Testbericht von A.Prenzlin- Buß alias Sensitivfischer:
Test der Edelstahl Küchenversion des Vulkanus Messerschärfer
getestet wurde mit folgenden Testkandidaten:
_ Filetiermesser mit Klinge aus AISI 420
_ Standard- Brotmesser mit Wellenschliff
_ Gerber Gator 2 - Klappmesser mit Klinge aus 440A
_ WMF "Spezial" Kochmesser aus 1.4116 X 50CR Mo V15
_ KM 2000 - Kampfmesser mit Klinge aus Böhler N 695
_ Buck Alpha Hunter, Jagdmesser mit Klinge aus ATS 34
_ Kai Shun Nakiri- Kochmesser mit Klinge aus VG-10 Gold
weitere Testhilfsmittel:
Kamera: Sony Cybershot DSC W5
Messschieber: Mitoyo Industries
Winkelmesser
Schneidbrett aus weißem Polyethylen, als Unterlage zum Fotografieren
1. Qualitätsanmutung, Verpackung, Erscheinungsbild:
Der Test begann im Grunde mit dem Auspacken des Vulkanus, da bereits die Verpackung
für ein Produkt spricht oder eben nicht.
Im Falle meines Testobjektes, war man sich bei der Firma Stallegger Schärftechnik, dem
Anbieter des Vulkanus- Messerschärfers, dessen wohl bewusst.
Die Verpackung wirkt wertig, besteht aus einem silbernen Hochglanzkarton mit schwarzem
Kunststoff- Inlett , in dem der Messerschärfer satt eingebettet liegt, um den Karton hat es
eine hochglanz- bedruckte Überstülp- Kartonhülle mit Cellophanfolie, ein rundum seriöses
Erscheinungsbild.
Nach der Entnahme des Vulkanus aus der Verpackung, wurde selbiger
erstmal gründlich beäugt. Das Grundgerüst der Schärfvorrichtung besteht
offensichtlich aus „rostfreiem“ Edelstahl, die Flächen sind gebürstet,
die Kanten auf Hochglanz poliert.
Die Materialstärke beträgt 4,68mm, das Gewicht des Gerätes beträgt ganze 792 Gramm.
Dem äußeren Anschein nach, dürften die federnd gelagerten Stäbe, vermutlich aus
glasfaserverstärktem Kunststoff sein, in die wiederum die Schärfschneiden eingebettet sind.
Jene Schärfplättchen/stäbe erinnern mich an die Schneid- /
Wendeplatten, wie man sie an CNC- gesteuerten Drehmaschinen verwendet
und dürften meiner Einschätzung nach aus Wolframkarbid sein.
Natürlich gibt’s dazu auch Bilder, denn der Mensch ist ja ein „Augentier“.
Edelstahl Küchenversion des Vulkanus Messerschärfers von vorne:

Edelstahl Küchenversion des Vulkanus Messerschärfers von der Seite:

Edelstahl Küchenversion des Vulkanus Messerschärfers von hinten:

Edelstahl Küchenversion des Vulkanus Messerschärfers von unten:

Was will man an dem Gerät designtechnisch verändern? Ich weiß es nicht!
Einzig die Gummifüßchen auf der Unterseite sind mir in einem Punkt
negativ aufgefallen, sie sind einem festen Stand nicht zuträglich.
Klar kommt man nicht umhin, den Schärfer stets auch mit einer Hand
festzuhalten, allerdings wären Füßchen aus Silikonmaterial, mit mehr
Auflagefläche oder eine
Silikonrahmenplatte(um die bebilderte Anleitung herum) besser gewesen.
Alles andere an dem Gerät ist bestens verarbeitet, alles glatt,
symmetrisch, keine Grate, keine Schweißpunkte, nichts woran das Auge
hängen bleibt, alles wie aus einem Guss.
2. Haupttest: Schärfen mit der Edelstahl- Küchenversion des Vulkanus Messerschärfers
Für den Schärftest wählte ich die Messer so aus, dass eine breite
Palette an verschiedenen Messermodellen abgedeckt wird. Es sollten
Messer für verschiedenen Einsatzzwecke sein, sie sollten verschiedene
Klingenschliffe haben und aus verschiedenen Messerstählen sein, von
weich 52 HRC bis hart 62 HRC.
Nur so sah ich gewährleistet, testen zu können, ob der Vulkanus sich wirklich jedem
Schneidwinkel anpassen kann und auch harten Stählen gewachsen ist.
Test 1:
Der erste Testkandidat war ein Filetiermesser, aus 420er Stahl, also eher die
Einsteigerklasse der Messerstähle, mit einer vergleichsweise geringen Härte von etwa 52- 54 HRC.
Allerdings hatte dieses Messer eine Besonderheit, die es zur
Herausforderung für den Vulkanus machte. Es handelte sich um ein
Ausschussmodell aus der Produktion, von einer deutschen Messermarke,
die ich hier aus rechtlichen Gründen nicht erwähnen möchte, bei dem der
Schliff völlig fehlte. Die Schneidengeometrie der Klinge war
formtechnisch angedeutet, aber kein Schliff vorhanden, das Messer somit
noch zum Schneiden von Butter zu stumpf.
Ich wollte wissen,
wie der Vulkanus damit zu Recht kommt, ob es möglich sei, eine scharfe
Klinge zu erzeugen, wo im Grunde jeglicher Grundschliff fehlte und die
Schneidengeometrie nur angedeutet ist.
Hier die Fotos von dem Filetiermesser vor dem Schleifen:
Der 1. Testkandidat:

Draufsicht auf die Klinge, vor dem Schärfen mit der Edelstahl- Version des Vulkanus
Messerschärfers:

Diese Klinge ist stumpf, regelrecht rund, jedes Besteckmesser ist schärfer
Der Schärfvorgang war natürlich aufwendiger als normal, ich brauchte
knapp 20 Minuten, um das Messer so scharf zu bekommen, dass es den
Papiertest bestand und zum Rasieren der Armhaare taugte.
Klinge nach dem Schärfen mit der Küchenversion des Vulkanus Messerschärfers:

Draufsicht auf die Klinge, nach dem Schärfen mit der Edelstahl- Version des Vulkanus Messerschärfers:

Bei der abschließenden Draufsicht auf die Klinge wird deutlich, dass es
sehr schwierig ist, miteiner normalen Digital- Kompaktkamera, ein
aussagekräftiges Foto dieser Art zu schießen, aber ich denke man kann
den Unterschied von vorher zu nachher, doch deutlich erkennen.
Damit hat die Edelstahl- Küchenversion des Vulkanus Messerschärfer den
ersten Test, mit mehr als Bravour bestanden und das bei doch sehr
unüblichem Testkandidat(Messer ohne Schliff).
Test 2:
Der zweite Testkandidat war ein Brotmesser mit Wellenschliff, das seit
seiner Anschaffung vor etwa 15 Jahren nie ein Schärfwerkzeug gesehen
hat.
Ich glaube es kann sich jeder vorstellen, wie so was aussieht,
von daher sparte ich mir, hiervon Fotos zu machen. Das gute Stück war
in sekundenschnelle(ca. 20- mal durchziehen) rattenscharf.
Ich bin beim Schärfen nicht anders vorgegangen als bei den anderen Messern und es wurde dennoch wirklich sehr scharf.
Test 3:
Der dritte Testkandidat war ein Gerber Gator 2, ein preisgünstiges und doch solides
EDC(Every- Day- Carrying) mit einer glasperlgestrahlten Klinge aus
einem Messerstahl, der einem 440 A am ähnlichsten ist. Diese Messer
hatte ich mir rausgepickt, weil es um die Frage ging, ob der Vulkanus
Messerschärfer wirklich keine Kratzer in die Klinge zaubert und weil
die Klinge hohl geschliffen ist.
Der dritte Testkandidat:

Die hohl geschliffene Klinge des Gerbers bereitete dem Vulkanus
keinerlei Probleme und das Messer war im Handumdrehen scharf, ohne
jegliche Kratzer.
Test 4:
Der vierte Testkandidat war ein Kochmesser von WMF, ein betagtes Modell aus der
Spezialserie von WMF, wie es leider nicht mehr hergestellt wird. Der
Klingenstahl ist ein 1.4116 X 50CR Mo V15, der Klingenschliff ballig,
wie bei Kochmessern üblich.
Der vierte Testkandidat:

