Ausgabe Februar 2012

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    Redaktionserweiterung: Honeyball

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    Redaktionserweiterung: Honeyball

     

    Ich habe unsere neuen Redakteure gleich von Anfang an zu Arbeit verdonnert.

    Nämlich zu einer Vorstellung hier im Magazin. 

     

    Nachfolgend die von Honeyball, im realen Leben Heinz - Peter Lattko

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    Honeyball, Board-Moderator und Ferkelfahnder

    aber das bin ich natürlich nicht von Geburt an, sondern halt wie das Leben so spielt, schrittweise.

     

    Angefangen hat alles an meinem 9. Geburtstag. Als Sommergeburtstagskind bin ich es schon immer gewohnt, meine Geburtstage irgendwo zu feiern, nur nicht zuhause. Das war 1971 nicht anders. Mein Onkel hatte sich in Dänemark und in eine nette Dänin verliebt, und in jenem Sommer 1971 fand dort die Hochzeit der Beiden statt.. Für meine Eltern und mich war das die Gelegenheit, auch dort die Ferien zu verbringen, im tiefsten Nordjytland, im (damals noch recht kleinen und beschaulichen) Badeörtchen Løkken auf dem Campingplatz Furreby.

    Der Vater meiner zukünftigen Tante hatte erfahren, dass ich Geburtstag hatte und besuchte uns auf dem Campingplatz, in der Hand ein ca. 1,90m langes Ding aus hellgrüner Glasfaser mit gelben Kuntstoffgriff, an dem eine braune, metallene Rolle hing, meine erste Angel.

    Natürlich habe ich nicht lange still gehalten. Im Isenkram-Laden von Poul Andersson in Løkken wurde alles mögliche verkauft, unter anderem auch Sandormen für 10 Kronen und einfache Buttvorfächer mit 2 Haken und Grundblei. Also ging es los an die Mole und bald schon trieben Dünung und Strömung die angehakten Würmer über die Sandflächen.

    Tatsächlich gelang es uns damals sogar, einen Fisch zu fangen, ob es eine Scholle oder Flunder war, konnte ich damals noch nicht unterscheiden, aber natürlich schmeckte sie viiiel besser als die am einlaufenden Kutter dazu gekauften Schollen, von denen die Familie satt werden sollte.

    Der Anfang war gemacht, und in den ersten Jahren beschränkten sich meine anglerischen Erlebnisse auf die Sommerurlaube in Dänemark, denn in das Land und die Landschaft hatten sich auch meine Eltern mittlerweile verliebt und so fuhren wir von da an fast jedes Jahr dort hin. Irgendwann mit 14 erfuhr ich dann eher zufällig von zwei Klassenkameraden, die den Angelschein gemacht hatten und bereit waren, mich mit zur Ruhr zu nehmen, dann ausgestattet mit dem Jugendfischereischein NRW und meiner einteiligen Rute. An einem kalten Spätwintertag mit einzelnen Schnee- und Regenschauern fing ich meine erste Brasse und ein Rotauge, dass mit viel Wohlwollen ganz genau das Mindestmaß von 18cm erreicht hatte. Als nächstes wurde eine anständige Stipprute vom Taschengeld und Omas Wohlwollen finanziert. Von da an wurde die Ruhr zwischen Schwerte-Westhofen und Wetter so etwas wie mein Heimatgewässer. Schulfreie Tage waren Angeltage, und die damals riesigen Brassenschwärme wurden des öfteren mal um einige Kilo dezimiert, die allesamt von meiner Oma zu leckeren Frikadellen verarbeitet wurden. Bald kamen auch schon der erste Karpfen und die ersten Schleien dazu und über die Mitgliedschaft in einem Vorort-Angelverein und die von dort aus veranstalteten Fahrten für die Jugendabteilung auch eine Vielzahl anderer Fische, wie z.B. Teichforellen, Dorsch vom Kutter und Barsche aus Kanal und Sorpesee hinzu.

    Jahreshöhepunkte blieben jedoch die Sommer- oder Osterurlaube in Dänemark. An der Mole in Løkken hab ich meinen ersten Brandungsdorsch und meinen ersten Köhler gefangen, in der Nähe, im Küstenflüsschen Ryå meinen ersten Aal, meinen ersten Hecht und vor allem meine bisher einzige Meerforelle (allerdings eher versehentlich an der Köderfischstippe auf einem Maiskorn am 16er-Haken).

    Mit dem Älterwerden und dem Führerschein wurde das Angeln noch einfacher. Mein Jagdrevier erweiterte sich um die Umgebung des Ruhrgebiets, die Stever und die Alte Fahrt bei Olfen, Möhne-, Sorpe- und Biggesee im Sauerland und die Lippe-Verbandsstrecke.

