Interview zum Thema Zukunft der Angelfischerei
Interview zum Thema Zukunft der Angelfischerei
Mal nicht unter Witze und lustiges, weil
hintergründig weder witzig noch lustig.
Vielleicht ein wenig zum nachdenklich stimmen.
Sicher jedoch satirisch, total überzogen und ohne ein Fünkchen Realismus.
Wenn wir Glück haben.
Interview des BLUND ( Bund leidende Tiere und Naturschutz )
mit Herrn Dr. Spacken von der Europäischen Kommission für die Vereinheitlichung der Angelfischerei.
BLUND: Guten Tag Herr Dr. Spacken. Wir freuen uns, dass Sie uns in Ihrer Funktion als Vorsitzender der EU-Kommission zur Vereinheitlichung der Angelfischerei in Europa heute einige Fragen beantworten wollen.
Dr. Spacken: Sehr gerne.
BLUND: Herr Dr. Spacken, die Kommission hat die Aufgabe eine Einheitliche Basis für die Angelfischerei in Europa zu finden. Wie geht die Kommission in dieser Frage vor ?
Dr. Spacken: Nun, da muß ich zunächst ein wenig ausholen. Wir standen vor dem Problem, zu wenige gesicherte Erkenntnisse über die moderne Angelfischerei zu haben. Es gibt kaum zuverlässige Untersuchungen, welchen Einfluss die Angelfischerei z.B. auf Natur und Umwelt hat. Solche in Auftrag zu geben scheiterte an der zur Verfügung stehenden Zeit und an den begrenzten Mitteln. Also mussten wir nach anderen Wegen suchen, um die benötigten Informationen zu bekommen.
BLUND: Und die haben Sie gefunden ?
Dr. Spacken: Ja, sogar mehr und besser als wir es erwartet haben.
BLUND: Wie sind Sie denn da vorgegangen und welche Informationsquellen haben Sie aufgeschlossen ?
Dr. Spacken: Auf der Suche nach Informationen stießen wir sehr schnell auf das Internet. Hier fielen uns insbesondere Angelforen auf, in denen Tausende von Anglern ihre Ansichten vertraten. Des größten, dem sogenannten Anglerboard, haben wir uns bedient.
BLUND: Bei allem Respekt Herr Dr. Spacken, es fällt schwer zu glauben, dass man aus einem Internetforum, wo ja in erster Linie sehr einseitig berichtet wird, vernünftige Basisdaten bekommt.
Dr. Spacken: Das dachten wir zunächst auch. Aber sehr schnell wurde uns klar, dass hier die wahren und echten Probleme und Schwierigkeiten der Angelfischerei zur Sprache kommen. Ganz ohne politische oder wirtschaftliche Hintergründe. Hier kann man das tun, was uns Politikern immer als zu wenig genutzt unterstellt wird. Dem Volk auf´s Maul schauen.
BLUND: Dennoch, schwer zu glauben.
Dr. Spacken: Es ist doch ganz einfach. In einem Internetforum ist jeder anonym. Man kann also durchaus ohne Angst vor Repressalien offen seine Meinung kundtun. Dazu kommt, dass sich die Mitglieder eines Forums quasi von der Außenwelt abgeschottet fühlen. Anonym und dann noch unter Ihresgleichen. Ehrlichere Informationen kann man kaum bekommen.
BLUND: Welche Informationen haben Sie denn dort bekommen können ?
Dr. Spacken: Ich muss zugeben, dass wir sehr überrascht waren, vor allem was die Sorgen der Angler angeht. Bisher waren wir der Auffassung, sie würden über zu viele Gesetze und Verbote stöhnen. Wollten mehr „ Freiheiten „ Um so überraschter waren wir, als wir das genaue Gegenteil herauslesen konnten.
BLUND: Ich muss gestehen, dass ich jetzt auch überrascht bin. Wie darf man das verstehen ?
