Ausgabe Mai 2012

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    Ronens kleiner Angelbericht

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    Kleiner Angelbericht!

    Die Zeit war reif ........ mein Stresspegel war quasi auf dem Höhepunkt als ich beschloss, einfach mal des Frauchen und die Angeln einzupacken und ne Auszeit zu nehmen!

     

    Gesagt getan, das Auto wurde bepackt....

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    ......und es sollte für 6 Tage an einen nahegelegenen See gehen um der Raubfischangelei, welche dieses Jahr aus meiner Sicht bisher sehr mager ausgefallen ist, zu frönen!

     

    Voller großer Erwartungen und Ziele ging es vergangenen Samstag morgen los! Schon nach relativ kurzer Fahrzeit kamen wir an und schon allein der Anblick des Wassers, die herrliche Stille und die frische Luft lies einen bereits wenige Minuten nach der Ankunft den Alltag ein wenig vergessen!

     

    Dieser langgezogene See, welcher eine Wasserfläche von ca. 5,5ha hat, liegt fernab jeglicher Zivilisation :)! Nur einige kleine Inseln mit Wochenendgrundstücken drauf ließen an diesem Fleckchen Erde vermuten, dass es auch noch andere Menschen gab als mich! Perfekt zum abschalten! Nur noch Fische sollten mich diese Woche stressen dürfen.... so meine hoffnungsvollen Gedanken!

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    Relativ schnell wurde die provisorische Nachtbehausung am Wasser aufgebaut.....

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    .....und das Ruderboot klar gemacht!

     

    Zielsetzung dieser Woche für mich war ganz klar! Der erste Hecht auf Köderfisch sollte es werden, dazu einen maßigen Zander ( bisher hatte nur einen, welcher nichtmal ganz 35cm war ), den ersten Fisch an der neuen Skeletor und wenn's der Petri gut mit mir meinen sollte, so würde ich mich über einen Hecht an meiner Jerkausrüstung, welche diesbezüglich immer noch jungfräulich war, sehr freuen!

     

    Los ging's, Stippe klar, Köderfischschwarm gesucht und gefunden, und es wurde munter drauf losgestippt! Zugeben muss ich, dabei hatte ich null Chance gegen mein sonst nie angelndes Frauchen, welche quasi in einem geregeltem Intervall instinktiv einen Köderfisch nach dem anderen zu Tage beförderte! Naja dachte ich mir, sie die kleinen und ich die grossen :q!

     

    Nachdem genug Köderfische vorhanden waren ging es nun darum alle gesammelten Tipps, um endlich den ersten Hecht auf nen Köfi zu fangen, umzusetzen! So begann ich vom Ufer aus Hechtverdächtige Stellen anzuwerfen! Taktik war...erst mal mit Geduld und wenn's net klappt, dann aktiv den Fisch mit dem Köfi suchen!

     

    Nun, es kam wie es kommen sollte. Obwohl ich Stellen befischte welche förmlich nach Hecht gerochen haben.....

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    .....es passierte nix! Ich habe diverse Montagen geknüpft, vom Boot gefischt, vom Ufer, mit Segelpose, mit Einzelhaken, mit Drilling.... alles nur mögliche...... aber es sollte nicht sein !

     

    Geduld hin oder her, am Dienstag Abend beschloss ich, dass Unterfangen "Hecht auf Köfi" auf ein anderes Jahrhundert zu vertagen und mich anderen Angeltechniken zu widmen!

     

    Mittwoch morgens, der 3.10., am 5. Jahrestag meines 1. Hechtes habe ich den Frust der letzten 4 Tage bereits vergessen und startete motiviert in den Tag denn es wartete eine neu angeschaffte Skeletor auf ihren ersten Fisch! Ich beschloss einfach mal die Erwartungen um den ganz großen Fisch etwas herunterzuschrauben und wollte daher den Tag die Spinner durchs Wasser pflügen mit dem Gedanken " da geht ja immer was "!

