Ein Fehmarn Bericht
Ein Fehmarn-Wochenende
Welch Glückes Geschick. Meine Eltern waren mal wieder auf Fehmarn in einer Ferienwohnung. Was liegt da näher, als sich über das Wochenende vom 21.09. - 23.09. dort einzuquartieren und ein wenig die Fische zu ärgern. Also habe ich kurz meinen Junior gefragt, ob er Lust hätte mitzukommen. Da er noch nie im Salzwasser geangelt hat, war seine Antwort:
„Na logisch. Ich will ja mal wieder mehr fangen als Du!"
Wie Recht er hatte, wird sich noch bestätigen.
Wie sich das gehört, wurde natürlich im Vorfeld alles haarklein geplant. Da sich die Wohnung am Südstrand befindet, lag es natürlich nahe, dort auch das Boot zu mieten. Das habe ich bei Bootsvermietung-Sanner getan. Der Riesenvorteil ist, dass man auch gleich im Onlinebuchungsformular Wattis mitbestellen kann und daher nicht das Theater hat, die Würmer im Vorfeld irgendwoher zu besorgen. Also absolut kundenfreundlich. Ergo Boot und Wattis für den 22.09. um 08:00 Uhr gebucht.
Zu Hause die Ruten sortiert, Rollen gefettet und Montagen geknöpert. Zielfisch sollten ja Platte sein. Endlich war der 21.09. da. Ich hatte den Tag extra schon Urlaub genommen, damit ich in Ruhe das Auto packen konnte. Als das Auto gepackt war, habe ich meinen Junior noch von der Schule abgeholt, damit wir schneller auf die Bahn kommen.
Anfangs also auf die A2 und durch die erste Baustelle bei Lehrte gequält. Das ging ja noch. Dann ging es auf die A7 erst stockend und dann recht zügig Richtung Hamburg. Als es frei war, den Tempomat auf 200 Km/h eingestellt (man fährt ja heutzutage Spritsparend) und los ging es. Leider nicht allzu weit. In Hamburg sind wir natürlich wieder voll in einen Stau gekommen. Was auch sonst. Egal. Augen zu und durch. Irgendwann sind wir dann auf Fehmarn angekommen, haben die Wohnung bezogen und einen kleinen Spaziergang gemacht um uns die Beine zu vertreten. Zum Abschluss des Beinevertretens noch schön etwas gegessen und ab in die Falle.
Am Samstagmorgen dann pünktlich zum Anleger von Sanner gestiefelt. Er war auch schon da und hat uns das Boot gezeigt. Wir hatten die Floh1 mit 5PS gebucht. Eine gute Wahl. Nach einer sehr ausführlichen Einweisung in das Boot und die Rettungsmittel, gab es noch Tips, wo wir es versuchen sollten. Die Wattis kamen zwar mit etwas Verspätung an, aber das Warten hatte sich, wie es sich noch herausstellen sollte, gelohnt. Dann ging es endlich aufs Wasser. Dabei waren mein Vater, mein Junior und natürlich meine Wenigkeit.
Zuerst sind wir Richtung Campingplatz Miramar gefahren um es dort zu versuchen. Da war aber nicht so viel, oder um es kurz auszudrücken, gar nichts an Fisch. Wir haben dann vor Meeschendorf verlegt, was sich als Glücksgriff herausgestellt hatte. Erst treibend, und nachdem die erste Platte eingestiegen ist, bei 9,5 Meter den Anker geschmissen und dann vom verankerten Boot aus geangelt. Geangelt haben wir mit Nachläufermontagen und Montagen mit Endblei und 2 Drahtarmen mit Glitzerkrams dran. Die letzte Montage hat mein Junior genutzt. Die Stelle, die wir erwischt hatten war auch wirklich nicht schlecht. Mein Junior hatte seine Montage abgelassen und sofort ging es los.
Junior: „Du Papa? Das Zappelt schon an meiner Rute. Kann das schon ein Fisch sein?"
Ich: „Dann gib ihm doch mal einen. Du wirst es dann schon merken."
Anhieb und er kurbelt.
Junior: „Äääätsch. Ich habe Dir doch gesagt, dass ich den ersten Fisch fange!"
Ich: „Grummel!"
Er hat sofort die erste Platte hochgezogen. Ich habe mich natürlich für ihn gefreut. Aber so ging das dann fast die ganze Zeit über ca. 3 Stunden weiter. Auf einmal hat er einen richtig guten Biss. Zum vorschein kam dann ein 75er Dorsch. Zum Schluss hatten wir dann, bei allerschönstem Wetter, 10 Platte (davon 3 schöne Schollen) und 3 Dorsche. Für uns hat das völlig ausgereicht.Den Grossteil hat natürlich mein Junior gefangen. Ich kam ja auch kaum zum Angeln, weil ich immer seine gefangenen Fische versorgen musste und auch neue Wattis aufziehen musste. Seine Häme wird mich wohl noch länger verfolgen.
Der kleine Stinker: „Ich habe Dir doch gesagt, dass ich mehr fange als Du!"
Ich: „Zumindest bin ich ein guter Servicmann!"
Nachdem dann über längere Zeit eine Beissflaute eingesetzt hat, wurde es für meinen Sohn dann doch langweilig und wir sind dann reingefahren. Nach Gesprächen mit anderen Anglern, die auch draussen waren, haben wir wohl recht gut gefangen. Was wohl auch daran lag, dass wir mit Wattis geangelt haben und andere Angler nur gepilkt hatten. Andere hatten nichts bis wenig an Fisch.
Die Bootsrückgabe lief ohne Probleme ab. Saubermachen durfte ich natürlich wieder das Boot. Was auch sonst. Der Samstag hatte sich dann auch ziemlich schnell erledigt, weil ja so ein Tag Salzwasserluft für einen Binnenländer doch recht einschläfernd ist.
Sonntag noch Mittag gegessen und wieder auf die Bahn Richtung Heimat. Nach den üblichen Staus in Hamburg (werden die da auch irgendwann nochmal fertig?) sind wir dann auch wieder nach 321 Kilometern zu Hause angekommen.
Dann habe ich meinen Junior aber doch noch rangekriegt.
Ich: „Das abpacken und Einfrieren der Fische machst aber Du!"
Junior: „Muss das sein?"
Ich: „Das muss!!! Sonst esse ich Deine Platten auf!"
Junior: „Nur, weil Du nicht Angeln kannst???"
Ich: „Sonst machst Du die Angelsachen sauber!"
Junior kleinlaut: „Na gut, wenns denn sein muss!"
Nachdem dann wieder meine väterliche Autorität hergestellt war, ist dieses wunderschöne Wochenende leider vorbei.
Fazit:
1. Niemals ohne Wattis raus.
2. Den Service und die Boote von Sanner kann ich nur empfehlen.
Oliver Dodschkus
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Kommentare
Der Bericht macht einen wieder heiss. Habt Ihr ja einen beissfreudigen Tag erlebt und Sohnemann wird auch sicherlich noch einmal 321 km fahren wollen!