Dr. Spacken: Die Angler hatten doch eher den Ruf Tierquäler zu sein. Sie zertrampeln Ufervegetation, fangen Fische aus lauter Freude am „ Drill „ wie sie es nennen, lassen ihren Müll liegen und, und, und. Aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein, bzw. nur eine kleine Minderheit unter Ihnen haben diesen Ruf hergestellt. Wir haben jedenfalls nicht damit gerechnet, so viele Aufrufe zum Schutz der Natur, zu sachgemäßem Umgang mit den Fischen, zur Einhaltung von Gesetzen und, nicht zuletzt, nach neuen und verschärften Gesetzen und Verboten zu lesen.
BLUND: Verstehe ich Sie richtig ? Die Angler selbst möchten strengere Gesetze und mehr Verbote?
Dr. Spacken: Ja. D.h., zum Teil. Natürlich setzen sich Angler aus allen Teilen der Gesellschaft zusammen. Sie haben teils ein hohes Fachwissen im Bereich Angelfischerei, aber nur wenig im Bezug auf ökologische Zusammenhänge und biologische Fakten. Wie denn auch. Also haben wir unter Ihnen nach Ansätzen gesucht, die wir mit unseren Experten dann verbessern und umsetzen wollen.
BLUND: Können Sie uns dafür mal ein Beispiel geben ?
Dr. Spacken: Ja gerne. Nehmen wir den Lachs. Wie Sie sicher wissen, gibt es seit einigen Jahren ein sehr aufwändiges und kostenintensives Programm, um den Lachs im Rhein und seinen Nebenflüssen wieder heimisch zu machen. Es ist uns bewusst, dass der eine oder andere Lachs heimlich den Weg in den Kochtopf eines Anglers findet. Aber wie dramatisch das in Wirklichkeit ist, lässt sich anhand der teils sehr hitzigen Debatten unter der Anglerschaft herauslesen. Offenbar, und von dem größten Teil der Anglerschaft sehr verurteilt, gibt es nicht wenige schwarze Schafe, die an bestimmten Stellen gezielt auf diesen Fisch angeln. Ein grossteil der Angler ruft nun vehement, diese Stellen grundsätzlich für die Angelfischerei zu sperren.
BLUND: Das ist in der Tat eine bemerkenswerte und lobenswerte Reaktion
Dr. Spacken: Sehen Sie, und doch nicht mehr als ein Ansatz. Das meinte ich eben mit Ansätzen die es zu verbessern gilt.
BLUND: Verbessern in wie weit ?
Dr. Spacken: Nun, wenn die Situation so dramatisch ist, wie von den Anglern beschrieben, dann wird ein geografisch begrenztes Angelverbot nur dazu führen, dass sich die schwarzen Schafe an anderer Stelle einfinden um dort dem Lachs nachzustellen. Zu Ende gedacht bedeutet es ein generelles Angelverbot in den Flüssen, in denen der Lachs wieder heimisch wird. Es bleiben ja noch zahlreiche andere Gewässer, in denen der Angler seinem Hobby nachgehen kann.
BLUND: Das stimmt natürlich
Dr. Spacken: Aber das wird auch durch eine andere Erkenntnis gestützt. Wir haben erfahren, dass es sog. Irrtümliche Fänge gibt. D.h., man stellt zwar einem bestimmten Fisch, z.B. dem Hecht, nach, aber auf diesen Köder können auch andere Raubfische anbeißen.
BLUND: Der Lachs ?
Dr. Spacken: Ja natürlich, der ist ja auch ein Raubfisch. Nun gibt es unter den Anglern das Thema Schonzeitfrevel. Das bedeutet, ein Angler gibt vor auf eine bestimmte Fischart zu angeln, hat es aber in Wahrheit auf eine ganz andere Art abgesehen die zu dieser Zeit Schonzeit hat, aber auf den gleichen Köder beißt. Vehement fordern nun die naturbewussten Angler, diese Art Köder während einer zusammengefassten Zeit, die alle Schonzeiten der Räuber abdeckt, zu verbieten. Eine sogenannte Frühjahrsschonzeit.
BLUND: Macht dann auch Sinn
Dr. Spacken: Ja, ist aber auch wieder nicht ganz zu Ende gedacht. Dort wo der Lachs vorkommt, hat er das ganze Jahr über Schonzeit. Ein Verbot ist also nur dann rundum wirksam, wenn der Köder dort überhaupt nicht erlaubt ist. Wir haben also schon zwei starke Argumente, Lachsflüsse ganzjährig für die Angelfischerei zu sperren.