     

    Rein ins Boot, losgepaddelt und dabei geduldig den See bis in die letzte Ecke befischt. Ich sah unter einem Baum wie ein scheinbar kleiner Hecht raubte, warf ihm den Spinner förmlich auf den Kopf und >>>peng<<<....der hing! Schon vom ersten Gefühl her spürte ich, dass es kein Riese war aber mein erster Drill mit der Skeletor war einfach nur geil! Nach einigen Sekunden konnte ich das Hechtlein dann auch schon Landen und ich war Happy!

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    Die Dämmerung kam und ich verkündete großmäulig ( wie ich so bin :) ), dass es noch auf Zander gehen sollte! Mein Frauchen belächelte es nur, denn sie hat es wohl auch schon ein paar mal zu oft gehört :q! Naja aber was soll's, Versuch macht klug!

     

    Ich grübelte nach und versuchte mir alles ins Gedächtnis zu rufen was ich bisher übers Zanderfischen gehört und gelesen habe und entschied mich dann es in der Dunkelheit mit einem 12cm langen, schlanken, 2teiligen Wobbler zu versuchen!

     

    Ich fischte munter drauf los und es wurde dunkler und dunkler. Man sah die Hand vor Augen nicht mehr und ich warf den Köder mehr oder weniger wahllos umher. Nur die Erwartung auf den 1. maßigen Zander meines Lebens lies das mulmige Gefühl, in absoluter Dunkelheit mitten auf nem See zu schippern, erträglich halten. Nunja, die Kälte kroch langsam in den Leib und wir paddelten gen "Heimat"! Zuvor noch ein paar letzte Würfe kurz vor dem Bootssteg und auf einmal zuckt es wie ein Blitz durch die Rute, in meinen Arm....bis in die Schulter! Gedanklich schon fast im Schlafsack liegend schlug ich geistesgegenwärtig an und der Spaß begann! Dieser Drill machte echt Laune und innerlich war ich schon am Rätseln was es wohl sein könnte! 1000 Dinge, logische und unlogische, schossen mir durch den Kopf und ließen mich die wackeligen Knie fast vergessen! Kann das ein Zander sein...NEEIN, niemals..... bestimmt nen kleiner Hecht.... oder doch nen großer barsch....so nen Zander wär aber gut.... aber neee, kein Zander...oder doch, vielleicht....hoffentlich.... naja...usw. :q:q:q! Kennt sicherlich jeder von euch ;)!

     

    Der Fisch war nun ganz nah und wehrte sich heftig! Die Tikka wurde angeknipst und ich zog den Fisch an die Oberfläche!

     

    Da waren sie, die Glasaugen von denen ich schon soviel gehört und gelesen hatte! Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl wie dieser wunderschöne Zander aus der Wasseroberfläche schaute! Sicherheitshalber nur noch sitzend und mit zittrigen Händen hob ich ihn ins Boot und konnte es kaum fassen! Für meine Verhältnisse ein mehr als kapitales Exemplar durfte sich nun noch kurz der Fotosession stellen als ewige Erinnerung an diesen Moment!

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    Ein paar Würfe noch an die gleiche Stelle aber es ging nix mehr. Ich habe mich wahrscheinlich auch bissl zu intensiv gefreut um das es noch einen Fisch in der Nähe des Bootes geben sollte :)! Aber das war nicht schlimm. Dieser tag war für mich gelaufen und hat die Enttäuschung der vergangenen 4 Tage aus meinem Kopf gelöscht!

     

    Donnerstag war dann wieder ein Tag wo die Erwartungen etwas höher geschraubt werden durften :) und so kam die Piketime zum Einsatz! Heute soll der erste Jerk Hecht kommen, dachte ich mir so! Ich wollte unbedingt mal spüren wie sich ein Drill an so ner kurzen Rute und vor allem an der Multi anfühlt. Basierend auf dem kleinen Erfolg vom Vortag wurde die Strategie auch gleich von Anfang an festgelegt, nämlich das von Anfang an gezielt auf Stellen geachtet wird wo Action ist! Es dauerte nicht lange.... ich war gerade dabei den Uferbereich vom Boot aus abzufischen als ich im Augenwinkel sah, das in der Ferne, unter einem Baum, heftigst Getümmel stattfand. Nix wie hin..... und das tat ich dann auch!

