PRESSEMITTEILUNG
Bundesregierung will sich nicht zu Exportstopp
für Glasaale bekennen
Behm: Völlig inakzeptables
Wegducken
„Die Bundesregierung duckt sich beim Schutz des bedrohten Aals weg
und will sich nicht zu einem Exportstopp für Glasaale bekennen. Stattdessen will
sie mit einer Festlegung warten, bis die EU sämtliche Aalbewirtschaftungspläne
ausgewertet
hat. Das ist angesichts der Warnungen von
Fischereiwissenschaftlern vor einem Zusammenbruch der Aal-Population völlig
unverständlich und inakzeptabel.“
Mit
diesen Worten kritisierte die
Fischereipolitikerin der bündnisgrünen Bundestagsfraktion, Cornelia Behm, die
Antworten der Bundesregierung auf ihre schriftlichen
Fragen zum Thema
Exportstopp für Jung-Aale. Darin hatte Behm um Auskunft darum gebeten, ob die
Bundesregierung die Forderung nach einem Exportstopp für Jung-Aale unterstützt,
und wie sich die Bundesregierung in dem Gremium verhalten
hat, das über diese
Exportquoten entscheidet.
„Wenn die Wissenschaftler einen sofortigen
Fangstopp für den Aal fordern, dann ist es den betroffenen Binnenfischern
überhaupt nicht vermittelbar, dass ihre französischen
und spanischen Kollegen
die Jungfische ihres bisherigen Brotfisches weiter für den direkten Verzehr und
für die Fischzucht nach Ostasien exportieren können,“ kritisiert Behm. „Bei
anderen Seefischen hat die EU Schutzvorschriften
zum Schutz von Jungfischen
bis hin zum Rückwurfgebot für untermaßige Fische erlassen. Nur beim Aal soll das
nicht gelten? Worauf und auf wen meint die Bundesregierung
hier eigentlich
Rücksicht nehmen zu müssen? Warum handelt sie
auch hier so opportunistisch
wie bereits beim ‚Roten Thun’ nach dem Muster ‚Auf eine Position der
EU-Kommission warten, sich dieser Haltung dann einfach
anschließen’?
Ambitionierte Artenschutzpolitik sieht jedenfalls anders
aus.“
„Ich sehe keinen Grund, erst auf die Auswertung der
Aalbewirtschaftungspläne zu warten“, sagte Behm. „Denn die diesbezügliche
Diagnose der Fischereiwissenschaft
ist bereits eindeutig.“
Sie wird
mit den Worten zitiert: „Die Wiederaufbaupläne für den Aal erreichen ihr Ziel
nicht, weil es für die notwendigen Freisetzungsprogramme nicht mehr genug
Glasaale gibt. Diese Managementpläne kommen offensichtlich zu spät.“
Die
bündnisgrüne Bundestagsfraktion wird im Frühjahr zum Schutz des Aals ein
Fachgespräch durchführen
15. Februar 2010