BLUND: Aber wir reden hier nur über den Lachs. Gibt es denn noch andere Beispiele ?
Dr. Spacken: Selbstverständlich, den Dorsch. Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die Angelfischerei mit dem schwinden des Dorschbestandes in keinem erwähnenswerten Zusammenhang steht. Liest man sich jedoch durch die Internetforen, scheint dass ein Irrtum zu sein. Hier wird mit hohem Engagement gegen die sog. Laichdorschangelei gewettert.
BLUND: Könnten Sie das bitte erläutern ?
Dr. Spacken: Gerne. Sehr viele Angler wehren sich dagegen, dass andere dem Dorsch nachstellen, während er voller Laich ist. Die Begründung dafür ist, dass der Dorsch dann wesentlich schwerer ist und man eher in die Nähe eines Rekordgewichtes kommt.
BLUND: Mein Gott, Das ist ja fast schon pervers.
Dr. Spacken: Zunächst ja, für den Bestand ist das aber in so fern irrelevant, als das ein gefangener Dorsch generell nicht mehr für Nachwuchs sorgen kann. D.h., es spielt keine Rolle zu welchem Zeitpunkt ein Dorsch getötet wird. Er kann keine Nachkommen mehr zeugen und scheidet somit für die Vermehrung der Art aus. Wenn die Angler nun so sehr viele Dorsche entnehmen – wir haben das bis dato wohl völlig unterschätzt – dann ist es vollkommen gleichgültig zu welchem Zeitpunkt das geschieht. Also werden wir über ein generelles Fangverbot nachzudenken haben.
BLUND: Das hört sich für die Angler in letzter Konsequenz aber gar nicht gut an. Könnte das der Anfang vom Ende der Angelfischerei sein ?
Dr. Spacken: Aber Nein. Die Angelfischerei ist ja nicht nur ein wichtiges Erholungsgut, sondern auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftszweig. Wir werden Maßnahme ergreifen, die die Angelfischerei nicht nur stabilisieren, sondern weiter ausbauen.
BLUND: Die da wären ?
Dr. Spacken: Wie wir ebenfalls nachlesen konnten, erfreuen sich Angelanlagen überaus großer Beliebtheit. Das sind in sich geschlossene Gewässer, in denen die Angler Ihrem Hobby nachgehen können, ohne der Natur oder evtl. geschützten Fischarten Schaden zuzufügen. Dort werden regelmäßig küchengeeignete Fische eingesetzt, welche von den Anglern dann gefangen werden können. Wir planen die Genehmigungsverfahren für solche Anlagen zu vereinfachen und die Betreiber steuerlich zu begünstigen.
BLUND: Das wäre in der Tat eine Lösung. Aber wie sieht es denn nun mit der Europaweiten Vereinheitlichung aus ?
Dr. Spacken: Da sprechen Sie nun den wunden Punkt an. Leider können sich die Kollegen der übrigen Länder gar nicht mit diesen Plänen anfreunden. Ich will nicht sagen, das man dort ignorant ist, aber es wird schon deutlich, dass wir Deutschen in moralischer und fischereibiologischer Hinsicht den übrigen Ländern weit voraus sind. Und genau um das zu untermauern, werden wir die neuen Regelungen zur Not auch für Deutschland alleine umsetzen, und zwar bundesweit.
BLUND: Wann können wir denn mit der Umsetzung rechnen ?
Dr. Spacken: Bis alles ausgearbeitet und seinen Weg durch die Gesetzgebung gefunden hat – immerhin müssen wir ja Länderrecht in Bundesrecht umwandeln – kann es schon einige Zeit dauern. Wir rechnen nicht vor 2010 mit dem Inkrafttreten.
BLUND: Wie hoch schätzen Sie denn die Wahrscheinlichkeit ein, dass die neuen Regelungen durchgesetzt werden können ?
Dr. Spacken: Wir sind uns so gut wie sicher. Immerhin haben wir den größten Teil der Angler selbst hinter uns.
