Alles Jahre wieder: Laichdorsch....
Alle Jahre wieder: Laichdorsch.....
Es gibt Diskusionen im Anglerboardforum, die sind nicht tot zu kriegen. Wie auch die jährlich in der kalten Jahreszeit wiederkehrende Diskussion um den Fang von Laichdorschen. Gibt man Laichdorsch in die Suche vom Anglerboardforum ein, erhält man dann konsequenterweise auch über 180 Treffer:
http://www.anglerboard.de/board/search.php?searchid=5659282
Darunter auch das am 20.10. eröffnete Thema:
Laichdorsch richtig oder falsch !!!
http://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=139367
Und wie fast immer, prallen da dann oft gegensätzliche Meinungen aufeinander. Die einen plädieren für Schonzeiten, erhöhte Schonmaße, eine Selbstverpflichtung der Angler nicht auf Laichdorche zu angeln und vieles mehr in diese Richtung.
Andere wiederum sagen, solange die Berufsfischer gnadenlos die Bestände plündern, sei es gar nicht einzusehen, sich als Angler irgendwelche Beschränkunfgen aufzuerlegen.
Wir brauchen uns nichts vorzumachen:
Mit Sicherheit werden Angler ihren Anteil am Dorschfang haben - und der wird auch nicht zu gering sein.
Die interessantere Frage dürfte sein, wieviel Anteil am Fang von Laichdorschen die Angler haben. Mit Kleinbooten dürften die tiefliegenden Laichgebiete berim oft schlechten Wetter in der kalten Jahreszeit nur schlecht erreichbar sein. Auch der Brandungs- oder Spinnfischer mag es nur selten mit Laichdoirschen zu tun bekommen. Nun mag es zwar auch 3 oder 4 Kutterkapitäne geben, die dem Wunsch einiger Angler nachkommen und gezielt auf Laichdorsch fahren.
Aber wie viele Laichfische können die wirklich entnehmen? Und macht es wirklich einen großen Unterschied, wann man den Dorsch fängt? JEDER Dorsch, der in der Küche landet (zu Recht) wird keinen weiteren Nachwuchs mehr produzieren - ob er vor, während oder nach einer Laichzeit gefangen wird.
Dazu kommt, dass es zwar Fangquoten gibt, diese aber weder großartig kontrolliert noch gar sanktioniert werden, wenn sie nicht eingehalten werden. Dass darüber hinaus auch noch ganz andere Einflüsse auf den Dorschbestand einwirken wie z. B.- Klimaveränderungen, Salzgehalt in den Laichgebieten, Sauerstoffgehalt im Wasser und noch vieles mehr, da denken dann viele Angler in der emotionalen Diskussion oft nicht mehr - und qualifizieren dann andere Angler ab, welche ihren "Rekorddorsch" fangen wollen.
Da die Angelzeitschriften in ihren Hitlisten die Dorsche eben nach Gewicht listen, ist es einfach und klar, dass nur Laichdorsche da auf die ersten Plätze kommen können. Ob das so eine glückliche Lösung bei der Bestandssituation ist, müssen die Zeitschriften Gott sei Dank selber entscheiden und nicht ich für sie.
Dabei wäre es ja eigentlich recht einfach, entweder ALLE Laichfische (gibts ja auch bei anderen Arten) aus der Wertung zu nehmen. Oder man nimmt statt des Gewichtes nur die Länge des Fisches in die Wertung (das Gewicht angeben kann man ja trotzdem..).
Das würde zumindest einen Teil der "halbprofessionellen" Laichdorschangelei für eingie Angler unattraktiver machen. Dass das aber natürlich zahlenmäßig dem Dorschbestand nicht hilft, das sollte auch jedem klar sein!!
Statt schlecht zu kontrollierender Schonzeiten oder Schonmaße wäre es in unseren Augen da wesentlich sinnvoller, zum einen manche Gebiete großräumig und ganzjährig sowohl für Fischer wie für Angler zu sperren. Was das bringen kann - sofern es sich um geeignete Gebiete handelt - zeigt das Projekt Riff - Nienhagen.
Was sich da innerhalb kürzester Zeit alles an Leben breitgemacht hat ist schon erstaunlich. Erstaunlich auch, wie viele Jungdorsche sich dort tummeln und wohl auch gut abwachsen werden. Das auf weitere Gebiete übertragen, würde dem Bestand sicherlich mehr nützen als jede allgemeine Schonzeit oder höhere Schonmaße.
Zusätzlich kann man während der Laichzeit dann noch die Laichgründe für einige Wochen ebenfalls komplett für Angler und Fischer sperren. So kann man ungestörtes ablaichen fördern und damit wesentlich mehr erreichen als mit letztlich nicht kontrollierbaren Schonzeiten/Schonmaßen.
Denn JEDER Angler und JEDER Fischer, der sich mit Fanggerät in den geschützten Bereichen aufhält, kann sofort und ohne weitere Verfahren verwarnt und auch bestraft werden.
Das ist mit wesentlich weniger Personalaufwan- und Materialaufwand zu überwachen. Ein Küstenwachenschiff kann je nach Lage mit Radar locker zig Quadratkilometer überwachen. Das gleiche Schiff könnte heute in einer Schicht vielleicht 5 - 10 Angelboote oder Fischer überprüfen (als wenn die nix anderes zu tun hätten!). Was da sinnvoller ist, kann sich jeder ausrechnen.
Und sicherlich ist sowohl Anglern wie auch Fischern die praktisch nicht kontrollierte "Nebenerwerbsfischerei" ein Dorn im Auge. Und das nicht nur was den Dorsch angeht. Wenn man immer wieder sieht was da von diese "Klientel" an Meerforellen und Lachsen "vermarktet" wird, kann man als Angler wie als "Naturmensch überhaupt nur noch das kotzen kriegen.
Denkt also bitte bei den Diskussionen rund um den Laichdorsch auch imer dran, dass es oft mehr als nur eine Wahrheit gibt und versucht, einen etwas weniger emotionalen Ton in die Diskussionen zu bringen - vor allem ohne andere persönlich anzumachen.
Nur so können wir auch längerfristig da evtl. etwas bewegen....
Thomas Finkbeiner
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