Ausgabe Mai 2012

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    Warum eigentlich?

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    Warum eigentlich?

    Jedesmal stelle ich mir auf´s neue die Frage, warum wir eigentlich die ganzen Strapazen und hohen Kosten auf uns nehmen, um Fische zu fangen, die dann doch wieder (Grüße an die PETA) ...
    Abfahrt am Mittwoch Nachmittag, erster Stau nach 10min auf der A46! Super, es geht ja schon gut los. Nachdem wir also für ein paar Kilometer eine halbe Ewigkeit benötigt haben, kommen wir, genauer mein Freund Robby, der noch nie geangelt hat und unbedingt mal mit wollte und ich in Witten an um Steffen aufzusammeln. Insgesamt 10 Stunden sitzen wir in meinem Auto und sind erstaunt wieviel man über´s schönste Hobby der Welt reden kann..
    Robby, dachte zwischenzeitlich wir würden eine andere Sprache sprechen als wir uns über Renoskys, Kopytos, UBS, Stellas, Spots und Drop-Shot unterhalten haben

    Am nächsten morgen um sieben standen wir hoch motiviert im Hafen, das Boot war schnell beladen, eine Taktik war beschlossen, wir hatten uns diesmal, nach langen Diskusionen, auf viel wefen und noch mehr fangen geeinigt und wollten den Plan nun in die Tat umsetzten.
    Zum Glück fing es auch gleich an zu regnen und ich durfte mich direkt wieder an die Gedanken von vor 2 Monaten erinnern : neuen Floater kaufen - da undicht! Nasser Arsch und kalte Ei.. nach kurzer Zeit! Da steh´ ich voll drauf!

    Nun war werfen angesagt! Kurz haben wir Robby die richtige Technik und die Handhabung von Schnurbügel und Kurbel und Co. erklärt und schon bald ging der Gufi recht anständig auf reisen. Tja, es ist so gekommen wie es leider oft kommt. Es tat sich nicht viel unter Wasser. Hechte waren sicher da, aber warum gaben sie keine Lebenzeichen von sich??? Gegen 19 Uhr rutschte das Boot mit drei demotivierten Anglern, die nur einen Fisch erbeuten konnten in den Hafen.
    Abends bestellte ich Damian schöne Grüße aus "unserer" Kneipe und bekam promt einen Rückruf : " Wir sind quasi schon auf dem Weg!" hieß es. Was ein Zufall, daß Marius, Chris und Damian zufällig die selbe Zeit und das selbe Quartier ausgewählt hatten.. Wenn schon nichts beißt, kann man wenigstens ein bisschen zusammen rumblödeln freute ich mich, auch wäre ein zweites Boot mit erfahrenen Anglern auf dem Wasser natürlich hilfreich um Stellen zu finden..

    Der nächste Tag sollte besser werden, weil schlechter konnte es ja nicht mehr laufen und irgendwann musste ja mal so ein blöder Fisch hunger bekommen..
    Es kam aber noch schlimmer! Eine gemütliche Brise von 6-7bft und noch mehr Regen machten das Fischen noch angenehmer als am Vortag. Und was mach der C&R Angler mittags? Er kauft sich einen Fisch! Irgendwie schon bescheuert als Angler, aber da wir eh nichts vernünftiges bis dahin im Kescher hatten war ein Fischbrötchen eine willkommene Mahlzeit.


    Stunde um Stunde verging, alle vermeidlich guten Spots, die in der Vergangenheit schon öfter Fisch gebracht hatten wurden angefahren und angeworfen.
    Plötzlich platschte es laut neben dem Boot und wir konnten noch kurz einen 60iger Hecht bestaunen, der Robby´s Gufi in genau diesem Augenblick abschüttelte. Er dachte er hätte Kraut am Haken und habe nicht angeschlagen hieß es.. So war sein erster selbst geangelter Fisch leider schnell wieder in weite Ferne gerückt. Wir setzten das Boot um und angelten fleißig weiter, stundenlang. Bum, Rute krum! Aufeinmal kam Leben in das tot geglaubte Gewässer! Nach einem harten Drill konnten wir einen schöner 108er Hecht landen. Der Fisch entschädigte natürlich alle an Board für den nassen Ars.. und die Strapazen bei Wind und Welle. Chris C. würde jetzt sagen : "Das ist eben ... - Angeln!"

    Am nächsten Tag, es sollte natürlich ohne Unterbrechung weiter regnen, waren, Gott sei Dank, die Fische etwas aktiver. Schon die ersten Würfe brachten einige Kontakte und neue Motivation, insbesondere auch bei unserem Anfänger Robby, der nun unbedingt einen Hecht fangen wollte und bei jeder passenden Gelegenheit Anschlagen übte Über den Tag konnten wir uns sieben Fische zusammen suchen, auch wenn ein "Großer" ausblieb, aber wir hatten ja noch zwei Tage! Oder auch nicht???
    Ab und zu schläft der Wind auch mal für kurze Augenblicke komplett ein :


    Der DWD gab eine Unwetterwarnung für den nächsten Tag raus! Die heimischen Guides sagten ihre Touren ab, zu hohe Wellen, zu großes Risiko!
    Aber 700km bis hierher waren einfach zu viel um einen Tag zu verlieren! Wir wollten es trotz aller Warnungen von Hafenmeister und Co. probieren und schlichen uns, möglichst Windgeschüzt auf´s Wasser. Zum Glück funktionierte die Lenzpumpe gut, da die ein oder andere Welle den Weg über den Bug ins innere des Bootes fand.. oft standen wir knöcheltief im Wasser und zu allem Überfluß, so als wenn man noch nicht genug Ärger hätte, saugten sich meine Thermostiefel voll mit Wasser. Neuer Flaoter, neue Stiefel müssen her - super! Angeln ist ein preiswertes Hobby!
    An Bleigewichte unter 30g war gar nicht zu denken, aber immerhin konnte man locker hundert Meter weit werfen, das entschädigt ja auch ein bisschen, oder? Wir angelten uns 4 Fische zusammen, immerhin..

    Die Wettervoraussage für unseren letzten Tag, eigentlich halben Tag, wir wollten mittags abreisen, war perfekt : kein Regen, 15°C mit Sonnenschein und wenig Wind! So wie es kommen musste, waren die Fische heute aktiv richtig aggresiv und gierig! Endlich war es soweit, der Augenblick, der Robby für alle seine Mühen entschädigen sollte : Biss, kurzer Drill und ein 65iger Hecht war gelandet! Unbeschreiblich wie sehr er sich über diesen Erfolg gefreut hat! Nach dem ersten Fisch ließen weitere Bisse, teilweise brutal aggressive Attacken, nicht lange auf sich warten und wir konnten bis 12 Uhr sieben Fische bis 90+ landen.
    Wieso ausgerechnet am letzten so ein begnadetes Angelwetter an dem die Fische auch beißen???

    Das allerwichtigste hat Robby bei seinem ersten Turn auch gelernt und verstanden :

     

     

    Tibor-Sebastian Hargitai
    www.raubfisch-crew.de

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