BLUND: Herr Dr. Spacken, wir bedanken uns für das Interview
Dr. Spacken: Sehr gerne
Vielleicht ein wenig zum nachdenklich stimmen.
Sicher jedoch satirisch, total überzogen und ohne ein Fünkchen Realismus.
Wenn wir Glück haben.
Interview des BLUND ( Bund leidende Tiere und Naturschutz )
mit Herrn Dr. Spacken von der Europäischen Kommission für die Vereinheitlichung der Angelfischerei.
BLUND: Guten Tag Herr Dr. Spacken. Wir freuen uns, dass Sie uns in Ihrer Funktion als Vorsitzender der EU-Kommission zur Vereinheitlichung der Angelfischerei in Europa heute einige Fragen beantworten wollen.
Dr. Spacken: Sehr gerne.
BLUND: Herr Dr. Spacken, die Kommission hat die Aufgabe eine Einheitliche Basis für die Angelfischerei in Europa zu finden. Wie geht die Kommission in dieser Frage vor ?
Dr. Spacken: Nun, da muß ich zunächst ein wenig ausholen. Wir standen vor dem Problem, zu wenige gesicherte Erkenntnisse über die moderne Angelfischerei zu haben. Es gibt kaum zuverlässige Untersuchungen, welchen Einfluss die Angelfischerei z.B. auf Natur und Umwelt hat. Solche in Auftrag zu geben scheiterte an der zur Verfügung stehenden Zeit und an den begrenzten Mitteln. Also mussten wir nach anderen Wegen suchen, um die benötigten Informationen zu bekommen.
BLUND: Und die haben Sie gefunden ?
Dr. Spacken: Ja, sogar mehr und besser als wir es erwartet haben.
BLUND: Wie sind Sie denn da vorgegangen und welche Informationsquellen haben Sie aufgeschlossen ?
Dr. Spacken: Auf der Suche nach Informationen stießen wir sehr schnell auf das Internet. Hier fielen uns insbesondere Angelforen auf, in denen Tausende von Anglern ihre Ansichten vertraten. Des größten, dem sogenannten Anglerboard, haben wir uns bedient.
BLUND: Bei allem Respekt Herr Dr. Spacken, es fällt schwer zu glauben, dass man aus einem Internetforum, wo ja in erster Linie sehr einseitig berichtet wird, vernünftige Basisdaten bekommt.
Dr. Spacken: Das dachten wir zunächst auch. Aber sehr schnell wurde uns klar, dass hier die wahren und echten Probleme und Schwierigkeiten der Angelfischerei zur Sprache kommen. Ganz ohne politische oder wirtschaftliche Hintergründe. Hier kann man das tun, was uns Politikern immer als zu wenig genutzt unterstellt wird. Dem Volk auf´s Maul schauen.
BLUND: Dennoch, schwer zu glauben.
Dr. Spacken: Es ist doch ganz einfach. In einem Internetforum ist jeder anonym. Man kann also durchaus ohne Angst vor Repressalien offen seine Meinung kundtun. Dazu kommt, dass sich die Mitglieder eines Forums quasi von der Außenwelt abgeschottet fühlen. Anonym und dann noch unter Ihresgleichen. Ehrlichere Informationen kann man kaum bekommen.
BLUND: Welche Informationen haben Sie denn dort bekommen können ?
Dr. Spacken: Ich muss zugeben, dass wir sehr überrascht waren, vor allem was die Sorgen der Angler angeht. Bisher waren wir der Auffassung, sie würden über zu viele Gesetze und Verbote stöhnen. Wollten mehr „ Freiheiten „ Um so überraschter waren wir, als wir das genaue Gegenteil herauslesen konnten.
BLUND: Ich muss gestehen, dass ich jetzt auch überrascht bin. Wie darf man das verstehen ?
Dr. Spacken: Die Angler hatten doch eher den Ruf Tierquäler zu sein. Sie zertrampeln Ufervegetation, fangen Fische aus lauter Freude am „ Drill „ wie sie es nennen, lassen ihren Müll liegen und, und, und. Aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein, bzw. nur eine kleine Minderheit unter Ihnen haben diesen Ruf hergestellt. Wir haben jedenfalls nicht damit gerechnet, so viele Aufrufe zum Schutz der Natur, zu sachgemäßem Umgang mit den Fischen, zur Einhaltung von Gesetzen und, nicht zuletzt, nach neuen und verschärften Gesetzen und Verboten zu lesen.
