Ausgabe Mai 2012

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    Lottes Antarktisabenteuer, Teil 2

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    Lottes Antarktisbericht, Teil 2

    Danger Island und Paulet Island!!!

    Und die große Frage!!!

    Gegen 8:00 erreichten wir die Danger Islands. Wir mußten uns den Weg durch eine Menge Eis bahnen!!!

     

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    Es ist nicht dokumentiert und damit extrem unwahrscheinlich, daß jemals eine Expedition und dadurch bedingt noch niemals ein Deutscher seinen Fuß auf diese Inselgruppe gesetzt hat. Sie ist sogar noch nicht vollkommen vermessen!!! Wir waren also die ersten Deutschen, die diese Insel betreten sollten!!! Ein wahrlich sehr erhebender Gedanke!!!!

    Nachdem wir unser Frühstück eingenommen hatten, bestiegen wir mit unserem Fahrer unser Schlauchboot und machten uns auf den Weg zu Danger Island!!! Genauer gesagt zu der Insel Heroin-Island!!! Wie ich gestern schon schrieb, berichtete mir der Pinguinzähler, daß es dort die größte Ansammlung von Adélie - Pinguinen geben soll, die er kennt!!! Schon von weitem war der penetrante Fischgestank des Guano zu riechen, und über die ganze Insel war ein rosa Teppich gelegt. Diese rosa Flecken sind ein untrügliches Zeichen für Pinguine, da diese sich hauptsächlich von Krill ernähren und dadurch der Kot rot gefärbt wird.

     

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    Es dauerte einige Zeit, bis wir die Landezone erreichten. Wir fuhren durch unzählige schwimmende Pinguine und sahen einige Weddellrobben!!!

     

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    An unsere Landestelle angekommen begrüßten uns ca. 30 Scheidenschnäbel!!! Das sind die Geier und die Müllabfuhr in der Antarktis!!! Diese kleinen Stinker fressen einfach alles!!!! Aas, leere und volle Eier, und sie sollen sogar vor altem Schmierfett, welches aus den Schmiernippeln von Maschinen herausquillt nicht halt machen!!!

     

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    Als wir dann auf den Strand traten, bot sich uns ein grandioses Bild!!! Wir standen von jetzt auf gleich in einer Kolonie von ca. 1,0 Millionen Adélie - Pinguinen. Es war einfach gigantisch. Es raubte mir fast den Atem.

     

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    Nach einiger Zeit begriff ich erst, daß wir mitten auf dem Pinguin – Highway gelandet waren. Die hungrigen mußten zum fressen an uns vorbei und die satten mußten zum füttern ebenfalls an uns vorbei!!! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was da für ein Verkehr war. Es ging aber alles seinen gesitteten Gang, da dort im Linksverkehr gehopst wurde.

     

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    Da dieses nur eine kurze Landung sein sollte, blieben wir am Strand!!! Jule war wie in einen Trance verfallen und bestaunte nur diese riesige Menge Ihrer Pinguine!!! Eine solche Zahl hatte selbst sie noch nicht gesehen. Es kostete mich eine Menge Überwindung sie davon loszureißen, aber es mußte sein. Nachdem ich Ihr unter einem Vorwand die Kamera abgenommen hatte stand sie nun vor mir. Ich bückte mich und holte aus meiner Tasche eine schöne Rose (leider künstlich, aber man bekommt dort keine frischen) und machte, den berühmten Kniefall!!! Und sie sagte tatsächlich: Ja, ich will!!! Und das vor über 1 Millionen Zeugen, die alle besser gekleidet waren als wir.

     

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    Überglücklich über diese Antwort bestiegen wir wieder unser Schlauchboot und fuhren an wunderschönen blauen Eisbergen zurück zum Schiff!!!

     

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    Auf diesem Rückweg fanden wir noch einen schlafenden Seeleoparden auf einer Eisscholle. Leider konnte ich ihn nicht so richtig gut erwischen, aber wir waren ihm eh viel zu dichte. Wäre er aufgewacht, wäre er wohl in unser Boot gesprungen!!!

     

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    An Bord hatte sich die Nachricht, daß die Tochter des Kapitäns gerade einen Antrag bekommen hat schnell beim Staff und der Crew herumgesprochen und Jule mußte nun Ihren Vater ebenfalls davon in Kenntnis setzten. Sie hatte ja keine Ahnung, daß ich ihm schon viel früher von meinen Plänen erzählt hatte und um ihre Hand angehalten hatte.

    Nach einem großen „Hallo“ auf der Brücke, und dem Versprechen, daß uns der Kapitän trauen wird (ist in Deutschland nicht rechtsverbindlich) gingen wir zum Lunch.