    Nur mit den Kanälen habe ich mich nie wirklich anfreunden können, obwohl sie von jeher die einzigen Gewässer waren, die ich innerhalb einer Stunde Fahrt mit dem Fahrrad erreichen konnte.

    Als es mich nach dem Studium beruflich für zwei Jahre nach Köln verschlug, lernte ich einen kleinen See in der Nähe von Delbrück kennen, der mir als absoluten Überraschungsfang meinen ersten Wels einbrachte. Doch zurück in Dortmund mit meiner Hochzeit und der Geburt meiner Kinder ließ die Angelleidenschaft etwas nach oder beschränkte sich dann auf gelegentliche Versuche in den Ferien.

    Der nächste anglerische Wendepunkt in meinem Leben kam dann genauso plötzlich wie unerwartet. Wie bei Kinderwagenbekanntschaften üblich, kommen Mütter ja, sobald sie aufeinander losgelassen sind, auf die abstrusesten Ideen, wie man das Wochenende mit der Familie zu verbringen hat. Dieses Mal war es die Verkündigung, dass wir am nächsten Samstag mit den Kindern zum rodeln gehen werden, eine gewisse Andrea mit ihrer Tochter käme auch mit und natürlich auch deren Mann, und die seien ganz nett und das wird bestimmt lustig und... Naja, was sollte lustig daran sein, mit wildfremden Leuten durch die Kälte zu latschen und den schweren mit dick eingepacktem Kind beladenen Holzrodelschlitten irgendwelche steilen Waldwege hochzuschleppen, nur um dann wieder runter zu fahren und am nächsten Tag vor lauter Muskelkater bewegungsunfähig zu sein?

    Na zumindest sah der andere Vater namens Heinrich genauso motiviert aus wie ich, und zum Glück gab es dort ein Ausflugslokal, wo die Kinder nach der Kälte unbedingt einen heißen Kakao brauchten (und die Männer ein oder zwei kühle Pils, also, geht doch!). „Wie, Du angelst?" - „Ach, ihr macht auch Campingurlaube!" - Tja, so geht es, dass man ganz plötzlich merkt, dass man auf ein und derselben Welle funkt, gemeinsame Interessen und Hobbies hat und sich einfach nur bestens versteht. Auf einer gemeinsamen Campingtour zum Herthasee bei Rheine haben wir mit der Spinnrute eine wahre Barsch-Sternstunde am Kanal gemeinsam erlebt, aber auch an manchen Schneidertagen war es einfach nur schön, gemeinsam unterwegs zu sein.

    Irgendwann verschlug es uns dann mal zu einem gemeinsamen Campingurlaub nach Middelfahrt (Gals Klingt). Freund Heinrich hatte sich ein Aluboot mit 5PS-Außenborder gekauft und dank netter Tipps freundlicher Mitcamper hatten wir bald schon den Bogen raus. Die Bootstouren brachten genug Fisch für4 Erwachsene und 4 Kinder, und weil es so einen Spaß machte, wurden diese auch immer länger, übrigens genau so wie die Gesichter der Mütter, die wohl grundlegend andere Vorstellungen von Familienurlaub hatten als wir...

    Ergebnis dieses Urlaubs war es dann, dass wir unser Touren alleine machen durften und unsere Frauen dafür kinderfreie Wellness-Wochenenden zelebrierten.

    Als die Fischlage im Kleinen Belt sich stetig verschlechterte, kamen wir irgendwann mal darauf, es mal weiter nördlich zu versuchen. Gelandet sind wir dann im Skottevig Feriesenter, also zum ersten Mal in Norwegen. Und dies kennen ja viele hier im Anglerboard, einmal Norwegen - immer Norwegen, das Land wird man nicht los. Auf der Suche nach Infos über das Angeln in Norwegen bin ich dann irgendwann über das Anglerboard gestolpert, habe festgestellt, dass es hier sehr viele sehr hilfsbereite und vor allem sehr nette Menschen gibt, die mit Tipps und Tricks nicht hinterm Berg halten und einfach das Herz auf dem rechten Fleck haben.

    Da es meine persönliche Einstellung ist, dass Nehmen und Geben zusammen gehören, fühle ich mich hier auch pudelwohl und bin jetzt mit einigen eigenen Erfahrungen gerne bereit, auch selbst mit Tipps zu helfen, wenn ich kann. Und als jemand, der selbst auch gerne und viel lacht, macht mir der Ferkelfahndungsjob natürlcih besonders Spaß. Mit meiner Kolumne im Magazin ist der Anfang für redaktionelle Mitarbeit gemacht. Mal sehen, was noch so dazu kommt.

    Euer  Honeyball

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