BLUND: Verstehe ich Sie richtig ? Die Angler selbst möchten strengere Gesetze und mehr Verbote?
Dr. Spacken: Ja. D.h., zum Teil. Natürlich setzen sich Angler aus allen Teilen der Gesellschaft zusammen. Sie haben teils ein hohes Fachwissen im Bereich Angelfischerei, aber nur wenig im Bezug auf ökologische Zusammenhänge und biologische Fakten. Wie denn auch. Also haben wir unter Ihnen nach Ansätzen gesucht, die wir mit unseren Experten dann verbessern und umsetzen wollen.
BLUND: Können Sie uns dafür mal ein Beispiel geben ?
Dr. Spacken: Ja gerne. Nehmen wir den Lachs. Wie Sie sicher wissen, gibt es seit einigen Jahren ein sehr aufwändiges und kostenintensives Programm, um den Lachs im Rhein und seinen Nebenflüssen wieder heimisch zu machen. Es ist uns bewusst, dass der eine oder andere Lachs heimlich den Weg in den Kochtopf eines Anglers findet. Aber wie dramatisch das in Wirklichkeit ist, lässt sich anhand der teils sehr hitzigen Debatten unter der Anglerschaft herauslesen. Offenbar, und von dem größten Teil der Anglerschaft sehr verurteilt, gibt es nicht wenige schwarze Schafe, die an bestimmten Stellen gezielt auf diesen Fisch angeln. Ein grossteil der Angler ruft nun vehement, diese Stellen grundsätzlich für die Angelfischerei zu sperren.
BLUND: Das ist in der Tat eine bemerkenswerte und lobenswerte Reaktion
Dr. Spacken: Sehen Sie, und doch nicht mehr als ein Ansatz. Das meinte ich eben mit Ansätzen die es zu verbessern gilt.
BLUND: Verbessern in wie weit ?
Dr. Spacken: Nun, wenn die Situation so dramatisch ist, wie von den Anglern beschrieben, dann wird ein geografisch begrenztes Angelverbot nur dazu führen, dass sich die schwarzen Schafe an anderer Stelle einfinden um dort dem Lachs nachzustellen. Zu Ende gedacht bedeutet es ein generelles Angelverbot in den Flüssen, in denen der Lachs wieder heimisch wird. Es bleiben ja noch zahlreiche andere Gewässer, in denen der Angler seinem Hobby nachgehen kann.
BLUND: Das stimmt natürlich
Dr. Spacken: Aber das wird auch durch eine andere Erkenntnis gestützt. Wir haben erfahren, dass es sog. Irrtümliche Fänge gibt. D.h., man stellt zwar einem bestimmten Fisch, z.B. dem Hecht, nach, aber auf diesen Köder können auch andere Raubfische anbeißen.
BLUND: Der Lachs ?
Dr. Spacken: Ja natürlich, der ist ja auch ein Raubfisch. Nun gibt es unter den Anglern das Thema Schonzeitfrevel. Das bedeutet, ein Angler gibt vor auf eine bestimmte Fischart zu angeln, hat es aber in Wahrheit auf eine ganz andere Art abgesehen die zu dieser Zeit Schonzeit hat, aber auf den gleichen Köder beißt. Vehement fordern nun die naturbewussten Angler, diese Art Köder während einer zusammengefassten Zeit, die alle Schonzeiten der Räuber abdeckt, zu verbieten. Eine sogenannte Frühjahrsschonzeit.
BLUND: Macht dann auch Sinn
Dr. Spacken: Ja, ist aber auch wieder nicht ganz zu Ende gedacht. Dort wo der Lachs vorkommt, hat er das ganze Jahr über Schonzeit. Ein Verbot ist also nur dann rundum wirksam, wenn der Köder dort überhaupt nicht erlaubt ist. Wir haben also schon zwei starke Argumente, Lachsflüsse ganzjährig für die Angelfischerei zu sperren.
BLUND: Aber wir reden hier nur über den Lachs. Gibt es denn noch andere Beispiele ?
