Ausgabe Mai 2012

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    Abenteuer Finnland - Teil1

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    Abenteuer Finnland - Teil1 Anzeige_Langenhorn_50x50

     

    Anfang dieses Jahres wurde ich im Rahmen des Projektes „Saalis", welches von der finnischen Angel- und Jagdtourismusbranche ins Leben gerufen wurde, eingeladen Ende März für 4 Tage nach Finnland zu reisen und dort  an einer Pressetour durch das ostfinnische Seenland teilzunehmen.

    Ohne auch nur einen Schimmer davon zu haben, was mich im nordischen Winter erwarten sollte bestieg ich dann am 30. März den Flieger nach Helsinki.

    Ein Inlandsflug brachte mich dann direkt nach Kuopio, dem Ausgangsort der Tour.

    Am Flughafen erwartete mich bereits „Jari", einer der Projektmitarbeiter. Nach einer kurzen aber herzlichen Begrüßung stieg ich in Jaris 944er Porsche und wir fuhren zum Best Western Hotel Savonia wo ich eincheckte und mein Zimmer bezog.

     

     

     

    Nach einer kurzen Erholungsphase ließen wir dann den Tag mit einem Abendessen im Puijo-Turm ausklingen. Wie es sich gehört, bestellte ich natürlich Fisch. Ein ordentliches Lachssteak erschien mir nach dem langen Tag genau Recht.

     

    Jari spricht perfektes Englisch, was uns neben dem feinen Essen auch eine interessante und ausgedehnte Unterhaltung bescherte.

     

    Am nächsten Morgen um 8 Uhr trafen wir uns, das waren Jari, 2 französische Journalisten samt Dolmetscherin, der Projektkoordinator Markku und meine Wenigkeit, in der Hotellobby. Nach einem gemeinsamen Kaffee ging es dann los zum ersten Ziel der Rundreise.

    Die gut 1,5 Stunden andauernde Fahrt endete inmitten des Linnansaari National Parks.

     

     

    Im „Järvisydän Holiday Village" hieß man uns herzlich willkommen und lud zu einem Frühstücksbuffet mit anschließendem Vortrag über die Anlage. Ein russischer Reiseanbieter stieß hier zusammen mit der ebenfalls im Projekt involvierten Irina zu uns. Die beiden sollten uns von nunan begleiten.

    Das Feriendorf ist im Stile eines altertümlichen finnischen Dorfes gestaltet und wirkt sehr authentisch.

     

     

    Man muss jedoch auf keinerlei Luxus verzichten, Sauna, Konferenzräume mit modernster Präsentationstechnik usw. sind vorhanden.

    Nun ging es raus auf den schier unendlich großen See zum Eisangeln. Jeder Teilnehmer bekam eine komplette Ausrüstung gestellt. Zielfische sollten Barsche sein, die neben Regenbogenforellen, Hechten, Zandern, Renken, Brachsen usw. zahlreich im See vertreten waren. Ein Mitarbeiter der Anlage fungierte als „Guide" und erklärte kurz wie das Eisangeln funktioniert. Im Prinzip ist es denkbar einfach, man bohrt ein Loch ins Eis, lässt einen kleinen  Zocker, welcher mit einer Made garniert ist hinab und führt den Zocker mit leichten Pilkbewegungen ca. 30cm über dem Grund. Wenn man einen Schwarm erwischt hat geht's Schlag auf Schlag - wenn man etwas „Feeling" für die Köderführung hat kann man sich dumm und dämlich fangen. Nachdem ich am ersten Eisloch in ca. 5m Tiefe keinen Erfolg hatte wechselte ich in einen flacheren Bereich. Das Wasser war hier nur ca. 1,5m tief und voll mit Fisch. Meine ersten „Eislochfische" waren allerdings eher in der Köderfischklasse angesiedelt.

     

    Für die Finnen, so erklärte man mir, ist das Eisangeln auf Barsche und Rotaugen eher eine gesellschaftliche Veranstaltung bei der man sich mit seinen Freunden einfach etwas zusammensetzt, ein bisschen plaudert oder einen Kaffee trinkt. Der gezielte Fang von Hecht, Saibling, Forelle, Renke, Quappe und co. erfordert da natürlich schon etwas mehr Geduld und Vorbereitung.  Obwohl die Fische eher gewöhnlich waren, war das Eisangeln für mich doch ein außergewöhnliches und sehr interessantes Erlebnis.

     

    Dem kurzen „Anangeln" folgte ein leckers Mittagessen - welches zu großen Teilen von  traditionellen Fischgerichten geprägt war.

    Eine Art Brathering aus Renken und Rotaugen, sowie „matjesartige" Filets von Brasse und Barsch zierten neben Klassikern wie Lachs und Elch das Buffet. Es gab außerdem selbstgebrautes Bier (ohne Alkohol), welches etwas süßlich im Geschmack aber dennoch angenehm zu trinken war.  

