denn was man da sieht, lässt Anglers Herz höher schlagen.
Mäandierende Flüsse mit Stromschnellen und Sandbänken, große Stauseen, die Hafenmole von Side und auch die schön strukturierten Felsenufer da - für jede Angelart ist etwas dabei.
Da ich Fliegenfischer mit Leib und Seele bin, suchte ich nach „Forellen angeln Side" und wurde nach einigem suchen auch fündig. Ich schrieb eine mail an Murat Yaren
( my.yaren -at- gmail.com oder www.side-wandern.com ) - einem Angelguide und Wanderführer. Wir vereinbarten einen Termin und am verabredeten Tag trafen wir uns um 9 Uhr vor dem Hotel. Wir besprachen kurz unser Vorhaben und nach einer viertel Stunde Fahrt verließen wir die Küstenautobahn und tauchten in eine der ursprünglichen Bergregionen der Türkei ein.
Bei einer ersten Raucherpause merkte unser Guide das er kein Feuerzeug dabeihat, das war verschmerzbar, aber ich stellte zu meinem Entsetzen fest, das ich den Fotoapparat vergessen hatte. Murat hatte mich beim Losfahren extra daran erinnert...aber kein Problem, er überließ uns seinen und die Fotos hab ich dann am nächsten Tag auf CD bekommen.
Wie so oft in der Türkei: no problem.
Erste Pause: Das bin ich beim Blick aufs Gebirge
Auf der Fahrt erfuhren wir sehr viel über Land und Leute und gewannen einen kleinen Einblick in das Leben abseits der Touristenhochburgen.
Nach einer Stunde Fahrt verließen wir die Fernstraße - schon mitten im Gebirge und wechselten das Tal, es ging in Richtung Quelle des Manavgat. In der letzten Ortschaft wurde aus der Straße eine Schotterpiste, die Berge rückten immer enger an den Fahrtweg. Endlich erreichten wir unser Ziel.
Der Manavgat-Fluß in seinem Quellbereich
Obwohl ich von der fantastischen Aussicht sehr beeindruckt war, konnte ich es kaum erwarten, im Fluss zu angeln.
Wir fuhren eine erste Stelle an, fachsimpelten noch über ein paar Köder und dann ging es los, ich mit geborgter Spinnrute und 5er Reise-Flugrute, Murat nur mit Spinnrute.
Eine kurze Einweisung durch den Guide
Der Rest ist eigentlich schnell erzählt: Ich fischte, fischte.... probierte all Köder der Urlaubsbox durch - und hatte doch nicht einen einzigen Biss. Murat fing ziemlich schnell eine kleine Regenbogenforelle, doch dann war auch bei ihm lange Pause. Die vier Wochen vor unserem Urlaub hatte es in der Region geregnet, das Wasser war noch sehr hoch und kalt, jedoch wo kann man sonst im Februar im T-Shirt Flugangeln?
Fliegenfischen in einer ein traumhaften Umgebung
Wir wechselten dann die Stelle, viel zu schnell war die Zeit zum Mittagessen heran.
An einem kleinen Gasthof, der als Nebengewerbe zu einer Forellenzucht betrieben wurde, rasteten wir. Nach kurzem Gespräch mit dem Besitzer wurde Forelle bestellt. In einem unvergleichlichen Panorama genossen wir die für uns frisch gefangenen und zubereiteten Fische.
Beim Mittagessen: links Murat, rechts ich
Nach dem Mittagessen gingen wir dann noch zwei weitere Stellen an, konnten aber nichts mehr fangen.
mit der Spinnrute
Ein türkischer Angler, der dort mit der Grundangel fischte, hatte drei Regenbogner gefangen - immerhin ging etwas.
Gegen 16 Uhr fuhren wir zurück - ein unvergleichlicher Tag ging zu Ende.
Diesen Ausflug werden wir bestimmt wiederholen, dann nehmen wir uns mehr Zeit, also zumindest zeitiger losfahren. Ich werde auch eine 7er Rute und eine Nassschnur einpacken um mal einen tiefgeführten Streamer zu probieren. Am Mittagstisch konnte ich eine kleine schwarze Steinfliegen beobachten, vielleicht geht ja was mit kleineren und dunklen Nymphen? Ideen habe ich jedenfalls schon.
Ich rate euch dringend ab, so eine Tour ins Gebirge selbst mit einem Mietwagen zu versuchen, denn:
1. konnte ich kein vernünftiges Kartenmaterial auftreiben.
2. hätte ich den Weg wahrscheinlich am nächsten Tag selbst nicht wieder finden können, obwohl ich jetzt schon einmal dort war.
3. gibt es viele Flüsse die im Februar super nach angeln aussehen, die aber kein Leben enthalten, weil sie im Sommer trocken fallen - das heißt, man muss genau wissen wo man hinfährt zum angeln.
4. sollte man türkisch können, um sich gegebenenfalls verständlich zu machen.
5. hat man in den Bergen keinen handy-Empfang mehr, wenn etwas passiert, ist man auf sich allein gestellt.
Der Preis für diesen Ausflug ist verglichen mit manch anderer Urlaubsbelustigung nicht billig.
Aber verglichen mit der Aussicht auf einen Bus voller Rentner oder Touristenguadi auf einem Kahn voller Urlauber nicht mit Gold aufzuwiegen.
Ich schreibe hier nix über Euros, denn wie überall in der Türkei ist das Verhandlungssache. Ihr solltet aber bedenken, was ihr an einem Arbeitstag verdienen wollt und dann mit einrechnen, dass es nach Side und zurück ca. 200km sind.
Noch einmal ein großes Kompliment an Murat und dazu meinen Dank für diesen tollen Tag.
Ingo R.
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Kommentare
naechtes mal naehmen wir uns mehr zeit und genissen das angeln im wildwasser auf den taurusbergen..
mfg murat(angelguid e side)
murat agabey seneye beni de götür yaaaa