Dr. Spacken: Selbstverständlich, den Dorsch. Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die Angelfischerei mit dem schwinden des Dorschbestandes in keinem erwähnenswerten Zusammenhang steht. Liest man sich jedoch durch die Internetforen, scheint dass ein Irrtum zu sein. Hier wird mit hohem Engagement gegen die sog. Laichdorschangelei gewettert.
BLUND: Könnten Sie das bitte erläutern ?
Dr. Spacken: Gerne. Sehr viele Angler wehren sich dagegen, dass andere dem Dorsch nachstellen, während er voller Laich ist. Die Begründung dafür ist, dass der Dorsch dann wesentlich schwerer ist und man eher in die Nähe eines Rekordgewichtes kommt.
BLUND: Mein Gott, Das ist ja fast schon pervers.
Dr. Spacken: Zunächst ja, für den Bestand ist das aber in so fern irrelevant, als das ein gefangener Dorsch generell nicht mehr für Nachwuchs sorgen kann. D.h., es spielt keine Rolle zu welchem Zeitpunkt ein Dorsch getötet wird. Er kann keine Nachkommen mehr zeugen und scheidet somit für die Vermehrung der Art aus. Wenn die Angler nun so sehr viele Dorsche entnehmen – wir haben das bis dato wohl völlig unterschätzt – dann ist es vollkommen gleichgültig zu welchem Zeitpunkt das geschieht. Also werden wir über ein generelles Fangverbot nachzudenken haben.
BLUND: Das hört sich für die Angler in letzter Konsequenz aber gar nicht gut an. Könnte das der Anfang vom Ende der Angelfischerei sein ?
Dr. Spacken: Aber Nein. Die Angelfischerei ist ja nicht nur ein wichtiges Erholungsgut, sondern auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftszweig. Wir werden Maßnahme ergreifen, die die Angelfischerei nicht nur stabilisieren, sondern weiter ausbauen.
BLUND: Die da wären ?
Dr. Spacken: Wie wir ebenfalls nachlesen konnten, erfreuen sich Angelanlagen überaus großer Beliebtheit. Das sind in sich geschlossene Gewässer, in denen die Angler Ihrem Hobby nachgehen können, ohne der Natur oder evtl. geschützten Fischarten Schaden zuzufügen. Dort werden regelmäßig küchengeeignete Fische eingesetzt, welche von den Anglern dann gefangen werden können. Wir planen die Genehmigungsverfahren für solche Anlagen zu vereinfachen und die Betreiber steuerlich zu begünstigen.
BLUND: Das wäre in der Tat eine Lösung. Aber wie sieht es denn nun mit der Europaweiten Vereinheitlichung aus ?
Dr. Spacken: Da sprechen Sie nun den wunden Punkt an. Leider können sich die Kollegen der übrigen Länder gar nicht mit diesen Plänen anfreunden. Ich will nicht sagen, das man dort ignorant ist, aber es wird schon deutlich, dass wir Deutschen in moralischer und fischereibiologischer Hinsicht den übrigen Ländern weit voraus sind. Und genau um das zu untermauern, werden wir die neuen Regelungen zur Not auch für Deutschland alleine umsetzen, und zwar bundesweit.
BLUND: Wann können wir denn mit der Umsetzung rechnen ?
Dr. Spacken: Bis alles ausgearbeitet und seinen Weg durch die Gesetzgebung gefunden hat – immerhin müssen wir ja Länderrecht in Bundesrecht umwandeln – kann es schon einige Zeit dauern. Wir rechnen nicht vor 2010 mit dem Inkrafttreten.
BLUND: Wie hoch schätzen Sie denn die Wahrscheinlichkeit ein, dass die neuen Regelungen durchgesetzt werden können ?
Dr. Spacken: Wir sind uns so gut wie sicher. Immerhin haben wir den größten Teil der Angler selbst hinter uns.
BLUND: Herr Dr. Spacken, wir bedanken uns für das Interview
Dr. Spacken: Sehr gerne
Ralf Dahlheuser
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Kommentare
Am 1 Aprill wäre das Interwiev sicherlich noch besser gekomen.