Ausgabe Mai 2012

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    Testbericht: Grauvell Fliegenrute (DH-Fly) #9

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    Bericht zum Test der Grauvell Fliegenrute # 9

    Erste Sichtprüfung:
    Beim ersten Blick auf diese Rute gefällt die Farbgebung, aber das ist ja auch Geschmackssache. Bei genauerem Hinsehen erkannt man, dass der Griff aus einem nicht ganz hochwertigen Kork hergestellt wurde.
    Desweiteren erkennt man bei der Betrachtung der Bindungen und deren Lackierungen Schwächen: teilweise haben sich nach unten hin kleine Nischen ausgebildet, in denen sich Feuchtigkeit, Salz, und auch Schmutz festsetzen können, und teilweise sind die Lackierungen ungleichmäßig und zu dick.


    Vom Blank her glaube ich sagen zu können, dass er einen soliden Eindruck erweckt, eben der Klasse entsprechend.
    Praxistest: Gewässer waren Ostsee und Wakenitz.
    Zunächst einmal habe ich die Rute an der Wakenitz getestet, und zwar mit einer 9-er Schnur und großen Hechtstreamern. Hierbei fielen mir keine besonderen Negativmerkmale auf, obwohl meine selbst gebundenen Hechtstreamer nicht gerade klein ausfallen. Trotz nicht immer optimaler Konditionen bleibt die Fliege, bedingt durch die engen Schlaufen, die man mit dieser Rute relativ mühelos werfen kann, auf Kurs und in einem beruhigendem Abstand von meinem Kopf, was an der Länge lag. Leider kam ich nicht in den Genuss, einen Hecht an die Angel zu bekommen, aber vom Erscheinungsbild her ist die Rute ohne Zweifel in der Lage, auch starken Hechten paroli zu bieten.


    Der nächste Test fand an der Ostsee statt, wo ich mir einen Strandabschnitt mit auflandigem Wind bei ca. 4-6 BfT ausgesucht hatte. Ich habe dort einen Loop Intermediate Schusskopf # 9
    in transparent benutzt. Für den Transport wäre es schöner, wenn die Rute dreiteilig wäre, weil Sie als zweiteilige sehr viel Platz im Auto benötigt.
    Am Strand bei Gegenwind und Wellen mit einer durchschnittlichen Höhe von 40 cm ließ die Rute sich problemlos werfen. Diese Rute ist meiner Meinung nach jedoch wirklich nur mit Schusskopf in der Lage, ihre Vorzüge voll zu entfalten.


    Angenehm ist das starke Rückrat, welches es einem erlaubt, selbst diese schweren Schnüre, auch auf größere Distanz, aus dem Wasser aufzunehmen, und wieder hinaus zu schleudern.
    Es ist definitiv keine Rute, mit der man versuchen sollte, viele Meter Schnur in der Luft zu halten, da sie hierfür einfach zu steif ist. Mit einem entsprechenden Schusskopf ausgestattet kann diese Rute manche Angelsession an der See retten, weil man erstaunliche Wurfweiten mit wenig Leerschwüngen erreicht.


    Mein Fazit: Diese Rute hat mit Sicherheit ihre Aufgabengebiete, s. o. , in denen sie glänzen kann, aber auch Schwächen, die bei einer modernen Rute nicht mehr nötig wären.
    Auf jeden Fall ist die Rute etwas für den Fliegenfischer, der keine Angst hat, auch mal bei richtigem Mistwetter mit großen Fliegen und schweren Schnüren zu fischen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Beckmann

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