Beim Schärfen mit dem Vulkanus fiel auf, dass das Messer besonders
schnell scharf wurde, bedingt durch den balligen Schliff. Der Vulkanus
beließ den Schleifwinkel des Kochmessers unangetastet, nahm beim
Schärfen die Rundungen(das Ballige) weg und machte einen Vschliff
daraus. Somit war hier, trotz nicht gerade wenig hartem
Klingenmaterial, sehr schnell ein scharfes Ergebnis erzielt.
Test 5:
Der fünfte Testkandidat war ein Kampfmesser von Eickhorn, das bei der Deutschen
Bundeswehr übliche KM2000, aus Klingenstahl der Sorte Böhler N 695, mit einer schwarzen
Kalgard- Beschichtung.
Der fünfte Testkandidat:

Bei diesem Test nutzte ich den Umstand aus, dass die tiefschwarze
Klinge ideal ist, für kontrastreiche, wenige spiegelnde Nahaufnahmen,
um einmal zu zeigen, wie die Oberfläche nach dem Schleifen mit dem
Vulkanus aussieht, im Vergleich zu konventionellem Schleifen.
Vor
dem Test war das Messer seit dem letzten Schliff, wenig in Gebrauch.
Geschliffen hatte ich es mit dem Schärfset von Lansky, zuletzt mit dem
feinen Stein mit Körnung 600.
Die eine Hälfte der Klinge beließ ich so, die andere schärfte ich mit dem Vulkanus.
Dazu zog ich das Messer immer nur bis zur Häfte durch den Vulkanus.
Man bestaune die blanke, riefenfreie Schneide, die der Vulkanus erzeugt, echt erstaunlich.
Hier die Nahaufnahme:

Die Schneide wird spiegelblank und man fragt sich wirklich, warum man sich noch
stundenlang mit dem Lansky- Schärfsystem abmühen soll, dauert ja bei großen Messern
doch lange, mit mehrmaligem Umklemmen auf der Klinge, mehreren Steinen usw..., wer das
Lansky- Set hat, weiß was ich meine.
Im Vergleich dazu ist der Vulkanus eine Schärfrakete => Test bestanden!
Test 6:
Der sechste Testkandidat ist ein Lieblingsstück von mir, ein Buck Alpha Hunter in der
Ausführung mit ATS- 34 Stahl und hohl geschliffener Klinge.
Besonderheiten gibt es sonst keine, nur den Hohlschliff und den doch deutlich harten
Klingenstahl.
Das gute Stück ist eigentlich nur mit Diamantschleifsteinen schnell schleifbar. Mit
Naturschleifsteinen sitzt man schnell eine halbe Stunde und länger beim Schärfen, was
schon nerven kann.
Der sechste Testkandidat:

Im Vergleich zum 2. Testkandidat, dem Brotmesser, dauerte der
Schärfvorgang, mit der Edelstahl- Küchenversion des Vulkanus-
Messerschärfers deutlich länger, wobei lang relativ zu betrachten ist,
knapp 3 Minuten von stumpf bis scharf, was mit weniger Sorgfalt und
mehr Übung sicher auch schneller zu machen ist.
Test 7:
Der siebte ist zugleich der letzte Test und soll klären, wie die
Edelstahl- Küchenversion des Vulkanus- Messerschärfers mit japanischen
Kochmessern zu Recht kommt. Hier besteht die Problemstellung einer sehr
harten Klinge, die sehr dünn ausgeschliffen ist.
Bei dem Test war
mir nicht ganz wohl, denn meine Japaner sind mir doch sehr ans Herz
gewachsen und kosten doch ein kleines Vermögen. Daher nahm ich das
billigste in meiner Küche, ein Nakiri von der Marke Kai Shun und nicht
mein über doppelt so teures Kasumi aus Papierstahl. Das Kai Shun ist
derzeit im Handel zu einem Straßenpreis von ca. 180 Euro zu haben,
ausgestattet mit einer 2,2mm dicken Klinge aus VG-10 Gold,
Schneidenwinkel 13,73°
Den Schneidenwinkel weiß ich deshalb so genau, weil ich ihn mit den guten alten
Winkelfunktionen des Pythagoras errechnete, nachdem ich mit dem
Messschieber Maß genommen hatte und nicht mit Schätzwerten oder
Herstellerangaben hantieren wollte, die bei einem zigmal geschliffenen
Messer sowieso nicht mehr stimmen.
Der siebte Testkandidat:

Klingendraufsicht, so sieht ein wirklich spitzer Schneidenwinkel aus; der Klingenrücken hat gerade einmal 2,2mm:

Hier war beim Schärfversuch schnell klar hier ist für den Vulkanus
Feierabend, den Test musste ich abbrechen, um das Messer nicht völlig
zu ruinieren.
Das Problem ist, dass die Schärfstäbe in entlastetem
Zustand bereits einen stumpferen Winkel beschreiben, als das japanische
Kochmesser besitzt. Zieht man das Messer dann durch, wird der Winkel
der Schleifstäbe natürlich noch stumpfer, passt also noch weniger.
Hier zu sehen, vor Allem auf dem rechten Bild erkennt man die ungespreizten, entlasteten Schärfstäbe:

Somit sind japanische Messer der Ausnahmefall, für den der Vulkanus definitiv nicht geeignet ist.
Nach dem Schärfversuch sah die Klinge so aus:

Fazit:
Ich denke der Test hat ganz gut gezeigt, was die Edelstahl
Küchenversion des Vulkanus- Messerschärfers zu leisten vermag und auch,
was nicht.
Japanische Kochmesser sind in etwa so speziell, wie
Rasiermesser oder Skalpelle, von daher ist es zu verzeihen, dass das
Gerät hier passen musste, denn normalerweise schärft man solche
Spezialmesser, auch nicht mit einer Schärfvorrichtung und die wenigsten
Leute besitzen überhaupt welche.
Die Testreihe hat aber auch
gezeigt und darum geht es, dass der Vulkanus- Messerschärfer wirklich
alle Versprechen des Herstellers erfüllt hat.
Zur Erinnerung:
- Schärfen und Abziehen in einem => Zweifelsohne gelingt dies dem Gerät, es steht kein Grat nach dem Schärfvorgang!
- Macht glatte Klingen und Wellenschliff superscharf (Microverzahnung) => Auch das
gelingt dem Vulkanus, wie mein Test bestätigt hat.
- Einfachste Bedienung für jeden
=> Ein Punkt, den ich so auch unterschreiben würde,der Vulkanus ist
in der Bedienung idiotensicher, wer damit kein Messer scharf bekommt,
der sollte zur eigenen Sicherheit auch kein Messer benutzen!
- Keine Kratzer auf der Klingenoberfläche => Kann ich bezeugen, weder das Gerber noch das Eickhornmesser haben Kratzer erlitten.
- Passt sich an den Schneidewinkel an => solange der Schneidenwinkel größer ist als ca. 17°, trifft dies sicherlich uneingeschränkt zu!
- Schärft ohne Wärmeeinwirkung => trifft vollkommen zu
- Spülmaschinenfest
- Großküchentauglich
Ob der Vulkanus spülmaschinenfest und großküchentauglich ist, konnte
ich nicht testen, kann es mir aber gut vorstellen. Allerdings bin ich
der Meinung, dass der Vulkanus in der
Spülmaschine genauso wenig verloren hat, wie ein gutes Messer, Spülmaschinentabs sind schließlich doch sehr aggressiv.
Mir hat an dem Vulkanus am Besten gefallen:
- die Geschwindigkeit, in der man mit ihm Messer scharf bekommt;
- dass die Klingen wirklich so scharf werden, dass man sich rasieren kann;
- dass die Schneide eine glatte Oberfläche nach dem Schärfen aufweist;
- dass auch Messer mit komplizierten Schneidengeometrien und verschiedensten Schneidwinkel geschärft werden können;
- dass das Gerät kaum Platz wegnimmt;
- dass die Technik bestechend einfach ist;
- dass auch meine Frau, auf Anhieb mit dem Vulkanus zu Recht gekommen ist.
Das Gerät hat mich insgesamt überzeugt und auch überrascht, denn
welchen Stahlwarenfan kraust es nicht bei dem Gedanken, dass seine
Klingen spanabtragend behandelt werden.
Ich habe davor schon
etliche Messerschärfer in den Händen gehalten, die mit
Hartmetallrädchen oder Wolframkarbidschneiden Messern an die Klinge
gehen, um diese zu schärfen. In allen Fällen konnte ich diese
Gerätschaften bisher nur belächeln und den Anbietern bloß sagen: „Hau
mir bloß ab mit dem Müll!“.
Der Vulkanus Messerschärfer ist hier wirklich eine Ausnahmeerscheinung!
Das Testgerät hat mich jedenfalls überzeugt, seinen festen Platz in
meiner Küche gefunden und ich werde mir definitiv auch die Outdoor-
Variante des Vulkanus zulegen, da so ein Gerät
im Angelkasten doch sehr praktisch ist.
A.Prenzlin- Buß alias Sensitivfischer!
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