     

     

      

    Mit vollgeschlagenen Bäuchen verabschiedeten wir uns und machten uns auf zu unserem nächsten Ziel. Nachdem uns der Betreiber einiges über die Anlage „Loma-Karvio Oy" und die in der Umgebung gelegenen Gewässer erzählte gingen wir zum nahegelegenen Fluss, wo wir unser Glück auf Forelle, Lachs und Co. versuchten. Ich staunte schon etwas, als man uns je eine selbstgebastelte Fliege samt 10-40g Spinnrute in die Hand drückte. Ich war mir doch recht sicher, dass man so an diesem „reissenden" Fluss nicht zum Erfolg kommen würde - taten wir auch nicht.

     


     

    Nach kurzer Rücksprache mit dem Guide baumelte ein 2er Mepps an der Spinnrute. Ein Blick in die Köderbox des Guides beruhigte mich dann aber doch, sie unterschied sich nämlich auch nicht großartig von meiner eigenen zu Hause. Während ich mein Glück vom Ufer aus versuchte, fuhr ein Guide mit dem Ruderboot auf den Fluss hinaus und wollte dort einen Fisch fangen. Doch auch er blieb ohne Erfolg. Man merkte den Jungs sichtlich an, dass es ihnen ganz schön „peinlich" war, dass wir keine Fische zu Gesicht bekamen. Allerdings hatte ich, als ich den Fluss gesehen hatte auch nicht wirklich damit gerechnet, der Fluss hatte aufgrund der teilweise schon einsetzenden Schneeschmelze und der Schnefälle der Vortage sehr viel Wasser. Dass man bei „Hochwasser" keine besonders guten Chancen auf Salmoniden hat, gilt in Finnland genauso wie in Deutschland. Der Großvater und „gute Geist" der Anlage spricht übrigens richtig gut Deutsch.  

     

    Nach einer turbolenten Fahrt durch die tiefste finnische Wildnis landeten wir letztendlich in der Anlage „Eräpaimen", welche Irina zusammen mit Ihrem Lebensgefährten Auvo führt. Das Programm sah hier „Angeln mit Haken" vor. Ich fragte mich schon einige Zeit, was sich dahinter wohl verbergen würde und war gespannt was nun folgen sollte.

    Dick eingepackt fuhren wir im Anhänger des „Snowmobiles" auf den See hinaus. An der ersten Haltestelle holte Auvo eine Reuse aus dem Wasser. Die Rotaugen und Barsche sollten, wie man mir sagte als „Köderfische" dienen. Ich wusste immer noch nicht genau, wie und was wir nun machen sollten. Aber ich ließ mich überraschen.

     


     

    Wir fuhren also mit dem Snowmobile weiter über den schier unendlich großen See und stoppten irgendwann an einem Ast der aus dem Eis herausragte. Mit einer Schaufel beseitigte man den Schnee rund um den Ast und druchbrach die dünne Eisschicht über dem Loch. Mir wurde schnell klar, um was es sich hierbei handelte. Eine klassische  „Legangel". Dabei wird ein lebender Köderfische an einem Einzelhaken oder einer „Hechtfalle" montiert.

     


     

    Die Schnur wird an einem quer über dem Eisloch liegenden Ast befestigt. Als „Schnurspeicher" dient ein kleine Kordel auf der ca. 10m Schnur aufgewickelt sind. Eine Hechtfalle funktioniert ähnlich wie eine Mäusefalle, schnappt sich der Hecht den Köder, schnappt die Falle zu.

     

     

     

     


     

    In Deutschland ist soetwas natürlich nicht erlaubt, in Finnland hingegen die „normalste" Sache der Welt. So fuhren wir ca. 10 solcher Legangeln ab und kontrollierten diese. Hier einmal eine "Wochenausbeute":

     


     

     

    Anschließend fuhren wir mit den Snowmobiles noch ein wenig durch die verschneiten finnischen Wälder, insgeheim hatte ich darauf gehofft einen Elch zu sehen - doch außer zahlreichen Fussspuren konnte ich nichts erspähen. Nach einem anstrengenden und erlebnisreichen Tag wurden wir zuerst mit einem vorzüglichen Mahl, welches Irina während unserer „Abenteuer" zubereitete, belohnt. Danach ging es in die Sauna, das war Erholung pur.

    Bei einem „eiskalten" russischen Dosenbier unterhielt ich mich noch etwas mit Auvo über Quappen. Für ihn war es völlig unverständlich wie man sich an diesen seltsamen Fischen erfreuen kann. Teilweise, so sagte er, müssen die kommerziellen Fischer im Februar Ihre Netze an Land lassen, weil sie völlig mit Quappen überfüllt sind und dadurch kaum andere Fische „ins Netz gehen". Das faszinierte mich dann doch etwas, schließlich ist das Quappenangeln hier in Ostbayern eher wie Lotto, nur mit weniger „Gewinnchancen".

     

    Irgendwann fiel ich völlig übermüdet in mein Bett und schlief tief und fest bis zum nächsten Morgen. Wie´s dann weiter ging, könnt ihr in der nächsten Anglerpraxisausgabe lesen.

     

     

    Franz Hollweck

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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