Ausgabe Mai 2012

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    Der "Welswerftest"

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    Der Welswerftest! 

     

    Nein, nein, nicht mit Welsen werfen, sondern auf/nach Welsen werfen - mitanzeige_geoff-anderson_50x5 Spinnködern. Dazu gehört angesichts der erreichbaren Gewichte auch in deutschen Gewässern robustes Gerät. Nun bin ich zwar als Traditionalist bekannt - aber man kann ja auch mal was Moderneres ausprobieren.

    Das Moderne kam bei mir zu Hause an in folgender Gestalt:
    Quantum World Seajigger Unlimited, 3,10 m lang und mit einem WG von 50 - 170 Gramm.
    Wenn schon Quantum, dann auch gleich die Rolle dazu:
    Die Multi Hypercast SP 540

    Und meine Lieblingsschnur, die Quantum PT Braid. Und zwar in 0,25 mm Ausführung mit 16,5 Kilo Tragkraft.

    Mag manchem wenig erscheinen zum „wallern", dazu aber zwei Dinge:
    Zum einen stimmen die angegebenen Werte der PT Braid relativ genau mit der Wirklichkeit überein.

    Und zum anderen muss man 16,5 Kilo erst mal „ziehen" (dazu später mehr)...

    Meine Welsspinnköder haben Gewichte so ab 50 Gramm aufwärst bis zu (geschätzten) 120 Gramm. Deckt sich also recht gut mit dem Wurfgewichstspektrum der Rute.


    Also Auto beladen und ab an den Fluss. Und dann die Rute aufbauen. Modern ist ja ok., und Farbe ist Geschmackssache. Denn hellen Blauton, fast „metalic", da muss ich mich dran gewöhnen. Sagt ja aber nichts über die Qualität der Rute sondern höchstens was über mein unterentwickeltes Farbempfinden.

    Also Rolle drauf und mal in die Hand genommen. Sehr stabile Rute, dafür recht leicht. Und schöne „Biegekurve" unter Belastung. Hab ich gesehen als ich die Bremse der Rolle einstellte. Wie gewohnt indem der Köder in einen Baum eingehängt wurde, ca. 10 Meter weglaufen und dann mit aller Kraft ziehen. Dann muss die Bremse die Schnur freigeben, kurz bevor die Rute knackt.

    Da hab ich dann zum erstenmal bemerkt, was die Rute für ein gewaltiges Rückrat hat. Hab mich mit meinem gesamten Lebendgewicht „in die Seile gehängt", ohne dass die Rute an die Belastungsgrenze kam. Bremse dann eben so eingestellt, dass sie Schnur freigibt, wenn ich die Rute gerade noch halten kann - sollte für jeden Fisch in deutschen Gewässern reichen.

    Dann werfen, angefangen mit den leichteren Ködern, bis hin zum „Buttlöffeldoppelpack mit Gufi". Wie immer bei neuem Gerät kurze „Eingewöhnungszeit", natürlich auch einstellen der Wurfbremse bei der Multi, und dann auch mal richtig durchziehen.

    Da die Rute keinen „klassischen" Griff hat, sondern quasi ein „verdicktes Endteil", hat man die Sache gut in der Hand und merkt recht deutlich, wann man beim Wurf den Daumen von der Schnur nehmen kann. Die Rolle mit dem Auslöser hinten ist dabei sehr komfortabel zu bedienen.

    Vom werfen her gegenüber anderen von mir gefischten schweren Spinnkombis machte diese eine recht gute Figur. Wurfweiten zwar nicht nachgemessen, aber anderes Ufer ist nun mal anderes Ufer, egal mit welchem Gerät man wirft. Und um das zu erreichen brauchte ich mich weniger „anstrengen" als mit anderen Kombis - zumindest nicht mehr!

    Fazit: Gut aufeinander abgestimmt!

    Am besten wäre es jetzt natürlich gewesen, wenn in der knappen Stunde gleich ein 2 - Meter - Waller zum testen der Drilleigenschaften draufgeknallt wäre. Das reale Leben machte aus dem erträumten 2 - Meter - Waller einen kapitalen Hänger.

    Und jetzt zeigt sich zum einen, dass die Rute richtig was abkann. Zum anderen, dass die Bremse wie eingestellt Schnur freigibt. Und zum dritten, wie verdammt kräftig 16,5 Kilo Tragkraft sein können, wenn es ein realer Wert ist wie bei der PB Braid.

    Ich hab gezogen wie ein Ochse ohne den Hauch einer Chance auch unter voller Belastung von Rute und Rolle die Schnur zu sprengen. Da dicke 8/0er und 10/0er Haken montiert waren, war auch nix mit aufbiegen.

    Glücklicherweise liegt da ja immer Holz rum, einen Prügel suchen, die Schnur drum wickeln und dann langsam rückwärts gehen bis die Schnur reißt. Muss für manchen Vorbeigehenden recht spannend ausgesehen haben, als ich nach hinten gebeugt (um das volle Gewicht auf die Schnur zu bringen) rückwärts lief - bis dann endlich die Schnur mal riss.

    Ich würde mal behaupten, dass auch kein 2 - Meter - Waller die Kraft aufbringen würde, um da Rute, Rolle oder Schnur zu überlasten. Das wird hoffentlich später dann zu beweisen sein. Denn an der 2 - Meter - Grenze arbeite ich schon ne Weile, aber vielleicht kommt ja wieder mal einer mit knapp 1,90m, das würde mir dann zum beurteilen der Drillqualitäten „fürs erste" genügen..........

     

    Thomas Finkbeiner 

     

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