Testbericht: Grauvell Fliegenrute (DH-Fly) #9
Bericht zum Test der Grauvell Fliegenrute # 9
Erste Sichtprüfung:
Beim ersten Blick auf diese Rute gefällt die Farbgebung, aber das ist
ja auch Geschmackssache. Bei genauerem Hinsehen erkannt man, dass der
Griff aus einem nicht ganz hochwertigen Kork hergestellt wurde.
Desweiteren erkennt man bei der Betrachtung der Bindungen und deren
Lackierungen Schwächen: teilweise haben sich nach unten hin kleine
Nischen ausgebildet, in denen sich Feuchtigkeit, Salz, und auch Schmutz
festsetzen können, und teilweise sind die Lackierungen ungleichmäßig
und zu dick.
Vom Blank her glaube ich sagen zu können, dass er einen soliden Eindruck erweckt, eben der Klasse entsprechend.
Praxistest: Gewässer waren Ostsee und Wakenitz.
Zunächst einmal habe ich die Rute an der Wakenitz getestet, und zwar
mit einer 9-er Schnur und großen Hechtstreamern. Hierbei fielen mir
keine besonderen Negativmerkmale auf, obwohl meine selbst gebundenen
Hechtstreamer nicht gerade klein ausfallen. Trotz nicht immer optimaler
Konditionen bleibt die Fliege, bedingt durch die engen Schlaufen, die
man mit dieser Rute relativ mühelos werfen kann, auf Kurs und in einem
beruhigendem Abstand von meinem Kopf, was an der Länge lag. Leider kam
ich nicht in den Genuss, einen Hecht an die Angel zu bekommen, aber vom
Erscheinungsbild her ist die Rute ohne Zweifel in der Lage, auch
starken Hechten paroli zu bieten.
Der nächste Test fand an der Ostsee statt, wo ich mir einen
Strandabschnitt mit auflandigem Wind bei ca. 4-6 BfT ausgesucht hatte.
Ich habe dort einen Loop Intermediate Schusskopf # 9
in transparent benutzt. Für den Transport wäre es schöner, wenn die
Rute dreiteilig wäre, weil Sie als zweiteilige sehr viel Platz im Auto
benötigt.
Am Strand bei Gegenwind und Wellen mit einer durchschnittlichen Höhe
von 40 cm ließ die Rute sich problemlos werfen. Diese Rute ist meiner
Meinung nach jedoch wirklich nur mit Schusskopf in der Lage, ihre
Vorzüge voll zu entfalten.
Angenehm ist das starke Rückrat, welches es einem erlaubt, selbst diese
schweren Schnüre, auch auf größere Distanz, aus dem Wasser aufzunehmen,
und wieder hinaus zu schleudern.
Es ist definitiv keine Rute, mit der man versuchen sollte, viele Meter
Schnur in der Luft zu halten, da sie hierfür einfach zu steif ist. Mit
einem entsprechenden Schusskopf ausgestattet kann diese Rute manche
Angelsession an der See retten, weil man erstaunliche Wurfweiten mit
wenig Leerschwüngen erreicht.
Mein Fazit: Diese Rute hat mit Sicherheit ihre Aufgabengebiete, s. o. ,
in denen sie glänzen kann, aber auch Schwächen, die bei einer modernen
Rute nicht mehr nötig wären.
Auf jeden Fall ist die Rute etwas für den Fliegenfischer, der keine
Angst hat, auch mal bei richtigem Mistwetter mit großen Fliegen und
schweren Schnüren zu fischen.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Beckmann
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