     

    Die Stelle gestaltete sich zum werfen recht schwierig, da es einerseits unter einem Baum war und gleichzeitig lag ein ziemlich großer, verzweigter Baum im Wasser! Was soll's, einfach mal versuchen!  Wie ich diesen Wurf hinbekommen habe weiß ich selber net aber der Köder klatschte an die Stelle die ich als jene ausgemacht habe wo es raubte. Es war keinen halben Meter vom Ufer entfernt und genau vor dem Baumstamm des im Wasser liegenden Baumes. In dem Moment wo der Köder ins Wasser eintauchte gab es einen riesen Schwall, einen Platsch und ein Reißen in der Rute! Tja, was soll ich sagen... da hing mein erster Jerk Hecht und zog wie ein kleiner LKW. Da ich ja aufpassen musste wegen der Hindernisse im Wasser konnte ich nicht nachgeben und zog ihn kontinuierlich ran. Direkt vor meiner Nase gab es 2 mächtige Sprünge wobei sich der Fisch auf seine komplette Körperlänge aus dem Wasser schraubte. Es war ein unvergesslicher Anblick! Nach wenigen Minuten war der Fisch bereit zur Landung und ich war wieder mächtig stolz und überglücklich!

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    Nun weiß ich auch warum jeder Angler sagt, dass Bisse beim Jerken süchtig machen. Ich habe noch keinen vergleichbar spektakulären Biss in meinem Leben gehabt! Und weil ich nun einmal so angesteckt und süchtig war ging's gleich weiter mit der  Piketime auf Jagd.

     

    Als wir nach 2 Seeumrundungen wieder an der Stelle waren wo kürzlich der Hecht biss, warf ich die Stelle erneut an.... und ich konnte es selber kaum glauben. Es gab wieder einen Hammergeilen Biss, gleich beim 1. Wurf! Auch diesen Hecht, welcher etwas kleiner ausfiel, konnte ich landen und für ein Foto zum kurzen Landgang überreden.

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    An diesem und am Folgetag ging Raubfischtechnisch nix mehr!

     

     

    Abends, wenn es kühl wurde habe ich immer bissl auf Karpfen geangelt. Dafür habe ich eine Kante ausfindig gemacht welche ich zwar net anwerfen konnte aber gut vom Ufer aus zu drillen war. Dabei habe ich die Montagen mit dem Boot rausgeschleppt und konnte mich dann in meinen Schlafsack legen. Die ganze Woche über liefen die Karpfen recht gut! Die Bisse erfolgten meistens zwischen 0 und 3 Uhr!

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    Die Karpfen waren meistens in dieser Gewichts und Größenklasse aber ich erspare euch die restlichen Bilder weil, wie man sieht, ich Nachts wenn ich aus dem Tiefschlaf durch nen Pieper geweckt werde, alles andere als frisch aussehe :q!

     

     

    Die Woche ging rum und ich war wieder Mensch. Keine Spur mehr von den stressüblichen Symptomen welche ich noch eine Woche zuvor fast den ganzen Tag spürte.

     

    Auch wenn die ganz grossen Fische ausblieben das war Tiefenentspannung pur und man sollte sich überlegen, solche Maßnahmen evtl. in Apotheken auf Rezept anzubieten!

     

    Viele Grüße vom "tiefenentspannten" Ronen

     

    Ronny Kerwel

    Kommentare 

     
    0 #1 Bacalo 2007-11-02 17:59
    zu dem Erlebten und Danke für´s berichten.
    War nett zu lesen.

    Gruß
    Peter
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