     

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    Während wir aßen legte die Endeavour bereits wieder ab und wir fuhren zu Paulet Island. Paulet Island ist eine Vulkaninsel mit ebenfalls historischem Hintergrund. Hier überwinterte Capt. Larsen mit der Crew der ANTARCTIC 1903, als sein Schiff ebenfalls im Eis steckenblieb. Die Überreste der kleinen Hütte sind heute noch zu sehen und werden mittlerweile von Pinguinen bewohnt.

     

     

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    Auf Paulet Island gibt es ca. 150.000 Adélie Pinguinnester, so daß es zu dieser Zeit auf der Insel ca. 550.000 Pinguine gibt. Die Adélie Pinguine erbrüten zum Teil 2 Eier und können in guten Krill-Jahren auch beide Küken großziehen.

     

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    Auf dem Weg zu Paulet Island konnte ich dann auch noch meinen ersten Mink – Wal sehen. Leider war er genauso schnell verschwunden wie er aufgetaucht war und ich konnte ihn weder filmen noch ein Foto von ihm machen.

     

    Ebenfalls gibt es auf Paulet Island eine große Kolonie von Blauaugenkormoranen. Sie sind ein ganzes Stück größer als unsere Kormorane und sehen aufgrund ihrer Färbung sogar recht hübsch aus (und sogar aus der Sicht eines Anglers!!!)!!!

     

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    Wir waren keine 5 Minuten auf der Insel, als dieser perfekte Tag eine weitere Krönung erhielt. Die Tiere der Antarktis sind nicht wirklich scheu, aber sie sind relativ zurückhaltend. Wenn man sich ruhig verhält kommen sie, wenn man auf einem Highway steht, bis auf ca. 2m an einen heran. Ich sollte aber das seltene Glück haben, daß sich ein junger Blauaugenkormoran für mich interessierte und dieses komische Wesen auf 2 Stelzen, welches auch noch so komisch rotes Fell hatte, einmal genauer prüfen wollte. Ich hatte ihn zuerst gar nicht kommen sehen und mich nur darüber gewundert, wer da an meinem Hosenbein herumspielte. Als ich runterschaute stand der kleine freche Kerl neben mir und machte sich an meinem Klettverschluß zu schaffen. Da er scheinbar keinerlei Angst vor langsamen Bewegungen hatte, konnte ich in die Hocke gehen und so noch dichter an ihn herankommen. Er mußte einfach alles untersuchen.

     

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    Nach ca. 15 min. hatte er alles untersucht und festgestellt, daß es dort wohl nichts freßbares geben könnte und das auch keine Gefahr von diesem komischen Wesen ausging und er machte sich von dannen.

    Wir blieben noch einige Zeit auf Paulet Island und besuchten die Hütte von Capt. Larsen. Zwischendurch sahen wir immer wieder lustiger Verfolgungen. Es ist einfach zu putzig wenn die Küken die Altvögel über die doch recht steilen Felsen jagen. Auch ein paar nette Panker waren unter der Jungvögeln.

    Wieder an Bord angekommen, wollten wir mit unserem Capt. Lampe eigentlich zum Dinner gehen und danach uns in die Kapitäns - Kabine verdrücken um ein Gläschen auf den heutigen Tag zu trinken. Leider wurde uns dieses verwehrt, da sich ein Passagier eine lebensgefährliche Darmblutung zugezogen hatte, die an Bord nicht behandelt werden konnte. So mußte sich der Kapitän darum kümmern wie wir diesen Passagier von Bord bekommen und wie er in das nächste Krankenhaus kommen soll. Es wurde entschieden, daß wir einen Umweg von 90 sm fahren und ihn auf King Georg Island absetzen werden. Dort gibt es eine Landebahn und die Versicherung des Passagiers bestätigte, daß sie die Kosten der Herkules – Maschine übernehmen werden. So ein Mist. Dadurch kommt der ganze Fahrplan durcheinander. 90 sm Umweg bedeuten bei diesem Schiff und den Eisverhältnissen einen Zeitverlust von ca. 9 Std.!!! Wer weiß, ob wir die noch brauchen, wenn wir zum südlichen Polarkreis wollen. Naja, nicht zu ändern.

    Also wird das Programm morgen sein: Passagier auf King – Georg – Island abgeben und eine Landung bei der Chilenischen Station machen. Danach weiter zum baden auf Deception Island!!!  Wenn Zeit genug bleiben sollte, wollen wir vorher noch zu Halfmoon Island fahren um Zügel – Pinguine zu sehen.

    Lotte

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